Elektron, u-he, Native Instruments, Ableton: Sound-Boutique
Neues über Sounds, Presets, Samples und Ableton Live
Trotz der anhaltenden Sommerflaute haben wir wieder ein paar schöne Neuheiten aus der Welt der Synthesizer, Samples und Sounds herausgefischt. Wir berichten heute über neue Patches für Elektron Analog Four, Presets für u-he Repro und gleich zwei Kontakt-Librarys, die du dir unbedingt mal anschauen solltest. Und für Ableton Live (mit Max for Live) gibt’s ein kostenloses Device für Sounddesign. Nächste Woche ist die Sound-Boutique wieder am Dienstag mit einer neuen Ausgabe am Start. Bis dahin!
Inhalt:
128 neue Patches für Elektron Analog Four
Wer hätte damit gerechnet, dass Elektron dem Analog Four nach einer gefühlten Ewigkeit in diesem Sommer ganz überraschend ein neues Firmware-Update verpasst? Daran zeigt sich, dass Elektron seine Produkte über Jahre pflegt, denn das Original dieses vierstimmigen multitimbralen Analog-Synthesizers gibt es ja schon eine ganze Weile. Die MKII-Version bleibt dem grundliegenden Konzept natürlich treu, verpasst dem System aber einen schickeren Look und ein paar Workflow-Upgrades.
Elektron Analog Four ist auch heute noch interessant, denn schließlich kommen wieder die Tugenden des Herstellers zusammen: Hochwertige Klangerzeugung wird mit diesem ganz besonderen Sequencer und ein paar grundlegenden Effekten zu einem Gesamtpaket verschnürt, das weitaus mehr als nur die Summe seiner Teile ist. Schön gesagt, oder?

Vier Stimmen stehen zur Verfügung, die jeweils mit zwei analogen Oszillatoren, zwei Sub-Oszillatoren und einem Rauschgenerator ausgestattet sind. Für die Klangformung stehen pro Stimme ein vierpoliges analoges Tiefpassfilter und ein zweipoliges analoges Multimode-Filter zur Verfügung. Ein analoger Overdrive sorgt bei Bedarf für zusätzliche Sättigung und Druck.
Für Modulation bietet der Synthesizer von Elektron zwei frei zuweisbare LFOs sowie eine Amp-Hüllkurve und zwei weitere zuweisbare Hüllkurven pro Stimme Die einzelnen Stimmen lassen sich auch für Unison-Sounds kombinieren. Der live-taugliche Sequencer bietet die ganzen Tricks, für die Elektron so geschätzt wird und erlaubt sogar die Steuerung externer analoger Geräte über CV/Gate. Und mit dem letzten Update steht nun auch endlich ein euklidischer Sequencer zur Verfügung!
Aber vermutlich weißt du das alles ja schon und deshalb beenden wir den „Lobgesang“ nun einfach und widmen uns diesem neuen Soundset – denn darum geht es ja eigentlich:
Die Preset-Sammlung heißt ganz schlicht „Elektron Analog Four Patches“ – die ganze Kreativität ist hier scheinbar in das Soundset geflossen. Und das überzeugt klanglich, wenn ich mir das Video anhöre. Stilistisch geht es hier um Sounds, die von Artists wie Boards of Canada oder Tycho inspiriert sind. Alles klingt schön warm, sommerlich und ein bisschen verwaschen. Perfekt für Ambient, Electronica, Downtempo Lo-Fi, Vaporwave und artverwandte Stile.
128 Presets sind in diesem Paket enthalten und alle Sounds sind mit der MKI- und MKII-Version von Elektron Analog Four kompatibel, die Keys-Variante wird ebenso unterstützt. Die Macro-Regler werden nicht genutzt, aber das Modwheel wird von den Patches unterstützt.
Die Elektron Analog Four Patches klingen in dem Sounddemo wunderschön, hier noch ein paar Beispiele auf Soundcloud:
- 14 US-Dollar kostet die Sammlung hier bei Synth-Patches, weitere Infos zu dem Sound-Pack findest du ebenfalls auf der Website. Elektron Analog Four gibt‘s hier bei Thomann*.
Reflections Soundbank für u-he Repro
Nachdem wir mit ein paar sehr warmen Sounds für Elektron Analog Four eingestiegen sind, geht es nun mit einem Soundset für u-he Repro weiter. Die zwei enthaltenen Synthesizer Repro-1 und Repro-5 gelten ja auch heute noch als Maßstab für Plugins mit einem überzeugenden analogen Sound und der in Berlin beheimatete Hersteller ist ja zudem für seine langlebige Produktpflege bekannt. Repro wird also noch eine ganze Weile in den DAWs laufen!
Neue Presets-Packs erscheinen regelmäßig, sehr aktuell ist zum Beispiel dieses hier:
Reflections nimmt sich Sounds vor, die einen Vibe der 1980er versprühen – in Musikstilen wir Synthwave wird genau so ein Charakter heute schwer gefeiert. Laut dem Anbieter Produkt Audio stehen hier Presets im Vordergrund, die eine „kommerzielle“ Klangästhetik mit High-End-Sound versprühen und dabei verträumt und „smooth“ rüberkommen.
50 Presets enthält die Sammlung, darunter befinden sich Bässe, Pads, Leads, Key, Riffs und typische Synth-Sounds. Wenn du Repro ein paar neue Patches gönnen willst, könnte Reflections ja etwas für dich sein.
- 13 US-Dollar kostet die Sammlung hier bei Produkt Audio. Das Plugin ist bei Thomann erhältlich*.
Zwei neue aufregende Librarys für Native Instruments Kontakt
In dieser Woche möchte ich gleich zwei Librarys für Kontakt vorstellen, denn beide machen einen interessanten Eindruck.
The Sculpture von Sonuscore präsentiert sich als Sound-Design-Instrument, das sich auf eine Metall-Skulptur von Klaus Gündchen bezieht:
Jeder Sound hier basiert auf dieser Metallskulptur – einer resonanten Struktur, die im Detail aufgenommen und in ein spielbares Instrument für den kostenlosen Kontakt Player verwandelt wurde.
Angeschlagen, gestrichen, geschabt oder irgendwie anders zum Klingen gebracht, erzeugt das Metallkunstwerk Sounds wie unheimliche Drones, schimmernde Anschläge, ätherische Resonanzen und metallische Pulse, die „von zarter Atmosphäre bis hin zu roher, unmittelbarer Klanggewalt reichen“. The Sculpture will mit diesem Instrument einen Klangbereich abdecken, den die meisten Metallinstrumente so nicht erreichen.

Die Library bietet quasi zwei Instrumente in einem. So lassen sich die Samples einzeln spielen oder direkt in fünf Layern kombinieren und mit Granular-Synthese, Effekten und Arpeggiatoren bearbeiten. Vier Mikrofon-Positionen stehen zur Verfügung und ein ganzes Set von verschiedenen Artikulationen. Nice!
Aktuell bekommst du The Sculpture für 79 Euro (statt 99 Euro). Die Library funktioniert bereits mit dem kostenlosen Kontakt Player. Weitere Infos findest du hier bei Sonuscore.
Envoy – so heißt diese Neuvorstellung für Native Instruments Kontakt, die von Emergence Audio entwickelt wurde.
Der Hersteller bezeichnet Envoy als ein „Rhythmic Variator“, der aus 600 analogen Synth-Percussion-Sounds besteht, die hier auf zwei Layern beim Spielen miteinander kombiniert werden. Insgesamt kommen 6000 Samples zum Einsatz, denn jeder Percussion-Sound besteht aus zehn Round-Robins. Das bereits mit dem kostenlosen Kontakt Player laufende Instrument bietet 273 Presets.
Beim Blick auf das Interface zeigt sich, wie viel Arbeit hier hineingesteckt wurde. Beide Layer verfügen über einen eigenen Sequencer mit eigener Clock und einem Master-LFO, der hier wie ein dritter Taktgeber und Divisor funktioniert. Für jeden einzelnen der bis zu 32 Steps stehen individuelle Einstellungen für Anschlagstärke, Tonhöhe, Länge, Panorama sowie Hoch- und Tiefpassfilter bereit. Jeder Step lässt sich zudem randomisieren.
Über die Crossfade-Matrix verbinden sich die beiden Layer, der Master-LFO steuert dabei den Mix, ebenso lässt sich das Modwheel dafür nutzen. Envoy sieht nach einem spannenden Tool für das Entwickeln von Beats und Rhythmen aus, das auf schnellen Weg Ergebnisse erzielt, die sonst bestimmt mehr Zeit beanspruchen.
Zur Einführung bezahlst du 149 US-Dollar (statt 199 US-Dollar). Envoy läuft bereits mit dem kostenlosen Kontakt Player (8.1 oder neuer). Weitere Infos gibt’s auf der Website von Emergence Audio.
- Deine ganz eigenen Sample-Librarys kannst du mit der Vollversion von Native Instruments Kontakt erstellen. Den Software-Sampler bekommst du bei Thomann* – auch als Teil der neuen Komplete Bundles*.
Kostenlos: Noise Map für Ableton Live mit Max for Live
Von dem Musiker und Entwickler Remo De Vico haben wir hier schon einige Max for Live Devices vorgestellt, heute ist er mal wieder mit einer interessanten Neuheit dabei. Noise Map ist ein kostenloses Device, das aus Samples lebendige Soundscapes erstellt.
Dabei setzt Noise Map auf eine minimalistische Bedienung, die ganz schnell zu Ergebnissen führt. Perfekt für ein paar Klangexperimente mit deinen Samples!
Im Prinzip durchfährst du hiermit Samples, wobei jede Position unterschiedliche Verschiebungen im Sound ergibt und zwischen einzelnen Punkten in der „Sample-Karte“ überblendet. Dabei kommen insgesamt vier Soundquellen zum Einsatz: Neben dem eigentlichen Sample gehören weißes und rosa Rauschen dazu, das wird mit „Soft Tones“ ergänzt.
Laut Remo De Vico eignet sich Noise Map gut für Drones, Ambient-Texturen und cinematische Klangwelten. Die Position in dieser gerade beschriebenen „Sample-Map“ kann auch automatisiert werden, aber selbst ohne großes Zutun driften die Klänge von ganz alleine. Ein schönes Tool, das zum Experimentieren einlädt.
- Noise Map bekommst du kostenlos hier im Gumroad-Store von Remo De Vico. Ableton Live (10.1 oder neuer) mit Max for Live ist erforderlich. Die Erweiterung ist in der Ableton Live Suite enthalten und die bekommst du natürlich auch bei Thomann*.
Weitere Infos über Elekton, u-he, Native Instruments und Ableton
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Weitere Videos über Elektron Analog Four
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