Techno produzieren mit wenig Gear: Tipps für ein kleines Setup, das voll abliefert
Ein minimalistisches Setup für Techno-Producer
Heute zeigen wir dir Software und Hardware, die sehr nützlich sind, wenn du Techno produzieren willst. Damit stellst du dir ein Setup zusammen, das für die Produktion von Techno in all seinen Facetten eine grundsolide Basis bildet. Und dabei musst du nicht mal alles zusammen besitzen, sondern kannst die Produktionsumgebung Schritt für Schritt aufbauen. Und weil es so viele interessante Alternativen gibt, gehen wir an einigen Stellen auch darauf ein.
Inhalt:
Techno produzieren mit wenig Gear: Diese Ausrüstung ist eine gute Basis
Techno produzieren – welches Equipment kann man dafür gebrauchen? Wir wollen dir ein paar Vorschläge als Anregung für ein kleines Techno-Setup geben. Zusätzlich nennen wir ein paar Alternativen. Denn gerade wenn es um die Produktion von Techno geht, gibt es viele Meinungen und Konzepte – ebenso wie es einen ganzen Kosmos von unterschiedlichen Stilen und Varianten gibt.
Die Vorschläge heute stellen also so etwas wie einen „gemeinsamen Nenner“ dar, auf den sich bestimmt viele einigen können – auch wenn es in den Details bestimmt unterschiedliche Vorstellungen gibt.
Zu dieser gemeinsamen Basis gehört zuallererst, dass eine DAW nicht verkehrt ist – und es lässt sich einfach nicht leugnen, dass Ableton Live gerade bei elektronischer Musik einen sehr hohen Stellenwert genießt. Mit Bitwig Studio gibt es mittlerweile aber auch eine sehr ernst zu nehmende Konkurrenz.
Dazu passt ein Controller, der nicht nur zum Jammen taugt, sondern auch bei einer Live-Performance Pluspunkte bringt. Und als Bindeglied stellen wir zwei spannende Geräte von Elektron vor, die analoge und digitale Sound-Engines kombinieren und so für Beats, Bässe und viele weitere Sounds sorgen.
Praktisch ist natürlich auch, wenn du neben deinem Rechner ein Audiointerface, einen guten Kopfhörer und ein Monitorpaar besitzt – das setzen wir heute einfach mal voraus.
Ableton Live als Steuerzentrale für Produktion, Aufnahme, Mixing und Mastering

Wenn du Techno produzieren willst, bietet sich Ableton Live als DAW geradezu an. Wahrscheinlich bist du dir dieser Tatsache schon völlig bewusst und es kann ja sogar sehr gut sein, dass du die Software bereits besitzt.
Endlos viele (Techno-)Produktionen wurden mit Ableton Live gemacht, sehr viele Live-Auftritte damit bestritten und überall findest du Tutorials, Tipps und Tricks zu dieser DAW. Der Ansatz mit der Session- und Arrangement-Ansicht ist zum Vorbild für viele andere DAWs geworden und lässt dich die Musik so machen, wie es sich für dich am besten anfühlt.
Besonders die Produktion von elektronischer Musik macht in der Session-Ansicht riesig viel Spaß und ein Jam lässt sich jederzeit aufnehmen und in der Arrangement-View detailliert ausarbeiten.
Mit der Suite von Ableton Live bekommst du bereits einen riesigen Umfang an Klangerzeugern, Effekten und Soundmaterial geliefert – im Grunde kannst du schon hiermit spielend Techno produzieren. Aber auch mit der Standard-Version und ein paar zusätzlichen Plugins, Samples und Loops bist du bereits sehr gut aufgestellt.
Es gibt natürlich auch Alternativen. Bitwig Studio* setzt auf ähnliche Konzepte und macht Ableton Live zunehmend Konkurrenz – einige Producer sind teilweise sogar umgestiegen. Auch Logic Pro von Apple ist nicht unbeliebt bei Leuten, die Techno produzieren. Und es gibt ebenso einige, die auf FL Studio* schwören. Dazu kommen natürlich noch die „klassischen“ DAWs wie Cubase. Insgesamt gesehen gehört Ableton Live aber einfach zu der wohl am meisten eingesetzten Software in diesem Bereich und deshalb ist diese DAW unsere Empfehlung. Ableton Live bekommst du auch hier bei Thomann*.
Novation Launch Control XL 3 als Controller
Wir haben es ja bereits gesagt: Rein theoretisch kannst du mit Ableton Live alleine problemlos Techno produzieren und so ziemlich jede andere Form von Musik natürlich genauso gut. Und es ist auch überhaupt kein Problem, im Arrangement Filterfahrten, FX-Gewitter, Modulationen und viele weitere Details mit der Maus als Automation einzuzeichnen. Aber ganz ehrlich: Das macht nur bedingt Spaß und manchmal brauchst du eben auch einfach das Gefühl, die Musik „anzufassen“.

Und genau dafür ist ein Controller gut! In diesem Kaufberater findest du mehr als zehn Empfehlungen zu Controllern, die sich besonders gut für Ableton Live eignen. Damit sind quasi auch schon die Alternativen abgehakt – an dieser Stelle möchten wir aber den Launch Control XL 3 von Novation vorschlagen.
Dieser Controller bietet aus unserer Sicht viele Funktionen, die wichtig sind, wenn du Techno produzieren möchtest. Die Musik lebt nämlich von schnellen Eingriffen in den Sound, was oft durch Modulation erreicht wird. Mit insgesamt 24 Endlos-Encodern bietet dir Launch Control XL 3 genügend Möglichkeiten. Acht Fader eignen sich zum Mixen oder auch für andere Spielereien. Du kannst einzelne oder auch mehrere Parameter in Ableton Live ganz einfach den Reglern oder den Fadern zuweisen. Das gilt teilweise auch für die Buttons, 16 zuweisbare Tasten bietet dir der Controller.
Über USB-C schließt du den neuen Launch Control XL 3 an den Rechner an und im Prinzip ist dann schon alles startklar. Eine dedizierte Transportsteuerung steht für Play, Stop und Record zur Verfügung, bis zu 15 benutzerdefinierte Modi lassen sich speichern und ein kleines OLED-Display sorgt für etwas Übersicht.
Besonders cool ist aber, dass sich der ebenfalls mit MIDI ausgestattete Controller auch für die Steuerung von externer Hardware (über MIDI CC) eignet. Du kannst Launch Control XL 3 also auch als zusätzliche Steuerungsmöglichkeit für den Elektron Syntakt nutzen – unserem nächsten Tipp in diesem Artikel. Novation Launch Control XL 3 bekommst du hier bei Thomann*.
Techno produzieren mit Elektron Syntakt
Um das Setup zu ergänzen, bietet sich ein Gerät wie der Elektron Syntakt an. Hierbei handelt es sich um etwas, das heute gerne als Groovebox bezeichnet wird – also eine Kombination aus Sequencer und Klangerzeuger. Syntakt ist sehr facettenreich aufgestellt, denn hier stecken verschiedene Sound-Engines – Machines genannt – drin, die unterschiedliche Aufgaben abdecken.
Elektron Syntakt bietet dir Drum- und typische Synthesizer-Sounds gleichermaßen, dafür kommen analoge und digitale Engines zusammen. Mit wenigen Parametern schraubst du an den Sounds, trotzdem steckt hier viel Kreativpotenzial drin. Das belegen die unzähligen Videos, die du auf YouTube über den Syntakt findest.
Syntakt zeichnet sich dadurch aus, dass du mit der Groovebox bereits im Standalone-Betrieb einen kompletten Track erstellen kannst. Wenn dir nach einem Jam komplett ohne DAW zumute ist, eignet sich Syntakt also auch sehr gut als Basis. Die Sequencer-Funktionen von Elektron sind perfekt dafür ausgelegt, schnell lebendige Patterns zu erstellen.
Richtig cool ist auch, dass hier im Prinzip so etwas wie ein Audiointerface drinsteckt und du über die Overbridge genannte, kostenlose Software von Elektron sämtliche Spuren (inklusive Master- und Effektspuren) einzeln im Rechner aufnehmen kannst.
Dafür musst du deine DAW – in diesem Fall also Ableton Live – als Master-Taktgeber einstellen und so die Synchronisation von Syntakt und DAW erzielen. So hast du sämtliche Spuren einzeln in der DAW und kannst die Aufnahme oder den kurzen Jam dort weiter arrangieren und zum Beispiel mit Effekten wie dem genialen Drum-Buss zum Knallen bringen.
Klasse ist auch, dass Syntakt einen Audioeingang bietet und es so sehr einfach ist, einen weiteren Klangerzeuger über den Audioeingang in das Setup einzubinden. Und auch dessen Signal wird über Overbridge in den Rechner übertragen! Außerdem lässt sich Overbridge dafür nutzen, Parameter in Syntakt über ein Plugin aus der DAW heraus zu steuern.
Wir haben es gerade schon erwähnt: Einen Controller wie den Novation Launch Control XL 3 kannst du sogar so konfigurieren, dass du damit den Syntakt steuerst und weitere Fader und Regler für zusätzlichen Echtzeitzugriff auf einzelne Parameter bekommst! Das folgende Video erklärt dir das Konzept am Beispiel des ähnlich funktionierenden Elektron Digitone 2:
Aus diesen genannten Gründen sehen wir eine Groovebox wie Elektron Syntakt als perfekte Ergänzung für ein Setup, mit dem du Techno produzieren kannst.
Erst vor wenigen Monaten hat der Syntakt übrigens noch ein richtig starkes Update bekommen. So lassen sich nun auch Samples nutzen, wenn auch nur in einem eher eingeschränkten Maße. Trotzdem wertet diese Option die klanglichen Möglichkeiten noch einmal auf.
Zudem wurden einige Machines erweitert. Richtig cool – speziell für die Produktion von Techno – ist der euklidische Sequencer, mit dem sehr schnell interessante Grooves und Patterns entstehen. Auch das Layern von Tracks ist eine willkommene Funktion. Mit der verbesserten Choking-Funktion lassen sich noch besser Beats und Grooves erstellen. Dabei kannst du nämlich bestimmen, welche Sounds sich gegenseitig stummschalten. Was sich alles mit dem letzten Update anstellen lässt, kannst du in diesem kleinen Workshop einmal nachlesen.
Als Alternativen bieten sich natürlich andere Grooveboxen von Elektron an, speziell die Modelle mit Support für Overbridge: Digitone*, Analog Four*, Digitakt* oder auch der neue Multisampler Tonverk*. Diese Modelle sind klasse und eignen sich trotz ihrer jeweiligen Spezialisierung auf eine bestimmte Klangerzeugung ebenfalls für vielfältige Sounds. Elektron Syntakt bekommst du hier bei Thomann*.
Techno produzieren mit Elektron Analog Rytm

Eine sehr naheliegende Alternative stellt natürlich auch der Analog Rytm dar. Das ebenfalls von Elektron stammende Gerät kombiniert einen analogen Drumcomputer und eine Groovebox mit all den typischen Sequencer-Features des Herstellers, die wir gerade schon beim Syntakt hervorgehoben haben.
Eine Stärke liegt auch hier in dem hybriden Konzept. Denn neben einer analogen Klangerzeugung unterstützt Analog Rytm auch die Verwendung von Samples. Die aktuelle MKII-Version zeigt sich dabei als besonders ergiebig. Das Gerät kann nämlich direkt sampeln und über Resampling lassen sich immer wieder neue Soundkreationen erzeugen.
Der Sound ist hier natürlich wuchtig und satt. Die Sounds erinnern durchaus an die Klassiker von Roland (speziell an die TR-909), bieten aber trotzdem genug Eigenständigkeit. Für nicht wenige stellt der Analog Rytm auch so etwas wie die neue Techno-Drum-Machine dar.
Wohlgemerkt beherrscht dieser „Drumcomputer“ nicht nur Drum-Sounds, sondern ebenso Bässe und andere Synthesizer-Sounds über die Dual-VCO-Engine. Und mit den über ein Update nachgelieferten Engines SY Chip (für 8-Bit-Sounds) und SY RAW (stammt aus dem Syntakt) werden die klanglichen Möglichkeiten noch weiter ausgebaut. Genug Optionen, wenn du Techno produzieren willst.
Genau wie gerade beim Syntakt muss dabei auch unbedingt angesprochen werden, dass Analog Rytm einen euklidischen Sequencer anbietet. Das ist eine regelrechte „Geheimwaffe“ für Beats und Patterns!
Auch bei diesem Gerät gilt, dass du über Overbridge die einzelnen Spuren direkt an Ableton Live oder andere DAWs übertragen kannst. Zusätzlich ist der Analog Rytm aber auch mit ein paar zusätzlichen Ausgängen versehen, um so im Studio oder auf der Stage über mehr Konnektivität zu verfügen.
Kurzum: Auch wenn es sich primär um eine Drum-Machine handelt, bietet Analog Rytm viel Potential beim Techno-Produzieren. Hier bei Thomann* bekommst du den Analog Rytm MKII.
Fazit
Wer Techno produzieren will, braucht heute eigentlich nicht viel. Eine komplette Produktion ist rein „in the box“ kein Problem mehr und es gibt durchaus einige etablierte Artists, die genauso arbeiten. Eine DAW wie Ableton Live gehört im Bereich der elektronischen Musik zu den beliebtesten Tools, deshalb können wir dir diese Software bedenkenlos empfehlen.
Ableton Live bietet alles, was du für eine Techno-Produktion gebrauchen kannst – und natürlich auch für viele andere Musikstile. Dabei eignet sich diese DAW nicht nur für das Producing, Mixing und Mastering, sondern ebenso für einen Live-Gig. Denn auch hier gehört Ableton Live zum Standard.
Das gilt ebenso für einen Controller wie den Novation Launch Control XL 3: Hiermit macht das Jammen und Performen mit Ableton Live mindestens doppelt so viel Spaß. In Kombination mit der Session-Ansicht in Live erstellst du damit sehr intuitiv die Basis für deine Tracks. Der Controller eignet sich aber auch zum Steuern von externer Hardware.
Und damit sind wir bei einer weiteren Empfehlung: Die Groovebox Elektron Syntakt vereint analoge und digitale Sound-Engines, um damit Drums, Basslines, Pads, Akkord-Sounds und mehr zu erzeugen. Über USB und die zugehörige Overbridge-Software kannst du die einzelnen Spuren aus Syntakt in die DAW transferieren und zudem die Synth-Engines mit einem Plugin steuern! Außerdem ist Syntakt eine gute Basis für weitere Hardware, der Audioeingang eignet sich zum „Durchschleifen“ eines weiteren Klangerzeugers.
Eine sehr naheliegende Alternative stammt ebenfalls von Elektron, gemeint ist der Analog Rytm Drumcomputer. Das Gerät beherrscht neben analogen Drum-Sounds auch Samples und bietet zudem ein paar Synthesizer-Engines für tiefe Bässe, schneidende Leads und viele weitere Klänge. Dabei ist auch hier der Sequencer ein extrem gutes Werkzeug, wenn du Techno produzieren willst. Die MKII-Version spielt mit zusätzlichen Features wie Sampling und Resampling dabei besonders gut ihre Stärken aus.
Mit diesen drei Produkten bist du bereits bestens gerüstet. Falls du dein Studio mit zusätzlichem Equipment wie Audiointerface, Monitorlautsprechern, einem Kopfhörer und weiterem Gear erweitern willst, findest du auf unserer Website viele Empfehlungen und Tipps.
Weitere Infos und mehr zum Thema „Techno produzieren mit wenig Gear“
- Techno Rumble in Ableton Live – leicht gemacht!
- Techno Beats in Ableton Live leicht gemacht!
- Der perfekte Hard-Techno-Kick: So klingst du wie Nico Moreno und Co.
- Live-Set mit Ableton Live: So bringst du deine Musik auf die Bühne
Weitere Videos zum Thema
*Hinweis: Dieser Artikel enthält Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!