Noises: Look Mum No Computer beim ESC, AND/XOR-Processing und massive 8 Oszillatoren
Look Mum No Computer beim ESC, neue Module und Noises zum Wochenende
Hallo und schönes Wochenende. Kürzlich wurde ein neues, geheimnisvolles Modul gezeigt. Es ist noch etwas geheimnisvoll. Außerdem schauen wir uns auch Noises an, und dazu gibt es spannende News mit vielen Oszillatoren, Wettbewerben und mehr, weil Sam Battle („Look Mum No Computer“) tatsächlich beim ESC auftreten wird.
Noises und Neues am Wochenende
Noises und neues Processing Modul von Neutral Labs
Dieses Modul von Neutral Labs soll demnächst veröffentlicht werden. Aktuell gibt es nur den Hinweis, dass das noch namenlose Modul AND-/XOR-Verschaltungen bereitstellt. Diese sollen auch für das Routing von Patches genutzt werden können. Es handelt sich um digitale Verknüpfungen, die primär mit Rechteck-, Pulswellen oder Gate-Signalenarbeiten, offenbar jedoch anders als üblich.
Als Processing-Tool können sie neben der digitalen Verarbeitung auch als zusätzliche Wellenform-Shaper dienen. So lässt sich mit simplen LFOs und Oszillatoren schnell eine Ringmodulation herstellen. Das Schieberegister ist ebenfalls eine Art Schweizer Taschenmesser-Funktion, die für Modulation und Sequencing interessant ist. Es lässt sich auch für Gate-Signale einsetzen.
Hinzu kommen ein Mischer mit Effekten und ein kleines Display mit „versteckten Extras“. Das Modul soll Anfang März erscheinen. Zu hören sind brachiale Bässe, krasse Noises und vermutlich noch weitere Überraschungen.
Look Mum No Computer vertritt Großbritannien beim ESC
Der aus seinem Kanal und von seiner Tour bekannte Sam Battle, alias „Look Mum No Computer“ (LMNC), wird mit seinem großen 5-HE-Modularsystem das Vereinigte Königreich vertreten. Er kann singen, unterhalten und „Kernkraft 400“spielen. Damit hat er gute Voraussetzungen, da man ihn in der Nerdszene sehr gut kennt. Unterhaltsam ist er auf jeden Fall, und er wird es anders machen als andere. Humor war gerade beim ESC oft ein wichtiger Faktor. Damit sind Noises vielleicht in der Lage, die Liebe der Länder zu gewinnen: „United Kingdom – 12 Points“?
Mit einem Modularsystem auf die Bühne zu gehen, kennen einige Ältere schon von Belgiens Telex, von denen „Moscow Discow“ stammt. Das klang so – auch ohne Patchkabel. Damals war Playback noch in Ordnung. Heute geht das nicht mehr. Deshalb muss Sam selbst live singen.
Der ESC, „Eurovision Song Contest“, ist jener Wettbewerb, bei dem Nicole gewann und bei dem Stefan Raab sowie Guildo Horn ihr Blödelbardentum einbringen konnten und zuletzt natürlich Lena Bekanntheit errang.
Elektronik ist dort selten vertreten. Die ohnehin konservative „Rock Hall of Fame“ hat Depeche Mode (2020) und Kraftwerk (2021) erst sehr spät gewürdigt, während Gitarrenbands wie U2 deutlich schneller anerkannt wurden. Die offiziellen alten Institutionen des Selbstfeierns (IdS) sollten lernen, mit Synthesizern zu leben. Gefühlt 100 Millionen Jahre, nachdem es möglich war, elektronisch Musik zu machen, sollte das heute selbstverständlich sein. Vielleicht sind das in den Ohren einiger ganz lieben Opas und Omas noch immer „irgendwelche Noises“ und hängen irgendwo zwischen den Beatles und den Stones.
Wenn wir als Deutsche Vertreter schicken, hat Sam gute Chancen. Egal, wer es wird. Lebt eigentlich Ralf Siegel noch und Bernd Meinunger? Ja, Siegel ja, Meinunger nicht mehr.
Noises und Pads mit 8 Oszillatoren
Auch wenn er schon einige Zeit auf dem Markt ist, ist es auch ein Stück weit Sam Battles Verdienst, dass ein Gerät mit acht analogen Oszillatoren kaufbar ist. Der Elta Solar 42F klingt konkret so:
Der Solar ist ein melodisch nutzbarer Drone-Synthesizer mit extrem vielen Bedienelementen auf Basis von „möglichst vielen Oszillatoren“. Er bietet zwei morphende Wellenformen in Stereo und ist deshalb auch mit zwei Rauschgeneratoren, zwei Sample-and-Hold-Einheiten und einem Modulationssequencer mit fünf Steps ausgestattet. Zudem verfügt er über einen Hüllkurvenfolger, sodass ungewöhnliche Ergebnisse möglich sind, die auch mithilfe eines Kontaktmikrofons zur Modulation eingebracht werden können.
Interessant ist auch der Vergleich zum Make Noise N.U.S.S. System, das acht Kanäle innerhalb eines Eurorack-Systems ermöglicht, um Polyphonie ins Eurorack zu bringen.