inMusic übernimmt Native Instruments: Rund 100 Mitarbeiter offenbar entlassen
Das komplette Kundensupport-Team soll laut Insider-Berichten aufgelöst worden sein
inMusic, der neue Eigentümer von Native Instruments, hat offenbar rund 100 Mitarbeiter aus fast allen Abteilungen entlassen. Wie Synthanatomy berichtet, soll dabei auch das komplette Kundensupport-Team seinen Job verloren haben. Weder inMusic noch Native Instruments haben sich dazu bislang öffentlich geäußert, die Informationen stammen ausschließlich aus Insider-Berichten ehemaliger Mitarbeiter. Wir halten euch auf dem Laufenden.
Native Instruments und inMusic: Alles zur Übernahme, dem Hintergrund und was das für Nutzer bedeutet
Rund 100 Entlassungen bei Native Instruments
Die große Native-Instruments-Allianz gehört inzwischen der Vergangenheit an. Alle ehemaligen Marken haben neue Eigentümer: iZotope ist jetzt bei Boris FX, Plugin Alliance und Brainworx sind zurück bei Dirk Ulrich, und Native Instruments selbst gehört inMusic. Wie Synthanatomy berichtet, laufen aktuell umfassende Restrukturierungsmaßnahmen bei Native Instruments, und die Nachrichten für die Belegschaft sind offenbar so schlecht, wie viele befürchtet hatten.
Ein ehemaliger Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte und selbst von den Kürzungen betroffen ist, berichtet gegenüber Synthanatomy von rund 100 Entlassungen über nahezu alle Abteilungen hinweg. Besonders hart soll es den Kundensupport getroffen haben: Laut dem Ex-Mitarbeiter wurde das komplette Support-Team gekündigt, ein Schritt, der im Rahmen der Übernahme durch inMusic offenbar von vornherein eingeplant war, da inMusic den Support für seine Marken zentralisiert.
In seinem anonymen Post schreibt der ehemalige Mitarbeiter unter anderem: „Es ist in fast allen Abteilungen passiert (rund 100 Personen) und wird weitergehen. Ich habe herausgefunden, dass das gesamte Kundensupport-Team gekündigt wurde. Das war von inMusic bereits im Rahmen ihres Kaufs so vorgesehen.“ Weiter beschreibt er die Situation intern als chaotisch und äußert wenig Vertrauen in die aktuelle Führungsriege.

Es betrifft wohl auch die Entwicklung
Auch der Electronic Music Producer „Unders“ berichtet in einem weiteren Reddit-Thread von Massenentlassungen bei Native Instruments, betroffen seien mehrere Mitarbeiter aus Entwicklung, Hardware und Support. Einigen sei zudem „Garden Leave“ bis September gewährt worden, in dieser Zeit könnten ihre Rollen, etwa in der Hardware-Entwicklung, in andere Marken des inMusic-Konzerns überführt werden.
Weder inMusic noch Native Instruments haben bislang eine offizielle Stellungnahme zu den Entlassungen veröffentlicht. Bestätigt sind die Berichte damit ausschließlich über Insider-Quellen aus der Belegschaft, offizielle Zahlen oder eine Einordnung seitens des Unternehmens fehlen bislang komplett.
Für das ehemalige Native-Instruments-Team ist das eine bittere Entwicklung, gerade nachdem die Übernahme durch inMusic im Mai zunächst als positives Signal für die Zukunft der Marke gefeiert wurde. Wir hoffen, dass die betroffenen Kollegen schnell neue Perspektiven finden, in der Musik-Tech-Branche oder anderswo. Sogar hier auf LinkedIn findet man mittlerweile etliche Mitarbeiter, die sich nach einem neuen Job umschauen. Wir hoffen, dass inMusic am Ende doch noch das Ruder herumreißen kann. Wir halten euch auf dem Laufenden.
Das Ende der Insolvenz-Geschichte?
[08. Mai 2026] Es ist offiziell: inMusic übernimmt Native Instruments. Der US-amerikanische Musiktech-Konzern, hinter dem Marken wie Akai Professional, Moog Music, Denon DJ, Numark, Rane und M-Audio stehen, hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme des Berliner Unternehmens unterzeichnet. Damit findet der lange und für viele Nutzer nervenaufreibende Insolvenzprozess von Native Instruments ein konkretes Ende. Und was für eines.
Von der Insolvenz zur Übernahme: Der Kontext
Wer unseren Artikel zur vorläufigen Insolvenz von Native Instruments verfolgt hat, weiß, wie lang und zermürbend dieser Prozess war. Ende Januar 2026 meldete Native Instruments die vorläufige Insolvenz, ausgelöst durch Schulden aus früheren Investorenstrukturen unter Francisco Partners. Im März bestätigte CEO Nick Williams, dass ein aktiver M&A-Prozess laufe und mehrere Interessenten aus der Audio- und Technologiebranche im Gespräch seien. Jetzt ist klar, wer das Rennen gemacht hat: inMusic Brands.
Das ist kein kleiner Deal. inMusic ist eines der erfahrensten Musiktech-Unternehmen der Welt, 1992 gegründet, seit drei Jahrzehnten im Geschäft, und mit einem Portfolio, das von DJ-Gear über Synthesizer bis zu Studiotechnik reicht. Akai Professional, Moog Music, Denon DJ, Numark, Rane, M-Audio und Alesis gehören zum Konzern. Mit Native Instruments, iZotope, Plugin Alliance und Brainworx kommt jetzt ein komplettes Software-Ökosystem mit über 25 Millionen registrierten Nutzern hinzu. Das ist nicht nichts.
Was die Übernahme konkret bedeutet
Die Pressemitteilung ist an diesem Punkt klar: Der Geschäftsbetrieb läuft bei allen Marken normal weiter. Produkte, Plattformen, Kundensupport und Downloads bleiben uneingeschränkt verfügbar. Die Transaktion soll in den kommenden Wochen abgeschlossen werden, vorbehaltlich der üblichen rechtlichen Formalitäten.
Jack O’Donnell, CEO von inMusic, formuliert das Versprechen direkt: kontinuierliche Investition in alle Marken und Produktlinien, langfristiger Fokus auf Innovation für Kreative auf allen Ebenen. „Die Tools, auf die ihr euch heute verlasst, werden weiter funktionieren, und die Tools, auf die ihr euch morgen verlassen werdet, werden aktiv gebaut“, heißt es in seinem Statement.
Nick Williams, CEO von Native Instruments, klingt erleichtert und zuversichtlich: „Mit inMusic haben wir einen Partner gefunden, dessen Überzeugungen und Ambitionen mit unseren übereinstimmen, und dessen Verständnis dafür, was diese Marken für Musiker und Produzenten bedeuten, uns echtes Vertrauen in das gibt, was als Nächstes kommt.“
Die Verbindung zwischen inMusic und Native Instruments
Diese Übernahme kommt nicht aus dem Nichts. Im Jahr 2025 hatten inMusic und Native Instruments bereits eine Kooperation angekündigt, die NKS-Integration für Akai Pro MPK-Controller und M-Audio Oxygen-Controller brachte. Gleichzeitig kamen Native-Instruments-Sounds erstmals auf die MPC-Standalone-Plattform. Diese Partnerschaft war offenbar der erste Schritt in Richtung einer engeren Verbindung, die jetzt formell besiegelt wird. Interessant!
Was bedeutet das für Nutzer von Kontakt, Traktor, iZotope und Plugin Alliance?
Kurzfristig: nichts Dramatisches. Alle Produkte laufen weiter, alle Lizenzen bleiben gültig, der Support bleibt aktiv. Mittelfristig ist das Potenzial dieser Kombination aber erheblich. Eine tiefere Integration zwischen Akai-Hardware und Native-Instruments-Software, stärkere NKS-Unterstützung über das gesamte inMusic-Portfolio, und möglicherweise eine klarere Produktstrategie, die unter dem Investor Francisco Partners schmerzlich fehlte, das alles ist nun denkbar.
Für iZotope- und Plugin-Alliance-Nutzer, die in den letzten Monaten besonders verunsichert waren, ist die Botschaft ebenfalls klar: Beide Marken bleiben Teil des Pakets. Die detaillierten Integrationspläne will inMusic kommunizieren, sobald der Prozess abgeschlossen ist.
Fazit
Das ist die Nachricht, auf die viele Nutzer, Produzenten und Studioinhaber seit Januar 2026 gewartet haben. Native Instruments, iZotope, Plugin Alliance und Brainworx landen in den Händen eines Unternehmens, das Hardware und Software aus Leidenschaft macht, kein Finanzinvestor, der Renditen optimiert. Ob inMusic die richtigen Entscheidungen für die Weiterentwicklung dieser Plattformen trifft, wird die Zeit zeigen. Aber die Ausgangslage ist deutlich besser als noch vor wenigen Monaten. Wir bleiben dran!
Mehr Informationen
- Offizielles Statement von Nick Williams
- Mehr zu Native Instruments bei GEARNEWS
- Mehr zu inMusic
- Native Instruments bei Thomann*
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2 Kommentare zu “inMusic übernimmt Native Instruments: Rund 100 Mitarbeiter offenbar entlassen”

War klar, dass der Support komplett weg fällt und der war bei N.I. schon nicht berauschend.
Ich hatte bei inMusic mal Monate! gebraucht, meine BFD Sachen wieder autorisiert zu kriegen, seither meide ich deren Produkte.
Schade, habe hier ziemlich viel N.I. und iZotope am Laufen, wird also über kurz oder lang tot sein, updegraded wird nichts mehr.
Umso erfreulicher, dass Plugin Alliance und Brainworx nun wieder in vertrauensvollen Händen sind.
Zumal die letzten ursprünglichen Programmierer schon um 2010 NI verließen, hat man eine grafische Anpassung, wie die der Skalierung bei Reaktor, verschlafen und es blieb dazu der bloße Gedanke an Weiterentwicklung aus. Man vermied damit eventuelle Kompatibilitätsprobleme und den Neuaufbau einer neuen Entwicklungsumgebung. Es läßt sich nur hoffen, dass das Ganze nicht in der Übernahme eines Markennamens endet. Mit dem Einstellen des Treibersupports bleibt auch keine gute Aussicht auf das Fortsetzen der Hardwareunterstützung.