Gitarren-Boutique: Fender-CEO vergleicht KI-Musik mit Cover-Musik
Die wichtigsten News aus der Gitarrenwelt!
Der Fender-CEO hat sich kürzlich zum Thema KI-Musik geäußert. Dann gibt es endlich den Axe-FX-Nachfolger von Fractal Audio bei Thomann! Außerdem wird Source Audio Teil von Ernie Ball und Jack White und Beetronics zeigen einen limitierten Dosen-Fuzz. Ganz schön was los!
Die Themen der Gitarren-Boutique diese Woche:
Fender-CEO Bud Cole: „Songs zu covern sind wie analoge KI“
Man möchte ja doch wirklich einfach nur über Gitarren sprechen und schreiben. Vor allem, wenn es um den größten und dominantesten Hersteller der Branche geht. Aber irgendwie ist dieses Jahr, zum 75. der Telecaster, der Wurm drin. Über den Rechtsstreit mit der halben Gitarrenbauerbranche haben wir berichtet.
Ganz objektiv betrachtet hat sich der Hersteller unter Fans und Herstellern mit dem Schritt keine Freunde gemacht. Und man würde ja denken, dass dann in der PR-Abteilung die Devise ist: Ball flachhalten. Nicht so bei Fender-CEO Bud Cole.
Dern gab bereits im Mai dem „Smarter Living“-Magazin T3 ein Interview. Also bevor der ganze Strat-Konflikt solche Wellen schlug. Und dort kann man Folgendes lesen:
„Meiner Meinung nach ist Cover Music bereits seit langer Zeit wie eine Art analoge KI anzusehen,“ sagt Cole. Wer noch nicht so weit ist, eigene Songs zu schreiben, spielt stattdessen die Songs seiner Lieblingsbands nach. „Ich habe früher viel Musik von REM, U2, The Smiths und The Cure gehört. Irgendwann wollte ich aber nicht mehr nur zuhören, sondern die Songs auch nachspielen, also habe ich Gitarrespielen gelernt“. (Meine Übersetzung)
KI vs. Songs Covern
Ja, puh. Steht denn da keine PR-Agentur, kein Management, irgendwer dahinter, der oder die solche Interviews freigibt? Selbst ohne Skandal wäre dieser Satz vielen sauer aufgestoßen. Was Fender-CEO Bud Cole hier vergleicht, wird gerne auch von AI Bros als Vergleich herangezogen.
Wie KI „lernt“ wird gleichgesetzt mit dem Nachspielen von Songs, wohl die Art und Weise, Gitarre zu lernen, die die meisten von uns verbindet. Weil, welche Songs wir lernen und welche Techniken, beeinflusst unser Songwriting mit am meisten. Und wer viel covert, siehe die Beatles in ihren Hamburger Jahren zum Beispiel, hat ein großes Repertoire an Werkzeugen zum Liederschreiben.
KI-Trainingsdaten werden, ganz vereinfacht gesagt, bei Musik so erzeugt, dass eine KI in Musikstücken verschiedene Pattern wie Instrumente, Melodien und Rhythmen versucht zu erkennen und diese dann wieder zu reproduzieren. Aber eine KI spielt nicht einen Akkord, fühlt dann einen zweiten, der an „Karma Police“ erinnert und schreibt dahinter einen Chorus, der zwar harmonisch wie die Foo Fighters klingt, aber immer noch im eigenen Stil gespielt wird, der wiederum eine Mischung aus allen gelernten Songs (samt blutig gespielter Finger) und der eigenen Musikalität ist. Eine KI versucht statistisch zu erraten, was mit einem Prompt gemeint sein könnte.
Noch dazu könnte man, und das haben einige Medien und Kommentatoren auch so getan, diesen Kommentar des Fender-CEO auch als Diss in Richtung Cover-Bands verstehen. Ein Last-Minute-Nachschub noch, denn Bud Cole hat lässt sich in einem Artikel bei Fast Company mit einer Klarstellung zitieren (via GuitarWorld):
„Ich führte vor einigen Monaten eine Unterhaltung über KI in der Musik,“ schreibt Cole in einer E-Mail an Fast Company. „Meine Absicht war es darüber zu sprechen, wie Technologien Artists und Gitarristen beim Lernen und Wachsen helfen kann. Aber ich sehe, dass ich diese Perspektive nicht ganz vermitteln konnte […]. Musik eine zutiefst menschliche Erfahrung und großartige Songs werden aus den Lebensgeschichten von Menschen geboren, aus ihrer kreativen Energie und den unzähligen Stunden, die sie zum Lernen ihres Instruments gebraucht haben. Etwas, das keine Maschine jemals replizieren kann.“ Bud Cole, Fender-CEO in einer Email an Fast Company.
Axe-FX bei Thomann
Weg von den Gossip-Aufregern über den Fender-CEO, hin zu Gear, weil wir sind hier ja schließlich bei Gearnews, nicht bei Ragebaitnews! Kurz und knapp: Endlich gibt es die Produkte von Fractal Audio bei Thomann*! Dem Hersteller der Axe-FX-Serie! Den Anfang macht der AM4, über den wir letztes Jahr bereits berichteten.
In der dicht gedrängten Welt der Modeler und Floorboards haben auch die hochwertigen Produkte von Fractal Audio mit voller Berechtigung ihre Fangemeinde.
Source Audio wird Teil von Ernie Ball
Viele waren sich, als das Teasing begann, so „sicher“, dass es um Electro Harmonix ging. Aber am Ende war es dann Source Audio, das Teil von Ernie Ball wurde. Nachdem der Saitengigant schon in den Achtzigern Music Man übernommen hatte, kommt nun also ein Edelpedalhersteller ins Portfolio.
Man weiß bei derartigen Übernahmen nie genau, was das für den Übernommenen bedeutet. Ob mehr Geld, mehr Sicherheit, mehr Potential, oder Kürzungen, Entlassungen und Zusammenlegungen. Meistens ist es eine Mischung aus beiden. Drücken wir die Daumen, dass es gut laufen wird für SA!
Der Sound von Jack White in einer Thunfischdose
Und zu guter Letzt, vielleicht auch etwas für den Fender-CEO, hätten wir hier noch ein weiteres Kapitel aus der Kategorie „obskure Effekte für Jack White“. In diesem Fall haben sich White und sein Label Third Man mit Beetronics zusammengetan, die ja eh schon für eher ungewöhnliche Effekte bekannt sind.
Beetronics hatte im Herbst 2024 das Tuna Fuzz vorgestellt, ein Fuzz-Pedal in Form einer kreisrunden Thunfischdose. Und jetzt das Old Zoo Lion Meat Fuzz. Auf 333 Stück limitiert, 150 US-Dollar pro Pedal, nur auf Reverb.com erhältlich – und natürlich in einer Nanosekunde ausverkauft. Schöne Idee, aber bei diesem Preis und dieser Limitierung dürfte es schwer gewesen sein, eines davon zu ergattern.
Wer weiß, vielleicht gibt es ja dann irgendwann die gebrauchten Versionen zu „leicht“ höheren Preisen auf… Reverb.
Alle Ausgaben der Gitarren-Boutique
Hinweis: Dieser Artikel über den Fender-CEO enthält Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!
2 Kommentare zu “Gitarren-Boutique: Fender-CEO vergleicht KI-Musik mit Cover-Musik”
ok, es ist noch früh am Morgen, aber den kompletten Text über den Fender CEO verstehe ich nicht. Alles klingt von vornherein auf Angriff gegen ihn, sogar seine Klarstellung! Da spielt wohl noch was persönliches mit! Ich bin bei leibe kein Fan von ihm, besonders seit der Presonus Übernahme, aber das hier ist einfach grundlos dissen! 😉
Guten Morgen, Michael! Der Teil der Gitarren-Boutique über den CEO von Fender ist kein „Diss“, sondern ein Bericht über ein Interview mit ihm, in dem er sich unglücklich geäußert hat. Und dann die Klarstellung dazu. Ich habe weder ein Problem mit Fender noch mit Buck Cole.