Der Gitarrensound von Purple Haze: So klingst du wie Jimi Hendrix!
Alles zur Entstehung des legendären Songs!
Kaum ein Gitarrist steht so für „The Sound is in the Fingers“ wie Jimi Hendrix. Es klingt einfach niemand wie er! Das soll euch nicht daran hindern, dem Gitarrensound von Purple Haze näherkommen zu wollen. Denn das richtige Gear und die passenden Plugins sind für den Jimi-Sound eine immer noch wichtige Zutat. Schauen wir uns in dieser Folge der Gitarrensound-Serie an, wie „Purple Haze“ entstand, welches Equipment Hendrix nutzte, und wie ihr mit Plugins, Budget-Setup oder Studio-Gear in die Nähe kommt!
Alles über den Sound von Purple Haze
Wie Purple Haze entstand
„Purple Haze“ ist Zeugnis von dem kreativen Schub, den Hendrix erlebte, als er Mitte der Neunzehnsechziger von seiner Heimat Seattle nach London übersiedelte. Bereits 1966 hatte er erste Entwürfe des Riffs, das er über 10 Tage hin zum fertigen Song entwickelte.

Laut Mitbewohner und späterem Manager Chas Chandler habe Hendrix das Riff im Backstage des Londoner Club’s Upper Cut vor einem Auftritt zum Aufwärmen gespielt, worauf Chandler ihm sagte, dass das sein nächster Song werden müsse.
Eines der prägenden Elemente ist der Dominantseptakkord mit übermäßiger None, den Hendrix so häufig im Song und live auch in anderen Songs einsetzte, dass man ihn irgendwann nur noch den „Hendrix-Akkord“ nannte.
Am 11. Januar 1967 ging es mit Drummer Mitch Mitchell und Bassist Noel Redding in die De Lane Lea Studios in London. Beide, Mitch Mitchell und Noel Redding, kannten „Purple Haze“ vorher nicht. Jimi summte ihnen den Song vor und nach kurzem Proben brauchte es vier Stunden und ganze drei Takes, bis die Basisversion auf der Vierspurmaschine im Kasten war.
Später gingen Chandler und Hendrix für Vocals und Overdubs noch in die Olympic Studios, wo Hendrix mit dem legendären Engineer Eddie Kramer einige der damals abgefahrensten Soundexperimente begann.
Der Gitarrensound von Purple Haze: Welches Equipment nutzte Hendrix?
Hendrix = weiße Strat. Grundsätzlich stimmt das schon (wobei er das Solo später mit einer Tele eingespielt haben soll). Natürlich gibt es da noch typische Jimi-Besonderheiten, wie den Fakt, dass der Linkshänder Standard-Rechtshändermodelle falsch herum spielte und besaitete.
Manche behaupten, dass dadurch, dass die Saiten dem geschrägten Steg-Singlecoil gegenüber gegensätzlich verliefen, Hendrix hier einen Teil vom Gitarrensound von Purple Haze erzeugte.
Viel größer ist aber der Anteil von Amp und Pedalen. Wie erwähnt, natürlich noch hinter den Fingern Jimis. Wer dem Gitarrensound von Purple Haze näherkommen möchte, sollte zuallererst eine ganze Weile lang in das Lernen des Songs investieren, um seinen fluiden, extrem dynamischen Stil zu verstehen.
Beim Amp scheiden sich die Geister. Denn live war Jimi unbestritten Plexi-Jünger, ein 1959er Marshall Super 100 bis zum Maximum aufgedreht war die Basis für alles. Allerdings gibt es nicht wenige, die mindestens bei den Aufnahmen in den De Lane Lea Studios eher einen Fender Super Reverb vermuten, so hat es auch Eddie Kramer in Interviews berichtet. Der Plexi kam dann bei den Overdubs und für das Solo zum Einsatz.
Dazu gehören natürlich noch das Fuzz-Face und der Octavia-Fuzz, den Hendrix zusammen mit Roger Mayer entwickelte.
Der Gitarrensound von Purple Haze mit Plugins
Da es da anschinend markenrechtliche Differenzen (oder Zeitvorgaben) gab, trägt das Bundle von IK Multimedia nicht mehr Hendrix‘ Namen, sondern heißt AmpliTube Electric Gypsy*.
Für den Gitarrensound von „Purple Haze“ nutzt ihr aus dem Bundle den British Lead S100 als Marshall-Ersatz (alternativ SilverTwelve als Fender-Ersatz), Fuzz Age für das Fuzz Face und Octa-V für den Octavia-Fuzz.
Falls ihr bei Fuzz-Pedalen schon ein Plugin nutzt (oder Hardware), gibt es hier alternativ auch den Softube Marshall Plexi Super Lead 1959*, das dem 1959er Super Lead sehr nahekommt. Natürlich gibt es hier auch wieder die kostenlose Lösung für NAM-Captures. Sucht bei TONE3000 nach „Hendrix“ und ihr werdet für alle Teile seiner Signalkette NAM-Captures finden.
Der Gitarrensound von Purple Haze mit Einsteiger-Gear
Bei den Pedalen wäre Behringer Octavia mein Vorschlag als Octavia-Alternative gewesen, der scheint momentan aber ausverkauft zu sein. Auch relativ günstig wäre da das FZ-5 von Boss*. Das kommt mit gleich drei Vintage-Fuzz-Modi, einer davon basiert auf dem Octavia-Fuzz.
Wer es beim Fuzz Face ganz günstig sucht, macht mit dem Harley Benton MiniStomp Fuzzy Logic* den Einstieg. Wenn es etwas näher am Original sein darf, und etwas teurer, wäre das Dunlop Jimi Hendrix Fuzz Face Mini* die nächste Möglichkeit.
Und als Amp reicht ein Marshall Origin 20C* für den Plexi-Anteil des Gitarrensounds von Purple Haze vollkommen aus. Wie immer gilt: Recherchiert auch nach Presets von Boss Katana, Positive Grid und anderen Modellern. Hier gibt es gerade für den Hendrix-Sound viele fertige Rigs zum Laden.
Studio-Equipment für den Gitarrensound von Purple Haze
Hier gehen wir davon aus, dass das nötige Kleingeld vorhanden ist. Bei den Pedalen gibt es da für das Fuzz Face das Dunlop JH-F1 Fuzz Face*. Hierbei handelt es sich um eine handverdrahtete Nachbildung des Dallas-Arbiter-Originals.
Beim Octavia-Fuzz ist das Vahlbruch Octavia v2* ein ebenfalls handgefertigtes Pedal, das dem Original sehr nahekommt.

Beim Amp hat man momentan noch die Chance, das Half-Stack Marshall 1959JMH Jimi Hendrix Bundle* mit passender Optik zu ergattern.
Fazit zum Gitarrensound von Purple Haze
Viele Wege führen nach Ruhm! Oder eben zum Gitarrensound von Purple Haze. Aber mal im Ernst, was ist eurer Meinung nach das essenziellste Teil dieser Flower-Power-Signalkette? Wie kommt ihr dem Hendrix-Sound nahe?
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