von  Jan Rotring  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 13 Min
Teure Gitarren: Sind sie ihren Preis wert?

Teure Gitarren: Sind sie ihren Preis wert?  ·  Quelle: Gavin Zeigler / Alamy Stock Foto

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Wir alten Gitarristen sind uns doch alle einig, oder? Früher war alles besser. Außer vielleicht: Gitarren. Denn das, was heute für wenige hundert Euro bei den einschlägig bekannten Herstellern zu haben ist, lässt nicht mitunter mit den Ohren schlackern. Moderne Fertigungsmethoden, vernünftige Hardware und eine ordentliche Verarbeitung sind längst nicht mehr der Oberklasse vorbehalten. Wobei es teure Gitarren natürlich ganz zurecht noch gibt. Oder?

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Doch warum kosten eigentlich oberflächlich betrachtet ähnliche Instrumente teilweise das Zehnfache? Woher kommt dieser enorme Preisunterschied und was wird mit dem steigenden Preis eigentlich wirklich besser? Ob man am Ende tatsächlich für Funktion und Qualität bezahlt, oder doch vielleicht eher für Herkunft, Marke und Exklusivität? Wir finden heraus, ob teure Gitarren wirklich ihr Geld wert sind.

Warum günstige Gitarren heute so gut sind

Bevor wir uns auf die Frage stürzen, was teure Gitarren eigentlich (zumindest preislich) ausmacht, müssen wir uns einmal ganz nüchtern anschauen, was sich im Vergleich zu früher verändert hat.

Zum einen ist da die Fertigung von Instrumenten in Großserie. Die CNC-Bearbeitung und Fertigung laufen heute in automatisierten und standardisierten Produktionsprozessen ab, die schon durch die Reduzierung des Faktors Mensch eine geringere Qualitätsschwankungen ermöglichen. Bodies und Hälse werden hochpräzise und immer identisch bearbeitet, Hardware, Elektronik und Pickups können in großen Stückzahlen eingekauft (oder hergestellt) werden und viele Prozesse laufen dank Fortschritten in Robotik und Fertigung teilweise automatisch.

Zum anderen besitzen die großen Fabriken in Fernost mittlerweile über jahrzehntelange Erfahrung im Instrumentenbau und sind längst nicht mehr die „Außenseiter“ im Business sind. Ihre Arbeit ist höchst effizient, professionalisiert und die enormen Stückzahlen verteilen die Kosten für Maschinen, Entwicklung und Logistik auf sehr, sehr viele Instrumente.

Im Ergebnis ist damit die grundlegende Konstruktion einer guten E-Gitarre heute industriell vergleichsweise günstig und auf einem hohen, stets gleichbleibenden Qualitätsniveau möglich.

Aber wenn nun eine Gitarre für 500 € bereits so präzise gefertigt werden kann, wofür bezahlen wir dann bei teuren Gitarren 5000,- € und mehr?

Material und Konstruktion: Wie viel kostet das eigentliche Instrument?

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Tonhölzer mit unterschiedlichen Klangeigenschaften
Teure Gitarren: Tonhölzer mit unterschiedlichen Klangeigenschaften · Quelle: Shutterstock / optimarc

Hauptbestandteil einer E-Gitarre ist das verwendete Holz. Hochwertige, stark selektierte Hölzer treiben den Preis, ebenso wie ein besonders geringes Gewicht oder auch optische Eigenschaften. Neben Färbung (man denke an Ebenholz) ist das vor allem die Maserung: Flames oder Quilted Maple (geflammtes oder Wölkchen-Ahorn für uns deutschsprachige Gitarristen) machen einiges her und können, je nach Maserung und Dicke der verwendeten Schicht, den Preis eines Instruments in die Höhe treiben. Im Extremen kann man das etwa in der PRS Wood Library erleben.

Wichtig ist an dieser Stelle die Erkenntnis, dass kostspieliges Material teure Gitarren nicht automatisch zu besseren musikalischen Eigenschaften verhilft.

Und selbst bei selektierten und seltenen Hölzern mit spektakulärer Maserung ist die Preisspanne nicht so riesig, wie man zunächst erwarten würde. Aufwendige Konstruktionen, komplexe Arbeiten bei Decken und Binding oder spezielle Inlays sind die echten Preistreiber.

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CNC gegen Handarbeit: Wo entsteht der eigentliche Mehrwert für teure Gitarren?

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Moderne Fertigungsmethoden wie der Einsatz einer CNC-Fräse zur Holzbearbeitung haben ganz entscheidende Vorteile in der Produktion: Sie sind extrem präzise, können mehrere Arbeitsschritte in einer einzigen Arbeitssitzung erledigen (z.B. das Anlegen von Fräsungen und das Formen der Korpuskonturen) und können diese Arbeit viele tausend Mal exakt reproduzieren. Und das drückt den Preis.

Dazu kommt: Handarbeit ist nicht automatisch präziser oder besser. Ihr Vorteil liegt vor allem dort, wo individuelle Beurteilung und Nachbearbeitung notwendig werden. Im Instrumentenbau sind das vor allem die finalen Arbeiten wie das Bundieren mit anschließendem Abrichten oder Polieren der Bundstäbchen, das Kerben des Sattels oder ein finales Setup.

Damit werden die letzten Prozent Qualität überproportional teuer und treiben den Preis eines Instruments schnell in die Höhe. Eine 2000,- Euro Gitarre ist nicht viermal so gut wie eine für 500 Euro. Für kleinere Verbesserungen muss aber irgendwann immer mehr, immer spezialisierterer Aufwand betrieben werden. Und das erklärt einen wichtigen Teil des Preisunterschieds. Und warum sich manche Premium-Instrumente so wunderbar anfühlen … leider.

Verarbeitung und Komponenten: Was wird tatsächlich besser?

E-Gitarren Setup für Eilige
E-Gitarren-Setup für Eilige · Quelle: Shutterstock / Zamrznuti tonovi

Schauen wir also, was im Premiumsektor wirklich besser wird. Oder besser sein sollte, um einen Preisunterschied zu rechtfertigen.

Bundierung und Setup

Eine sorgfältige Bundierung und das abschließende Setup benötigt Zeit, Fingerspitzengefühl und vor allem: Spielerfahrung. Schließlich beeinflussen diese Arbeiten unmittelbar Spielgefühl, mögliche Saitenlage und Stimmstabilität.

Die reinen Arbeitsschritte, die sich in dieser Kategorie verbergen, sind z. B.

  • Abrichten
  • Crowning
  • Polieren
  • Versäubern der Bundenden
  • korrekt gefeilte Sattelkerben
  • finales Setup inklusive Saitenlage und Intonation

Wer sich sein eigenes Instrument später noch aufwerten möchte, kann sich in diesen Schritten mittlerweile übrigens ebenfalls vertrauensvoll an die Technik wenden: Meine Erfahrungen mit der PLEK-Maschine.

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Hardware und Elektronik

Klar, mit dem Preis können auch Komponenten hochwertiger werden:

Ein guter Satz Locking-Tuner ist ein Wunderwerk der Feinmechanik. Brücken und Tremolosysteme aus hochwertigen Materialien kosten Geld und auch Elektronik wie Potis, Schalter und vor allem Pickups gibt es in allen Fertigungs- und Qualitätsstufen.

Zahlreiche Boutique-Hersteller von Pickups buhlen um die Gunst der Kunden und versprechen regelmäßig wahre Klangwunder und Meisterwerke der Handwerkskunst. Am Ende gilt aber wohl auch hier das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens. Ab einem gewissen Qualitätsniveau bringen teurere Komponenten eher kleinere Verbesserungen bei Haptik, Haltbarkeit, Präzision oder speziellen Funktionen.

Dennoch: Zwei hochwertige Markenpickups und teurere Mechaniken erklären keinen Preisunterschied von mehreren tausend Euro.

Teure Gitarren: Fertigungsort, Stückzahl und Qualitätskontrolle

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Die gute alte Globalisierung spielt selbstverständlich auch beim Preis für unsere geliebten Gitarren eine entscheidende, nicht immer positive, Rolle.

Eine Gitarre aus amerikanischer, deutscher oder japanischer Fertigung kostet meist weit mehr als ein entsprechendes Instrument aus China. Neben höheren Lohnkosten kommen Preise für Gebäude und Energie, bessere Arbeitsbedingungen und höhere regulatorische Anforderungen hinzu. Dazu kommen aufwendigere Produktionsprozesse und die Produktion von vergleichsweise kleinen Stückzahlen (siehe oben).

Doch jedem, der automatisch die Nase rümpft, wenn ein Instrument aus einem vermeintlich billigen (im Wortsinne) Produktionsland kommt, sei gesagt: Der Fertigungsort ist zunächst ein Kostenfaktor und kein automatisches Qualitätsurteil.

Eine hervorragend gebaute indonesische oder chinesische Gitarre ist keine Ausnahme mehr, sondern mittlerweile eher die Regel. Zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Zusammenhang mit dem Bau von E-Gitarren habe ich vor einiger Zeit bereits hier berichtet.

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Lackierung und Custom Shop: Wenn Zeit richtig teuer wird

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Quelle: Fender

Zeit ist Geld. Das gilt, wie bereits dargestellt, auch (oder gerade) beim Instrumentenbau. Besonders gut lässt sich das anhand der Lackierung einer Gitarre betrachten.

Während ein einfacher Poly-Panzer im Tauchbadverfahren schnell, billig und einfach zu machen ist, können aufwendige Lackierungen viel Zeit in Anspruch nehmen. Mehrere aufeinander aufbauende Lackschichten, wiederholte Zwischenschliffe, korrekt eingehaltene Trocknungszeiten, anschließendes Polieren und dann auch noch Bursts oder Metallic-Effekte: All das kostet Zeit, Material und vor allem Geld.

Auf die Spitze getrieben sind das dann komplizierte Verfahren, bei denen Nitrolacke verwendet werden und die mühsam aufgebauten Schichten dann per Relic-Verfahren wieder aufgebrochen und „auf Alt getrimmt“ werden. Das Skurrile daran: Ein aufwendig gealtertes Instrument kann deutlich mehr Arbeitszeit benötigen als ein optisch perfektes Serieninstrument. Und damit den Preis des Instruments künstlich in die Höhe treiben. Wasser auf die Mühlen der Relic-Kritiker.

Perfektioniert haben diese arbeits- und zeitintensiven Arbeitswege die zahlreichen Custom Shops der großen Hersteller: Noch kleinere Serienzahlen, eine deutlich stärkere Materialselektion und ein weiteres Plus an aufwendiger Handarbeit machen diese Instrumente nicht nur besonders gesucht, sondern eben auch besonders teuer.

Custom bedeutet nicht automatisch besser klingend, sondern bedeutet in erster Linie, dass weniger standardisiert gearbeitet und produziert wird. Wer allerdings auf besondere Spezifikationen, individuelle Lackierungen oder historische Repliken steht, muss eventuell in den sauren Apfel beißen. Und zumindest, wenn man sich den Arbeitsaufwand und die Umstände anschaut, unter denen die Instrumente dort gefertigt werden, ist ein Aufpreis sicherlich gerechtfertigt. Denn besonders die fehlende Standardisierung kostet Geld.

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Marke, Geschichte und künstliche Verknappung

Hier beginnt nun (ganz bewusst) der Bereich, in dem sich der Preis nicht mehr allein mit Produktionsqualität oder erklären lässt. Eine Gibson Les Paul ist wirtschaftlich nicht nur Mahagoni, Ahorn, Hardware und zwei Humbucker.

Der Käufer bezahlt zu einem entscheidenden Anteil auch für eine historisch bedeutende Marke mit einem ikonischen Design, einer engen Künstlerverbindung (Signature-Modelle lassen grüßen), besonderer Herkunft, einem hohen Wiedererkennungs- und teilweise auch Wiederverkaufswert.

Dasselbe Prinzip gilt selbstverständlich ebenso für andere ikonische Hersteller und Modelle.

Neben dem großen Namen auf dem Headstock kommt nun auch noch das Prinzip der künstlichen Verknappung dazu. Limited Editions, Artist-Modelle und historische Reissues stechen aus der schnöden Massenware hervor und generieren den Eindruck eines besonders knappen und besonderen Einzelstücks. Und Knappheit kann tatsächlich Kosten verursachen, weil kleine Serien ineffizienter produziert werden.

Sie kann aber eben gleichzeitig ganz bewusst Begehrlichkeit erzeugen und wird daher im Marketing nicht nur bei Musikinstrumenten eingesetzt.

Eine provokante Frage könnte daher lauten: Ist der Name auf der Kopfplatte wertlos, nur weil er keinen Ton erzeugt? Denn wenn wir ehrlich sind, lautet die Antwort: Offensichtlich nicht. Denn Marke und Geschichte besitzen für uns Käufer einen realen Wert, auch wenn dieser nichts mit der objektiven Funktion des Instruments zu tun hat.

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500 gegen 1.500 gegen 5.000 Euro: Wo liegt denn nun der Sweetspot?

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Also, was eine E-Gitarre teuer machen kann, haben wir geklärt. Von reinen Material- und Arbeitskosten bis hin zu Marketing und künstlicher Verknappung haben Hersteller einige Hebel, um die Preisgestaltung zu beeinflussen. Um aber einen guten Deal als Käufer zu machen, sollten Instrumente die zu erwartenden Anforderungen ihrer jeweiligen Preisklassen erfüllen. Finde ich.

Um 500 Euro

Im unteren Preissegment um die 500 Euro erwarte ich ein brauchbares bis gutes Instrument (auch 500 Euro sind schließlich eine ganze Stange Geld). Klar, ich gehe davon aus, dass es industriell gefertigt wurde. Dennoch erwarte ich funktionierende Hardware, vernünftige Elektronik und eine vernünftige Bespielbarkeit.

Abstriche erwarte ich hingegen beim finalen Setup, dem Finish und (klanglich nicht relevanten) Detailarbeiten und Zubehör wie Gigbags, Koffern und Co.

Das Besondere in dieser Preiskategorie ist, dass jeder zusätzliche Euro hier noch relativ viel bewirken kann. Der abnehmende Grenznutzen (englisch auch als „diminishing returns“ bezeichnet) ist noch in weiter Ferne.

Um 1.500 Euro

Jetzt kommen wir in den Bereich von professionellen Instrumenten, die auch höheren Ansprüchen gerecht werden. Sehr gute Verarbeitung sollte der Standard sein, ebenso wie gute Hardware. Pickups werden in dieser Preisklasse entweder durch namhafte Drittanbieter (z.B. EMG, DiMarzio oder Seymour Duncan) geliefert oder eben in-house bei Gibson oder Fender produziert.

Außerdem erwarte ich bei einem Preis von etwa 1500,- Euro eine bessere Detailarbeit, höhere Konsistenz und weniger offensichtliche Kompromisse bei Material, Verarbeitung und Zubehör. Hochwertige Gigbags oder Koffer dürfen gern mit angeboten werden, sind aber noch immer nicht unbedingt der Standard.

In diesem Preisbereich liegt für mich der preisliche und funktionale Sweetspot. Das ist keine absolute Preisgrenze, ab der nur noch Liebhabereien den Preis weiter in die Höhe treiben. Dennoch beginnt hier der Bereich, ab dem der tatsächlich objektiv messbare (bzw. bewertbare) Zusatzwert mit jedem investierten Euro abnimmt.

Um 5.000 Euro

Jetzt sind wir im Custom-Shop-Bereich, und zwar so was von. Selbstverständlich sollte hier vor allem die Verarbeitung der Instrumente auf allerhöchstem Niveau erwartet werden. Der enorme Aufpreis entsteht aber zunehmend durch andere Faktoren:

Die meisten Instrumente in dieser Preisklasse werden größtenteils in Handarbeit hergestellt, meist in traditionellen Produktionsstätten in den eher „hochpreisigen“ Herkunftsländern.

Kleine Stückzahlen treiben den Preis weiter in die Höhe und aufwendige Lackierungen und ein gewisses Maß an Exklusivität sind ebenfalls Teil des Preisschildes. Dazu kommt noch eine strengere Materialselektion und natürlich der entsprechende Markenname mit der dazugehörigen Portion Mojo.

Klar, der funktionale Nutzen steigt wesentlich langsamer als der Preis. Dennoch gibt es gute, sogar sehr gute Gründe, in diesem Preisbereich nach Instrumenten zu suchen. Wer eine bestimmte Traumgitarre sucht, dem eigenen Idol gearmäßig nahe sein will oder sogar eine Gitarre als Wertanlage sucht, ist hier gut aufgehoben.

Also: Sind teure Gitarren ihr Geld wert?

Gitarren als Wertanlage
Gitarren als Wertanlage · Quelle: Shutterstock / Sergey Nivens

Auf diese Frage gibt es keine einfache Antwort. Zumindest keine, die für uns alle gleichermaßen gilt. Meiner Meinung nach sollten wir drei Arten von Wert unterscheiden: funktionalen, handwerklichen und emotionalen Wert.

Funktionaler Wert meint in diesem Zusammenhang ganz schlicht: Wie gut lässt sich das Instrument spielen, wie ist der Sound und wie zuverlässig ist sie es.

Der handwerkliche Wert beschreibt, wie aufwendig sie hergestellt und wie hochwertig die verwendeten Materialien sind.

Der emotionale Wert schließlich meint, was dieses konkrete Instrument dem jeweiligen Besitzer bedeutet. Und der ist in keiner Weise objektiv zu bestimmen.

Eine 600,- Euro Gitarre kann funktional hervorragend sein, perfekte Bespielbarkeit mit dem persönlichen Traumsound kombinieren und trotzdem einen eher geringen handwerklichen Wert verkörpern. Gleichzeitig kann die mittelprächtig klingende 5000,- Euro-Custom-Shop-Gitarre ihren Preis wert sein, weil bei ihr andere (emotionale, wirtschaftliche) Kriterien hinzukommen.

Fazit

Gibson Les Paul Custom Lite auf dem OP-Tisch
Teure Gitarren? Meine Gibson Les Paul Custom Lite auf dem OP-Tisch · Quelle: Jan Rotring / Guitar Doc

Kehren wir zur Ausgangsfrage zurück und stellen fest: Eine 5000,- Euro Gitarre ist nicht zehnmal besser als eine für 500 Euro.

Im unteren und mittleren Preisbereich kauft zusätzliches Geld zunächst vor allem bessere Komponenten, eine genauere und aufwendigere Verarbeitung und ein paar Extraschritte in der Qualitätskontrolle.

Danach werden die Verbesserungen immer kleiner und der Aufwand für diese Verbesserungen immer größer — das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens schlägt zu (allein in diesem Artikel schon dreimal … muss also was dran sein!).

Im absoluten Hochpreissegment von 5000,- Euro und mehr kommen dann reichlich Faktoren hinzu, die mit der reinen Funktion eines Instruments nur noch wenig zu tun haben: Aufwendige Handarbeit, eine bestimmte Herkunft (Marke und Tradition), der Hauch von Exklusivität und vor allem: Emotionen.

Aus dieser Sicht betrachtet ist für mich nicht die Frage entscheidend, ob eine Gitarre ihren Preis wert ist. Wichtiger ist, zu wissen, welchen Preis sie mir wert ist.

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