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iPad-Pro mit iSEM - AU Plugins kommen

iPad-Pro mit iSEM - AU Plugins kommen  ·  Quelle: Tempo Rubato / Twitter / R.Wöhrmann

Rolf Wöhrmann, Macher hinter Tempo Rubato und der Mann, der Synthesizern wie dem Waldorf Nave und den Arturia Apps ins iPad geholfen hat, postete kürzlich dieses Foto. Es handelt sich um das neue Apple iPad Pro, welches bisher nur Entwicklern zugänglich ist.

Was man sieht, ist das Arturia iSEM, eine Simulation des bekannten Oberheim SEM. Das ist kein neues Produkt. Neu ist aber, dass man unter Garage Band und anderen Software-Anwendungen auf dem iPad nun Audio Unit Plug-ins einsetzen kann. Der iSEM könnte einer der ersten Synthesizer dieser Art sein. Die Möglichkeiten beginnen erst jetzt und werden sich das „Pro“ noch verdienen müssen. Dennoch ist es absolut sinnvoll, dafür einen großen Bildschirm und ausreichend Rechenkraft zu haben. Beim iPad Pro werden 4GB RAM und in etwa die Leistung des aktuellen 12″ Macbooks dafür sorgen, dass Tablets in der Liga von Klapprechnern spielen.

Audiobus bringt mehrere Synthesizer und Effekte auf einem Gerät in eine gemeinsame Arbeitslage, eine DAW oder eine Live-Software könnte jedoch deutlich mehr tun, seitdem Apple mit iOS 9 die Plug-in Technik in die i-Gerätschaften verpflanzt hat, denn sie sind damit von oberster Ebene, nämlich dem Betriebssystem, gesichert. Das wird eine sehr spannende Zukunft werden. Bisher gibt es noch keine echten „Pro“-Apps, die vergessen lassen, dass ein iPad kein richtiges Filesystem oder so etwas wie Ordner hat.

Jede App hat einen eigenen Bereich, in dem Daten gesichert werden. Dies ist noch das Hauptproblem, was Musiker nicht mit iCloud beantworten können, da WLAN und Empfang seltenst zu den Eigenschaften von Clubs gezählt werden können. Noch muss man Samples für eine App mehrfach zuweisen oder per Audiocopy/Audioshare verteilen. Wenn man das Problem beseitigt hat, könnte es auch Programme geben., die nicht Cubasis, sondern Cubase und nicht Garage Band, sondern Logic heißen. Und genau dann wird es richtig losgehen.

Wer aber einfach mal ein paar Songs bauen will, der kann das in Kürze tun und hat dafür genug Reserven. Ein aktuelles iPhone 6s hat 2 GB RAM. Das RAM ist der Speicher, auf den Apps zugreifen und auch der Grund, weshalb ältere iPads (und iPhones) die App crashen und diese neu geladen werden muss. Erst dann läuft sie sauber. Das hängt mit genau diesem Speicher zusammen, den man nun erhöht hat.

Was Hersteller planen, ist noch nicht so bekannt, aber was auch denkbar wäre ist, dass bisherige Controller mit Anschluss an den Rechner, um auf dem iPad laufen zu könnten. Dazu gehören heute NI Maschine, Arturia Spark und Akais neue MPC Serie (Touch inklusive). Dann wird auch das portabler und hätte die Möglichkeit, Plug-ins und alle Synth-Apps, die man bisher hat zu nutzen. Wie eine AU-Kommunikation aussieht, müssen wir aber noch lernen und sicher werden auch die Musikapps eine Anpassung benötigen. Diese könnte in Zukunft vielleicht in „in-App“ Kauf werden oder so etwas, aber wenn man das dann getan hat, hat man eine kraftvolle und günstigere Musikapparatur.

Vielleicht fragten sich viele, wieso ein iPad Pro kein 3D-Touch hat – ich weiß es auch nicht. Wer das auf dem iPhone 6s kennengelernt hat, wird darin sehr viel Potential für Musik finden und vielleicht bis zur nächsten Generation abwarten. Aber – es könnte in einem guten Jahr dann richtig interessant sein. Wer jetzt dabei sein möchte, wird wohl bald das Release der ersten „AU-tauglichen“ Synthesizer vorfinden.

(Bild absichtlich unbearbeitet – man beachte den Arm und die Größenverhältnisse.)

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Lil-Jo

Audio-Unit, Controller und Tablet – klingt gut, wäre aber als „convertible“ Mac mit abnehmbaren Screen noch cooler