Ableton Push entstand aus Lego: Die verrückte Entstehungsgeschichte des erfolgreichsten DAW-Controllers
Wie ein Lego-Prototyp das meistgenutzte DAW-Controller-Konzept der Welt möglich machte
Wer hätte das gedacht: Der Ableton Push*, einer der einflussreichsten Hardware-Controller der letzten Jahre, begann als Lego-Modell. Jesse Terry, Head of Hardware bei Ableton, hat jetzt in einem Video mit dem australischen Powerhouse Museum einen dieser frühen Prototypen gezeigt und erzählt, wie aus bunten Plastiksteinen – Lego – ein Instrument wurde, das Musikproduktion grundlegend verändert hat.
Ableton Push Prototyp: Jesse Terry, Head of Hardware bei Ableton, zeigt den Lego-Ursprung des Push-Controllers
Lego als Designmethode
Die Idee klingt zunächst charmant unernst, steckt aber eine ziemlich kluge Logik dahinter. Jesse Terry baute zwei Lego-Prototypen des Push, um früh und ohne großen Aufwand verschiedene Button-Anordnungen durchzuprobieren. Welche Taste sitzt wo? Wie fühlt sich die Ergonomie an? Was davon funktioniert wirklich beim Spielen?
Lego war dabei kein Gag, sondern Methode. Die Steine lassen sich schnell umbauen, nichts ist permanent, alles ist veränderbar. Genau das hat Terry laut eigenem Bekunden gebraucht, um durch viele Iterationen zu gehen, ohne jedes Mal eine teure Prototypenform anfertigen zu lassen. Das Powerhouse Museum in Sydney beherbergt heute eines dieser beiden Exemplare.
Was Push eigentlich leisten sollte
Terry beschreibt den Entstehungsprozess des Push als Versuch, zwei Welten miteinander zu versöhnen: das körperliche, rhythmische Spielen mit den Händen auf der einen Seite und die Möglichkeiten des Computers auf der anderen. Er wurde mit Ableton Live bekannt, als er für ein Musikmagazin darüber schrieb, und war fasziniert davon, wie man Audio dehnen und verschieben konnte wie ein Gummiband.

Den Prototyp beschreibt er als Sampling-Prozess: Er hat verschiedene existierende Produkte auseinandergenommen und die Teile davon genommen, die er haben wollte. Das Ergebnis sollte sowohl für Einsteiger ohne jahrelange Ausbildung funktionieren als auch für erfahrene Spieler genug Tiefe bieten, um daran zu wachsen. Die Haptik war dabei kein Nebenpunkt. Die Nuancen von Rhythmus und Tonhöhe, die man mit den Fingern erzeugen kann, lassen sich mit Maus oder Computertastatur schlicht nicht reproduzieren. Genau diese kleinen menschlichen Abweichungen vom Raster sind es, die Musik lebendig klingen lassen.
Ableton Push heute
Der Push ist inzwischen in der dritten Generation angekommen und hat sich von einem reinen Live-Controller zu einem eigenständigen Instrument entwickelt, das auch ohne angeschlossenen Rechner funktioniert. Das aktuelle Ableton Live 12.4 Update, das kürzlich erschienen ist, bringt neue Features speziell für Push, Move und Note. Für bestehende Live-12-Nutzer ist das Update kostenlos.

Preis und Verfügbarkeit
Den Ableton Push 3 gibt es bei Thomann*, die standalone Version findet ihr ebenso hier*. Weitere Informationen zum Push findet ihr auf der Ableton-Website.
Weitere Informationen
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