Die besten Keyboard-Controller mit Hammermechanik
Masterkeyboards mit Piano-Feeling
Du schwörst auf eine gewichtete Tastatur mit Piano-Feeling? Dann ist ein Keyboard-Controller mit Hammermechanik eines der wichtigsten Instrumente in deinem Studio oder Live-Setup. Wir stellen die Besten vor.
Die besten Keyboard-Controller mit Hammermechanik
Pro und Contra: Braucht man einen Keyboard-Controller mit Hammermechanik?
Oft hört man, eine 88-Tasten-Klaviatur mit Hammermechanik sei das Nonplusultra unter den Tastaturen. In vielen Studios gehört ein Keyboard-Controller mit Hammermechanik wie selbstverständlich zur Standardausrüstung – oft an zentraler Stelle im dafür vorgesehenen Auszug unter dem Studiotisch.
Man könnte also den Eindruck bekommen, eine Klaviatur mit Hammermechanik sei in jedem Fall „besser“ als eine leichtgängige Synthesizer-Tastatur. Aber ist das wirklich so? Je nachdem, was für Musik du machst und was du mit dem Controller vorhast, kann die Antwort auf diese Frage unterschiedlich ausfallen. Nicht zuletzt ist es auch eine Geschmacksfrage.
Gewichtete Hammermechanik-Tastaturen können ihre Vorteile immer dann ausspielen, wenn es um pianistische Parts geht. Wenn du also überwiegend Piano- und E-Piano-Sounds spielst und dabei auf ein realistisches Spielgefühl und eine präzise Dynamikkontrolle Wert legst, ist ein Keyboard-Controller mit Hammermechanik die richtige Wahl. Auch Pads und Strings lassen sich auf solchen Klaviaturen recht ordentlich spielen.

Anders sieht es aus, wenn du viele Synthesizer-Parts wie funky Basslines und solistische Leads live einspielst. Insbesondere bei perkussiven, rhythmisch prägnanten Parts kann die schwere Gewichtung eher hinderlich sein. Wer schon einmal versucht hat, auf einer Hammermechanik einen Drum-Part „einzutrommeln“, wird mir wahrscheinlich zustimmen. Spätestens bei Orgel-Sounds ist die gewichtete Tastatur ganz raus. Ich persönlich bevorzuge als Allround-Masterkeyboard für eine große Bandbreite von Sounds daher eine leicht gewichtete Variante ohne Hammermechanik und setze mich nur für Piano- und E-Piano-Sounds an mein Stagepiano. Aber wie gesagt – das ist alles Geschmackssache.
Bevor du dich für einen Keyboard-Controller mit Hammermechanik entscheidest, solltest du dir daher überlegen, für welche Sounds du das Keyboard hauptsächlich brauchst und ob die schwere Gewichtung dafür wirklich vorteilhaft ist. Tipp: Es gibt auch 88-Tasten-Controller ohne Hammermechanik – am Ende dieses Artikels habe ich eine kleine Übersicht zusammengestellt.
Arturia KeyLab 88 mk3: Einer der beliebtesten Keyboard-Controller mit Hammermechanik

Das mittlerweile in der dritten Generation erhältliche Arturia KeyLab 88 (hier im Angecheckt) ist seit Langem einer der beliebtesten Keyboard-Controller mit Hammermechanik. Und das aus gutem Grund: Das KeyLab 88 mk3 verfügt nicht nur über eine der modernsten Klaviaturen von Fatar (TP/110 mit Aftertouch), sondern zeichnet sich auch durch viele nützliche Funktionen für den Studioalltag aus.
Software-Instrumente und den DAW-Mixer steuerst du über je neun berührungsempfindliche Fader und Dreh-Encoder. Darüber hinaus bietet das KeyLab 88 mk3 12 anschlagdynamische Pads, die sich in vier Bänken verschiedenen Funktionen zuweisen lassen. Auch DAW-Transportbuttons sind selbstverständlich vorhanden, sodass du seltener zur Maus greifen musst. Vorbereitete Templates sorgen für eine nahtlose Integration in alle gängigen DAWs. Der Controller ist mit dem NKS-Standard kompatibel, sodass du zahlreiche Plugins und Software-Instrumente von Native Instruments und anderen Anbietern ohne mühsame Parameterzuweisung sofort steuern kannst.
Zu den weiteren Funktionen des Arturia KeyLab 88 mk3 gehören Scale- und Chord-Modi sowie ein Arpeggiator. Neben einem USB-C-Anschluss für Strom und Daten und einem MIDI-Ausgang verfügt das Keyboard über vier Pedalanschlüsse.

Wenn du Wert auf ein besonders elegantes Design legst, kannst du das Arturia KeyLab 88 mk3 auf die optional erhältlichen Wooden Legs stellen – gerade in der weißen Variante ein echter Hingucker!
Das Arturia KeyLab 88 mk3 ist bei Thomann* erhältlich.
Native Instruments Kontrol S88 MK3: 88-Tasten-Controller mit polyphonem Aftertouch

Das Native Instruments Kontrol S88 MK3 (hier im Angecheckt) hat zwei Alleinstellungsmerkmale, die kein anderer Keyboard-Controller mit Hammermechanik bietet. Zum einen verfügt die Fatar-Tastatur (TP/100) über polyphonen Aftertouch, was bei Hammermechanik-Klaviaturen noch ziemlich selten ist. Und zum anderen bietet das Keyboard den einzigartigen Lightguide – eine mehrfarbige LED-Leiste oberhalb der Tasten, die je nach Betriebszustand viele praktische Aufgaben übernehmen kann.
Unter anderem zeigt der Lightguide bei NKS-kompatiblen Sample-Librarys Sonderfunktionen wie Keyswitches und Artikulationen an. Du siehst also auf einen Blick, welche Tasten du drücken musst, um zum Beispiel zwischen Staccato- und Legato-Strings umzuschalten. Gerade bei einem Keyboard-Controller, der eine zentrale Funktion beim Komponieren und Produzieren im Studio einnimmt, ist das eine großartige Sache.
Stichwort NKS: Das Kontrol S88 MK3 kann seine Stärken vor allem in Verbindung mit dem Komplete-Paket und anderen NKS-kompatiblen Instrumenten ausspielen. Hier musst du nichts konfigurieren; alle Parameter werden automatisch namentlich im großen Display des Keyboards angezeigt und mühsame Parameterzuweisungen gehören der Vergangenheit an.
Zum Steuern von Plugins bietet das Kontrol S88 MK3 acht berührungsempfindliche Dreh-Encoder, die sich auf die jeweils im Display angezeigten Parameter beziehen. Darüber hinaus gibt es acht Buttons und einen großen Daten-Encoder, der auch als Joystick fungiert. Die berührungsempfindlichen Encoder haben den Vorteil, dass beim Berühren zusätzliche Informationen wie der gerade eingestellte Wert oder eine Auswahlliste angezeigt werden, ohne dass du den Regler bewegen und damit den Wert verändern musst. Praktisch!
Das Native Instruments Kontrol S88 MK3 verfügt über zwei USB-C-Buchsen für Strom und Daten, MIDI In/Out und vier Pedalanschlüsse. Es lässt sich auch als USB-MIDI-Interface einsetzen.
Der Keyboard Controller ist bei Thomann* erhältlich.
Studiologic SL mk2: Flexible Keyboard-Controller mit Hammermechanik

Als Schwestermarke von Fatar steht Studiologic seit vielen Jahren für hochwertige und vielseitige Keyboard-Controller. Das aktuelle Studiologic SL mk2 (hier im Angecheckt) überzeugt nicht nur mit einer Hammermechanik der neuesten Generation (TP/110 mit Aftertouch), sondern auch mit einem durchdachten Bedienkonzept. Meines Wissens ist das Studiologic SL mk2 derzeit der einzige Keyboard-Controller mit Hammermechanik, der auch in einer kleineren Tastaturvariante mit 73 Tasten angeboten wird – praktisch, wenn du es etwas kompakter magst.
Die vier Encoder sind farbcodiert, sodass auf den ersten Blick erkennbar ist, mit welcher Zone bzw. welchem Parameter sie gerade verknüpft sind. Das eher als klassisches Masterkeyboard und nicht so sehr als DAW-Controller ausgelegte Studiologic SL mk2 unterstützt bis zu vier frei konfigurierbare MIDI-Zonen. Bis zu 100 Programme aus bis zu vier Zonen lassen sich speichern. Auch die Steuerung der Transportfunktionen gängiger DAWs ist möglich. Verzichten muss man hingegen auf umfassendere DAW-Steuerungsfunktionen wie eine automatische Zuweisung der Bedienelemente zum DAW-Mixer oder gar zu Parametern von Software-Synthesizern. Wer darauf Wert legt, sollte sich also anderweitig umsehen.
Zum Lieferumfang gehört die App Numa Player, die über das SL-Link-Protokoll nahtlos mit dem Controller kommuniziert und mit einer breiten Soundpalette aufwartet. In diesem Zusammenhang ergibt auch das eingebaute Audiointerface Sinn, obwohl es nur über Ausgänge verfügt: Mit der App, die auf macOS, Windows und iOS läuft, wird aus dem SL mk2 ein vollwertiges Stagepiano. Die weiteren Anschlüsse sind USB-C, MIDI In/Out und drei Buchsen für Pedale.
Wer ein noch realistischeres Flügel-Feeling möchte, bekommt den Controller als SL88 GT mk2 auch in einer luxuriösen Variante mit der Holztasten-Klaviatur TP/400 Wood.
Alle drei Varianten des Controllers sind bei Thomann* erhältlich.
Doepfer PK88 GH und LMK4+ 88 GH: Keyboard-Controller mit Hammermechanik im Flightcase

Die markanten Keyboard-Controller von Doepfer, in denen ebenfalls die beliebten Tastaturen von Fatar verbaut werden, sind seit Jahrzehnten als zuverlässige MIDI-Keyboards für Studio und Bühne bekannt. Man erkennt sie auf den ersten Blick daran, dass sie direkt in stabile Flightcases eingebaut sind – perfekt für den Einsatz im rauen Touralltag.
Das PK88 GH ist so schnörkellos, wie ein MIDI-Keyboard nur sein kann: Tasten, MIDI-Ausgang, USB, zwei Pedalanschlüsse, das war’s. Gesendet werden lediglich MIDI-Noten mit Velocity, Volume (CC7) sowie die beiden Pedal-Controller CC64 und CC67. Das hat den Vorteil, dass die möglichen Fehlerquellen auf das absolute Minimum reduziert werden.
Wer mehr Funktionen benötigt, greift zum LMK4+ GH. Dieses Modell bietet zusätzlich ein Bedienfeld links von der Tastatur, über das zum Beispiel Programmwechselbefehle gesendet werden können. Auch das Aufteilen der Tastatur in bis zu acht MIDI-Zonen ist möglich, wodurch das LMK4+ dein gesamtes Live-Setup ansteuern kann. 128 Speicherplätze stehen zur Verfügung. Darüber hinaus verfügt das LMK4+ über Räder für Pitch Bend und Modulation, drei zuweisbare Controller (2 Fader, 1 Drehpoti), zwei MIDI-Ausgänge, einen MIDI-Eingang und drei Pedalanschlüsse. Allerdings ist das Keyboard durch das zusätzliche Bedienfeld extrem breit: Mit rund 155 cm Breite bringt es die „Schubladen“ vieler gängiger Studiotische an ihre Grenzen.
In beiden Modellen kommt die Fatar TP/40GH zum Einsatz; beim PK88 GH ohne, beim LMK4+ GH mit Aftertouch.
Die beiden Keyboard-Controller mit Hammermechanik von Doepfer sind bei Thomann* erhältlich.
Roland A-88 MKII: Ivory Touch und MIDI 2.0

Das Roland A-88 MKII verfügt über die PHA-4-Standard-Tastatur, die auch in Digitalpianos des Herstellers zum Einsatz kommt. Sie ist mit einer Ivory-Feel-Beschichtung versehen, bietet aber leider keinen Aftertouch. Die Tastatur lässt sich in bis zu drei Zonen aufteilen. Auch an einen Arpeggiator und eine Chord-Memory-Funktion hat Roland gedacht. Leider stehen jedoch nur acht Speicherplätze für User-Setups zur Verfügung. Im Studio spielt das kaum eine Rolle, aber als Masterkeyboard für komplette Live-Sets ist der Controller daher eher weniger geeignet.
Auf dem Bedienfeld links von der Tastatur findet man neben dem typischen Roland-Hebel für Pitch Bend und Modulation je acht programmierbare Pads und Drehpotis sowie zwei programmierbare Buttons. An Anschlüssen stehen USB-C, MIDI In/Out sowie drei Pedalanschlüsse zur Verfügung.
Da das Bedienfeld wie bei Doepfer links von der 88-Tasten-Klaviatur angeordnet ist, ist auch das A-88 MKII ziemlich breit (knapp 143 cm). Vergewissere dich daher am besten vor dem Kauf, dass der Controller unter deinen Studiotisch oder auf deinen Keyboardständer passt.
Das Roland A-88 MKII gibt es bei Thomann*.
M-Audio Hammer 88 und Hammer 88 Pro: Günstige Keyboard-Controller mit Hammermechanik

Du suchst einen möglichst günstigen Keyboard-Controller mit Hammermechanik? Dann könnte das M-Audio Hammer 88 genau das Richtige sein. Die günstige Standardversion ist recht überschaubar ausgestattet. Neben der 88-Tasten-Klaviatur (ohne Aftertouch) und zwei Rädern für Pitch Bend und Modulation gibt es einen Volume-Fader, der auch anderen Parametern zugewiesen werden kann, sowie zwei programmierbare Buttons. An Anschlüssen stehen USB, MIDI Out und drei Pedalanschlüsse zur Verfügung.
Eine deutlich umfangreichere Ausstattung bietet das (dafür gar nicht so viel teurere) Hammer 88 Pro. Hier bekommst du nicht nur eine Graded-Hammer-Tastatur mit Aftertouch, sondern zahlreiche programmierbare Bedienelemente zum Steuern von MIDI-Instrumenten. Neben je neun Fadern und Buttons stehen 16 Pads und acht Drehpotis zur Verfügung. Darüber hinaus bietet das Hammer 88 Pro einen Arpeggiator sowie die Funktionen Smart Chord, Smart Scale und Note Repeat. Auch Funktionen zur DAW-Steuerung sind enthalten. Das Hammer 88 Pro verfügt über USB, MIDI In/Out und vier Pedalanschlüsse.
Beide Versionen des M-Audio Hammer 88 bekommst du bei Thomann*.
Kawai VPC1: Keyboard-Controller für stilbewusste Pianisten

Der betont klassisch-elegant daherkommende Kawai VPC1 ist der Keyboard-Controller mit Hammermechanik für anspruchsvolle Pianisten. Darin steckt eine aufwendige, vom Flügelhersteller Kawai selbst entwickelte Tastaturmechanik (RM3 Grand II), die auch in hochwertigen Digitalpianos zum Einsatz kam. Sie verfügt über Holztasten mit einer Ivory-Touch-Beschichtung und ist mit einer Druckpunktsimulation und drei Sensoren pro Taste zur präzisen Dynamikerkennung ausgestattet. Die Dynamikkurve lässt sich zur Anpassung an den persönlichen Anschlag präzise konfigurieren. Zum Lieferumfang gehört ein Dreifachpedal mit Halbpedalerkennung.

Wenn du einen Keyboard-Controller zum Spielen hochwertiger Piano-Librarys suchst, geht es wohl kaum stilvoller als mit dem VPC1. Die übrige Ausstattung ist jedoch eher rudimentär und viele nützliche Funktionen, auf die es im Studio gelegentlich ankommt, sucht man vergeblich. So bietet der mittlerweile etwas in die Jahre gekommene VPC1 keine Funktionen zur Steuerung der Parameter von DAWs und Software-Instrumenten. Und mit knapp 30 kg ist er ein echtes Schwergewicht – so viel Holz will erstmal geschleppt werden!
Der Kawai VPC1 ist bei Thomann* erhältlich.
Keyboard-Controller mit 88 Tasten ohne Hammermechanik
Eingangs hatte ich es bereits erwähnt: Es muss nicht immer eine Hammermechanik sein! Auch wenn du ganz bewusst eine leichtgängigere Tastatur bevorzugst, musst du nicht auf 88 Tasten verzichten. Die folgenden Keyboard-Controller verfügen über den vollen Tastaturumfang eines Flügels oder Klaviers, haben aber leicht gewichtete Tasten ohne Hammermechanik:
- Arturia KeyLab Essential 88 mk3 (hier bei Thomann*)
- M-Audio Keystation 88 MK3 (hier bei Thomann*)
- Midiplus X-8 III (hier bei Thomann*)
- Nektar Impact LX88 mk3 (hier bei Thomann*)
- Nektar Impact GXP88 (hier bei Thomann*)
- Novation Launchkey 88 (hier bei Thomann*)
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