von  Marcus Schmahl  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 4 Min
OpenAI Speaker: Sam Altmans erstes Hardware-Gerät wird jetzt ein mobiler Lautsprecher ohne Display

OpenAI Speaker: Sam Altmans erstes Hardware-Gerät wird jetzt ein mobiler Lautsprecher ohne Display  ·  Quelle: KI

ANZEIGE

OpenAIs erstes Hardware-Produkt wird laut Bloomberg ein mobiler Smart Speaker ohne Display. Dazu steckt das Gerät mitten in einem neuen Rechtsstreit mit Apple. Der Konzern wirft OpenAI vor, gestohlene Geschäftsgeheimnisse für die Entwicklung genutzt zu haben. Klingt nach einer spannenden Mischung aus Zukunftsvision und juristischem Minenfeld. Und ist ein solcher Speaker die Zukunft der KI-Nutzung?

ANZEIGE

OpenAI Speaker: Ein Lautsprecher mit „Persönlichkeit“

Laut Bloomberg soll das lautsprecherähnliche Produkt als „menschenähnlicher KI-Begleiter fürs Zuhause“ fungieren. Es soll Smart-Home-Zubehör steuern, Fragen beantworten, Medien abspielen, auf Nachrichten reagieren und mehr, angetrieben natürlich von ChatGPT. Das Gerät soll über die Zeit hinweg mehr über seine Nutzer lernen und dadurch zunehmend personalisierter und proaktiver werden, kommuniziert wird über GPT-Live.

Das Gerät soll dabei tatsächlich eine eigene Persönlichkeit besitzen und sich „auf menschenähnlicher Ebene“ mit Nutzern verbinden können. Mechanische Elemente, die sich selbstständig bewegen können, sollen das Gefühl erzeugen, das Gerät sei lebendig, dazu kommt eine Kamera, die die Umgebung erfassen kann. Ein wiederaufladbarer Akku macht das Gerät zudem tragbar, ihr könnt es also von Raum zu Raum mitnehmen. So etwas hatte man schon einmal aus dem Hause Apple gehört. Ihr erinnert euch?

Altman und Ive: Große Ankündigungen, wenig Konkretes

OpenAI-CEO Sam Altman und Ex-Apple-Designer Jony Ive haben das Gerät bereits mehrfach angeteasert und dabei von „unglaublichem kontextuellem Verständnis“ über das Leben der Nutzer gesprochen, das Gerät wurde als komplett neue Art von Computer beschrieben, speziell für KI gebaut. Prototypen seien angeblich „atemberaubend gut“ und „aufregend“, so die beiden.

Ursprüngliche Gerüchte gingen davon aus, dass das Gerät bereits 2026 erscheinen könnte, mittlerweile wird der Launch aber erst für 2027 erwartet. Eine Vorstellung noch in diesem Jahr, vor dem eigentlichen Release, ist denkbar, könnte durch den Rechtsstreit mit Apple aber verzögert werden.

ANZEIGE

Apple wirft OpenAI Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vor

Genau hier wird es juristisch brisant. In einer Klage gegen OpenAI wegen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen behauptet Apple, OpenAI habe vertrauliche Informationen bei der Entwicklung des KI-Geräts verwendet, darunter Zugang zu einer proprietären Metallverarbeitungstechnik. „OpenAIs junges Hardware-Geschäft ruht jetzt auf dem wackligsten aller Fundamente, verdorben im Kern durch die illegale Nutzung veruntreuter Geschäftsgeheimnisse“, heißt es in Apples Klageschrift.

Mit der Sache vertraute Personen sagten Bloomberg dagegen, das Gerät unterscheide sich deutlich von allem, was Apple aktuell im Angebot hat, eine Verletzung von Apples Geschäftsgeheimnissen sei „unwahrscheinlich“. Apple bietet zwar mit HomePod und HomePod mini eigene Lautsprecher an, OpenAI sieht diese aber offenbar nicht als vergleichbar mit dem eigenen Hardware-Produkt an. Interessant dabei: Auch Apple selbst arbeitet an einem Smart-Home-Hub, der dem OpenAI-Gerät durchaus ähnelt, mit einem 7-Zoll-Display, Lautsprecher, Kamera für Videochats und Gesichtserkennung sowie Siri-KI-Integration.

Apple hat beim Gericht eine einstweilige Verfügung beantragt. Wird ihr stattgegeben, könnte OpenAI die Veröffentlichung der Hardware komplett untersagt werden.

Fazit zum kommenden OpenAI Speaker

Ein Lautsprecher, der sich bewegt, um lebendiger zu wirken, mit eingebauter Kamera und dem erklärten Ziel, möglichst viel über das eigene Leben zu lernen, das klingt für mich ehrlich gesagt weniger nach einer Revolution und mehr nach einem sehr datenhungrigen Amazon Echo mit Persönlichkeitsstörung. Gerade ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell auf möglichst viel Kontextwissen über seine Nutzer basiert, baut sich hier ein Gerät, das buchstäblich mit euch durch die Wohnung wandert und dabei zuhört und zusieht.

Ob „menschenähnliche Verbindung“ wirklich das ist, was die meisten Leute von einem Lautsprecher erwarten, wage ich zu bezweifeln. Der Rechtsstreit mit Apple dürfte dabei am Ende fast schon Nebensache sein, verglichen mit der Frage, wie viel Vertrauen Nutzer einem Gerät entgegenbringen wollen, das genau diese Art von Nähe zum Ziel hat. Hinzu kommt der nochmals höhere Datenverbrauch. Wegen solcher Home-Gadgets müssen Server-Farmen sicher nochmals erheblich aufgestockt werden, was einen stärkeren Stromverbrauch nach sich zieht. Ich bin gespannt, wie sich unsere Zukunft entwickeln wird.

Weitere Informationen zum OpenAI Speaker

ANZEIGE

Schreibe einen Kommentar

Damit die Diskussion fair und transparent bleibt, schalten wir nur Kommentare frei, die mit einem echten Namen und einer gültigen E Mail Adresse verfasst wurden.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert