Mastering The Mix CARBON Q: Ein vernetzter EQ für den kompletten Mix?
Vocals, Drums, Bass und Music gleichzeitig im Blick, inklusive Reference-Track-Matching
Mastering The Mix hat mit CARBON Q ein neues Equalizer-Plugin veröffentlicht, das Vocals, Music, Drums und Bass miteinander vernetzt. Sobald ihr verschiedene Instanzen des Tools in euer Projekt einbindet, verbinden sie sich automatisch, sodass sich EQ und Pegel jedes einzelnen Kanals immer im Kontext des gesamten Mixes einstellen lassen. Und Stems-EQing ist ebenso möglich. Das klingt nicht nur spannend, ist es auch!
Mastering The Mix CARBON Q: Vernetztes EQ und Reference-Track-Presets im Detail
Mastering The Mix CARBON Q: Warum ich hier besonders gespannt bin
Seit den letzten Releases des Herstellers nutze ich dessen Plugins ziemlich häufig in meinen eigenen Projekten. REFERENCE 3 hilft mir dabei, die richtige Balance zu meinen Referenztracks zu finden, und STEREO VAULT eignet sich hervorragend, um die Stereobreite einzelner Spuren zu bearbeiten, inklusive einer wirklich guten visuellen Darstellung. Genau deshalb macht mich CARBON Q sehr neugierig.
Die Grundidee, komplette Songs per Stem-Separation in fertige Presets zu verwandeln, klingt für mich mehr als spannend. Ob das bei jedem Klangkonstrukt gleich gut funktioniert, muss sich aber erst im Praxistest zeigen, bei komplexeren Mixen dürfte die Stem-Trennung sicher auch an ihre Grenzen stoßen. Schauen wir uns an, was CARBON Q im Detail mitbringt.
Vernetztes EQ über den gesamten Mix hinweg
CARBON Q setzt ihr auf euren Output sowie auf Vocals, Music, Drums und Bass. Sobald die Instanzen geladen sind, verbinden sie sich automatisch miteinander. Von jedem beliebigen Fenster aus steuert ihr EQ, Pegel und Preset jedes einzelnen Kanals, ohne ständig zwischen Plugin-Fenstern hin- und herspringen zu müssen.
Für die Analyse loopt ihr einfach den dichtesten Part eures Songs und klickt auf ANALYZE. Mit GO analysiert CARBON Q anschließend den kompletten Mix an dieser Stelle. Zu den fortgeschrittenen Funktionen zählen Multiband-Dynamikkontrolle, ein Mid-Side-Modus, Reference-Track-Matching sowie lineare Phasenfilter in maximaler Qualität.
Smart Presets und das Verwandeln beliebiger Songs in Vorlagen
Besonders interessant finde ich die Smart Presets: CARBON Q vergleicht euren Song mit hochwertigen Referenzmixen und zeigt euch die zehn ähnlichsten Treffer direkt oben im Preset-Browser an. Jedes dieser Presets setzt gleichzeitig die tonale Balance und die Pegelbalance aller Kanäle, übernommen aus einem Mix, der bereits funktioniert.

Noch weiter geht die Funktion Turn Any Song Into A Preset: Ihr zieht einfach eine eurer Lieblingsaufnahmen in den Reference-Tracks-Tab, CARBON Q trennt den Track in Vocals, Music, Drums und Bass, misst die tonale Balance sowie die relative Lautstärke jedes Elements und baut daraus automatisch ein eigenes Preset. Wählt ihr anschließend eine Referenz aus, übernimmt CARBON Q EQ- und Pegeländerungen passend zu diesem klanglichen Blueprint. Wer mag, entkoppelt einzelne Agents voneinander und holt sich zum Beispiel die Vocal-Balance aus einem Song und die Drum-Balance aus einem komplett anderen. Einfacher geht es nicht.
Level Matching und Mid-Side-Bearbeitung
Lauter klingt im ersten Moment fast immer besser, genau das kann euch bei EQ-Entscheidungen leicht täuschen. CARBON Q hält den Output deshalb in Echtzeit konstant, während ihr arbeitet, damit ihr tatsächlich EQ-Unterschiede hört und nicht nur Lautstärke. Der Mid-Side-Modus gibt euch zudem volle Kontrolle über Raum und Tiefe eures Mixes, Gelb steht für Mid, Blau für Side, ein Klick auf die jeweils andere EQ-Linie wechselt sofort zwischen beiden. Der zusätzliche Dynamic Mode hält jeden Kanal an seinem tonalen Zielwert fest, indem er gezielt Peaks kontrolliert, vollständig einstellbar für jede Instanz.

Preis und Spezifikationen
Mastering the Mix CARBON Q kostet euch in der Einführungsphase bis zum 6. November 2026 48,56 Euro und ist hier bei Plugin Boutique* erhältlich. Im großen All Plugins Bundle* ist das Plugin natürlich ebenso verfügbar.
CARBON Q läuft unter macOS ab OS X 10.15 als 64-Bit AU-, VST3– oder AAX-Plugin, nativ unterstützt werden Apple-Silicon-Rechner. Unter Windows benötigt ihr mindestens Windows 10 sowie einen 64-Bit-VST3– oder AAX-fähigen Host.
Fazit
Die Idee, einen kompletten Mix über vernetzte EQ-Instanzen gleichzeitig im Blick zu behalten, statt Kanal für Kanal isoliert zu bearbeiten, ergibt für mich absolut Sinn, gerade in Kombination mit der Reference-Track-Analyse. Ob die automatische Stem-Trennung bei jedem Genre und jeder Produktion gleich zuverlässig funktioniert, kann ich aktuell noch nicht beurteilen, das werde ich mir aber definitiv genauer anschauen, sobald das Plugin verfügbar ist.
Setzt ihr beim Mixing bereits auf Reference-Track-Tools, oder wäre CARBON Q für euch der erste Schritt in diese Richtung?
Weitere Informationen
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