Gitarren-Boutique: Tom Petty Flying V, Dumble-Rückkehr, Katana-Geburtstag
Sind 25.000 Dollar für einen Amp gerechtfertigt?
Meine Herren, man kommt ja kaum hinterher mit der Release- und Nachrichtenflut in der Gitarren-Gear-Welt. Und wir haben einiges aus den letzten Wochen aufzuholen. Gibson zeigte die limitierte Tom Petty Flying V. Die beliebte Katana-Serie von Boss feierte ihren 10. Geburtstag mit einem blauen Sondermodell, das es nur in den Flagship Stores von Roland gibt. Und eine absolute Amp-Legende hat ihre Rückkehr mit gleich drei Amps angekündigt: Dumble!
Diese Woche in der Gitarren-Boutique
Gibson Tom Petty Flying V: 5 Farben, je nur 50 Stück
Tom Petty… Hm, denkt man da nicht als Allererstes an die ikonische Rickenbacker 660/12TP? Oder vielleicht noch die Tele? Aber klar, wenn so eine Legende auch nur in die Nähe einer Gitarre kam, wird sich ein Hersteller wie Gibson das nicht entgehen lassen.
Aber schaut man sich die ersten Jahre von Tom und seinen Heartbreakers an, die Zeit von 1976 bis 1979, wird man die ikonische Pfeilgitarre auf Konzertplakaten entdecken. Das macht, sorry, ein fünfzigjähriges Jubiläum zum Debütalbum!
Und das wird mit der Tom Petty Flying V von Gibson gefeiert. Aber die erste Nachricht als trauriger Einsteiger: Die 250 Sondermodelle waren ratzfatz ausverkauft.
Fünf Farben gab es auf der Website von Gibson, Graphite Metallic, Heartbreaker Red, Pearl White Metallic, Pelham Blue und Gainesville Gold. Schmale 2.899,- Taler wollte Gibson dafür, bei Scalpern auf Reverb findet man sie folgerichtig schon für das Doppelte. Dann doch lieber eine von der Stange.*
Boss Katana 10th Anniversary
Speaking of Jubiläum, neben der Tom Petty Flying V feierte noch ein sehr verbreitetes Stück Gitarren-Gear kürzlich einen runden Geburtstag: Boss Katana! Die Einsteiger-Amp-Serie gehört zu den populärsten überhaupt in der Gitarrenwelt.
Boss untermauert das mit Zahlen: Laut eigener Aussage hat man seit der ersten Vorstellung 1,5 Millionen Katana-Amps (!) verkauft. Mittlerweile sind wir in der dritten Generation, alle paar Jahre erneuert man die Amps mit neuen Funktionen. Man darf gespannt sein, ob vielleicht sogar NAM in Gen 4 ein?
Zum 10. Geburtstag der Serie hat man jetzt eine limitierte Sonderausführung in schickem „Blue Flame Maple Veneer“ vorgestellt. Auch hier gilt eine strenge Limitierung, vor allem räumliche. Denn Katana Artist Gen 3 Head, Combo und Katana 212 Waza Cabinet gibt es in dieser Farbe ausschließlich in den Roland-Flagship-Stores in New York, London, und Tokyo.

Wie bei den Tom Petty Flying V gilt aber auch hier: Es gibt ja auch die mehr als fähigen Standardmodelle*.
Dumble kommt wieder!
Die News ist schon einen knappen Monat alt, aber es darf hier einfach nicht unerwähnt bleiben: Dumble ist wieder da! Aber in True-Dumble-Form ist auch bei der Rückkehr alles ein wenig anders. Gerüchte gab es schon Ende 2024, jetzt ist es offiziell.
Wie mein Kollege Jef Stone bei Gearnews.com in seiner Serie „Guitar Journal“ erzählt, war es zu Lebzeiten von Alexander Dumble fast schon ein Lotteriespiel, einen seiner berühmten Verstärker zu ergattern. Man fragte vorsichtig bei Dumble an, da er nicht nur eine ellenlange Warteliste mit den illustresten Namen für seine Amps hatte, sondern auch dafür berüchtigt war, Interessenten regelrecht vorsprechen zu lassen.
25k für einen Overdrive Special
Falls man es auf die Warteliste schaffte, musste man sich hüten, nach dem Stand zu fragen. Denn Dumble kickte Leute gerne von der Liste, wenn sie ihn in der falschen Stimmung erwischten. 2022 verstarb Alexander Dumble, seine Amps und ihr Sound bleiben legendär und zigfach nachgebaut und emuliert.
Anfang Oktober tauchte auf der offiziellen Dumble-Website unter dem Namen „Dumble Preservation Society“ plötzlich eine Ankündigung auf, dass es ab sofort drei Amps neu zu bestellen gibt: Dumble Overdrive Special, Dumble MegaPLX und Dumble Tweedle Dee.

Aber auch hier macht man (Drew Berlin und Matt Swanson, zwei enge Freunde von Alexander Dumble) einiges anders. So wird kein Preis gelistet, diesen erfährt man nur auf Anfrage. Die Seite New Guitar Daily scheint das bereits in Erfahrung gebracht zu haben: so liegt der Preis eines Overdrive Special bei astronomischen 25.000 US-Dollar, beim High-Gain-Amo MegaPLX bei 12.000 US-Dollar und bei der Tweed-Deluxe-Hommage Tweedle die bei gerade eben mal 7.000.
Joa, da wäre eine Tom Petty Flying V sogar auf Reverb günstiger, oder? Da müsste man vielleicht auch erstmal abwarten, wie die neuen Modelle klingen. Also wie nah sie den alten Legenden kommen. Und dann Haus, Hof und (*schauer) Gitarrensammlung verpfänden. Was meint ihr, ist das interessant oder vollkommen realitätsfern?
Mehr Folgen der Gitarren-Boutique
*Hinweis: Dieser Artikel über Tom Petty Flying V enthält Widgets und Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!