Arturia, Cherry Audio, Native Instruments, Ableton: Sound-Boutique
Neues über Sounds, Presets, Samples und Ableton Live
Hallo und willkommen zur neusten Ausgabe der Sound-Boutique. Heute gibt’s Infos zu neuen Soundsets für Arturia MiniFreak und Cherry Audio Ensoniq ESQ-1, außerdem schauen wir uns eine Kontakt-Library an, die sich mit „Haunted Places“ beschäftigt und daraus ein cooles Werkzeug für Sounddesign macht. Und die Ableton-Live-Fraktion sollte mal FlexGrooveAudio checken, denn damit lassen sich verrückte Grooves und Timing-Spielereien anstellen.
Inhalt:
Dreamwaves V3: Synthwave-Presets für Arturia MiniFreak
Es gibt ja so viele tolle Synthesizer heute, da ist es manchmal gar nicht so einfach, einen Liebling herauszusuchen. Ich persönlich finde zum Beispiel den Arturia MiniFreak sehr cool. Der „algorithmic Synthesizer“ kombiniert digitale Sound-Engines mit diversen Oszillator-Modi und ein analoges Multimode-Filter mit üppiger Modulation, Effekten, Arpeggiator und Step-Sequencer sowie einigen weiteren sehr spannenden Goodies.
Und bei all diesen klanglichen Möglichkeiten bleibt der Synthesizer von Arturia auch noch preislich absolut auf dem Boden. Und was an dem Konzept von Arturia MiniFreak auch sehr interessant ist: Mit MiniFreak V gibt es sogar eine Plugin-Version des Synthesizers, die Arturia bei jeder Hardware kostenlos dazu gibt, aber auch einzeln erhältlich ist.
In Bezug auf das Sounddesign hat Arturia MiniFreak einiges auf dem Kasten, das zeigen auch immer wieder die dafür erscheinenden Sound-Packs. Mit Dreamwaves V3 gibt es es jetzt ein neues Soundset, das sich wieder mit Synthwave-Patches beschäftigt, über die Vorgänger dazu haben wir hier ebenfalls geschrieben.
Dreamwaves V3 spendiert dem Arturia MiniFreak 125 neue Presets, die sich wieder mal hervorragend für diverse Stile von elektronischer Musik eignen, die ganz besonders den Sound der 1980er umarmen.
Was steckt hier so drin? Glocken-Sounds (yeah!), Brass-Sounds, Pads, Bässe, elektrische Pianos, Keys, Plucks, viele Synth-Sounds im FM-Stil und natürlich auch jede Menge Sequenzen und Arpeggios. Eine bunte Tüte voll mit digital anmutender und trotzdem warmer 80er-Vibes. Sehr schön und passt doch irgendwie gut zu den heißen Temperaturen.
- 27 US-Dollar kostet das Soundset hier bei Vintage Soundset. Alle Sounds sind mit MiniFreak und dem MiniFreak V Plugin kompatibel, die Synthesizer von Arturia bekommst du auch hier bei Thomann*.
Soniq Odysseys für Cherry Audio Ensoniq ESQ-1
Cherry Audio veröffentlicht immer wieder feine und relativ günstige Emulationen von bekannten Synthesizern. Vor wenigen Tagen erst erschien mit Ensoniq ESQ-1 eine offizielle Emulation eines berühmten Hybrid-Synthesizers, der nicht nur dessen originalen Schwingungsformen nutzt und das Curtis-Filter emuliert, sondern natürlich auch ein paar für Plugins typische Optimierungen vornimmt.
So bietet Cherry Audio Ensoniq ESQ-1 eine Dual-Layer-Architektur, polyphonen Aftertouch und Support für MPE. Dabei bleibt der Synthesizer aber dem Original so treu, dass das Plugin auch mit SysEx-Dateien kompatibel ist – in beide Richtungen! ESQ-1 ist auf jeden Fall ein sehr interessanter Synthesizer, in unserer News kannst du alle Details über das Plugin nachlesen.
Cherry Audio bringt meistens auch direkt begleitende Soundsets für ihre Plugins heraus, diese Preset-Sammlung von James Dyson erweitert die 350 Presets von Ensoniq ESQ-1 um weitere 125 Sounds.
25 der insgesamt 125 Presets sind als Bonus zu verstehen und reizen komplett die MPE-Möglichkeiten des Synthesizers aus. Das Soniq Odysseys Soundset konzentriert sich auf expressive Ausdrucksmöglichkeiten und komplexe Modulation, nutzt einige Sounds im Layer und im Split und macht ebenso von Sequenzen und Arpeggios Gebrauch.
Das Plugin verfügt ja über eine ganze Reihe von Effekten, die in drei unabhängigen Ketten genutzt werden können – auch die kommen hier natürlich zum Einsatz. In dem Sound-Pack steckt eine Mischung aus Bässen, Chords, Keys, Leads, Pads, Polys, Sound-FX, Splits und einigen „Motion“ genannten Sounds. Schönes Soundset für einen schönen Synthesizer!
- Die Presets gibt’s für 9,99 US-Dollar bei Cherry Audio. Das Plugin bekommst du auch hier bei Thomann*.
Haunted Spaces 2 für Native Instruments Kontakt
Nicht mehr brandneu, aber total interessant ist diese Library für Native Instruments Kontakt. In Haunted Spaces 2 dreht sich alles um die Field-Recording-Obsession von Chris Watson, der für diese Library eine ganze Reihe von „Haunted Spaces“ besucht und aufgenommen hat. Denn Chris Watson glaubt, dass an diesen „verwunschenen Orten“ eine ganz besondere Atmosphäre herrscht, die er mit seinen Field-Recordings einfangen will.
Verlassene Militär-Basen aus dem Kalten Krieg, verlassene Silberminen, antike Tempel, Eislagunen und ähnliche Orte wurden für diese Library in 550 Presets verwandelt, mit denen besonders Sounddesigner auf ihre Kosten kommen sollen.
Neben 178 Field-Recordings gehören auch hunderte von Wellenformen von Synthesizern, akustischen und Percussion-Instrumenten zu dem Kontakt-Instrument, um die Ambiences in einen musikalischen Kontext zu bringen. Dazu zählen auch Sounds, die in den Librarys Threnody Strings, Deep Felt, Nyckelharpas oder Glassworks verwendet werden.
Das „Herzstück“ von Haunted Spaces 2 ist die Cube-Steuerung: Dabei handelt es sich um ein 4-Punkt-Vektor-Controller, um damit komplexe Bewegungen zwischen vier frei wählbaren Wellenformen zu erzeugen. Dabei können wohlgemerkt auch eigene Samples verwendet werden.

Der Würfel lässt sich vollständig animieren, und die Bewegungen können zum Tempo der DAW synchronisiert werden. Für jede der vier Wellenformen lassen sich Filter, Hüllkurven, Tonhöhe und LFOs unabhängig voneinander einstellen.
Extras wie ein generativer Arpeggiator, ein Modul für Micro-Tuning und eine Effekt-Kette gehören zu dieser Library. Haunted Spaces 2 sollte nicht als ein „Halloween-Gimmick“ angesehen werden, denn hier steckt ein sorgsam zusammengestelltes Toolkit für Sounddesign drin.
- Haunted Spaces 2 läuft bereits mit dem kostenlosen Kontakt Player, leider ist die Library aber nicht kostenlos – 199 Euro verlangt Soniccouture dafür. Native Instruments ist also nicht in der Vollversion erforderlich, wenn du dir aber den Sampler zulegen willst, bekommst du die neuste Version hier bei Thomann* – auch als Teil der neuen Komplete Bundles*.
FlexGrooveAudio: Den Groove von Audioclips in Ableton Live manipulieren
Max for Live ist Voraussetzung, um dieses neue Tool von MvF Devices zu benutzen. FlexGrooveAudio nimmt sich die Grundidee des MIDI-Tools FlexGroove vor, wendet das Prinzip aber jetzt für Audio an. Im Kern geht es darum, die Rhythmik eines Clips (oder einzelnen Taktes) mit dem Manipulieren von Kurven zu verändern und so ziemlich komfortabel mit neuen Grooves zu experimentieren.
Mit insgesamt sechs Timing-Modi bearbeitest du quasi das rhythmische Pulsieren des Audiomaterials ohne dabei die Länge davon zu verändern. So setzt du beispielsweise komplexe Mikro-Grooves oder mehrstufige Swing-Muster im Stil von J Dilla ziemlich schnell um. Über die integrierte Humanizer-Funktion können dabei auch subtile Variationen entstehen. Und über das Leader/Follower genannte System lässt sich diese Bearbeitung auch über mehrere Spuren und Instanzen des Max for Live Devices umsetzen.
Um dir eine genaue Vorstellung der Möglichkeiten zu machen, kannst du dir das Video anschauen, oder sogar direkt auf der Website des Entwicklers alles im Browser einmal ausprobieren.
FlexGrooveAudio eignet sich nicht nur super für einzelne Drum-Spuren, sondern kann natürlich auch mit Synth-Sounds, Vocals und so ziemlich jedem anderen Audiomaterial aufregende Ergebnisse erzeugen.
Dafür muss das entsprechende Audiomaterial lediglich im Warp-Modus von Ableton Live genutzt werden, denn das Device verbindet sich sozusagen mit den Warp-Punkten und führt darüber seine „Tricks“ aus.
Ein supercooles Max for Live Device, mit dem du schnell und easy neue Grooves, Timing-Variationen und einzigartigen Swing in deine Tracks bringst. Lohnt sich!
- Aktuell bekommst du FlexGrooveAudio noch mit einem Rabatt für 25 Euro (statt 35 Euro) hier bei MvF Devices. Ableton Live 11.3.2 (oder neuer) mit Max for Live 8.5.4 (oder neuer) ist erforderlich. Die Erweiterung ist in der Ableton Live Suite enthalten und die bekommst du natürlich auch bei Thomann*.
Weitere Infos über Arturia, Cherry Audio, Native Instruments und Ableton
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Weitere Videos über Arturia MiniFreak
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