Ableton Push Hack: Videos, MIDI-Takeover und Custom-UI auf der Push 3, ganz ohne Abletons Segen
Federico Pepe öffnet Display, MIDI, Dateisystem und LEDs für eigene Modifikationen
Federico Pepe hat mit Ableton Push Hack ein Projekt veröffentlicht, das der Push-3-Standalone-Hardware Zugriffsmöglichkeiten verschafft, die Ableton offiziell nie vorgesehen hat. Über SSH lässt sich das Gerät nämlich als das ansprechen, was es unter der Haube tatsächlich ist: ein waschechter Linux-Computer. Wer mit unautorisiertem Hacking nichts anfangen kann, sollte an dieser Stelle besser weiterscrollen, wer aber schon immer mal komplette Kontrolle über Display, Laufwerke, MIDI und mehr haben wollte, findet hier genau das. Und das ist wirklich sehr spannend!
Ableton Push Hack: Alle Infos zum inoffiziellen SSH-Zugriff auf die Push-3-Standalone
Ableton Push Hack: SSH-Zugriff auf ein bekanntes Linux-System
Die Grundidee hinter dem Ableton Push Hack ist simpel formuliert: Über eine SSH-Verbindung (Secure Shell) verschafft ihr euch Zugang zu Push 3 Standalone und installiert modulare Erweiterungen. Federico Pepe, Certified Trainer und Brand Manager im Ableton-Umfeld, versteht sein Projekt selbst als Proof of Concept, zeigt damit aber ziemlich deutlich, was Ableton offiziell alles anbieten könnte. Bekannt ist Pepe in der Community bereits als der Mensch, der Flappy Bird und Doom als Erweiterungen in Ableton Live selbst zum Laufen gebracht hat.
Diese Module bringt der Ableton Push Hack zum Start mit
Zum Launch bringt der Ableton Push Hack bereits eine ganze Reihe an Modulen mit. Der Push Manager erlaubt das Hochladen, Verwalten und Herunterladen von Dateien und Projekten, ähnlich wie beim Move Manager von Ableton Move. Dazu kommt USB-Laufwerk-Unterstützung über den USB-A-Anschluss sowie kompletter Zugriff auf das Display, inklusive Zeichnen und Hochladen von Bildern und Videos. Doom lässt sich damit zwar noch nicht direkt spielen, aber zumindest ein Video davon abspielen, oder eben von Marathon, oder was auch immer euch einfällt.
Richtig interessant wird es beim vollständigen MIDI-Zugriff. Jedes Pad, jeder Regler, jeder Button lässt sich damit ansteuern, inklusive bidirektionalem Feedback. Ergänzt wird das durch reverse-engineerte LED-Kontrolle mit sämtlichen Farben und Animationen sowie System-Stats zu CPU, Arbeitsspeicher, Speicherplatz, IP-Adressen und Hotspot-Passwort. Klingt erstmal nach einem Sicherheitsloch, ist es laut Pepe aber nicht, wer SSH-Zugriff hat, hatte ohnehin schon vollständigen Zugriff auf das Gerät.

Intercept- und Forward-Modus: Volle Kontrolle über MIDI
Der MIDI-Takeover-Modus dürfte für viele der spannendste Teil des Projekts sein. Im „Intercept“-Modus werden Nachrichten von Push zwar gelesen, aber nicht an die eigentliche Push-Software weitergeleitet, ihr könnt also Buttons, Regler und Pads nutzen, ohne dabei etwas in der Hauptsoftware auszulösen. Im „Forward“-Modus wiederum werden sämtliche MIDI-Nachrichten automatisch an den MIDI-Ausgang weitergeleitet, ganz ohne internes Routing über die Push-Oberfläche.
Weil Pepe damit vollständige Kontrolle über MIDI, Display und LEDs hat, hat er zusätzlich eine „Shadow UI“ gebaut, die sich über die eigentliche Push-Oberfläche legt. Die Idee dahinter: über den Push Manager hinausgehen und praktisch alles direkt auf der Push selbst erledigen können.
Fazit
Ableton Push Hack ist ein Projekt, das man ganz klar als das nehmen sollte, was es ist: ein inoffizieller, unautorisierter Eingriff in Hardware, deren volles Potenzial Ableton bislang bewusst nicht offengelegt hat. Trotzdem zeigt gerade dieser Ansatz, was mit offiziellem API-Support möglich wäre. Bei Ableton Move haben ähnliche Community-Projekte in der Vergangenheit gezeigt, wie viel kreatives Potenzial in offenerer Hardware steckt, von Custom-Devices bis zu Barrierefreiheits-Features.
Ob Ableton daraus irgendwann offizielle Konsequenzen zieht, bleibt abzuwarten, aber ausschließen würde ich es nicht ganz. Wer Push 3 Standalone besitzt und technisch versiert genug ist, um sich selbst auf eigenes Risiko damit zu beschäftigen, findet hier definitiv spannenden Stoff zum Experimentieren. Ich hoffe, dass Ableton hierbei viel lernen wird, um diese Modifikationen vielleicht demnächst in die offizielle Version zu integrieren. Wir sind gespannt, wie es weitergeht und halten euch natürlich auf dem Laufenden.