KORG, u-he, Native Instruments, Ableton: Sound-Boutique
Neues über Sounds, Presets, Samples und Ableton Live
Die Superbooth 26 ist zu Ende, hoffentlich hast du trotzdem noch nicht genug von Synthesizern, Samplern und Sounds. Denn hier in der Sound-Boutique geht es natürlich nur darum. Heute liest du über ein Melodic Techno Sound-Pack für KORG minilogue XD, ein Soundset für u-he Zebra 3 und einen supercoolen ROMpler mit Konsolen-, Homecomputer- und Soundkarten-Samples. Wer sich für Max for Live interessiert, bekommt einen neuen Modulations-Effekt vorgestellt.
Inhalt:
Melodic Techno V3 für KORG minilogue XD von NatLife Sounds
KORG minilogue XD gibt’s bereits seit ein paar Jahren, der Synthesizer ist aber immer noch sehr beliebt. Das liegt nicht nur am recht günstigen Preis, sondern auch an der Leistung. Der hybride Synthesizer spielt mit vierstimmiger Polyphonie, mit zwei analogen Oszillatoren als Quelle, ergänzt von der digitalen Multi-Engine. Oszillator-Sync und Ringmodulation beherrscht minilogue XD ebenfalls.
Durch die Unterstützung der logueSDK können immer wieder neue Synthese-Modelle auf KORG minilogue XD geladen werden – das macht diesen Synthesizer so vielseitig. So sind zum Beispiel FM-, VA- und additive Synthese möglich oder auch Waveshaping, Resonator-Modeling und mehr. Und auch die digitalen Effekte lassen sich darüber erweitern.

Das 2-polige Filter mit Drive-Schaltung verpasst den Sounds des KORG ebenfalls Charakter, für Modulationen eignen sich neben zwei Hüllkurven und LFO auch der Joystick. Der polyphone Step-Sequencer mit Motion-Sequencing sorgt für Spaß. Und wer es wie Angine de Poitrine oder Aphex Twin machen will, kann auch Micro-Tuning mit 23 Preset- und 6 User-Skalen nutzen.
500 Presets lassen sich am KORG minilogue XD speichern. Neben den 200 Factory-Presets stehen 300 Plätze für eigene Sounds bereit. Falls du diesen Synthesizer besitzt und noch ein paar Slots frei hast, könnte dieses Soundset von NatLife vielleicht etwas für dich sein:
NatLife Sounds liefert dem KORG minilogue XD mit Melodic Techno V3 insgesamt 25 neue Presets, die ganz dem Namen zufolge speziell für Melodic Techno gemacht wurden. Stilistisch werden Artists wie Ben Böhmer, Deadmau5, Trillucid oder Martin Rot genannt.
Die Patches in diesem Soundset verwenden keine zusätzlichen Engines und entstehen nur durch die internen Möglichkeiten des Synthesizers. Bässe, Leads und Pads bilden den Schwerpunkt, neben den 25 Presets gehören auch 25 Sequenzen zu diesem Sound-Pack.
- 25 Euro kostet die Sammlung hier bei NatLife Sounds. KORG minilogue XD bekommst du bei Thomann, auch als Modul ohne Tastatur. Hier ein Überblick*.
ZEBRA 3 FLUX Soundset für u-he Zebra 3 von ZenSound
Jahrelang mussten wir Zebra 3 warten und jetzt der Synthesizer von u-he bereits seit ein paar Tagen erhältlich. Auch ich habe ihn mir direkt zur Veröffentlichung zugelegt und habe hoffentlich bald ein bisschen mehr Zeit mich damit zu beschäftigen. Denn Zebra 3 ist in Bezug auf die Möglichkeiten einfach nur riesig – da kann man sich schon eine ganze Zeit mit beschäftigen. Ein guter Einstieg ist übrigens das kostenlos erhältliche Zebralette 3 Plugin, um einfach mal zu sehen, was sich mit nur einem einzelnen Oszillator aus Zebra 3 schon alles anstellen lässt.
Auch wenn Zebra 3 noch nicht lange offiziell verfügbar ist, konnten sich auch viele bereits mit der Beta-Version vertraut machen. Einige haben die bestimmt schon dafür genutzt, ein paar erste Presets zu erstellen, deshalb gibt es schon ein paar Sounds von Drittanbietern. Vor zwei Wochen habe ich eins vorgestellt, jetzt gibt es mit ZEBRA 3 FLUX bereits Nachschlag – wobei die 1200 Factory-Presets natürlich auch schon eine Hausnummer sind!
Wer von Zebra 3 nicht genug bekommen kann und noch mehr Sounds sucht – vielleicht auch als „Anschauungsmaterial“ für zukünftige eigene Patches, bekommt mit diesem Soundset 130 neue Presets.
Klanglich bewegen sich die Sounds zwischen dystopischen Soundtracks, experimentellem Sounddesign und modernen cinematischen Klängen. Der Fokus liegt auf metallischen Texturen, „instabilen“ Filter-Strukturen, „zerstörten“ Synth-Sounds und kühlen harmonischen Klangfarben – das habe ich mir nicht ausgedacht, sondern so beschreibt es der Hersteller.
Das Soundset macht viel Gebrauch von den Comb-Filtern und Modal-Resonatoren in Zebra 3, so soll ein organischer Klang wie von richtigen Instrumenten erzeugt werden. Artists wie Ben Salisbury, Geoff Barrow, Nine Inch Nails, Mac Quayle, Hildur Gudnadottir, Sam Slater und Gustavo Santaolalla nennt der Hersteller als Vorbilder für diese Patches.
Sequenzen, Bässe, Leads, Pads, Synth-Sounds, Bells, Mallets, ein paar Flöten und ebenso Soundscapes deckt das Soundset ab. Modulation wird unterstützt, insgesamt 30 Patches nutzen vier Makro-Controller.
- 35 Euro kostet die Preset-Sammlung hier bei ZenSound. U-he Zebra 3 bekommst du auch bei Thomann*. Und noch mal zur Erinnerung: Wer vor dem 1. November 2022 eine Zebra-2-Lizenz erworben hat, sollte im Account des Herstellers im Bereich „Meine Lizenzen” eine Upgrade-Option sehen.
Super Audio Cart 2: Der Sound von 19 Spielkonsolen, Handhelds und Computer-Soundchips für Kontakt
Ja ich weiß: Super Audio Cart 2 ist nicht brandneu, aber vor ein paar Tagen wurde ein Update mit 200 neuen Presets veröffentlicht und das ist doch Grund genug, um mal über diese Kontakt Library zu berichten. So viel Neues gab es aus der Welt von Kontakt auch nicht in den letzten Tagen – also schauen wir uns mal dieses Instrument etwas genauer an.
Wer den Sound von Konsolen wie PS1, Nintendo 64, Game Boy Advance, NES, Mega Drive, Commodore C64, SNES, Game Boy, Commodore Amiga und weiteren Klassikern ebenso schätzt wie spezielle Soundchips und Soundkarten, bekommt mit Super Audio Cart 2 so etwas wie den ultimativen ROMpler.
Die Mühe, die Impact Soundworks hier reingesteckt hat, ist beachtlich. Anstatt zum Beispiel bei den Systemen, die PCM-Samples verwenden, einfach nur aus den Spielen zu sampeln, wurden stattdessen vergleichbare Sounds erstellt und dann wieder von der Originalkonsole wiedergegeben. Zudem wurden viele Original-Samples der Originale lizenziert.
6000 Soundquellen kommen hier zum Einsatz. Die Sound-Engine selbst arbeitet mit vier Layern, mit eigenen Einstellungen für jeden Layer inklusive Arpeggiator und Sequencer. Die Sounds unterstützen Legato und Portamento, acht Makro-Regler und zwei X/Y-Pads stehen für das Spielen bereit.
Mit Effekten gibst du den Sounds den gewünschten Feinschliff, auch hier orientieren sich die FX teils an dem Sound der Vorlagen. Du kannst die Klänge aber auch mit verschiedenen Filtertypen (wie von Moog oder Oberheim) bearbeiten, mit Vibratos versehen, Wavetables wie von 8-Bit-Systemen erstellen und noch viele weitere Sachen anstellen.
Kurz gesagt ist Super Audio Cart 2 eine wahre Fundgrube für alle Fans von Chipsound und Videospiel-Soundtracks. Das aktuelle Update fügt wie eingangs gesagt neue Presets hinzu und wurde an einigen Stellen noch ein bisschen verbessert.
- Auper Audio Cart 2 ist für 199 US-Dollar hier bei Impact Soundworks erhältlich. Die Library funktioniert bereits mit dem kostenlosen Kontakt Player (7.10.7 oder neuer). Die Vollversion von Native Instruments Kontakt bekommst du bei Thomann*, der Sampler ist auch in Komplete enthalten.
Interferator M4L: Organische Modulation für Ableton Live mit Max for Live
Mathematik wird zu Bewegung in diesem neuen Device für Max for Live. Die Erweiterung für Ableton Live macht viele Ideen möglich, bei Interferator M4L geht es um folgenden Gedanken: Was passiert, wenn sich Welleninterferenzen für Sounddesign nutzen lassen?
Praktisch, dass man nichts von Physik oder Mathematik verstehen muss, um diesen Audio-Effekt zu nutzen. Bei Interferator M4 geht es im Prinzip um Modulation, die in diesem Fall nicht einfach über einen einfachen LFO vorgenommen wird, sondern stattdessen über vier unabhängige Rauschfelder.
Die Ergebnisse klingen organisch, unvorhersehbar und musikalisch:
Die vier Noise-Layer können mit unterschiedlichen Algorithmen erzeugt werden, was dem Entwickler zufolge sich ständig bewegende mathematische Landschaften entstehen lässt. An drei voneinander unabhängigen Stellen nimmt das Device „Proben“, um daraus dann die Modulationen zu erzeugen. Diese lassen sich auf interne oder externe Ziele zuweisen.
Mit den Reglern „Density“ und „Entropy“ lässt sich von Ambient-Sounds bis zu chaotischen oder rhythmischen Jitter-FX morphen. Außerdem gibt’s einen Tilt-Regler, um die Komplexität des Effekts einzustellen. Mit dem Tempo-Parameter wird zudem die Geschwindigkeit eingestellt – damit sind mit sehr niedrigen Werten auch „eingefrorene“ Effekte möglich.
Ja, das klingt alles mal wieder ziemlich wissenschaftlich, aber das Tolle an solchen Effekten ist ja wie gesagt, dass man nicht alles immer wirklich verstehen muss. Wie das oft bei Max for Live Devices ist, sieht hier alles ein bisschen einfach aus, aber am Ende entscheidet ja eigentlich nur der Sound.
- Interferator M4L kostet zur Einführung 10 Euro und ist hier bei Phasenpunkt erhältlich. Eine Anleitung findest du als PDF oder online auf der Website. Ableton Live 12.4 (oder neuer) mit Max for Live (9.1.4 oder neuer) ist erforderlich. Die Erweiterung ist in der Ableton Live Suite enthalten und die bekommst du natürlich auch bei Thomann*.
Weitere Infos über KORG, u-he, Native Instruments und Ableton
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