Korg phase8 im Angecheckt: Genialer Synthesizer oder überteuerte Klangskulptur?
Stahlresonatoren, elektromagnetisch angetrieben, mit Sequencer und Wavefolder
Der Korg phase8* ist das erste Produkt von Korg Berlin, dem Berliner R&D-Ableger des japanischen Synthesizer-Herstellers unter der Leitung von Tatsuya Takahashi, dem Mann hinter Minilogue, Monotron und der gesamten Volca-Reihe. Statt eines weiteren Analog- oder Digital-Synthesizers hat Takahashi hier etwas entwickelt, das er selbst als „beyond electronics“ bezeichnet: einen achtstimmigen akustischen Synthesizer, der mit physisch schwingenden Stahlresonatoren arbeitet und diese mit klassischer Synthesizer-Logik aus Hüllkurvengeneratoren, Wavefolding und einem polymetrischen Sequencer verbindet. Das klingt nach Konzeptkunst, ist aber ein vollständig spielbares. Ob sich das lohnt, und für wen genau, das schaue ich mir in meinem Studio an.
Korg phase8 auf einen Blick
Seit drei Jahren verfolgt die Gearnews-Redaktion das Projekt Korg Berlin, von der ersten schrägen phase5-Skizze auf der Superbooth 2023 bis zum fertigen Instrument, das jetzt tatsächlich an unsere Tür klopft. Der Korg phase8 ist endlich da, und er ist genau so eigenartig, faszinierend und schwer zu greifen wie versprochen. Hier die wichtigsten Punkte:
- Acoustic Synthesis: Klangerzeugung durch elektromagnetisch angeregte Stahlresonatoren, kein Digital- oder Analogsynthesizer
- 8 unabhängige elektromechanische Stimmen, 13 chromatisch gestimmte Resonatoren im Lieferumfang (8 gleichzeitig bestückbar)
- Analoges Wavefolding, drei Amplitudenmodulationen, Trigger-Delay
- Polymetrischer Step-Sequencer mit Live-Recording und vollständiger Parameterautomation
- MIDI TRS-A In/Out, USB-MIDI, CV In (+/-5V), Sync In/Out
- Launch Edition mit 3 zusätzlichen Spezialresonatoren
- Einzigartiges Instrument
- Preis: 969 Euro
Korg phase8 im Test: Alles, was ihr über das eigenartigste Synthesizer-Konzept des Jahres wissen müsst
Von der Idee zur Maschine: die Geschichte des phase8
Wer den phase8 verstehen will, muss kurz zurückblicken. Tatsuya Takahashi gründete Korg Berlin 2019/2020 gemeinsam mit Maximilian Rest, dem Gründer des E-RM Erfindungsbüros. Das erklärte Ziel: keine weiteren Variationen bekannter Konzepte, sondern Instrumente, die es so noch nicht gibt. Auf der Superbooth 2023 erschien zum ersten Mal ein spielbarer Prototyp, damals noch unter dem Namen phase5, mit fünf Stimmen und mehr handwerklichem Charakter als Serienreife. Ein Jahr später, auf der Superbooth 2024, hieß er phase8 und sah deutlich produktreifer aus. Auf der Superbooth 2025 zeigte Korg Berlin dann Tooling-Samples, also die eigentlichen Produktionsformen, ein klares Zeichen, dass es ernst wird. Zur NAMM 2026 schließlich der offizielle Launch.
Was diesen Entwicklungsprozess ungewöhnlich macht: Korg Berlin hat ihn öffentlich geführt. Jahr für Jahr auf der Superbooth, mit Community-Feedback, mit sichtbaren Veränderungen zwischen den Versionen. Das ist in der Synthesizer-Industrie selten. Meistens erscheinen Produkte aus dem Nichts und landen sofort in den Händen der Presse. Beim phase8 hat die Community den Reifegrad des Instruments über drei Jahre mitverfolgt und entsprechend gespannt auf das fertige Produkt gewartet.
Takahashis Ansatz ist dabei immer gleich geblieben: Er wollte ein Instrument, das sich organisch und lebendig anfühlt, physisch präsent ist und auf seine Umgebung reagiert. In einem Markt, der laut Takahashi von feature-reichen Synthesizern überflutet ist, wollte er etwas, das man spürt, wenn man es spielt.
Das Konzept: Acoustic Synthesis erklärt
Was genau ist Acoustic Synthesis? Die Kurzversion: Acht dünne Stahlzungen, ähnlich den Zungen einer Kalimba oder eines Rhodes Pianos, sitzen auf dem Instrument und werden durch elektromagnetische Impulse in Schwingung versetzt. Nicht gesampelt, nicht digital modelliert. Wirklich physisch schwingend. Das bedeutet: Der Klang entsteht durch echte Materialschwingung, mit all den natürlichen Unregelmäßigkeiten, Inharmonizitäten und Obertonstrukturen, die kein Plugin so reproduziert.
Das Konzept fühlt sich an wie eine Kalimba in einem Synthesizer. Der Vergleich passt gut: Der mechanische Kern eines Daumenpianos, kombiniert mit der Steuerlogik eines Synths. Velocity pro Stimme, Envelopes die von kurz-perkussiv bis sehr lang-sustaining reichen, und ein Signalweg, der diese akustische Basis dann durch Wavefolding und Modulation weiterformt.
Was den Klang so eigenartig lebendig macht: Die Resonatoren reagieren auf die Umgebung. Der Air-Slider auf dem Frontpanel verstärkt oder dämpft die akustische Reaktion der Resonatoren auf alles, was mit ihnen in Kontakt kommt. Legt man ein Metallstück auf eine Zunge, verändert sich der Klang sofort. Berührt man sie mit einem Finger während der Sequencer läuft, passiert etwas. Das ist keine Software-Simulation von Berührungsinteraktion. Das ist echte Physik. Und das macht richtig Spaß!
Die Resonatoren: das Herzstück
Im Lieferumfang befinden sich 13 chromatisch gestimmte Stahlresonatoren. Acht davon lassen sich gleichzeitig im Instrument bestücken, in den acht vorgesehenen Slots, die offen zugänglich auf der Oberseite liegen. Die Stimmung der Skala bestimmt man also durch die Auswahl und Anordnung der Resonatoren. Das ermöglicht Pentatonik, chromatische Sets, modale Stimmungen oder vollkommen eigene Intervallstrukturen. Korg Berlin hat das Instrument von Anfang an auf dieses Prinzip ausgelegt: keine fixe Tonleiter, keine versteckte Stimmungs-Vorwahl im Menü.

Und jetzt das Ehrliche: Das Wechseln der Resonatoren ist kein schneller Handgriff. Man braucht den mitgelieferten Hex-Schlüssel, muss die Resonatoren einzeln justieren und abstimmen. Das ist kein Live-Wechsel zwischen zwei Sets, sondern ein bewusstes Rekonfigurieren des Instruments vor einer Session. Wer hofft, unterwegs schnell die Skala zu tauschen, wird enttäuscht. Wer den phase8 als Instrument mit einer einmal gesetzten Klangpersönlichkeit oder als interessante Sampling-Quelle betrachtet, kommt damit gut zurecht.
Die physische Interaktion mit den Resonatoren ist dagegen unkompliziert und unmittelbar: anschlagen, zupfen, mit Gegenständen belegen. Korg empfiehlt explizit das Experiment mit gefundenen Objekten, Münzen, Metallstücke, Holzstücke. Modwiggler-User berichten, dass das Instrument sogar auf Umgebungsgeräusche und Radiowellen reagiert hat. Ob Eigenart oder Feature ist Ansichtssache, klanglich interessant ist es in jedem Fall.
Klangerzeugung und Modulation im Detail
Die Steuerung des Klangs läuft über drei Synthesemodi, die das Verhalten der Hüllkurvengeneratoren grundlegend verändern. Je nach Modus reagiert dieselbe Resonator-Ansteuerung anders auf Velocity und Decay-Einstellung, von hartem Anschlag mit schnellem Abfall bis zu sanftem Einschwingen mit langen Sustain-Phasen. Das gibt dem Instrument mehr Klangcharakterspektrum als es auf den ersten Blick wirkt.
Im Signalweg folgt analoges Wavefolding. Wer damit gearbeitet hat, weiß, was das bedeutet: von sauber und glockenhaft bis aggressiv verzerrt und obertonreich, je nach Einstellung. Im Zusammenspiel mit den physischen Resonatoren klingt das Wavefolding anders als an einem klassischen Analog-Synthesizer, weniger vorhersehbar, weil das Eingangssignal schon von sich aus eine lebendige, inharmonische Struktur mitbringt.

Dann folgen drei Amplitudenmodulationen: Tremolo als klassischste Option, plus zwei audiorate, tonhöhenabhängige Modulationstypen. Der dritte Modus lässt sich optional harmonisch quantisieren, ein Detail, das in der Praxis bedeutet, dass die Modulation sich in tonalen Kontexten harmonisch korrekt verhält statt frei zu schwingen. Diese Modulationen klingen in Kombination mit den Resonatoren auf ihre ganz eigene Art, metallisch-lebendig, mit einer Obertonstruktur, die sich anders verhält als FM oder AM an einem digitalen Synthesizer.
Der Shift-Regler schließlich steuert einen Trigger-Delay: Der Zeitpunkt, zu dem ein Resonator angesteuert wird, verschiebt sich relativ zum Tempo. Das ist subtil, aber in polymetrischen Sequenzen ein wichtiges Gestaltungsmittel für rhythmische Komplexität ohne Programmieraufwand.

Ein wichtiger Hinweis für alle, die mit leiseren Einstellungen arbeiten: Bei zurückgenommenen Timbres ist ein deutlicher Grundrauschteppich hörbar. Das ist einerseits ein Nachteil für Klangfetischisten, aber auf der anderen Seite erzeugt dieses Grundrauschen einen atmosphärischen Charakter. Genau das habe ich bei meinem Echofix Tape Delay und genau deswegen liebe ich diesen Effekt. Für Raw Techno-Produktionen oder experimentelle Klanggestaltung ist das tatsächlich eher ein Merkmal als ein Fehler. Für tonale, saubere Pad-Sounds im Mix wird man das Gain-Staging sorgfältig planen müssen.
Und noch etwas: Kein Menü-Diving. Alle wesentlichen Parameter sind physisch auf dem Frontpanel zugänglich. Sehr schön! Es gibt eine Shift-Ebene für tiefere Einstellungen, aber kein verschachteltes Display-System, kein Scrollen durch Untermenüs. Das ist in der Korg-Berlin-Philosophie konsequent und für Performance-Einsatz ein echter Vorteil.
Sequencer und Performance
Der Sequencer des phase8 ist polymetrisch, und das ist mehr als ein Marketing-Schlagwort. Jede der acht Stimmen lässt sich mit einer eigenen Step-Länge programmieren, und die Step-Skip-Funktion erlaubt es, einzelne Schritte einer Stimme auszulassen. Daraus entstehen Patterns, die sich gegeneinander verschieben und nie ganz am selben Punkt gleichzeitig stehen. Das ist das Kernprinzip von Polyrhythmik: aus simplen Ausgangsbausteinen entwickelnd komplexer werdend.
Neben der klassischen Step-Programmierung lässt sich der Sequencer auch live und unquantisiert bespielen. Man spielt ein Pattern frei ein, der phase8 zeichnet es auf. Das Ergebnis klingt entsprechend weniger mechanisch als reine Step-Programmierung. Beide Modi lassen sich kombinieren.
Was den Sequencer noch interessanter macht: die vollständige Parameterautomation. Alle Frontpanel-Regler, Velocity, Envelope, Wavefolding, Modulation, Air und Shift, lassen sich in Echtzeit in eine laufende Sequenz aufnehmen. Wer die Volca-Reihe kennt, weiß, wie mächtig das sein kann: Man baut eine einfache Grundsequenz, beginnt dann an den Reglern zu drehen, und der phase8 speichert diese Bewegungen mit. Das Ergebnis ist eine lebendige, sich entwickelnde Sequenz, die sich bei jedem Durchlauf leicht anders anfühlt.
Acht Speicherplätze für Sequenzen stehen zur Verfügung. Das ist nicht viel, reicht für eine live-orientierte Session aber aus. Für komplexe Multipattern-Arrangements ist man auf externe Speicherung über MIDI angewiesen.
Konnektivität: der phase8 im Studio und live
Die Rückseite liest sich wie eine vollständige Integration in moderne Setups. MIDI TRS-A In und Out ermöglichen die Einbindung in MIDI-Ketten und das Senden von Sequencer-Noten an externe Geräte. USB-C übernimmt USB-MIDI-Duties und Firmware-Updates, Firmware-Version 1.2 ist bereits verfügbar. Sync In und Out erlaubt die Takt-Synchronisation mit anderen Korg-Geräten wie Volcas oder Monotrons, aber auch mit allem, was einen analogen Clocksignal versteht.
Der CV-Eingang nimmt +/-5 V entgegen und steuert damit Knob-Parameter. Konkret lassen sich externe Spannungen aus Eurorack-Systemen oder anderen CV-Quellen nutzen, um den phase8 von außen zu modulieren. Das öffnet interessante Möglichkeiten für Modular-Setups.

Audio verlässt das Gerät über einen 6,3 mm Klinke-Line-Ausgang sowie einen 3,5 mm Kopfhörerausgang. Der phase8 ist mono. Das Gerät braucht ein 12V-Netzteil und verbraucht dabei gerade mal 4,8 Watt.
Die Abmessungen: 231 × 236,5 × 46 mm, Gewicht 1,71 kg. Damit ist der phase8 ein echter Desktoptyp, der auch in eine Reisetasche passt. Nicht in jeder Situation praktisch, aber definitiv mobiler als sein Klangkonzept vermuten lässt.
Der phase8 für Electronic Music Producer: Progressive House, Melodic & Raw Techno
Rhythmische Grundlage und polymetrische Texturen
Der polymetrische Sequencer mit Step-Skip ist für elektronische Musikproduktion ein direktes Einstiegswerkzeug für nicht-symmetrische Percussion-Texturen. Stellt man zwei oder drei Stimmen mit unterschiedlichen Step-Längen ein, eine auf 8, eine auf 6, eine auf 5, entsteht sofort eine Schicht, die sich gegenüber einem 4/4-Groove kontinuierlich verschiebt, ohne dass man dafür eine DAW-Session aufmacht. Die metallischen Resonator-Sounds füllen dabei eine Frequenzlücke, die viele elektronische Produktionen leer lassen: zwischen Hi-Hats und Perkussion, im Bereich metallischer Obertöne mit natürlicher Inharmonizität. Kein Sample-Pack repliziert das. Perfekt!
Melodic Techno und Progressive House: Drones, Pads und Textur
Mit langen Decay-Einstellungen und harmonisch quantisierter Modulation lassen sich aus dem phase8 pentatonische oder modale Klangschichten ziehen, die sich wie organische Pads verhalten, dabei aber diese spezifisch metallisch-glockige Färbung behalten. Das Wavefolding plus die audiorate-Modulation erzeugen eine Obertonstruktur, die entfernt an FM-Synthese erinnert, sich aber durch den physischen Ursprungsklang deutlich davon unterscheidet.
Eine konkrete Signalkette, die gut funktioniert: phase8 (Line Out) in ein Reverb mit langen Pre-Delay-Zeiten (Valhalla Vintage Verb, Strymon BigSky oder ähnliches), dann leichte Sättigung, dann parallel zur Haupt-Pad-Schicht in den Mix. Der phase8 muss dabei nicht im Vordergrund stehen. Als atmosphärische Texturschicht, die dem Mix Tiefe und Lebendigkeit gibt, ist er außerordentlich effektiv.
Raw Techno: Noise, Feedback und präparierte Resonatoren
Der Grundrauschteppich bei leisen Timbres ist im Raw-Techno-Kontext kein Problem, sondern eine Ressource. Mit einem Gate-Plugin in der DAW lässt sich dieser Noise-Anteil rhythmisch formen, entweder tight an den Kick sidechain-komprimiert oder als eigenständige Rauschlayer zwischen den Hauptelementen. Objekte auf die Resonatoren legen erzeugt sofort industrielle, unberechenbare Charaktere: ein Stück Metallblech auf zwei Zungen ergibt eine Klangfarbe, die kein Preset je replizieren wird.
Für die Clock-Synchronisation: Den Sync-Eingang direkt von einer TR-ähnlichen Drum-Maschine, einem Elektron-Gerät oder der DAW befeuern. Der phase8 läuft dann tight im Groove, die polymetrischen Patterns liefern dennoch Bewegung und Verschiebung über dem stabilen Rhythmusfundament.
Praktischer Tipp
Den phase8 nicht als Hauptinstrument kaufen, sondern als dedizierte Textur- und Percussion-Maschine einplanen und von Anfang an in eine Effektkette integrieren. Ohne externe Effekte bleibt der Grundsound schnell eindimensional. Mit Reverb, Delay und einem Granular-Prozessor (Output Emergence, Granulator II von Max for Live) öffnet sich der Klangraum erheblich. Wer erst testen möchte, ob der phase8-Sound zur eigenen Musik passt: Loopop bietet fertige Multisamples des Instruments auf Patreon an. Das ist kein Ersatz für das Gerät selbst, aber eine ehrliche Vorabeinschätzung des Klangcharakters.
Fazit: ein Instrument für Neugierige
Der Korg phase8 ist kein Synthesizer-Kauf, sondern ein Philosophie-Kauf. Wer ein Instrument sucht, das tonale Flexibilität, viele Presets und breites Spektrum bietet, ist hier falsch. Wer dagegen wissen will, wie es klingt, wenn eine Stahlzunge elektromagnetisch angesteuert, durch einen analogen Wavefolder geschickt und von einem polymetrischen Sequencer getriggert wird, und wer bereit ist, mit der Physik des Instruments zu spielen statt nur Regler zu bedienen, der bekommt hier etwas, das es in keinem Softwarekatalog gibt.
Für elektronische Musikproduktion im Bereich Melodic Techno, Raw Techno und atmosphärischen Progressive House ist der phase8 für mich als Textur- und Percussion-Maschine außerordentlich interessant, sobald man ihn konsequent in eine Effektkette einbettet. Als Allein-Instrument klingt er schnell eingeschränkt. Als Teil eines größeren Setups entfaltet er eine Klangdimension, die schwer zu beschreiben, aber sofort hörbar ist.
Korg Berlin hat mit dem phase8 bewiesen, dass vier Jahre öffentliche Entwicklung zu einem echten Produkt führen können. Das ist nicht selbstverständlich, und der phase8 ist definitiv das Ergebnis wert.
Preis und Verfügbarkeit
Korg phase8 ist für 969 Euro hier bei Thomann* erhältlich.
Pro und Kontra
Pro
- Klangkonzept vollständig eigenständig, kein anderes Instrument auf dem Markt klingt so
- Vollständig frontpanel-zugänglich, kein Menü-Diving
- Polymetrischer Sequencer mit vollständiger Parameterautomation, performativ und mächtig
- Physische Interaktion als echtes musikalisches Feature
- Solide Konnektivität: MIDI, CV, Sync, USB-MIDI
- Für das, was es ist: der Preis ist fair
Kontra
- Pitch- und Klangfarbenspektrum bewusst schmal, kein Allrounder-Synthesizer
- Resonatoren wechseln ist zeitaufwendig, kein spontaner Live-Wechsel möglich
- Deutlicher Grundrauschteppich bei leisen Timbres
- Braucht externe Effekte, um über den Kern-Sound hinaus zu wachsen
- Nur 8 Sequenz-Speicherplätze
- Mono-Ausgang
FAQ: Häufige Fragen zum Korg phase8
Was ist Acoustic Synthesis beim Korg phase8?
Acoustic Synthesis bezeichnet das von Korg Berlin entwickelte Prinzip, bei dem Stahlresonatoren durch elektromagnetische Impulse physisch in Schwingung versetzt werden. Der Klang entsteht durch echte Materialschwingung, kein digitales Modell, keine gesampelte Quelle.
Ist der phase8 ein polyphones Instrument?
Ja, mit acht unabhängigen elektromechanischen Stimmen. Polyphonie funktioniert dabei durch die gleichzeitige Ansteuerung mehrerer Resonatoren, die alle unterschiedlich gestimmt sein können.
Kann man den phase8 chromatisch spielen?
Im Prinzip ja. Mit den 13 mitgelieferten, chromatisch gestimmten Resonatoren lässt sich eine vollständige Skala aufbauen. Da aber nur 8 Resonatoren gleichzeitig bestückt sind, ist immer eine Auswahl nötig. Welche Töne verfügbar sind, entscheidet man durch die Bestückung.
Wie laut ist der phase8 ohne Verstärker?
Die Resonatoren erzeugen ein akustisches Signal, das in ruhiger Umgebung leise hörbar ist, ähnlich einer Kalimba. Für den musikalischen Einsatz ist der Line-Ausgang vorgesehen.
Funktioniert der phase8 mit Eurorack?
Ja. Der CV-Eingang nimmt +/-5 V entgegen und erlaubt die Steuerung von Knob-Parametern durch externe Spannungsquellen. Sync In/Out ermöglicht die Clock-Synchronisation mit modularen Systemen.
Wie aufwendig ist das Wechseln der Resonatoren?
Mehrere Minuten, mit dem mitgelieferten Hex-Schlüssel. Kein Schnellwechsel, sondern eine bewusste Rekonfiguration vor einer Session. Für spontanen Live-Einsatz nicht geeignet.
Gibt es einen MIDI-Out für externe Geräte?
Ja, MIDI TRS-A Out ist vorhanden. Der Sequencer kann Noten an externe MIDI-Geräte senden.
Ist der phase8 für Einsteiger geeignet?
Technisch ist das Gerät zugänglich, kein Menü-Diving, alle Parameter auf dem Frontpanel. Konzeptuell richtet er sich aber eher an Musiker, die Interesse an experimenteller Klangerzeugung mitbringen und wissen, was sie von einem Nischen-Instrument erwarten.
Welche Effekte passen gut zum phase8?
Reverb und Delay sind naheliegend und funktionieren hervorragend. Externe Effekte sind eine gute Ergänzung. Granular-Prozessoren wie Granulator II oder Output Emergence heben den Grundsound in eine andere Dimension. Für Raw Techno-Einsatz sind Gate und Sidechain-Kompression sinnvoll.
Weitere Informationen
- Korg phase8 auf der offiziellen Produktseite
- Korg Berlin
- Korg phase8 bei Korg USA
- Alles zu Korg bei Gearnews
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