von claudius | Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Ein wahlich edles Stück: die Les Paul Supreme Florentine  ·  Quelle: gibson.com

Was für eine schöne Marmor-Lackierung auf der Les Paul Classic Rock - aber warum ist der Korpus hinten komplett schwarz?  ·  Quelle: gibson.com

Modern und trotzdem klassisch: die SGS3 2015  ·  Quelle: gibson.com

Die neue Explorer Blackout - Gibsons besonders böse Axt  ·  Quelle: gibson.com

Die Firebird 7 sollte es auch mit Mini-Humbuckern geben, dann wäre sie auch was für mich  ·  Quelle: gibson.com

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Eigentlich wurde ja erst die 2015er Serie von Gibson vorgestellt, aber da kommen schon wieder neue Gitarren. Diesmal sind es allerdings keine regulären Serienmodelle, sondern kommen als Limited Run. Schauen wir doch mal genauer hin.

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Zu meiner Erleichterung sind aber nur zwei Les Paul Modelle dabei: LP Supreme Florentine und LP Classic Rock. Dazu gibt es eine SGS3, eine Explorer Blackout und eine Firebird 7. Finde ich klasse, da immer nur Les Paul auf Dauer für manche auch langweilig wird und Gibson mehr zu bieten hat. Ironischerweise sind gerade die beiden Paulas richtige Leckerbissen.

 

Gibson Les Paul Supreme Florentine

Endlich mal wieder ein Modell mit scharfem Cutaway wie bei den alten Archtops. Der Body ist, wie es sich für eine Paula gehört, aus Mahagoni. Allerdings ist die Florentine mit Hohlkammern ausgestattet, damit die Bandscheiben auch nach vielen Jahren noch geschmeidig mitmachen.

Die gewölbte, zweiteilige Ahorndecke kommt gleich in doppelter Ausführung: vorn und hinten. Beide sind in Caribbean Blue mit durchscheinender Maserung lackiert. Ich finde die Farbe verdammt lecker. Der Hals ist natürlich aus Mahagoni mit einem sehr ungewöhnlichem Griffbrett: Dark Richlite. Das ist kein Holz, sondern eine Zellulosekombination. Man findet das als Ersatz für Ebenholz oder Palisander in verschiedensten Produkten, aber nicht nur in Gitarren, sondern auch bei Küchenbrettchen oder als Passagiertische in der Boeing 747. Da Gibson aber nicht der einzige Gitarrenhersteller mit dem Material ist, mache ich mir da keine Sorgen, was den Klang angeht, sondern freue mich über ein Bäume-freundliches Klangmaterial.

Body und Hals sind durchgängig mit einem weißen Binding eingefasst. Passend dazu gibt es durchweg goldene Hardware und Bigsby-Tremolo System. Natürlich haben auch die beiden Pickups (490er Humbucker am Hals und 498er am Steg) passende goldene Kappen. Eine klassische Les Paul Schaltung benötigt natürlich auch pro Pickup ein Volume- und Tone-Poti. Trussrod-Abdeckung und die Grover Tuner sind natürlich auch in gold. Fehlen eigentlich nur noch goldene Bundstäbe und die Optik wäre pures Bling Bling. Trotzdem wirkt es dabei nicht überladen, sondern einfach nur edel.

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Im Lieferumfang ist ein passender brauner Hartschalenkoffer und ein Echtheitszertifikat enthalten. Preislich ist die Gibson Les Paul Supreme Florentine bei  einer stattlichen UVP von 5999 USD angesetzt. Ich denke, der Straßenpreis wird in Europa sehr ähnlich sein. Leider ist sie hier noch nicht gelistet – den Link reiche ich natürlich nach.

 

Gibson Les Paul Classic „Rock“

Eine weitere Les Paul. Diesmal etwas bodenständiger, aber nicht minder schön. Die Les Paul Classic „Rock“ Series ist in Turquoise (deutsch: Türkis) lackiert. Allerdings kommen die Anführungsstriche im Namen nicht von ungefähr – spätestens damit wird die Anspielung auf Marmorstein klar. Leider ist die Farbe nur auf der gewölbten Ahorndecke aufgetragen. Seiten, Rückseite und der komplette Halsrücken sind deckend schwarz lackiert. Somit fallen der Mahagoni-Body und -Hals nicht auf. Das muss man mögen.

Sonst ist die Paula klassisch ausgestattet: Burstbucker 1 und 2 mit Chromkappe, Chrom Tune-O-Matic Brücke und Stoptail und Chrom-Tuner von Grover. Auf dem Palisandergriffbrett sind klassische Trapez-Inlays eingelassen. Anstatt der üblichen vier Potis verbaut Gibson hier pro Pickup einen Volumeregler mit Coil-Split Funktion und einen gemeinsamen für Tone. Anstelle des vierten Reglers sitzt ein 15 dB Turbo-Boost für den Extraschub.

Für 2099 Euro gibt es neben der Gibson Les Paul Classic Rock noch einen passenden Gibson Vintage Koffer in braun dazu.

 

Gibson SGS3 2015

Weiter geht’s mit dem nächsten Klassiker: der SG. Die SGS3 2015, von Gibson als Black Beauty getauft, kommt komplett in schwarz daher. Mahagoni-Body und Hals mit Palisander-Griffbrett inklusive Trapez-Inlays sind sehr klassisch gehalten, aber warum auch nicht. Schließlich möchte man mit einer SG auch den SG Sound.

Optisch wurde die Black Beauty komplett mit Goldhardware bestückt. Macht im Zusammenspiel mit der deckenden, glänzenden Ebony-Lackierung schon was her. Schade, dass Halsbinding und das Schlagbrett cremefarben bzw. weiß bleiben. Als Tremolosystem kommt ein sehr stylisches Vibrola-System zum Einsatz, bei dem man den Hebel zur Seite wegklappen kann. Hoffentlich hält das neue Modell besser die Stimmung als das Vintage-Original, dafür hat es ziemlichen Charme.

Am Steg und in der Mittelposition werden je ein 57s Classic Humbucker verbaut, am Hals eine etwas heißere Ausgabe des 57s Classic Humbuckers. Jeder bekommt seinen eigenen Volume-Regler und einen gemeinsamen Tone-Regler. Die Vintage-Style Tuner sind ebenfalls in Gold mit Creme-Kappen (Perloid).

Die Gibson SGS3 2015 kommt ebenfalls mit einem Vintage Koffer in braun. Sie kann bereits für 2299 Euro bestellt werden.

 

Gibson Explorer Blackout

Yet another black one. Die Explorer Blackout richtet sich optisch klar an die härtere Fraktion. Mahagoni-Body und -Hals sind deckend schwarz (Ebony) lackiert.

Das Griffbrett ist laut Gibson „Composite“. Das kann viel heißen, zu deutsch einfach nur „Gemisch“ oder „Zusammensetzung“. Ob da nun verschiedene Holzsorten oder wieder das Richlite wie bei der o.g. LP Supreme Florentine zum Einsatz kommt, konnte ich bisher nicht herausfinden. In einschlägigen Foren wie Gearsluts oder MyLesPaul werden die wildesten Vermutungen angestellt, ob es nun ein Holz- oder Kunststoffmix ist oder wie Soylent Green gar aus Menschen besteht. ;)

Dafür gibt es ein schwarzes Binding. Warum auch immer, richtig auffallen tut es nicht. Der einzige Farbtupfer an der ganzen Gitarre sind die Split Diamond Inlays und der Gibson-Schriftzug am Headstock.

Auch bei der Pickup Auswahl wird klar, dass sich die Gitarre an den bösen Rockern und Metallern orientiert: Es sind die sehr outputstarken Dirty Fingers Humbucker verbaut, die nach meiner Erkenntnis einen guten Ruf in der Metal-Szene genießen.

Die Gibson Explorer Blackout ist aktuell noch nicht lieferbar und ist bei einem UVP von 1999 USD angesetzt. Der Europreis wird sicherlich ein wenig darunter liegen. Sobald sie auftaucht, gibt’s den Link hier.

 

Gibson Firebird 7

Der Feuervogel hat seit seiner ersten Veröffentlichung in den frühen 60ern viele Formen durchlebt. Die neuste ist der Firebird 7 in Blue Mist. Ich brauche es schon fast nicht mehr erwähnen, tue es aber trotzdem: Der Body ist natürlich aus Mahagoni. Der Hals ist ein neunstreifiger Mix aus Mahagoni und Walnuss, der bis zum unteren Gurtpin durch den Body durchgeht. Wenn ich mich recht erinnere, sind die klassischen Hälse der Feuervögel zwar auch durchgehend, aber nur fünfteilig.

Auf dem Hals sitzt ein Palisander-Griffbrett mit Block-Inlays und weißem Binding. Ich muss ich für mich feststellen, dass das Binding nicht wirklich zum Rest der Gitarre passt. Aber zum Glück sind die Geschmäcker verschieden.

Gibson verbaut drei 57s Classic Humbucker mit je einem Volume- und einem Master-Tone-Regler. Ich hätte mir lieber ein Modell mit drei Mini Humbuckern in der Farbe gewünscht. Außerdem wird ein Lyre Vibrato System verbaut, ich hoffe auch hier schon wie bei der SG, dass es stimmstabiler als seine klassischen Vorgänger ist.

Insgesamt ist die Gibson Firebird 7 aber eine stimmige Gitarre, die dem einen oder anderen sicherlich gefallen wird. Sie ist auch bereits inklusive Koffer für 2299 Euro zu haben. Alle genauen Specs gibt es auf der Produktseite bei Gibson.

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Eine Antwort zu “Fünf neue Gibson USA Modelle aufgetaucht: Les Paul, SG, Explorer und Firebird”

    Sergejovic sagt:
    0

    Ein mal die Supreme Florentine zum Mitnehmen bitte. Danke! :)

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