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Pure Tone Multi Contact Jack Buchse Klinke Front

Normale Buchse (links) vs. Pure Tone Multi Contact Jack  ·  Quelle: Pure Tone

Klinkenbuchsen sind seit vielen Jahren unverändert in der Bauweise. Nun hat Pure Tone eine „neuartige“ Klinkenbuchse namens „Multi Contact“ vorgestellt, die statt nur einem Kontakt zum Klinkenstecker gleich mal vier hat. Laut Hersteller verbessert das nicht nur die Verbindungsstabilität, sondern auch gleich den Sound.

Bei der Stabilität der Verbindung zwischen den Kontaktpunkten gehe ich direkt mit. Zwei sind besser als einer. Hat einer mal durch Korrosion oder Abnutzung keinen Kontakt mehr und würde kratzen bzw. crackeln, dann hat der andere noch Kontakt und es kratzt eben einfach nicht.

Aber ändert sich dadurch wirklich auch der Sound, wie Pure Tone behauptet? Mehr Kontakt soll mehr Signal übertragen. Durch „mehr Kontakt“ wird aber lediglich der Widerstand reduziert und zwar in einem ziemlich geringen Maße. So gering, dass es keine merkbaren Unterschiede im Klang machen sollte. Der Meinung bin ich, die Kommentatoren bei Ultimate Guitar und ein DIY‘ler aus meine Umfeld. Wenn ihr eine Meinung dazu habt: ab damit in die Kommentare. Gern auch mit technischer Begründung. 

Die Preisgestaltung finde ich mehr als frech: Eine offene Mono-Buchse kostet den Endkunden ca. 60-70 Cent. Stereo kostet 5-15 Cent mehr. Kommt diese von einem Hersteller mit großem Namen, kann es auch schon mal ein ganzer Euro werden. Pure Tone möchte für den Multi Contact Jack gerne 3,89 USD + Steuer. Das klingt erst einmal nicht viel, im Vergleich mit einer handelsüblichen Buchse aber schon. Vor allem, weil es nur die billigste Form in der offenen Bauweise ist und nicht einmal die sehr viel höherwertige geschlossene Buchse.

Aber: Glaubt man Gibbsy, einem „verified Owner“ und seiner Bewertung auf der Produktseite, soll es tatsächlich einen immensen Unterschied im Klang machen. Ich bin hin- und hergerissen. Auf mich macht das den Anschein von Stromkabeln, bei denen der laufende Meter über 200 € kostet, weil es angeblich den Klang der Hi-Fi Anlage verbessert. Man muss nur ganz fest dran glauben. Ich lasse mich aber auch immer gern eines Besseren belehren.

5 Antworten zu “Multi Contact Klinkenbuchse – Zugewinn im Sound oder Abzocke?”

  1. Robert Greiner sagt:

    Löte doch einfach mal ein Kabel direkt an, also komplette ohne Stecker. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht…NICHT! Und warum sind das keine Goldkontakte, na so wird das nix.

    (Was die Verbindungsstabilität angeht ist das Ding sicherlich besser.)

  2. Der Perception-Bias schlägt wieder zu: Wenn ich eine Verbesserung erwarte, höre ich sie auch.
    An sich eine gute Idee: Zwei Kontakte sind immer besser als einer. Klangliche Unterschiede? Siehe oben ;-)

  3. gearnewsleser sagt:

    Ich kann mir auch keinen hörbaren Unterschied vorstellen. Allerdings sieht es auf dem Foto so aus, dass der extra Massenkontakt (Sleeve) beim einstecken noch einen (extra) Kurzschluss verursacht. Bei Klinkersteckern wird natürlich immer beim Einstecken ein kurz die Spitze und der Massenkontakt kurzgeschlossen. Hier scheinen aber auch die Buchsenkontakte kurzgeschlossen zu werden. Ob das was ausmacht ist natürlich vom Gerät abhängig und sollte normalerweise nicht der Fall sein.

  4. der dschona sagt:

    genaugenommen sind es nicht statt einem kontakt vier, sondern statt zwei kontakten vier!

  5. Herr Chris sagt:

    Ich glaube das fußt ähnlich wie der ganze HiFi-Wahn auf einem mangelnden Verständnis der technischen Abläufe. Damit wird dann Kasse gemacht. Wo sollen diese Frequenzen denn herkommen? Wieso soll eine Klinkenbuchse oder ein Stromkabel als Equalizer funktionieren? Wieso EQen die ganzen Hifi-Spinner nicht einfache ihre Kopfhörer, wenn sie sich „seidigere Mitten“ wünschen.

    Genial übrigens auch diese Verkäufer (neulich selbst erlebt). Da kann dann zwar nicht präzise in Worte gefasst werden, was an dem 5000€ Kopfhörerverstärker besser sein soll, aber grundsätzlich ist er einfach „spannender“ als der 1500€ Verstärker..

    Und: Im Zweifel entscheidet immer (!) der Blindtest. Einfach 10 mal machen und du weißt Bescheid.

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