50 Hz Brummen bei der E-Gitarre: Wo es herkommt – und wie du es endlich loswirst
Du stehst im Proberaum, alles ist bereit, das Bier ist kalt, der Amp läuft – und dann kommt es: dieses tiefe, nervige Brummen, das einfach nicht verschwinden will. Willkommen im Alltag vieler Gitarristen. Das berühmte 50 Hz Brummen ist kein Defekt, sondern ein physikalisches Problem. Und genau deshalb lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen.
50 Hz Brummen – Inhalt
Was sind eigentlich diese 50 Hz?
In Europa arbeitet unser Stromnetz mit einer Frequenz von 50 Hz. Das bedeutet einfach gesprochen: Der elektrische Strom wechselt 50 Mal pro Sekunde seine Richtung. AC/DC und so.
Das Problem: Diese Frequenz ist nicht nur in der Steckdose, sondern auch überall um dich herum. Kabel, Netzteile, Lampen, Bühneninstallationen – sie alle erzeugen elektromagnetische Felder. Und genau diese Felder fängt deine Gitarre ein.
Warum gerade deine Gitarre brummt
Besonders anfällig sind klassische Single-Coil Tonabnehmer. Sie bestehen aus einer einzigen Spule die wirkt wie eine kleine, recht leistungsfähige Antenne.
Das Ergebnis: Neben deinem Gitarrensignal wird auch das elektromagnetische Störsignal aufgenommen. Und das äußert sich als typisches 50 Hz Brummen.
Das ist kein Fehler, sondern schlicht durch die Bauweise der Tonabnehmer begründet. Genau deshalb wurden später Humbucker entwickelt, die dieses Brummen durch gegenphasige Spulen unterdrücken. Moderne Lösungen wie Noiseless Pickups versuchen heute, beide Welten zu kombinieren: klassischen Sound, aber ohne Nebengeräusche.
Typische „Brumm-Verstärker“ im Alltag
Was viele unterschätzen: Das 50 Hz Brummen und andere Störgeräusche kommt selten nur von der Gitarre selbst. Oft ist die Umgebung der eigentliche Übeltäter.
Klassische Störquellen sind:
- LED-Lampen und Dimmer
- Billige Netzteile
- Computer und Monitore
- Mehrfachsteckdosen mit schlechter Abschirmung
Gerade moderne Haushalte sind voll von solchen Störquellen. Das kann auch erklären, warum dein Setup zu Hause manchmal mehr brummt als im Proberaum – oder eben umgekehrt.
Auch Du bist Teil des Problems
Jetzt wird’s unangenehm: Auch du selbst spielst eine Rolle und bist Teil des Problems.
Dein Körper wirkt wie eine Verlängerung der Antenne. Deshalb verändert sich das 50 Hz Brummen oft, wenn du dich drehst vom Amp entfernst oder die Saiten berührst.
Dieses Prinzip ist übrigens auch der Grund dafür, dass das Brummen oft leiser wird, sobald du die Saiten anfasst. Die Erdung deiner Gitarre funktioniert – und dein Körper hilft dabei.
Schnelle Lösungen für weniger 50 Hz Brummen

Die gute Nachricht: Du musst nicht sofort neue Pickups kaufen. Oft reichen ein paar einfache Maßnahmen:
- Position ändern: Dreh dich im Raum. Klingt banal, funktioniert aber oft sofort.
- Störquellen eliminieren: LED-Licht aus, Netzteile weg vom Signalweg. Besonders wichtig im Homestudio.
- Saubere Stromversorgung: Hochwertige Netzteile und getrennte Stromkreise helfen enorm. Gerade bei der Stromversorgung von Pedalboards und Co. ein nicht zu vernachlässigender Punkt.
- Abschirmung der Gitarre: Kupferfolie oder leitender Lack im Elektronikfach können das Grundrauschen deutlich reduzieren.
Wann sich ein Upgrade wirklich lohnt
Wenn du regelmäßig mit viel Gain spielst oder im Studio arbeitest, kommst du irgendwann an Grenzen. Dann sind folgende Optionen sinnvoll:
- Humbucker für maximale Ruhe
- Noiseless Pickups als Kompromisslösung
- Aktive Tonabnehmer für nahezu komplette Brummfreiheit
Gerade bei High-Gain-Sounds wird aus einem kleinen Brummen schnell ein echtes Problem – hier zahlt sich gutes Equipment sofort aus.
Fazit: Kein Fehler, sondern Physik
Das 50 Hz Brummen ist kein Zeichen für schlechtes Gear, sondern ein Nebeneffekt der Realität, in der wir spielen.
Wer versteht, woher das 50 Hz Brummen kommt, kann gezielt dagegen arbeiten. Und oft reicht schon ein kleiner Dreh am eigenen Setup, um aus einem nervigen „BZZZZ“ wieder das zu machen, worum es eigentlich geht: Sound.
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