Der Gitarrensound von Billy Talent: Klinge wie Ian D’Sa mit Plugins, Budget-Setup oder Studio-Gear
Tips und Equipment für den Sound der Kanadier!
„Red Flag“ und „Fallen Leaves“, was das für Hymnen sind! Wer auf der Suche nach dem Gitarrensound von Billy Talent ist, um diese Songs möglichst originalgetreu zu spielen, für den werfen wir in unserer Serie nach Green Day und Soundgarden jetzt einen Blick auf die kanadischen Superstars. Wie kommt man dem Sound von Gitarrist Ian D’Sa mit Plugins, günstigem Einsteigerequipment oder gleich teurem Studio-Gear nahe? Schaut rein!
Alles über den Sound von Billy Talent
Billy Talent I und I
Was das für ein Moment war, als 2006 Billy Talent II von Billy Talent erschien. Das Jahrzehnt hatte sich so langsam vom Nu Metal erholt, mit dem schnoddrigen Lofi-Sound von The Strokes und Konsorten wurden nicht alle Rockfans so richtig warm. Auf einmal kam hier ein kanadischer Vierer um die Ecke mit derart eingängigen, groovigen Riffs, dass es einem im hardrockigen, tiefschwarzen Herz ganz warm wurde.
Gegründet in den Neunzigern in Mississauga, Ontario, Kanada unter dem Namen Pezz, änderten Sänger Benjamin Kowalewicz, Gitarrist Ian D’Sa, Bassist Jonathan Gallant und Drummer Aaron Solowoniuk den Namen 1999 in Billy Talent um. Eine amerikanische Band mit demselben Namen hatte den aufstrebenden Musikern anwaltlich mitgeteilt, dass es Pezz aus den USA bereits seit 1989 gäbe. Der Name Billy Talent stammt aus dem Film Hard Core Logo.
Schon das Debüt 2003 mit der Single „Try Honesty“ brachte der Band einiges an Aufmerksamkeit und Erfolg ein. Hier konnte man At the Drive-In oder Mars Volta erkennen, auch Elemente von System of a Down, aber zugänglicher, direkter war das Ganze.
Mit Billy Talent II packte man in allen Belangen eine Schippe drauf. Gerade „Fallen Leaves“ und „Red Flag“ waren hierzulande im Rockradio erfolgreich. Mit den nachfolgenden Alben Billy Talent III (2009), Dead Silence (2012), Afraid of Heights (2016) und Crisis of Faith (2022) konnte man zwar nicht mehr ganz an alte Erfolge anknüpfen. Es bleiben aber eine nach wie vor große Fangemeinde und vor allem die Riffs von Ian D’Sa.
Der Gitarrensound von Billy Talent: Das Gear von Ian D’Sa
Was die Auswahl der Gitarre selbst betrifft, ist Ian D’Sa durch und durch Fender-Fan. Verschiedenste HSS-Fender-Stratocaster hat man über die Jahre bei ihm auf Bühnen gesehen, beispielsweise eine Fender American Deluxe Stratocaster HSS. Im Interview mit UberProAudio erwähnt Ian eine 52 Reissue Telecaster im Butterscotch-Finish, die er „Crispy Chicken“ nennt, die er vornehmlich im Studio nutzt.
Meist hat D’Sa den Bridge-Humbucker bei den Strats mit einer Variante von Seymour Duncan getauscht, unter anderem mit dem Modell Seymour Duncan SH-4*. Was die Amps betrifft, spielte Ian anfangs noch über einen 5150, ließ sich dann aber vom kanadischen Amp-Hersteller Stephenson gleich drei Stephenson Custom 60 Röhren-Amps bauen, die er durch Marshall 1960 4×12-Zoll-Cabs spielte. Auch ein Diezel VH4 ist Teil seines Sound, dann durch einen Diezel 4×12″ Speaker und ein Komet Concord
Wie nicht wenige aus unserer Gitarrensound-Serie kommt der Hauptteil vom Gitarrensound von Billy Talent aus den Fingern von Ian D’Sa. Zwar listet Equipboard auch Pedale, wie das Edel-Fuzz ZVEX Woolly Mammoth Fuzz* oder auch Klassiker wie das Klon Centaur oder das Boss RV-5 Reverb.
Die extrem dynamische Spielweise von D’Sa ist am Ende aber am ausschlaggebendsten. Das bedeutet nicht, dass wir uns nicht weiter mit dem Gitarrensound von Billy Talent beschäftigen müssen. Wichtig für ähnlich klingende Resultate ist aber ausgiebiges Üben. Einstöpseln und fertig, das ist bei einem derart filigranen Stil nicht möglich.
Der Gitarrensound von Billy Talent mit Plugins
Grundsätzlich geht es beim Gitarrensound von Billy Talent mal wieder in Richtung Plexi, im Fall von Ian D’Sa mit kräftig aufgerissenen Höhen. Glücklicherweise gibt es mit dem UA ’68 Lion* auch eine reine Software-Version vom UAFX-Pedal, mit der ihr dem Sound näherkommen könnt.
Auch vom Diezel VH4* gibt es eine Plugin-Version, den Amp nutzt Ian live im zweiten Channel, um die unteren Mitten und Bässe anzufetten. Die Stephenson-Amps selbst sind so Boutique, dass es weder Amp-Captures in Modellern, noch in Plugins, noch NAM-Profile gibt. Aber mit dem erwähnten Lion oder anderen Plexi-Plugins mit sanftem Gain und ordentlich aufgedrehten Höhen seit ihr dem Sound von Billy Talent definitiv auf der Spur.
Einsteiger-Gear für den Gitarrensound von Billy Talent
Schon ein Wampler Plexi-Drive Mini* könnte für den Gitarrensound von Billy Talent zum Einstieg reichen. Oder auch ein Valeton GP-5* mit dem entsprechenden NAM-Profil, auch vom VH4 von Diezel gibt es ein NAM-Capture. Ganz im Detail kann es dann im Vergleich zu teuren Amps und Pedalen etwas mumpfig klingen. Hat man aber die Riffs von Ian D’Sa gut in den Fingern, dürfte der Unterschied für Proben und Üben zuhause für den Einstieg kaum eine Rolle spielen.
Will man dem legendären Klon-Sound näherkommen, den Ian für das Anwärmen der Mitten gerne einsetzt, gibt es da eine günstige Lösung von Behringer*. Etwas vielseitiger und filigraner wäre dann die Hardware-Version des eben erwähnten Plexi-Plugins von Universal Audio, das UAFX ’68 Lion*.
Studiogear für den Gitarrensound von Billy Talent
Die edlen Amps von Stephenson Amplifiers sind handgefertigt und werden auf Bestellung gebaut. Preise verrät der Hersteller auf seiner Website nicht, die Vollröhren dürften aber inklusive Versand und Zoll (!) locker im mittleren vierstelligen Bereich liegen. Alternativ gibt es hierzulande den Friedman Plex Head*.
Dazu gehört dann natürlich noch das entsprechende Cab von Marshall*. Den erwähnten VH4 von Diezel* gibt es für das Low-End praktischerweise direkt zu erwerben, wie auch das Fuzz-Pedal* von Z-Vex. Damit kommt man als Gesamtpaket schon sehr nahe an den Sound.
Fazit
Was sind eure Erfahrungen? Wie kommt ihr dem Gitarrensound von Billy Talent nahe? Und gibt es Rigs und Presets für Modeler wie ToneX, Quad Cortex oder Helix, die euch auch in die Welt von Ian D’SA bringen?
Schreibt es uns in den Kommentaren!
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