von  Marcus Schmahl  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 10 Min | Unsere Wertung: 4,5 / 5,0
TourBox Elite Plus im Angecheckt: Genialer Workflow-Helfer oder überflüssiges Gadget?

TourBox Elite Plus im Angecheckt: Genialer Workflow-Helfer oder überflüssiges Gadget?  ·  Quelle: Marcus Schmahl

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Ich gebe es offen zu: Die TourBox Elite Plus habe ich mir letztlich wegen einer penetranten Smartphone-Werbung zugelegt. Ständig poppte das Ding in meinem Feed auf, immer wieder, bis ich irgendwann dachte, na gut, ich probiere es. Als Content Creator brauche ich ständig zusätzliche Controller, die mir das Leben leichter machen sollen, das ist quasi Berufsrisiko. Schon beim ersten Ausprobieren stand mir ein Lächeln im Gesicht. Echt viele coole Funktionen waren plötzlich schneller erreichbar, ohne dass ich dauernd zur Maus greifen musste. Und das Beste: Mappings für Ableton Live gab es direkt in der App als Download, in Sekundenschnelle installiert. Was die TourBox Elite Plus sonst noch kann, gerade für uns Audio-Nerds, schauen wir uns jetzt genau an.

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TourBox Elite Plus auf einen Blick

  • 11 physische Tasten plus 3 klickbare Drehregler (Knob, Dial, Scroll Wheel)
  • Haptisches Feedback, zweistufig einstellbar
  • Dual-Channel Bluetooth 5.0: zwei Geräte gleichzeitig gekoppelt
  • Erstes TourBox-Modell mit iPad-Unterstützung
  • Community-Mapping-Bibliothek direkt aus der App ladbar, stetig wachsend
  • Stromversorgung: 2x AA-Batterien oder USB-C
  • Gewicht ca. 420 Gramm, extrem rutschfeste Gummifüße
  • Preis: 297 Euro, direkt beim Hersteller

Was ist die TourBox Elite Plus?

TourBox Tech gibt es seit etwa 2018, und die Firma hat sich seitdem stetig an Content Creator herangearbeitet. Vier Modelle stehen aktuell zur Auswahl: Lite als Einstieg, Neo als Mittelklasse, Elite und schließlich die Elite Plus als Flaggschiff. Letztere ist das, was wir uns hier anschauen.

Ursprünglich war TourBox vor allem für Foto-, Video- und Grafikbearbeitung gedacht. Wer in Lightroom, Photoshop oder DaVinci Resolve arbeitet, kennt das Problem: zu viele Tastenkombinationen, zu viel Mausgefuchtel für simple Anpassungen. Genau da setzt die TourBox an. Mittlerweile wird das Gerät aber auch explizit für Audio-Workflows beworben, und genau das macht es für uns Musik-Menschen definitiv interessant.

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Der bekannteste Vergleichspunkt ist sicher das Elgato Stream Deck. Beide Geräte wollen Shortcuts physisch greifbar machen, gehen aber unterschiedliche Wege. Das Stream Deck setzt auf Tasten mit kleinen Displays, die TourBox auf Drehregler mit haptischem Feedback. Mehr dazu später im Alternativen-Block.

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Hardware und Haptik

TourBox Elite Plus ist kein Leichtgewicht. Mit ihren rund 420 Gramm liegt sie satt auf dem Tisch, dank wirklich extrem rutschfester Gummifüße rutscht da nichts weg, selbst wenn man hektisch drauflosdreht und zieht. Das Gehäuse ist matt und transluzent, man sieht einen Teil der Elektronik durchschimmern. Sieht gut aus, fühlt sich auch gut an. Kein billiges Plastikgefühl. Erinnert mich an einen meiner ersten Joysticks für den Amiga 500.

TourBox Elite Plus
TourBox Elite Plus · Quelle: Marcus Schmahl

Elf physische Tasten, dazu drei klickbare Drehregler: ein Knob, ein Dial und ein Scroll Wheel. Alle drei lassen sich auch als Taste drücken, das verdoppelt praktisch die Funktionsbelegung. Das haptische Feedback auf Knob und Scroll Wheel ist zweistufig einstellbar und fühlt sich differenziert an. Jeder Regler vibriert spürbar anders, das hilft enorm, wenn man blind bedienen will, ohne auf die Hände zu schauen.

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Ein Kritikpunkt aus der Community, den ich nachvollziehen kann: Die Drehregler selbst sind mechanisch eher leichtgängig, fast schon locker. Das haptische Feedback simuliert einen Widerstand, ersetzt aber keine echte mechanische Rasterung wie bei einem Kameraobjektiv. Wer richtig satten, physischen Widerstand erwartet, wird hier leicht enttäuscht. Aber das ist Gewöhnungssache.

Strom kommt entweder über zwei AA-Batterien, die laut Hersteller etwa zwei Monate halten, oder per USB-C-Kabel. Praktisch: Dual-Channel Bluetooth 5.0 erlaubt die gleichzeitige Kopplung mit zwei Geräten, etwa Laptop und iPad oder wie bei mir Laptop und Mac Studio, und man kann nahtlos zwischen beiden wechseln. Sehr schön!

Die TourBox Console: Software als Herzstück

Ohne Software ist die TourBox nur eine schicke Box mit Tasten. Die TourBox Console für Windows und macOS, plus eine eigene App für iPad, ist das, was das Gerät wirklich zum Leben erweckt. Ein HUD, also ein Heads-op-Display, zeigt am Bildschirmrand an, welche Taste gerade was macht. Sehr praktisch in der Einlernphase. Aber grafisch eher naja. Hier müsste definitiv nachgearbeitet werden. Was ein Glück benötige ich dieses Display nach der Einarbeitung eher nicht mehr.

Passt perfekt in meine Hand.
Passt perfekt in meine Hand. · Quelle: Marcus Schmahl

Das Preset-System ist clever gelöst. Seit einem größeren Update erkennt die Software automatisch, in welchem Arbeitsbereich man sich befindet, etwa in Lightroom zwischen Bibliotheksmodus und Entwicklungsmodus, und wechselt selbstständig zum passenden Sub-Preset. Man muss also nicht mehr ein Preset bauen, das alles gleichzeitig abdecken soll.

Was mich aber wirklich überzeugt hat: die Mapping-Bibliothek direkt in der App. Für Ableton Live gab es ein fertiges Mapping zum Download, ich musste keine einzige Taste selbst belegen. Installiert in Sekunden. Und die Liste wächst ständig weiter, weil Nutzer eigene Presets hochladen und teilen. Das ist Community-Arbeit, wie sie sein sollte. Und: Ihr könnt die Mapping-Liste jederzeit verändern, um eigene Tastenbelegungen mit Features zu bestücken.

TourBox Elite Plus im DAW-Alltag

Jetzt zum eigentlich spannenden Teil für uns Musikproduzenten: Wie schlägt sich das Ding in der Musikproduktion? Grundsätzlich gilt: Jede Software, die Tastaturkürzel unterstützt, lässt sich mit der TourBox koppeln. Das öffnet die Tür zu praktisch jeder DAW, Ableton Live, Logic, Pro Tools, Cubase, Studio One, WaveLab und mehr.

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In der Praxis heißt das: Lautstärke- und Pan-Anpassungen über den Dial statt Maus, EQ-Sweeps mit dem Knob statt kleinem On-Screen-Slider, Transport-Steuerung (Play, Stop, Aufnahme) über die Tasten, ohne ständig die Hand vom Instrument oder Controller zu nehmen. Wer viel mit Plugin-Parametern arbeitet, kann häufig genutzte Werte direkt auf die Drehregler legen. Das beschleunigt den Workflow wirklich messbar. Sehr schön finde ich das gerasterte Wandern entlang der Timeline, um exakte Schnitte auf die Schnelle setzen zu können oder Shortcuts zum setzen/deaktivieren des Loops.

Wichtig ist die Abgrenzung zu dedizierten MIDI-Controllern wie dem Ableton Push 3 oder Move. Die TourBox spielt in einer anderen Liga. Sie ersetzt keine Pads zum Spielen von Beats, sie mappt keine MIDI-Noten direkt auf Instrumente. Sie arbeitet auf der Shortcut- und Makro-Ebene des Betriebssystems beziehungsweise der Software. Für performatives Spielen braucht ihr weiterhin einen echten MIDI-Controller. Für den Editierungs- und Mixing-Alltag dagegen ist sie Gold.

Content Creation jenseits von Audio

Viele Gearnews-Leser produzieren neben Musik auch Video-Content, Tutorials, Fotos, Social-Media-Clips. Genau hier zeigt die TourBox Elite Plus eine zweite Stärke. DaVinci Resolve, Premiere, Final Cut Pro, Lightroom, Photoshop, alle laufen mit vorinstallierten Presets, sofort einsatzbereit. Genial!

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Die iPad-Unterstützung ist das Alleinstellungsmerkmal der Elite Plus innerhalb der Modellreihe. Wer auf dem Tablet zeichnet, retuschiert oder schneidet, bekommt mit Apps wie Procreate, Clip Studio Paint oder LumaFusion volle Unterstützung. Das Dual-Bluetooth macht den Wechsel zwischen Desktop und Tablet zum Kinderspiel. Für mich definitiv ein Gamechanger (auch wenn ich das Wort nicht mag!).

Stärken und Schwächen im Alltag

Die Verarbeitungsqualität überzeugt durchgehend. Das Gerät fühlt sich hochwertig an, nicht nach Gadget, sondern nach ernsthaftem Werkzeug. Ach, Werkzeug darf ich ja eigentlich nicht dazu sagen. Sagen wir: nach durchdachtem Arbeitsgerät.

Die Lernkurve am Anfang ist real. Elf Tasten plus drei Drehregler mit jeweils mehreren Funktionsebenen, das ist erstmal viel. Nach ein paar Tagen hat man sich aber eingegroovt, und dann geht es richtig schnell. Sogar ohne das nicht so schöne HUD.

TourBox Elite Plus
TourBox Elite Plus · Quelle: Marcus Schmahl

Negativ aufgefallen ist mir, neben der schon erwähnten Leichtgängigkeit der Drehregler, dass kein Ladekabel im Lieferumfang steckt. Das muss man separat dazukaufen oder hat es sowieso im Studio herumfliegen. Bei einem Gerät in dieser Preisklasse hätte ich das aber erwartet.

Alternativen zur TourBox Elite Plus

Wer nicht auf Drehregler und Haptik, sondern lieber auf Tasten mit visuellem Feedback setzt, schaut sich die Elgato Stream Deck-Reihe an. Die Modelle reichen vom kompakten Stream Deck MK2* bis zum großen Stream Deck XL*, dazu gibt es spezialisierte Varianten wie den Stream Deck Neo*. Jede Taste zeigt per Mini-Display an, was sie aktuell macht, das ist für reine Macro-Steuerung oft intuitiver als ein Drehregler-System. Auch hier gibt es coole Einstellungen für alle möglichen DAWs. Das solltet ihr euch einmal anschauen.

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Der direkteste Konkurrent im Drehregler-Segment ist die Loupedeck-Reihe, etwa Loupedeck Live oder Loupedeck CT. Konzeptionell sehr ähnlich zur TourBox, aber mit Mini-Displays pro Taste statt reiner Haptik.

Wer dagegen tatsächlich musikalisch performen will, also Pads spielen, Clips triggern, Synthesizer-Parameter live verbiegen und mit Ableton Live arbeitet (so wie ich), landet bei Ableton Push 3 oder dem kompakteren Move. Das ist eine andere Philosophie: Performance-Instrument statt Shortcut-Helfer. Beide Welten ergänzen sich gut, ersetzen sich aber nicht gegenseitig. Deswegen hat sich bei mir das TourBox-Upgrade zu meinem Push 3 absolut gelohnt.

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Fazit

Ich war skeptisch wegen der Werbung, ehrlich gesagt. Aber TourBox Elite Plus hat mich schnell überzeugt. Sie ist kein Ersatz für einen MIDI-Controller, das muss klar sein. Aber als Shortcut- und Makro-Zentrale für DAW-Arbeit, Videoschnitt und Bildbearbeitung spielt sie vor mir auf dem Schreibtisch liegend richtig gut mit. Die Community-Mappings nehmen einem die mühsame Konfigurationsarbeit ab, und das haptische Feedback macht das Bedienen ohne Hinschauen tatsächlich möglich.

Für 297 Euro bekommt ihr ein durchdachtes Stück Hardware, das sich in den Alltag integriert, ohne aufdringlich zu sein. Wer viel Zeit mit Tastenkombinationen verbringt, sollte sich das Ding wirklich einmal ansehen.

Pro und Kontra

Pro

  • Verarbeitung hochwertig, liegt satt und stabil auf dem Tisch
  • Haptisches Feedback differenziert pro Regler, gutes Blindbedienungsgefühl
  • Mapping-Bibliothek direkt in der App, Ableton-Live-Setup in Sekunden
  • Funktioniert mit jeder Software, die Tastaturkürzel unterstützt
  • Dual-Bluetooth: nahtloser Wechsel zwischen zwei Geräten
  • iPad-Unterstützung als echtes Plus für Content Creator

Kontra

  • Drehregler mechanisch eher leichtgängig, kein echter physischer Widerstand
  • Lernkurve am Anfang spürbar
  • HUD eher schlecht umgesetzt und nervig
  • Kein Ladekabel im Lieferumfang
  • Kein Ersatz für echte MIDI-Performance-Controller

Preis und Verfügbarkeit

Die TourBox Elite Plus kostet 297 Euro und ist direkt bei TourBox Tech erhältlich.

FAQ: Häufige Fragen zur TourBox Elite Plus

Funktioniert die TourBox Elite Plus mit DAWs? 

Ja, grundsätzlich mit jeder Software, die Tastaturkürzel unterstützt. Das schließt Ableton Live, Logic, Pro Tools, Cubase und Studio One ein. Mappings lassen sich selbst erstellen oder aus der Community-Bibliothek herunterladen.

Kann ich mit der TourBox Synthesizer-Parameter live spielen? 

Nicht im Sinne eines MIDI-Controllers. Die TourBox arbeitet auf Shortcut- und Makro-Ebene, nicht über direktes MIDI-Mapping auf Instrumente. Für performatives Spielen bleibt ein dedizierter MIDI-Controller die bessere Wahl.

Was unterscheidet die Elite Plus von der normalen Elite? 

Hauptunterschied ist die iPad-Unterstützung. Die Elite Plus ist das erste TourBox-Modell, das mit iPadOS-Apps wie Procreate oder Final Cut Pro funktioniert.

Wie lange hält die Batterie? 

Mit zwei AA-Batterien etwa zwei Monate, laut Herstellerangabe. Alternativ lässt sich das Gerät per USB-C-Kabel betreiben.

Ist ein Ladekabel im Lieferumfang enthalten? 

Nein, nur das Gerät selbst, zwei AA-Batterien und eine Kurzanleitung. Kabel und Tasche sind separat erhältlich.

Funktioniert die TourBox Elite Plus mit zwei Geräten gleichzeitig? 

Ja, über Dual-Channel Bluetooth 5.0 lässt sich die TourBox mit zwei Geräten gleichzeitig koppeln, etwa Laptop und iPad, und nahtlos zwischen beiden wechseln.

Was kostet die TourBox Elite Plus? 

297 Euro, direkt beim Hersteller.

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2 Kommentare zu “TourBox Elite Plus im Angecheckt: Genialer Workflow-Helfer oder überflüssiges Gadget?”

    Peter sagt:
    0

    Jedes Bedienelement, dass es nötig macht meine Hände von Maus/Tastatur wegzubewegen bremst zunächst mal den Workflow. Es muss also einen guten Grund geben, wie etwa bessere Haptik oder das Sparen von einigen Klicks. Sehe ich bei dem Gerät hier nicht wirklich.

      Marcus Schmahl sagt:
      0

      Für mich ist es eine Bereicherung für meinen Workflow, da ich verschiedene Befehle direkt ausführen kann, ohne umständlich mehrere Tasten auf der Tastatur gleichzeitig drücken zu müssen. Meine Hand passt perfekt auf den Controller. Für mich und meine Arbeit definitiv genial.

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