Die besten Gitarren-Intros aller Zeiten: Diese fünf Songs erkennt wirklich jeder
Was sind eure besten Gitarren-Intros aller Zeiten?
Es gibt Songs, die starten einfach. Und dann gibt es Songs, bei denen schon die ersten Sekunden reichen, damit jeder Gitarrist sofort aufhorcht. Die besten Gitarren-Intros aller Zeiten funktionieren wie ein guter Filmvorspann: Sie erzeugen Spannung, Atmosphäre und oft sogar sofort Bilder im Kopf. ACHTUNG: Es folgt stark subjektiver Content. Seid stark.
Die besten Gitarren-Intros aller Zeiten: Inhalt
Das Faszinierende an den allermeisten der besten Gitarren-Intros aller Zeiten: Viele dieser legendären Einstiege sind technisch gar nicht besonders kompliziert. Stattdessen leben sie von Timing, Sound, Dynamik oder einfach einer verdammt guten Idee. Genau deshalb wollen wir heute fünf Gitarren-Intros feiern, die Musikgeschichte geschrieben und bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren haben.
Guns N’ Roses – „Sweet Child O’ Mine“

Es gibt vermutlich kaum ein Gitarren-Intro, das schneller erkannt wird wie die berühmte Melodie von Slash. Sogar von Nicht-Gitarristen. Dabei entstand das Riff ursprünglich wohl eher als Fingerübung und nicht als geplanter Jahrhundertmoment. Zum Glück hat niemand im Studio gesagt: „Lass das mal lieber weg.“
Das Geniale an diesem Intro ist für mich schon immer seine seine Mischung aus Eingängigkeit und Emotion. Die Melodie funktioniert beinahe wie ein Gesangspart und erzeugt ein Gefühl von Größe und Nostalgie. Gleichzeitig klingt der Ton von Slash, wie er nunmal klingt: Warm, singend und angenehm rau. Genau diese Kombination macht den Song zu einem der wichtigsten Rock-Hits der späten 1980er und Slash zu einem der besten Gitarristen aller Zeiten.
Das entscheidende Gear-Element dabei: die legendäre Les Paul Kopie von Kris Derrig in Kombination mit einer aufgerissenen Marshall Vollröhre. Dieser mittige, sustainreiche Sound ist bis heute praktisch der Bauplan für klassischen Hard Rock.
Metallica – „Master of Puppets“
Kaum ein Intro hat ein komplettes Genre und mich persönlich derart geprägt wie dieses. Sobald James Hetfield die ersten Downstrokes auspackt, ist klar: Das Intro von Master of Puppets ist Thrash Metal in Reinform.
Das Beeindruckende daran ist weniger die Komplexität der Noten als die brutale Präzision des Anschlags. Dieses Riff lebt vollständig von Tightness, Rhythmik und Aggression. Viele Gitarristen machen bis heute den Fehler zu glauben, der Sound entstehe nur durch Gain. Tatsächlich ist es vor allem Hetfields rechte Hand, die diesen Sound so unfassbar massiv macht. Für mich persönlich ist Master of Puppets noch immer der Go-To-Song, wenn es ums Üben geht. Geschwindigkeit, Präzision, schnelles Umschalten von Mesa-Zerre auf den klassischen 80s-Chorus-Clean-Sound… Ein Meisterwerk zum Hören UND zu Spielen. Und, um das Down-Under zu besiegen…
Der Sound von Master of Puppets kommt, neben allerhand Studio-Magie, von einem Mesa/Boogie Mark IIC+, dessen aggressive Mitten und schnelle Ansprache den Sound der gesamten Metal-Szene verändert haben.
Zusammen mit aktiven EMG-Pickups entstand ein Gitarrenton, der bis heute als Blaupause für modernes Metal-Riffing und eines der besten Gitarren-Intros aller Zeiten gilt.
U2 – „Where The Streets Have No Name“

Das berühmte Delay-Muster erzeugt einen hypnotischen Sog, der den Song größer wirken lässt, als er eigentlich ist. Kaum ein Gitarrist hat Effekte jemals derart musikalisch eingesetzt wie The Edge. Das Delay ist hier nicht bloß Klangverschönerung, sondern das eigentliche Herz des Songs.
Das zentrale Gear-Element ist natürlich das berühmte Dotted Eighth Delay, bei U2 meist gespielt über einen Vox AC30. Diese Kombination aus glasklarem Clean-Sound und rhythmischen Wiederholungen hat unzählige Ambient-, Indie- und Worship-Gitarristen beeinflusst.
Ozzy Osbourne – „Crazy Train“

Dieses Intro klingt bis heute wie kontrollierter Wahnsinn. Randy Rhoads, für mich der mit Abstand beste Gitarrist, mit dem Ozzy jemals zusammenspielte, verband klassische Musikideen mit der Energie des frühen Heavy Metal und erschuf damit einen völlig neuen Gitarrenstil.
Das Intro von Crazy Train wirkt hektisch, chaotisch fast, aggressiv und gleichzeitig unglaublich präzise. Vor allem die Mischung aus Palm-Muting und diesem federnden Groove macht den Einstieg so ikonisch. Und sein wir mal ehrlich: Es gibt keinen Gitarristen, der nicht mindestens einmal breit gegrinst hat, als er dieses Intro gehört und später gespielt hat. Bin ich mir sicher.
Besonders spannend ist bei Crazy Train der Gitarrensound. Randy spielte hauptsächlich eine weiße Gibson Les Paul Custom (Vorlage für mein letztes, großes Restaurations-Projekt) über stark modifizierte Marshall-Amps. Der Ton war aggressiv, aber nie matschig und hatte eine fast schon schneidende Klarheit. Genau diese Kombination machte Crazy Train zu einem der wichtigsten Gitarrenmomente der frühen Metal Geschichte, Randy zu einem unvergessenen Gitarren-Gott und das Riff zu einem der besten Gitarren-Intros aller Zeiten.
The Rolling Stones – „Paint It Black“

Manchmal reichen wenige Sekunden, um eine komplett eigene Welt zu erschaffen und ein ganzes Bild zu malen (Bild, malen — versteht ihr?). Genau das passiert bei Paint It Black: Das Intro klingt düster, hypnotisch und beinahe bedrohlich und hebt sich damit deutlich von vielen anderen Rockklassikern seiner, eher zahmen Zeit ab.
Die Wirkung entsteht durch Rhythmik, Wiederholung und diese fast tranceartige Atmosphäre. Keith Richards beweist hier einmal mehr, dass große Rockmusik oft weniger mit Virtuosität als mit Charakter zu tun hat.
Besonders spannend ist dabei die Mischung aus westlicher Rockgitarre und orientalisch wirkender Stimmung. Genau dieser exotische Einschlag machte den Song Mitte der 1960er derart außergewöhnlich und beeinflusste später zahllose Psychedelic-, Gothic- und Alternative-Bands.
Das zentrale Element ist statt bestimmter Gitarren oder Amps vor allem die offene Stimmung und Richards’ rhythmisches Spiel. Unterstützt von leicht angezerrten Röhrenamps entstand ein rauer, trockener Gitarrensound, der perfekt zur düsteren Grundstimmung des Songs passt und bis heute sofort wiedererkannt wird.
Honorable Mentions: Diese Intros hätten ebenfalls auf die Liste gehört
Natürlich ist so eine Auswahl niemals vollständig. Je nach musikalischer Sozialisation könnte man problemlos weitere zwanzig Songs ergänzen.
Ganz vorne sind bei mir auf jeden Fall:
- AC/DC – „Back in Black“
- Iron Maiden – „The Trooper“
- Ozzy Osbourne – „Mr. Crowley“
- The Smiths – „How Soon Is Now?“
- Pantera – „Cowboys From Hell“
- Led Zeppelin – „Whole Lotta Love“
- Pink Floyd – „Shine On You Crazy Diamond“
Und vermutlich hat jeder Gitarrist genau diesen einen Song, bei dem sofort wieder alles da ist: der erste Amp, die erste Luftgitarre und der Moment, in dem man beschlossen hat, selbst Gitarre spielen zu wollen.
Was sind eure besten Gitarren-Intros aller Zeiten? Schreibt es mir in die Kommentare!
Hinweis: Dieser Artikel zu den besten Gitarren-Intros aller Zeiten enthält Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!