Weirde Controller für Synthese
Besondere und ungewöhnliche Controller und Synthesizer
Hallo zum Wochenende. Hier folgen einige skurrile, aber auch interessante Steuergeräte, Synthesizer und wilde Ansätze für Sounds. Sind magnetische Drumcomputer die Zukunft? Steuern Kugeln und Magnete künftig unsere Musik?
Synthesizer und Weirde Controller
Stacco: Der Magnetkugel-Controller
Mit diesen offenbar ebenfalls magnetischen Kugeln auf einem Spieltisch lassen sich Sounds auslösen. Innerhalb der Kreise aktivieren sie verschiedene Samples. Das wirkt für Geräuschemacher interessant oder sorgt schlicht für eine besondere Optik. Kaum jemand erwartet eine solche haptische Idee. Auf einer Bühne erzeugt dieses System definitiv eine andere Wirkung als etwa ein Digitakt.
Laut Angaben des Herstellers kommt hier KI zum Einsatz, die mit kleinen Sample-Sets gefüttert wird. Wie und wann etwas ausgelöst wird, zeigt auch das Video. Intelligent Instrument Lab, der Hersteller, bewertet klassische Schnittstellen für Musik offenbar als weniger geeignet. Später zeigt sich außerdem, dass statt der Kugeln auch Magnete als feinfühlige Steuerung dienen können, etwa als kleine Elemente, die sich am Finger befestigen lassen.
Die Kugeln bewegen sich durch Anziehung zur Mitte und Gravitation um den markierten Kern. Ähnliche Controller-Ideen existieren auch virtuell, etwa beim modwave von Korg oder beim Liine Lemur, der früher unter dem Namen Jazzmutant auftrat. Dort ließen sich ebenfalls virtuelle „Kugeln“ über eine Fläche bewegen, inklusive simuliertem Verhalten wie Gravitation oder Reibung. Hier erfolgt das Ganze jedoch physisch.
Etwas später zeigt das Video eine leicht weirde Controller-Performance mit Kugeln auf selbst erstellten Mustern, die auf den Spieltisch gelegt werden. Das funktioniert sogar zu zweit.
- Mehr dazu bei Intelligent Instruments Lab
Etwas Ähnliches wie diese Abstandsidee findet sich auch im Soma Labs Flux. Das Gerät arbeitet ebenfalls mit zwei Magnetzeigern und lässt sich eher als modernes Theremin-Konzept verstehen.
Nicht nur weirde Controller tauchen hier auf. Auch ein entsprechender Talk begleitet die Präsentation:
Tembo – weirder Controller als Looper und Drum-Sequencer
Dies ist ein magnetischer, hölzerner Sequencer, der über Magnete in fünf Spuren Instrumente ansteuert. Die Bedienung erfolgt direkt am Gerät und erinnert fast an ein Holzspielzeug.
Besonders edel wirkt die Beleuchtung unterhalb des Holzes, sodass das Lauflicht quasi durch das Material hindurchschimmert. Pro Spur stehen acht Steps zur Verfügung, was ein sehr minimalistisches Konzept ergibt, zugleich jedoch optisch auffällt. Unten links befindet sich die Looper-Steuerung, rechts die Auswahl der sieben Drumsets.
Zusätzlich lassen sich Audiosignale aufnehmen und anschließend sequenzieren. Angeblich warten bereits über 21.000 Interessenten auf Newsletter und Bestellstart. Ein Countdown zeigt den Verkaufsbeginn an und läuft voraussichtlich ab, sobald dieser Artikel am Wochenende erscheint. Das Interesse wirkt also groß. Der Preis bleibt bislang unbekannt.
Tembo unterstützt auch MIDI, um das Gerät mit einer DAW zu synchronisieren. Der Betrieb erfolgt normalerweise über Batterie. Auf seinem Ständer, leicht zum Spieler geneigt, wirkt das Gerät zudem sehr dekorativ.
Im Kern agiert Tembo eher als Drummachine, da fünf Drumsamples zum Einsatz kommen. Unklar bleibt bislang, ob sich diese austauschen lassen. Eigene Sounds lassen sich jedoch aufnehmen und anschließend im Grid ansteuern.
- Der Hersteller firmiert als „Musical Beings„. Dort gibt es mehr dazu.

In Star Trek fiel einst die Aussage „Tembo, seine Arme weit“. Nicht jeder verstand sie, vielleicht jedoch du. Sie stammt von einem schwer verständlichen Volk, das ausschließlich in Metaphern spricht. Viel Spaß mit einem Strauß unnützen Partywissens.
Übrigens enthält Tembo sogar ein Mikrofon und einen Lautsprecher, denn das Konzept richtet sich an „alle“, nicht nur an Musiker. Beim Spielen entsteht damit sicher eine beeindruckende Wirkung.
Was ist das für ein weirder Controller im Titelbild?
Es handelt sich um ein Fahrrad, auf dem ein Aufbau mit einem Clavia MicroModular und einem Standard-Controller fast bis zur Unkenntlichkeit verbaut und versteckt wurde. Hinzu kommen weitere Elemente wie Effektpedale. Über dieser Installation befinden sich Lautsprecher, die sich mechanisch drehen. Die Fahrradpedale treiben diese Drehbewegung an.
Dabei rotieren die Speaker nicht nur in eine Richtung. Im Inneren befindet sich ein weiterer, unabhängiger Drehmechanismus, sodass sich der Klang in verschiedene Richtungen bewegen lässt. Zum Einsatz kommen Druckkammer-Lautsprecher, aber auch normale Standardlautsprecher.

Es dürfte wohl keinen weirderen Controller geben als ein Fahrrad. Oder doch? Echt analog! Schönes Wochenende für dich!
Übrigens ließ sich das in Köln bei Robodonien erleben, einer speziellen Veranstaltung für Metallkonstruktionen, eher dysfunktionale Roboter und mehr.