Gitarren-Boutique: Japan-Inspired Stratocaster Collection
Röhren, Fuzz, japanische Gitarrenkultur und jede Menge Boutique-Charme: In dieser Ausgabe der Gitarren-Boutique gibt es einiges zu entdecken. Robert Keeley bringt mit dem Tube Drive 12AT7WA echte Röhrentechnik ins Overdrive-Pedal, während JHS Pedals und Coppersound mit dem Boost-A-Drive-A-Fuzz gleich drei klassische Zerrkonzepte in einem DIY-Bausatz vereinen. Fender Japan zeigt mit der Japan-Inspired Stratocaster Collection, wie vielseitig sich traditionelle japanische Motive in Gitarrendesigns übersetzen lassen – von Kyoto bis Katana und Ninja. Und auch ZVex setzt auf eine ganz besondere Verbindung von Effektgerät, Musikgeschichte und Popkultur: Zum doppelten Jubiläum widmet der Hersteller eine auf 100 Exemplare limitierte Fuzz Factory dem legendären Einsatz des Pedals durch Muse-Frontmann Matt Bellamy.
Table of Contents
Keeley Tube Drive 12AT7WA
Röhrenfans aufgepasst: Robert Keeley hat mit dem Tube Drive 12AT7WA ein Overdrive-Pedal entwickelt, das eine echte Vintage-Röhre ins Zentrum des Konzepts stellt. Zum Einsatz kommt eine alte Sylvania 12AT7WA aus den 1950er-Jahren.
Die zunächst exklusiv über RKFX.com erhältliche Limited Edition sorgte für großes Aufsehen und war nahezu sofort ausverkauft, wird jedoch bald auch für Normalsterbliche erhältlich sein. Das Pedal kombiniert zwei Overdrive-Stufen in einem Gehäuse. Für beide Seiten stehen jeweils eigene Level-, Gain- und Tone-Regler zur Verfügung. Die beiden Fußschalter tragen die Namen „Tube“ und „Drive“.

Röhre trifft Super Phat Mod
Im Inneren verbindet Keeley einen High-Voltage-Röhrenvorverstärker mit der Super Phat Mod Drive-Schaltung. Herzstück des Konzepts ist eine Vintage-Sylvania-12AT7WA, die als aktive Röhre im Signalweg arbeitet. Zusätzlich lassen sich True Bypass und Keeleys Silent Buffered Switching getrennt voneinander aktivieren.
Die auf 100 Exemplare limitierte Erstauflage kam mit einer gebürsteten, goldglänzenden Oberfläche. Jedes Pedal war mit einer originalen 12AT7WA aus den 1950er-Jahren bestückt. Keeley gibt an, dass sämtliche Röhren getestet und bereits eingespielt wurden.

Umschaltbare Effektreihenfolge
Besonders interessant ist die umschaltbare Reihenfolge der beiden Schaltungen. So lässt sich „Tube“ entweder vor „Drive“ oder „Drive“ vor „Tube“ platzieren. Damit bietet das auf den ersten Blick überschaubare Pedal erstaunlich viele klangliche Möglichkeiten.
Die Stromversorgung erfolgt über ein potentes 9V-DC-Netzteil. Der Strombedarf liegt bei 500 mA. Praktisch: Auf der Rückseite befindet sich außerdem ein Anschluss für einen externen Fußschalterüber Tip und Ring, wodurch sich das Pedal auch in komplexere Setups integrieren lässt.
Sammlerstück mit Boutique-Preis
Gefertigt wurde jedes Exemplar in Oklahoma City, United States of Love. Eine nummerierte Frontplatte macht die limitierte Version zusätzlich für Sammler interessant. Mit 499 US-Dollar war der Tube Drive 12AT7WA definitiv kein günstiges Overdrive-Pedal – trotzdem war die auf 100 Stück limitierte Serie innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.
Bald auch für Normalsterbliche
Ob die reguläre Version ähnlich begehrt sein wird, dürfte sich ab dem 1. September zeigen: Denn dann kommt eine regulär erhältliche Version des Tube Drive 12AT7WA in den Handel. Wir werden euch mehr über das Pedal berichten, sobald es offiziell verfügbar ist.
JHS x Coppersound: Boost-A-Drive-A-Fuzz Kit
Josh Scott von JHS Pedals hat gemeinsam mit Coppersound Pedals den neuen „Boost-A-Drive-A-Fuzz“-Bausatz entwickelt. Er folgt auf den kürzlich erschienenen „Notadümble V2“-Bausatz – richtet sich allerdings an deutlich erfahrenere DIY-Enthusiasten. Für den Zusammenbau sind solide Lötkenntnisse und die passende Ausrüstung erforderlich.
3-in-1
Der Bausatz vereint gleich drei unterschiedliche Zerrschaltungen: eine Hard-Clip-Verzerrung im Stil eines RAT, einen Silicon Fuzz à la Fuzz Face sowie einen Single-Transistor-Overdrive, der sich am Electra Distortion orientiert. Ziemlich cool!
Die drei Schaltungen lassen sich über einen dreistufigen Mini-Kippschalter auswählen. Mit den Reglern Volume, Gain und Filter kann der jeweilige Sound anschließend angepasst werden. So steckt erstaunlich viel klangliche Bandbreite in einem kompakten Pedal.

Nichts für Anfänger
Während sich einige der bisherigen JHS-Pedal-Bausätze auch für Einsteiger eignen, ist beim „Boost-A-Drive-A-Fuzz“ echtes DIY-Know-how gefragt. Ohne Löterfahrung und geeignetes Werkzeug wird der Aufbau schnell zur Herausforderung.
Mit 119 US-Dollar fällt der Preis dafür erfreulich moderat aus. Wer also weiß, wie man einen Lötkolben bedient, bekommt hier drei klassische Zerrkonzepte in einem Bausatz. Erhältlich ist der „Boost-A-Drive-A-Fuzz“ direkt bei Coppersound Pedals.
Muse Fuzz Factory
Diese limitierte Sonderauflage der ZVex Fuzz Factory war leider schneller ausverkauft, als man „Plug In Baby“ sagen kann. Anlass sind gleich zwei Jubiläen: 30 Jahre Fuzz Factory und 25 Jahre seit Matt Bellamy von Muse das Pedal für den Song „Plug In Baby“ auf dem Album „Origin of Symmetry“ einsetzte.
Handbemalt
Insgesamt wurden nur 100 Exemplare hergestellt. Davon sind 20 Pedale handbemalt und stammen aus der Zusammenarbeit mit der Künstlerin Lisa McGrath, während 80 Exemplare mit einem Siebdruck versehen wurden. Beide Varianten ziert eine Darstellung des Albumcovers.
Preislich liegen die handbemalten Exemplare bei 499 Pfund (stolze 580 Euro), die Siebdruck-Versionen bei 399 Pfund (460 Euro). Technisch setzen beide auf die originalen Z-Vex Mark II Germaniumtransistoren und werden mit einem von Zachary Vex signierten Echtheitszertifikatausgeliefert.


Fuzz Factory Vexter
Wer den legendären Sound der Fuzz Factory sucht, aber auf die limitierte Optik verzichten kann, bekommt mit der Fuzz Factory Vexter die reguläre Variante. Die fünf Regler eröffnen eine erstaunlich große Bandbreite an dreckigen, wilden und teilweise völlig unberechenbaren Fuzz-Sounds.
Gerade das macht den Reiz der Fuzz Factory aus: Sie lädt weniger zum präzisen Einstellen als zum Experimentieren ein – und kann dabei so manche klangliche Überraschung produzieren.
Fender Japan-Inspired Stratocaster Collection
Fender Japan würdigt die Kultur und das kulturelle Erbe des Landes mit einer neuen, von Japan inspirierten Stratocaster-Kollektion. Die Serie umfasst fünf Modelle in unterschiedlichen Lackierungen– jeweils mit farblich passender Kopfplatte: Kyoto Orange, Indigo Denim, Matcha Green, Katana Silver und Ninja Black.
Alle Gitarren verfügen über einen Korpus aus Erle, einen Ahornhals mit modernem C-Profil sowie ein Palisandergriffbrett mit 9,5-Zoll-Radius und 22 Medium-Jumbo-Bünden.

Japanische Kultur
Bei der Gestaltung ließ sich Fender von unterschiedlichen Facetten der japanischen Kultur inspirieren – von Kyoto über die Samurai bis hin zu regionalen Spezialitäten. Besonders ins Auge fallen die von traditionellen Kampfkünsten inspirierten Details. So besitzt die Katana Silver beispielsweise rautenförmige Einlagen aus weißem Acryl-Perlmutt, die an die Griffe traditioneller japanischer Schwerter erinnern. Die Ninja Black setzt dagegen auf scharfkantige, an Shuriken erinnernde Sterneinlagen.
Hybrid II Custom-Tonabnehmer
Technisch teilen sich alle fünf Modelle dasselbe Setup: ein Hybrid II Custom-Voiced Tonabnehmer-Set, ein synchronisiertes Zweipunkt-Tremolo und Mechaniken im Vintage-Stil. Die Fender Japan-Inspired Stratocaster Collection ist exklusiv in Japan erhältlich. Die Preise liegen umgerechnet bei rund 1500 Euro.
Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie Fender Japan limitierte Sondermodelle mit eigenständigem Design zu vergleichsweise fairen Preisen auf den Markt bringt. Erhältlich ist die Kollektion ab dem 21. August im Fender Flagship Store in Tokio.





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