von  Marcus Schmahl  | |  Lesezeit: 9 Min | Unsere Wertung: 4,5 / 5,0
Softube Flow Studio: Hardware-Controller inklusive Plugins für Makro-Mixing und Sounddesign – Angecheckt!

Softube Flow Studio: Hardware-Controller inklusive Plugins für Makro-Mixing und Sounddesign – Angecheckt!  ·  Quelle: Marcus Schmahl

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Mixing frisst Zeit. Zu viele Plugins, zu viele Entscheidungen, zu viel Feinarbeit. Genau hier setzt Flow Studio an und dreht das Prinzip einfach um. Statt jeden Parameter einzeln anzufassen, steuert ihr komplette Signalwege über wenige Regler. Klingt radikal und fühlt sich im Studio genau so an. Ich habe mir in meinem Studio angeschaut, ob und wie das wirklich funktioniert. Angecheckt!

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Softube Flow Studio – Das Wichtigste in Kürze

Softube Flow Studio verfolgt einen klaren Ansatz: weniger Detailarbeit, mehr direkte Entscheidungen im Klang. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • USB-C Hardware-Controller kombiniert mit Flow Mixing / Mastering Plugin und On-Screen-Display
  • Flow Mode, Detail Mode und DAW Mode als zentrale Arbeitsmodi
  • „Flows“ als vorgefertigte Signal Chains für typische Aufgaben
  • bis zu 8 Makro-Parameter pro Flow („Flow Controls“)
  • 100+ Flows und 25+ enthaltene Softube Effekte (weitere über Abo möglich)
  • Unterstützung für 80+ Softube Plugins und 300+ Flows insgesamt
  • eigener Flow-Editor für individuelle Chains
  • DAW-Steuerung für Volume, Pan, Solo/Mute und Sends
  • Fokus auf schnellen Workflow statt Detailbearbeitung

Softube Flow Studio im Angecheckt

Flow Studio ist weder ein klassischer Hardware-Controller noch ein reines Plugin. Es ist vielmehr ein geschlossenes System aus Hardware, Software und einer bestimmten Workflow-Idee. Und genau das macht es so interessant. Über die Hardware-Qualität brauchen wir nicht zu sprechen, diese ist typisch Softube-like und fühlt sich sehr hochwertig an.

Während viele Tools versuchen, bestehende Mixing-Konzepte möglichst realistisch nachzubilden, geht Softube hier einen anderen Weg. Flow Studio orientiert sich nicht an klassischen Channelstrips oder einzelnen Geräten, sondern an kompletten Signalketten, die über Makros gesteuert werden.

Das System zwingt euch dazu, schneller Entscheidungen zu treffen, statt euch in Details zu verlieren. Genau deshalb habe ich mir den Controller bestellt, um zu sehen, wie sich mein Workflow damit verändert.

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Softube Flow Studio Hardware-Controller
Softube Flow Studio Hardware-Controller · Quelle: Softube

Flow Studio im Flow Mode: Warum Mixing plötzlich schneller geht

Der zentrale Einstiegspunkt in Flow Studio ist der Flow-Mode. Hier arbeitet ihr mit sogenannten „Flows“. Das sind vorbereitete Signal-Chains für typische Anwendungen wie Drums, Vocals, Synths oder Gitarren. Jeder Flow umfasst mehrere Effekte und wird über wenige Regler gesteuert.

Diese Regler sind keine klassischen Parameter, sondern Makros. Ein einzelner Dreh des „Big Knobs“ kann gleichzeitig mehrere Einstellungen in verschiedenen Plugins verändern. Das können EQs, Kompressoren oder Effekte innerhalb der Kette sein.

Der große Omni Knob geht noch einen Schritt weiter. Je nach Modus steuert er entweder mehrere Makros gleichzeitig oder er greift global in den Signalfluss ein, beispielsweise beim Input oder Output.

Das fühlt sich nicht nach klassischem Mixing an, sondern eher nach Sounddesign auf einer höheren Ebene. Und genau das funktioniert auf Anhieb überraschend gut.

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Detail Mode: Wie viel Kontrolle ihr wirklich behaltet

So schnell der Flow-Mode ist, so wichtig ist der Detail-Mode für die Balance.

Hier könnt ihr tiefer in die Signal-Chain eintauchen. Ihr könnt einzelne Plugins durchgehen, Parameter direkt anpassen und gezielt verändern. Besonders interessant ist die Möglichkeit, eigene „Favoriten” zu erstellen. Damit lassen sich Parameter aus verschiedenen Plugins zusammenziehen und auf einer Seite bündeln.

So bleibt Flow Studio nicht zu oberflächlich. Genau hier entscheidet sich, ob das Konzept wirklich funktioniert. Ihr habt weiterhin Zugriff auf Details, aber nur, wenn ihr sie wirklich braucht.

Großes und übersichtliches Display
Großes und übersichtliches Display · Quelle: Softube

DAW Mode: Integration in das eigene Studio

Neben Flow und Detail Mode gibt es den DAW Mode. Hier übernimmt der Controller klassische Aufgaben. Im DAW Mode übernimmt Flow Studio Volume, Pan, Solo, Mute, Sends und die Track-Auswahl direkt „hands-on“.

Das ist keine echte Revolution, aber wichtig für die Arbeit im Studio und sorgt dafür, dass ihr keinen zusätzlichen Controller braucht. Flow Studio lässt sich dadurch direkt in bestehende Projekte integrieren, ohne dass ihr ständig zwischen Maus und Controller wechseln müsst.

Allerdings gilt: Der Fokus liegt klar auf dem Arbeiten mit Flows, nicht auf vollständiger DAW-Kontrolle. Diese ist nur für einfache Aufgaben konzipiert.

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Flows im Flow Studio: Warum daraus ein ganzes System entsteht

Der vielleicht wichtigste Punkt ist das Konzept hinter den Flows selbst. Mit über 100 enthaltenen Flows und Unterstützung für viele weitere Varianten wird Flow Studio schnell zu einer deutlich größeren Plattform für Mixing und Mastering. Die enthaltenen Softube-Effekte bilden dabei die Basis, können aber durch zusätzliche Plugins erweitert werden.

Eigene Flows lassen sich erstellen, speichern und sogar teilen. Das macht das System langfristig deutlich flexibler, als es auf den ersten Blick wirkt.

Hier entsteht ein Workflow, der sich über Zeit an die eigenen Arbeitsweisen anpasst.

Flow Studio vs. Console 1: Zwei komplett unterschiedliche Ansätze

Softube selbst stellt Flow Studio bewusst neben Console 1. Console 1 ist klassisches Mixing:

  • Channel Strip
  • feste Parameter
  • Muscle Memory
Softube Flow Studio vs. Console-1
Softube Flow Studio vs. Console-1 · Quelle: Softube

Flow Studio geht einen anderen Weg:

  • Makros statt Einzelparameter
  • komplette Chains statt einzelner Plugins
  • Geschwindigkeit statt Präzision

Beide Systeme schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Sie können sich sehr gut ergänzen. Flow Studio für schnelle Entscheidungen, Console 1 für Feinarbeit und Profis, die jeden einzelnen Parameter direkt „anfassen“ wollen.

Praxis: Was Flow Studio im Studio wirklich verändert

Die neuen Funktionen von Flow Studio klingen auf dem Papier bereits vielversprechend. Wirklich spannend wird es aber erst in der Praxis. Also habe ich mir angesehen, wie sich das Konzept beim Produzieren von elektronischer Musik in meinem Studio mit Ableton Live 12 tatsächlich einsetzen lässt.

Gerade bei elektronischer Musikproduktion entstehen viele Ideen aus Bewegung: Filterfahrten, modulierte Sequenzen oder Effektautomation. Genau dort zeigt Flow Studio schnell, ob es wirklich neue kreative Möglichkeiten eröffnet oder eben nicht.

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Einsatz des Controllers

Wichtig ist, dass ihr jeden Kanalzug, den ihr mit Flow Studio bedienen wollt, auch mit dem Flow Mixing Plugin ausstattet. Das ist eine Grundvoraussetzung. Nur so kann der Controller die Daten des Kanals auslesen und diesen steuern.

Dieses Prinzip ist identisch mit dem Console-1-Workflow. Das Plugin verbraucht ohne aktivierten „Flow“ so gut wie keine CPU, sodass ihr eure wichtigsten (oder gleich alle) Kanäle damit bestücken solltet.

Die Plugins
Die Plugins · Quelle: Softube

Drums formen und bewegen

Bei Drums wird sofort klar, worauf Flow Studio abzielt. Anstatt einzelne Plugins zu laden und Parameter zu setzen, arbeitet ihr direkt mit kompletten Chains. Ein Flow für Drums enthält natürlich eine sofort einsetzbare Grundbearbeitung für Kick, Snare und kompletten Drum-Loops. Über die Makros lassen sich dann typische Eingriffe wie Druck, Transienten, Sättigung und Raumanteil direkt steuern.

Das reagiert sofort und zwingt euch nicht, erst über Plugins nachzudenken. Entscheidungen passieren im Moment und nicht erst nach dem nächsten Plugin. Das fühlt sich direkt an und hält euch im Flow, statt euch aus dem Track zu reißen.

Synths und Sounddesign

Flow Studio wird besonders interessant bei Synthesizer-Sounds. Hier steht weniger das klassische Mixing als vielmehr die Klanggestaltung im Vordergrund. Die Makros greifen oft gleichzeitig in mehrere Bereiche ein und verändern den Sound deutlich.

Das fühlt sich eher wie ein Instrument an als wie klassisches Mixing. Schon kleine Bewegungen führen zu großen Veränderungen. Für Sounddesign und Ideensuche kann das extrem inspirierend sein. Hier verliert man sich schnell im Sound. Genau das macht den Reiz aus.

Display-Varianten
Display-Varianten · Quelle: Softube

Mixing und Master-Bus

Im Mixing-Kontext zeigt sich die zweite Seite von Flow Studio. Hier geht es nicht um Feinjustierung, sondern um schnelle Richtungsentscheidungen im Mix. Statt einzelner Parameter zählt hier das Gesamtbild aus Balance, Tonalität und Dynamik.

Auch auf dem Master-Bus kann das System sinnvoll eingesetzt werden, etwa für erste Klangformen oder schnelle Anpassungen. Wichtig ist dabei das Gain Staging. Laut Softube spielt der Eingangspegel eine wichtige Rolle, und empfohlen werden hier Peaks zwischen -12 dB und -6 dB.

Typische Einsatzgebiete für elektronische Musik

Flow Studio eignet sich besonders für den schnellen Aufbau von Drum-Sounds, für das Sounddesign von Synths und Effekten sowie für die kreative Bearbeitung von Vocals, Loops und Samples. Auch beim schnellen Mixen von Ideen oder als Vorbereitung für die spätere Detailarbeit spielt das System seine Stärken aus.

Fazit

Flow Studio ist kein klassisches Mixing-System und will es auch nicht sein. Es verschiebt den Fokus von einzelnen Parametern zu größeren klanglichen Entscheidungen. Genau das macht das Arbeiten direkter und in vielen Situationen auch kreativer.

Am Anfang fühlt sich das ungewohnt an. Nach kurzer Zeit merkt man jedoch, wie schnell man zu Ergebnissen kommt, ohne sich in Details zu verlieren. Flow Studio zwingt euch dazu, mehr zu hören und weniger zu analysieren. Und genau das ist im Studio oft der entscheidende Unterschied.

Preise und Spezifikationen

Softube Flow Studio ist ab sofort hier bei Thomann* zum Preis von 389,00 Euro erhältlich. Das Paket enthält die Flow Studio Suite mit 25 Softube-Effekten. Mit einem optionalen Flow-Abonnement lassen sich bis zu 145 zusätzliche Flows und über 65 Plugins freischalten. Die Hardware ist mit fünf berührungsempfindlichen Analog-Feel-Reglern, einem hochauflösenden 4,3-Zoll-Bildschirm sowie einem DSP mit geringer Latenz (für Plugin-Monitoring) ausgestattet.

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Softube Flow Studio
Softube Flow Studio
Kundenbewertung:
(1)

Pro und Kontra

Pro

  • sehr schneller Workflow
  • Makro-Steuerung über komplette Signal Chains
  • inspirierender Ansatz für Sounddesign
  • schnelle Entscheidungsfindung im Mix
  • Kombination aus Hardware und Software
  • erweiterbares Ökosystem
  • hochwertige Hardware

Kontra

  • Eingewöhnung notwendig
  • weniger geeignet für sehr detailliertes Mixing
  • stark vom Flow-Konzept abhängig

FAQ

Was ist Softube Flow Studio?

Ein System aus Hardware-Controller und Plugin zur Steuerung von Signal Chains über Makros.

Was sind „Flows“?

Vorgefertigte Effektketten, die über wenige Regler gesteuert werden.

Kann man eigene Flows erstellen?

Ja, eigene Chains lassen sich speichern und wiederverwenden.

Ist Flow Studio für Mixing geeignet?

Ja, vor allem für schnelle Entscheidungen und grobe Klanggestaltung.

Ersetzt Flow Studio klassische Plugins?

Nein, es ergänzt sie durch einen anderen interessanten Workflow.

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