von  Jan Rotring  | |  Lesezeit: 3 Min
Ibanez Tube Screamer

Ibanez Tube Screamer  ·  Quelle: Gerard O'Connor / Alamy

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Es gibt Pedale, die man einschaltet und sofort weiß: Das ist dieser Sound. Der Ibanez Tube Screamer ist genau so ein Fall. Seit Ende der 1970er steht das kleine grüne Overdrive-Pedal auf zahllosen Boards, vom Blues-Club bis zur Metal-Bühne. Was ihn so besonders macht, ist nicht maximale Verzerrung, sondern Fokus. 

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Der berühmte Mittenhügel

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Der Ibanez Tube Screamer ist technisch betrachtet ein Low- bis Mid-Gain-Overdrive. Sein Markenzeichen ist der deutliche Mitten-Boost bei gleichzeitig leicht abgesenkten Bässen. 

Allein gespielt klingt das manchmal unspektakulär. Im Bandkontext jedoch passiert die Magie, die dem Tube Screamer seine beinahe kultische Verehrung verschafft hat: Die Gitarre setzt sich genau dort durch, wo sie soll. Nicht schwammig, nicht überfrachtet – sondern präsent und genau in der Mitte.

Dieser sogenannte Mittenhügel des Ibanez Tube Screamers ist der eigentliche Star der Schaltung und der Grund dafür, dass auch heute noch viele, viele der kleinen Grünen an Gitarristen in aller Welt gehen.

Von Stevie Ray Vaughan bis Metal-Boost

SRV: Der Ibanez Tube Screamer prägte seinen Sound
SRV: Der Ibanez Tube Screamer prägte seinen Sound · Quelle: John Atashian / Alamy

Untrennbar verbunden ist der Tube Screamer mit dem Sound von Stevie Ray Vaughan. Sein leicht angezerrter Fender-Amp in Kombination mit einem TS808 könnte wohl sowas wie Stoff für das Lehrbuch für Blues-Gitarristen darstellen. Außer, dass wir Blues-Gitarristen ein solches Buch selbstverständlich ablehnen. Wir sind ja keine Jazzer. 

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Doch der Ibanez Tube Screamer kann mehr. In der Metal-Welt wird er häufig als Boost vor einem High-Gain-Amp eingesetzt. Gain niedrig, Level hoch – das Ergebnis sind straffere Bässe, definiertere Palm-Mutes und das kleine Bisschen mehr an Attack. 

Vom Texas-Blues bis zum modernen Metal: Vielseitig einsetzbar und dennoch immer mit hohem Wiedererkennungswert ist der Tube Screamer mit von der Partie.

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Ibanez TS808
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TS808 oder TS9?

Ibanez hat sich entschlossen, eines der bekanntesten Overdrive-Pedale neu zu interpretieren: hier ist der Ibanez TS808 HW V2 Tube Screamer.
Ibanez TS808HWV2 · Quelle: Ibanez

Ob nun ein Tube Screamer gebraucht wird, steht eigentlich nie zur Debatte. Die ewige Diskussion dreht sich um zwei Modelle des Pedals: TS808 und TS9

Die Unterschiede liegen vor allem in Nuancen der Bauteile und im Output-Level. Manche empfinden den TS808 als etwas weicher, den TS9 als minimal aggressiver. Im realen Bandmix sind die Differenzen oft kleiner, als man denkt. Aber für Gear-Nerds ist das natürlich ein eigenes Kapitel. Und für mich persönlich Grund genug, einfach beide zu nutzen.

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Ibanez TS9
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Ibanez TS808 HW V2
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Warum der Ibanez Tube Screamer heute noch Sinn macht

Gerade im Zeitalter von Modeling-Amps und Plugins wirkt ein analoger Overdrive fast schon nostalgisch und obsolet. Und klar: Sein Fokus liegt bereits im Namen. Mit einem ordentlichen Röhrenverstärker arbeitet der kleine Giftzwerg noch immer am besten und galantesten zusammen. 

Doch der Tube Screamer funktioniert auch als analoge Klangformung vor digitalen Systemen hervorragend: Er sorgt für mein Gefühl stets für ein direkteres Spielgefühl, strafft den Sound und macht ihn durchsetzungsfähiger. Und das zum Glück ohne komplizierte Menüs oder Presets.

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Ibanez Tube Screamer Mini
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Ibanez Tube Screamer: Fazit

JHS Tube Screamer Sammlung
Quelle: JHS / Youtube

Der Ibanez Tube Screamer ist kein spektakuläres Effektpedal. Er ist ein Werkzeug. Und er ist mein Lieblingswerkzeug, wenn es um präsenten Gitarrensound geht, egal in welchem Genre.

Er färbt, er fokussiert, er schiebt nach vorne (bzw. in die Mitte). Und genau deshalb steht dieses kleine grüne Pedal seit über vier Jahrzehnten auf so vielen Boards. Nicht, weil es besonders flashig ist. Sondern weil es zuverlässig funktioniert.

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