von  Marcus Schmahl  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 4 Min
SoundCloud lässt Artists jetzt Tracks direkt verkaufen: Beta startet ganz ohne Provision mit VIPs

SoundCloud lässt Artists jetzt Tracks direkt verkaufen: Beta startet ganz ohne Provision mit VIPs  ·  Quelle: SoundCloud

ANZEIGE

SoundCloud testet ab sofort eine neue Funktion, mit der Artists ihre Tracks direkt über ihr Profil verkaufen können, ganz ohne Umweg über Bandcamp oder Beatport. Die Beta startet mit rund 200 US-amerikanischen Artist-Pro-Creators, die Firma selbst nimmt dabei keine Provision. Ob das nach dem offiziellen Launch auch so bleiben wird, ist fraglich – wäre aber für Musiker stark. Fans können Songs direkt im Profil entdecken, kaufen und in Formaten wie MP3 oder WAV herunterladen. Für viele von euch dürfte das eine spannende Nachricht sein, schließlich ist Direktverkauf für Independent-Artists seit Jahren ein Dauerthema.

ANZEIGE

SoundCloud Direktverkauf: Was Artists über die neue Beta-Funktion für den Musikverkauf wissen müssen

Was die Beta-Funktion für Artists bedeutet

Bislang musstet ihr als Artist auf SoundCloud auf externe Links ausweichen, wenn ihr eure Musik verkaufen wolltet. Bandcamp war und ist dafür die naheliegendste und angenehmste Adresse. Genau das will SoundCloud jetzt ändern.

Mit der neuen Beta können nämlich teilnehmende Creators ausgewählte Tracks direkt im eigenen Profil zum Kauf anbieten. Der Clou dabei: Es kostet (zurzeit) keine Provision. Ihr legt den Preis für eure Songs selbst fest, Fans kaufen und laden direkt herunter, ohne die Plattform zu verlassen. Übrig bleiben für euch 100 Prozent des Verkaufspreises, abzüglich der üblichen Zahlungsgebühren und Steuern. Das klingt wie in einem Traum. Ok, ein Pro Abo wird vorausgesetzt.

Sehr fair kalkuliert. Verkäufe und Umsätze lassen sich über das bekannte Artist Studio sowie das Fan Support Dashboard nachverfolgen, alles bleibt also im gewohnten Ökosystem.

Warum SoundCloud diesen Schritt gerade jetzt geht

Die Zahlen, die der Anbieter zur Begründung liefert, sind durchaus interessant. Mehr als 250.000 Artists haben demnach bereits über 2,4 Millionen Tracks mit externen Verkaufsplattformen verlinkt. Jedes Jahr schickt SoundCloud eigenen Angaben zufolge mehr als eine halbe Million User und vor allem eigene Abonnenten zu Drittanbietern, nur um dort einen Kauf abzuschließen.

Der Vergleich mit genau diesen Anbietern macht deutlich, warum das für Artists ein Wort ist. Bandcamp behält bei jedem Verkauf zwischen 10 und 15 Prozent als Gebühr ein. Bei Beatport bleiben Artists sogar nur 50 bis 65 Prozent des Verkaufspreises übrig, der Rest geht an Label und Plattform. SoundCloud dagegen verspricht null Provision. Wer bislang aus Prinzip zu Bandcamp verlinkt hat, bekommt jetzt ein echtes Rechenargument, das dagegenspricht.

In einer eigenen Umfrage gaben zudem 28 Prozent der befragten Artists an, bereits Downloads zu verkaufen oder es zu wollen, je zur Hälfte aufgeteilt.

ANZEIGE

CEO Eliah Seton bringt es in der Ankündigung auf den Punkt: Artists sollen ihre Community an einem einzigen Ort aufbauen können, ohne für jeden Aspekt ihrer Karriere eine andere Plattform zu brauchen. Laut SoundCloud geben besonders engagierte Fans zudem bis zu fünfmal mehr Geld für Musik und Artists aus als Gelegenheitshörer. Genau diese Zielgruppe will man mit dem Feature ansprechen.

Zusätzlich lohnt sich noch ein Blick auf den Kontext. Die neue Funktion ist nämlich nicht der erste Schritt in diese Richtung. Bereits im November hat SoundCloud sein All-in-One-Abo eingeführt, mit dem Artists 100 Prozent ihrer Vertriebstantiemen behalten. Der Direktverkauf von Tracks ist also der nächste logische Schritt in einer Strategie, die SoundCloud von der reinen Streaming- und Entdeckungsplattform zu einem kompletten Karrieretool für Independent-Artists ausbauen soll.

Wer teilnehmen kann und wie es weitergeht

Aktuell ist die Beta auf rund 200 US-basierte Artist-Pro-Creators mit aktiviertem Fan Support beschränkt. Der Zugang soll schrittweise erweitert werden, bevor die Funktion im Laufe des Herbsts 2026 für alle berechtigten Creators verfügbar wird.

Ein konkretes Datum für den internationalen Rollout nennt SoundCloud bislang nicht. Wer außerhalb der USA sitzt, muss sich also noch etwas gedulden. Direktverkauf reiht sich damit neben Fan-Powered Royalties, Fan Support, On-Demand-Vinyl und Ticketing in die wachsende Liste der Einnahmequellen ein, die SoundCloud direkt auf der Plattform anbietet.

Fazit

Der Direktverkauf von Tracks ist ein logischer Schritt für SoundCloud und dürfte gerade kleineren Artists eine zusätzliche, faire Einnahmequelle bringen. Null Provision gegen 10 bis 15 Prozent bei Bandcamp oder gar bis zu 50 Prozent bei Beatport, das ist ein starkes Argument. Definitiv!

Etwas schade ist, dass die Beta vorerst auf die USA beschränkt bleibt. Wann und ob europäische Artists Zugang bekommen, lässt SoundCloud offen. Wir bleiben hier natürlich für euch dran.

Würdet ihr eure Musik direkt über diesen Anbieter verkaufen, oder bleibt Bandcamp für euch die erste Wahl?

Weitere Informationen

ANZEIGE

Schreibe einen Kommentar

Damit die Diskussion fair und transparent bleibt, schalten wir nur Kommentare frei, die mit einem echten Namen und einer gültigen E Mail Adresse verfasst wurden.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert