von  Moogulator  | |  Lesezeit: 6 Min
Innovative Synthese - Synthesizer

Innovative Synthese - Synthesizer  ·  Quelle: Ultra Audio

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Wavetables sind sehr normal geworden. Dennoch wurde daran bisher nichts wesentliches verbessert. Das ändert sich nun! Es gibt neue Konzepte, die nicht nach Achtziger riechen und klingen! Außerdem gibt es einen sensationellen Editor für Yamaha Synthesizer, der Patches sogar zwischen Geräten austauschen kann. Außerdem gibt es eine zweite Auflage eines schon heute sehr legendären Industrial Festivals.

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Hier geht es heute zweimal um Synthesizer und einmal um Musikfestivals.

Ultra Audio – Innovative Wavetables

Dieser neue Software-Synthesizer heißt einfach Ultra. Die Idee nennt sich „Ultra Wave“. Er erfindet tatsächlich die Wavetables neu. Er besteht nicht mehr aus einer schlichten Liste von einfachen einzelnen Single-Cycle-Wellen, die nach und nach durchfahren werden, um einigermaßen in der Nähe eines bemüht gemachten Kopieversuchs zu landen.

Ultra ist stereo ausgelegt. Es hat eine Anordnung von Multisampling, aber nicht mit vollen Samples, sondern mit Ketten von einzelnen Waves.

innovatve Wavetable Synthese mit Ultra Audio

Ultra kann Samples analysieren, ihre Lautstärke- und Tonhöheninformationen als Hüllkurve umwandeln, und der Kern besteht aus erstellten oder analysierten Waves, die zusammengehörig erfasst werden.

Die Grundidee der neuen Wavetable-Nutzung ist eine Startphase mit ersten Transienten, in der es einige Waves geben kann, eine Verlaufsphase, in der längere Ketten von Waves möglich sind und langsam in die „Sustainphase“ morphend überführt werden. Es lassen sich allein für die „Sustain“-Phase zwei Waves als Start- und Endpunkt setzen und durch einzelne Waves erweitern, um den Klang in der stehenden Phase realistischer nachzubilden als die gesamte Übergangsform allein im Bereich der Haltephase. Somit gibt es vier Zonen und Multisamples, die den Klang deutlich realistischer machen.

Die Waves können über eine Reihe Shaper verformt werden und bilden in ihrer Zusammenstellung deutlich mehr einen komplexen Sound. Viele Beispiele klingen nahezu wie Samples. Die Vorarbeiten dazu sind allerdings etwas aufwendiger als die für klassische Wavetables.

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innovative Wavetables in Ultra von Ultra Audio

Diese innovative Idee ist sehr detailgetreu. Wir sprachen hier bereits darüber.

Dazu kannst du eine sehr anschauliche Vorführung des Prinzips, die Ultra Audio „Ultrawave Synthese“ genannt wird, hier anhören:

Website Ultra Audio
Preis $149 USD oder $5.99/Monat

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Sound-Tausch Editor für Yamaha-Synthesizer mit KDx

Du hast einen Yamaha Reface DX und denkst, dass es dringend hilfreich wäre, wenn man die Sounds in den eigentlich gleich gestalteten FM-Part des SeqTrak schieben können sollte? Wie bringe ich Patches oder Teile davon vom alten auf einen neueren Yamaha Montage M?

Die Lösung verspricht der browserbasierte Editor KDx. Er ist in erster Linie ein grafischer Editor/Programmer für den alten und neuen Montage, die Reface-SerieSeqTrakMODXMODX+ sowie den schon älteren Yamaha EX5/EX7. Ganz nebenbei lassen sich Daten zwischen den Synths hin- und herbewegen, solange sie die gleiche Struktur haben. Yamaha hatte bisher, auch mit beispielsweise SeqTrak 2.0 oder Reface, keine Konvertierung angeboten.

Das funktioniert auch mit Safari und iPad/iOS, obwohl diese normalerweise kein MIDI verstehen. Dazu hat der Entwickler ein „Relay“-System gebaut. Die Edits lassen sich sogar austauschen, sodass man einen Montage auch etwa von einem Reface CS aus steuern kann.

Technisch ist das sehr gut umgesetzt und läuft faktisch auf jedem Rechner.

Einziger Nachteil dieser tollen Idee ist die Tatsache, dass es den Zugang nur als Abo für $4,99 pro Monat oder für $49,99 pro Jahr gibt.

Website KDx von Kier Darby

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Industrial VOD-Festival am Bodensee

Auch wenn Industrial im weiteren Sinne ein spezielles Gebiet ist, so gehen manche besonderen Ereignisse an vielen einfach vorbei. Das kleine Label VOD (Vinyl on Demand) hatte letztes Jahr in Friedrichshafen am Bodensee ein innovatives, beachtliches Line-up. Etwas EBM und andere Stile sind hier zwar auch enthalten, aber diese Namen sind vermutlich allen im Genre ein Begriff:

17:00 CLOCK DVA . 19:00 SEVERED HEADS . 21:00 ESPLENDOR GEOMETRICO . 22:30: RAMLEH . 17:00 ABSOLUTE BODY CONTROL . 19:00 GRAEME REVELL (SPK) . 21:00 ZOVIET FRANCE . 22:30 LAIBACH Inside-Stage . 17:00 ATTRITION . 19:00 PORTION CONTROL . 21:00 LEGENDARY PINK DOTS . 22:30 ZERO KAMA 17:00 CLOCK DVA . 19:00 SEVERED HEADS . 21:00 ESPLENDOR GEOMETRICO . 22:30: RAMLEH . 17:00 ABSOLUTE BODY CONTROL . 19:00 GRAEME REVELL (SPK) . 21:00 ZOVIET FRANCE . 22:30 LAIBACH Inside-Stage . 17:00 ATTRITION . 19:00 PORTION CONTROL . 21:00 LEGENDARY PINK DOTS . 22:30 ZERO KAMA.

Die Bilder vom Fest findest zu hier.

Dazu kamen weitere Acts auf der Open-Air-Stage, die faktisch einzelne Musiker von bekannten Industrial-Acts der späteren Siebziger umfassen. Der besondere „Dreh“ sind zwar relativ hohe Ticketpreise – um die Kosten dafür zu decken.

Ein bewusst klein gehaltenes Kontingent von wenigen Hundert Tickets wurde angeboten, um es wirklich schnell „voll“ zu bekommen, und weil man einfach vor Ort am Bodensee wohnt – da passiert so etwas faktisch sonst nie. Das passierte schnell, und innerhalb von wenigen Stunden war es voll ausverkauft.

Auch wenn die Zahl der Tickets „wenig“ klingen mag gegenüber anderen Konzepten wie dem legendären Maschinenfest(etwas weniger als die Hälfte der Besucher): Über das VOD-Festival wird man noch über Jahre sprechen und sich glücklich schätzen, dort gewesen zu sein.

Warum ich das alles erwähne, ist, dass es ein zweites VOD-Fest dieses Jahr im Sommer geben wird. Sicher ist die Liste nicht so beeindruckend wie die obige. Dennoch ist das nun die zweite Chance, dort zu sein. Die Veranstalter verdienen daran faktisch nicht, denn bei beiden wurden Acts voll bezahlt, transportiert und vieles mehr. Es gab zudem noch eine freie Lesung im Ort. Wann sieht man schon mal die Legenden nebeneinander sitzend und schwitzend?

Laibach auf dem VOD Fest
Laibach auf dem VOD Fest · Quelle: Sequencer.de / Moogulator

Die Geschichten, die dort erzählt wurden, waren sehr amüsant und interessant, denn die Aktionen der Acts würden heute massive Skandale entfachen oder skurril wirken. Das ist eine Idee, die nicht für jeden passt, denn am Ende kostet das schon. Bei beiden Festen waren Acts dabei, die über zehn Jahre nicht mehr gespielt haben oder irgendwo gesehen wurden. Im obigen Fall wurde auch klar, dass Severed Heads damit den letzten Europa-Gig gespielt haben. Ob wir beispielsweise SPK oder Graeme Revell jemals noch einmal auf einer Bühne erleben, ist ebenfalls unklar.

Dazu sind der Bodensee und Friedrichshafen erstaunlich angenehm als Ort; man kann dort schwimmen gehen, Luftschiffe sehen und Pfahlbauten bewundern. Wer also noch Kultururlaub sucht, kann sich das mal ansehen.

Da man über jeden der Acts von 2025 allein und von 2026 ganze Artikel schreiben könnte, belasse ich es nun bei der reinen Information. Soll niemand sagen, es wäre nicht bekannt gewesen.

Der aktuelle Flyer für 2026

VOD-Fest 2026 innovative Idee und Zusammenstellung auf Selbstkostenbasis
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