Gitarren-Boutique: NAM A2 ist hier und lehrt ToneX und Co. das Fürchten
Ein Beach-Boys-Pedal und eine neue QOTSA-Signature!
Es gab definitiv schon ruhigere Sommer in der Gitarrenwelt, allein, was Neuvorstellungen betrifft. Länger angekündigt, jetzt offiziell, ist NAM A2, die zweite Generation des Open-Source-Amp-Profilers Neural Amp Modeler. Außerdem gab es eine Sonderedition des SurfyBear-Pedals mit The Beach Boys. Und eine 12-Saiter-Tele-Signature von QOTSAs Troy Van Leeuwen ist aufgetaucht.
Diese Woche in der Gitarren-Boutique:
NAM A2: Was ist neu?
Keine Sorge, sobald mehr Details, Erfahrungsberichte und vor allem Gear, das NAM A2 unterstützt, vorhanden ist, werde ich den NAM-Guide auch entsprechend updaten. Aber hier passiert einerseits gerade sehr viel sehr schnell, andererseits fehlt da einfach auch noch ein Fundament.
Fest steht: NAM hat die Gitarrenwelt im Sturm erobert. Und seit Anfang des Jahres hatten Steven Atkinson und sein Team bereits angedeutet, dass NAM Architecture 2, so der volle Name, in der Mache sei. Das Ziel: höhere Qualität, aber auch verbesserte Kompatibilität. Und zumindest aus der Pressemeldung kann man lesen, dass genau das erreicht worden ist.
So haben über 1000 Freiwillige aus der NAM-Community über mehrere Monate hinweg mithilfe des sogenannten MUSHRA-Tests, einer industrieweit anerkannten Methode zur Beurteilung der Audioqualität, ermittelt, dass NAM A2 qualitativ ALLE anderen Modeler, von Kemper über ToneX bis zu Neural DSP, schlägt. Dazu gibt es zwei Modi: A2 Full und A2 Lite.
NAM A2 Full vs. NAM A2 Lite
Mit den zwei Ausführungen nähert sich NAM dem Problem, das Einsteigermodeler wie das beliebte GP-5 von Valeton hatten. Denn NAM A1 war für sie zu rechenintensiv. Auch Modeler von Mooer oder Nux boten wie Valeton Tools an, die NAM-A1-Profile quasi runterrechnetet, damit die CPUs der Winz-Multieffekte sie verarbeiten konnten. Mit qualitativen Einbußen.

Mit NAM A2 Lite ist das Geschichte (für die NAM-fähigen Pedale und Multieffekte, die entsprechende Updates zu NAM A2 bekommen). So ist A2 Lite so optimiert, dass er auf der in der günstigen Effekten sehr verbreiteten CPU ARM Cortex-M7 ohne Probleme läuft, mit nur 50% Beanspruchung. Auch NAM A2 Full wurde optimiert, bis zu 30% weniger CPU soll die neue Generation benötigen.
Neben dem Blackstar Beam Mini gibt es angekündigte Updates für den NAM Player von Dimehead, auch zum Anagram von Darkglass dürfte bald ein Firmware Update kommen. Was die Masse der Budget-Modeler von Hotone, Nux, Valeton und Mooer betrifft, gab es erste Meldungen, hier kann es aber noch dauern. Oder die Hersteller kommen gleich mit einer neuen Pedalgeneration.
Surfy Industries Surfybear The Beach Boys Pet Sounds Edition
Langer Name, ungewöhnliche Sonderedition. Die Spring-Reverb-Pedale von Surfy Industries sind beliebt, treffen sie doch den legendären Federhall-Sound eines Fender 6G15 Spring Reverb wie kaum ein anderes. Und in der Firma scheint es, passend zum Ursprung dieser Hall-Art, viele Fans des frühen Surf-Rocks der Fünfziger und Sechziger zu sein.

Und wer hat den wahrscheinlich mit am meisten geprägt, diesen Surf-Rock? Die Beach Boys! Und welches beste Album aller Zeiten von Mastermind Brian Wilson hat kürzlich seinen 60. gefeiert? Pet Sounds! Also hat man sich bei Surfy Industries gedacht, warum nicht verbinden, was zusammengehört? Und die Surfy Industries Surfybear The Beach Boys Pet Sounds Edition vorgestellt.
Da steckt ein echter Feder-Tank drin, das ist ein extrem limitiertes (500 Stück weltweit) Pedal, das wird die Herzen von Surf-Rock-Fans, Beach-Boys-Sammlern und Gitarristen höherschlagen lassen. Und für so ein limitiertes Pedal ist es mit 339,00 Euro bei Thomann* gar nicht mal so teuer.
Troy Van Leeuwen 12-Saiter-Tele gesichtet
Kommen wir nach NAM A2 und Beach-Boys-Pedal noch zu einem gezielten Leak. Denn vergangener Tage konnte man Troy Van Leeuwen, Leadgitarrist von Queens of the Stone Age und umtriebiger Soundtüftler, bei einem Auftritt bei der Late Night Show von Jimmy Kimmel mit einem bisher unbekannten Gitarrenmodell beobachten. Troy war Teil der Backing Band von REMs Michael Stipe und Andrew Watt, die ihren Song „I Played The Fool“ performten.
Troy lies die Bombe später in einem Post auf Instagram platzen:
Falls ihr es verpasst habt: Ich hatte das Vergnügen, zusammen mit @michaelstipe, @thisiswatt, @chadsmithofficial, @joshklinghoffer und @chrischaneybass bei @jimmykimmellive aufzutreten.
Außerdem konnte ich meine neue @fender Paranormal Troy Van Leeuwen Telecaster® XII 12-Saiter vorstellen, die ab diesem Sommer erhältlich ist. Sie klingt und sieht einfach umwerfend aus!
Eine 12-Saiter-Tele? Und Paranormal deutet in Richtung Squier, sprich, wir haben es hier mit einer günstigen Version zu tun. Da bin ich aber mal gespannt! Bis dahin gibt es ja immer noch Troys Jazzmaster-Signature in zwei Farben, hier aber etwas außerhalb der Squier-Preisregion.
Wann genau das Modell erscheint und was es kostet, darüber gibt es bisher keine konkreten Infos. Aber „diesen Sommer“ könnte theoretisch ja schon sowas wie in zwei Wochen sein. Hoffen wir’s!
Infos über die Gitarren-Boutique
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