VPS Avenger 2.5 angekündigt: Die Open Beta bringt MIDI-Sequencer, Piano Roll, drei neue Effekte und mehr!
Open Beta für alle Besitzer von VPS Avenger 2 startet ab sofort
Vengeance-Sound hat heute mit VPS Avenger 2.5.0 die erste öffentliche Beta der kommenden Version 2.5 seines Software-Synthesizers veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht ein komplett neuer MIDI-Sequencer mit Arrangement-Ansicht, Piano Roll, MIDI-Aufnahme und MPE-Bearbeitung. Dazu kommen drei neue Effekte, Round Robin für Drumkits und frische Modulationsmöglichkeiten. Wow! Testen dürfen die Beta alle Besitzer von VPS Avenger 2. Mein Download ist schon gestartet.
VPS Avenger 2.5 Beta: MIDI-Sequencer, Effekte und alle Neuerungen im Überblick
VPS Avenger 2.5: Mein Blick auf ein Update für Sounddesigner
Ich zähle mich selbst zu den Heavy Usern von Vengeance-Sound Tools und seinem Flaggschiff-Synth. Schon Version 2 von Avenger war ein großer Schritt nach vorne, und für Sounddesigner ist dieser Synthesizer definitiv mehr als eine Spielwiese, nämlich ein echter kreativer Ideengeber.
Der MIDI-Sequencer ist für mich auf den ersten Blick nicht der Hauptgrund zum Update. Wer sich aber näher damit beschäftigt, bekommt womöglich eine ziemlich spannende Spielwiese für abgefahrene Arpeggios samt Pitch- und anderen Modulationen. Besonders der MIDI-Import und die Audio-to-MIDI-Funktion könnten hier punkten, und auch die neuen Effekte klingen vielversprechend. Dann sehen wir uns die Neuerungen der Reihe nach an.
Neuer MIDI-Sequencer mit eigener Spur pro Oszillator
Die größte Neuerung von Avenger 2.5 ist der integrierte MIDI-Sequencer, der jedem Oszillator eine eigene Spur spendiert. Innerhalb eines MIDI-Parts lassen sich außerdem bis zu zehn Modulation Controller bearbeiten.
Eine neue Arrangement-Ansicht erlaubt es, Parts zu verschieben, zu kopieren, zu duplizieren, zu schneiden, zusammenzufügen, zu stauchen, zu strecken und umzukehren. Loop-Bereiche und Mehrfachauswahl gehören ebenfalls zum Workflow.

Für die Detailarbeit in Avenger 2.5 gibt es einen Part Editor mit Piano Roll. Noten zeichnet ihr im Draw-, Brush- oder Line-Modus ein, zusätzlich stehen eine Velocity Lane und mehrere CC-Lanes samt Kurvenbearbeitung bereit. Zoom-Funktionen und das automatische Folgen der Wiedergabeposition runden den Editor ab.
Avenger 2.5 unterstützt außerdem MIDI-Recording und Step-Recording, ein integriertes Metronom mit Precount hilft beim Einspielen. Das offizielle Video zeigt den neuen Workflow:
MPE, Track-Funktionen und neue Modulationsquellen in VPS Avenger 2.5
Auch für expressive Performances wurde der Sequencer ausgebaut. Per MPE lassen sich Pitch-Kurven für einzelne Noten zeichnen und mit nachfolgenden Noten verbinden, dazu kommen Per-Note-Modulation und Humanize. So lassen sich sicher extrem spannende Verläufe erzeugen.
Auf Track-Ebene stehen unter anderem Shuffle, Transposition, Key Ranges, Input Velocity sowie MIDI Key Follow mit Note Offset und Octave Offset zur Verfügung. Neu sind zudem Track-Velocity und MIDI-Controller-Tracks als Modulationsquellen, die ihr per Drag-and-drop auf beliebige Modulationsziele innerhalb von Avenger zieht. Genau hier dürften Sounddesigner einiges ausprobieren.

MIDI-Import und -Export, dazu experimentelles Audio-to-MIDI
Ein neuer Import-Browser unterstützt ARP-Presets und MIDI-Dateien, die ihr direkt auf eine Sequencer-Spur oder in den Part Editor zieht. Umgekehrt exportiert ihr einzelne Parts oder komplette Tracks als MIDI-Dateien, damit wandert musikalisches Material bequem zwischen Avenger und eurer DAW hin und her. Das ist super gelöst.
Ausdrücklich experimentell ist die Funktion Audio-to-MIDI: WAV-Samples landen per Drag-and-drop auf einer Sequencer-Spur, und Avenger versucht, das Audiomaterial in MIDI-Daten zu verwandeln. Sehr interessant! Parts bekommen außerdem eigene Farben über einen Color Picker, sämtliche Sequencer-Bearbeitungen unterstützen Undo und Redo, und Hotkeys lassen sich frei zuweisen.
Sparkle Delay, Scorch Flanger und Dynamic EQ
Die interne Effektsektion wächst um drei Effekte: das Sparkle Delay, den Scorch Flanger und mit DYN EQ einen dynamischen Equalizer. Der vorhandene Bitcrusher wurde überarbeitet und bietet jetzt zusätzliche Optionen sowie einen neuen Randomizer.

Round Robin für Drumkits und weitere Modulationsfunktionen
Pro Drum-Slot lassen sich nun bis zu sieben zusätzliche Round-Robin-Samples laden. Verschiedene Round-Robin-Modi und individuelle Gain-Einstellungen pro Sample sollen für natürlichere Variationen sorgen, neue Samples zieht ihr direkt auf die jeweiligen Slots.
Der Noise-Bereich der Oszillatoren bekommt einen neuen Cross-Modulation-Modus (XMOD). Beim EventTrigger dürfen alle Macro-Buttons der zusätzlichen Module als Triggerquellen dienen und im Kontextmenü der Slots findet ihr die neue Funktion „Clear Sample“. Modulierende Parameter wie LFOs oder Filter-Cutoff zeigt die Oberfläche jetzt inklusive ihrer Min/Max-Peaks an, außerdem steigt die Zahl der standardmäßigen Undo-Schritte von 20 auf 50.
Weniger CPU-Last und viele Bugfixes
Laut Changelog hat Vengeance Sound die CPU-Performance mehrerer Module optimiert, insbesondere die Filter profitieren davon. Die erste Beta behebt außerdem zahlreiche Fehler aus früheren Versionen, darunter Probleme mit ARP Legato und Connect, Modulationen der Filter Envelope, Mod-Envelope-Trigger, doppelte Trigger im Drum-Sequencer, klickende Artefakte bei Phaser und AA Reverb sowie Fehler beim Laden und Verwalten von Presets und Expansions.
Weitere Korrekturen betreffen die FM-Zuweisungen von OSC 8, Wavetable-Dateien, Expansion-Images, das Routing und die Modulationsmatrix. Auf macOS wurde zudem ein Rechtsklick-Problem in der ARP-Pattern-Control behoben.
Preis und Verfügbarkeit
VPS Avenger 2.5.0-beta.1 steht ab sofort als Open Beta für alle Besitzer von VPS Avenger 2 über euren Account bereit. Wer den Synthesizer noch nicht besitzt, bekommt Avenger 2 aktuell hier bei Thomann* für 219 Euro.
Beta-Status und Zugang: Meine Einschätzung
Dass die Beta zunächst nur Besitzern von Avenger 2 offensteht, ist ein ganz normaler Weg und kein Kritikpunkt. Bedenken solltet ihr dagegen den Beta-Status selbst: Es können noch Fehler und Bugs auftreten, und besonders Audio-to-MIDI bezeichnet Vengeance Sound ausdrücklich als experimentell. Für produktive Sessions mit Deadline würde ich die Beta deshalb erst einmal separat ausprobieren.
Spannend wird, ob sich der Sequencer im Alltag tatsächlich als Quelle für ungewöhnliche Arpeggios und Modulationen bewährt. Ich bin sehr gespannt darauf.
Weitere Informationen
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