Sonic Visualiser 3 GUI OSX

Gewinnt keinen Designpreis, ist aber nicht ganz hässlich  ·  Quelle: Sonic Visualiser

Wer sich mit Audioanalyse beschäftigt oder mal in den Bereich geschnuppert hat, wird Sonic Visualiser zumindest schon einmal gelesen haben. Zumindest mir kommt das Programm als kostenlose und Open Source (GNU GPLv2) Alternative zuallererst in den Sinn – vor allem wohl, weil ich immer auf der Suche nach Crossplattform-Programmen für Win, Mac und Linux bin. Der Analyzer hat es nun zur Version 3 geschafft.

Analyse

Was ein Analyser genau macht, muss ich wohl keinem sagen: Es analysiert Audiodaten. Sonic Visualiser analysiert neben der Waveform der WAV, OGG oder MP3 Datei auch das Spectrogramm zusätzlich in Melodic Range und Peak Frequency und außerdem das Spektrum. Die Besonderheit ist die Pane-Ansicht, in der alles übereinander angezeigt wird. Es muss nicht immer in der DAW passieren, vor allem, wenn man grad eh nichts mit Musik schaffen möchte.

Was ist neu?

Sonic Visualiser 3 bringt neue Features mit, das gehört sich für einen Major-Release. Audio Recording hatte ich mir schon lange gewünscht. Da ich gerne Mikros und Preamps (auf Hobbybasis) durchleuchte, ist das ein Schritt weniger für mich. Außerdem kommen Retina bzw. High DPI Support und SVG bzw. PNG Export dazu. Audiodateien länger als 2^32 sind nun auch möglich (2038 kann kommen) – aber nur für die, die auf einem 64 Bit System mit 64 Bit Programm-Build arbeiten. Kleinere Neuerungen wie neue Farben oder Skalen sind auch mit im Umfang.

Außerdem wurde im Hintergrund die Geschwindigkeit und Stabilität verbessert. Eine Plug-in-Fehlfunktion kann nun nicht mehr das gesamte Programm ins Datennirvana schicken. Die Optik wirkt immer noch sehr altbacken und ist im Vergleich zu der sonst vorherrschenden Software „funktionell“ bis ziemlich hässlich. Auch die Räder zum Zoomen in den Panes erinnern mich an Software aus den frühen 2000ern. Aber immerhin darf man auch mit Mausrad und gedrückter Shift- bzw. Alt-Taste das Gleiche tun. Irgendwann übersieht man es. Dennoch wünsche ich mir eine elegantere Lösung.

Vamp Plug-ins

Wie auch bei Audacity setzt man bei Sonic Visualiser auf VAMP Plug-ins. Die kann man grundlegend mit VST vergleichen. Der Unterschied ist, dass die Ausgabe nicht für musikalische Zwecke als veränderte Audiodaten erfolgt, sondern rein für die Analyse gemacht ist.

Vamp Plug-ins Overview How To

Für den DAW-Musiker ist das Programm freilich eher nichts. Wer sich allerdings etwas mit Audioanalyse beschäftigen möchte, sollte hier mal vorbeischauen. Das Programm steht kostenlos als Open Source für Windows, OSX und Linux zum Download bereit. Find ich klasse, dass die Entwicklung weiter geht. Jetzt fehlen mir noch eine schnelle Editier-Funktionen und (wie den Entwicklern auch) eine einfache Möglichkeit, VAMP Plug-ins zu installieren zum großen Glück. Eine Live-Analyse wäre auch klasse, aber dafür gibt’s ja andere Programme.

Mehr Infos

  • Mx

    echt cool, danke für den Tipp! Wie du schon sagst, wenn live Audioinput möglich wäre, wäre’s noch genialer. Aber gut, dafür bleibt’s dann wohl bei Smaart, Systune, Room EQ Wizard :)