von  Marcus Schmahl  | |  Lesezeit: 4 Min
Apple iTunes wird 25 Jahre: Vom Musikplayer zur digitalen Legende

Apple iTunes wird 25 Jahre: Vom Musikplayer zur digitalen Legende  ·  Quelle: NetPics / Alamy

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Vor 25 Jahren: Apple iTunes wurde „geboren“ – das klingt heute fast schon wie aus einer vergangenen Ära. Wer Anfang der 2000er einen Mac besaß, erinnert sich jedoch wahrscheinlich noch genau daran, wie revolutionär dieses kleine Programm damals war. Dabei hatte alles unscheinbar begonnen: 1999 entwickelten Bill Kincaid, Jeff Robbin und Dave Heller bei Cassady & Greene ein MP3-Tool namens SoundJam MP. Eine Software, die Musik abspielen, organisieren und sogar CDs brennen konnte – zur damaligen Zeit ein echtes Highlight. Happy Birthday!

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Das große Jubiläum: Vom Rippen und Brennen zur Streaming-Ära

Apple erkannte das Potenzial dieser Musiksoftware sofort, kaufte SoundJam Anfang 2000 und holte die Entwickler ins eigene Haus. Ein Jahr später, am 9. Januar 2001, stellte Steve Jobs auf der Macworld in San Francisco das Ergebnis vor: iTunes 1.0 – „die einfachste Möglichkeit, Musik auf dem Mac zu organisieren und zu genießen“. Niemand ahnte damals, dass dies eines der einflussreichsten Programme der Musikgeschichte werden würde.

Jobs’ berühmtes Versprechen, iTunes werde „die Musikindustrie verändern”, klang zunächst wie ein typischer Apple-Spruch. Doch er sollte Recht behalten. Das Konzept „Rip, Mix, Burn“ traf genau den Nerv der Zeit: CDs einlesen, eigene Playlists erstellen und Musik mit einem Klick brennen – all das war mit nur einer Anwendung möglich. Das Interface war klar, die Bedienung intuitiv und plötzlich wurde der Mac zur persönlichen Musikzentrale. Nur wenige Monate später kam der erste iPod auf den Markt. In Kombination mit iTunes entstand ein geschlossener Kosmos, in dem Hardware und Software perfekt zusammenspielten. Das machte Apple nicht nur zum Pionier im digitalen Musikvertrieb, sondern legte auch den Grundstein für eine völlig neue Art, Musik zu konsumieren.

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Das Programm, das die CD überflüssig machte

In den folgenden Jahren wuchs iTunes weit über seine ursprüngliche Idee hinaus. 2003 erschien der iTunes Music Store. Zum ersten Mal konnten Songs (endlich) legal, einfach und einzeln gekauft werden. Damit läutete Apple das Ende der klassischen Album-Ära ein und veränderte das Kaufverhalten von Millionen Usern. Später folgten Versionen für Windows, Podcasts, TV-Serien, Filme und schließlich Apps, sodass sich iTunes zur Schaltzentrale für fast alle digitalen Medien entwickelte. Doch dieser Erfolg hatte seinen Preis. Mit jeder neuen Funktion wurde das Programm umfangreicher, schwerfälliger und unübersichtlicher. Was einst ein elegantes Musikprogramm war, wurde zu einem „digitalen Gemischtwarenladen“. Selbst Apple-Mitarbeiter machten später Witze darüber, dass iTunes inzwischen auch Kalender, E-Mails und einen Browser anbieten könnte.

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Der Bruch kam schließlich 2019 mit macOS Catalina. Auf der Entwicklerkonferenz scherzte Craig Federighi, Apple habe sich endlich dazu entschieden, iTunes „aufzuteilen, bevor es noch Kaffee kocht“. Dieser Spaß hatte einen ernsten Hintergrund: Nach fast zwei Jahrzehnten beendete Apple offiziell das Kapitel iTunes. An seine Stelle traten drei spezialisierte Apps: Apple Music, Apple TV und Apple Podcasts. Was auf iPhones längst Standard war, hielt nun auch auf dem Mac Einzug. Für Viele war das zunächst eine Erleichterung, denn die Software war einfach zu aufgebläht geworden. Doch die Euphorie hielt sich in Grenzen. Viele vermissten die Einfachheit und Flexibilität der alten Version, die als eine der stabilsten und benutzerfreundlichsten Musikplattformen ihrer Zeit galt.

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iTunes wird 25 – und viele hätten es gern zurück!

Trotz seines Endes bleibt iTunes ein Stück Technikgeschichte, das die digitale Musikwelt entscheidend geprägt hat. iTunes war nicht nur eine App, sondern auch ein Symbol für den Wandel von physischen Tonträgern hin zu digitalen Medien: Es schuf die Grundlage für Streaming-Plattformen, veränderte das Verhältnis zwischen Künstlern, Labels und Hörern und zeigte, dass Musik mehr sein kann als nur Klang, nämlich ein Erlebnis, das Design, Technik und Emotion verbindet.

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25 Jahre später wird iTunes zwar nicht mehr weiterentwickelt, doch es lebt in Apple Music und unzähligen (iPod-)Erinnerungen weiter. Vielleicht vermissen viele genau das, was damals so selbstverständlich schien: ein Programm, das Musik einfach, direkt und greifbar machte. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum das 25-jährige Jubiläum von iTunes heute nicht nur ein Jubiläum, sondern ebenso ein Stück Nostalgie bedeutet. Wir sind schon gespannt auf die nächsten Updates der App.

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