Move Everything für Ableton Move: Mehr Synths, FX und echte Barrierefreiheit!
Shadow Mode und Screen Reader machen Move Everything zur offenen Plattform statt geschlossener Hardware
Mit Move Everything bekommt die kleine mobile Hardware Move aus dem Hause Ableton eine riesige Erweiterung, die deutlich über „ein paar zusätzliche Features“ hinausgeht. Für alle User bedeutet das vor allem mehr Freiheit auf einer Hardware, die ursprünglich bewusst geschlossen konzipiert war. Statt ausschließlich mit dem Mitgelieferten zu arbeiten, lassen sich im Handumdrehen eigene Synthesizer, Effekte und Controller parallel zum Originalsystem installieren und betreiben. Und genau hier beginnt der eigentliche Schritt nach vorne.
Alles zu Move Everything
Move Everything im Shadow Mode: Mehr Slots, mehr Effekte – aber ohne Herstellersupport
Move Everything läuft im sogenannten Shadow Mode neben der bestehenden Firmware. Das System ersetzt nichts, sondern ergänzt es. Zusätzliche Instrumenten-Slots, Master-Effekte oder sogar komplette Controller-Apps lassen sich integrieren, während die gewohnte Bedienstruktur von Ableton Move erhalten bleibt. Das eröffnet neue Möglichkeiten, ohne die ursprüngliche Logik der Groovebox zu verändern.
Wichtig bleibt jedoch: Backups erstellen und Wiederherstellungsoptionen kennen. Move Everything ist ein inoffizieller Hack ohne Herstellersupport. Wer experimentiert, sollte wissen, was er tut – und im Zweifel einen Schritt zurückgehen können.
Mit der offiziellen Firmware 2.0 wird es besonders spannend. Audiospuren lassen sich nutzen und Signale direkt durch zusätzliche Effekte routen. In Kombination mit Link Audio entstehen Setups, die zuvor nur mit externer Hardware realisierbar waren. Interne Sounds können erweitert, externe Quellen eingebunden und eigene Klangketten definiert werden. Move Everything verwandelt die Groovebox damit in eine offene Plattform, die eher an modulare Software-Umgebungen erinnert als an ein fixes Gerät.
Dexed, Surge XT, Braids, Barrierefreiheit und mehr für Move
Im Modulbereich stehen zahlreiche bekannte Open-Source-Projekte bereit. Dexed, Surge XT oder Mutable Braids-Ports erweitern das klangliche Spektrum deutlich. Hinzu kommen Effekte wie Tape-Delays, Reverbs, Sättigung und sogar ein Neural Amp Modeler. Auch MIDI-Tools wie Sidechain-Ducker oder Controller-Integrationen sind möglich.
Und genau hier entsteht die spannende Perspektive: Wenn sich dieser Ansatz weiterdenken lässt, könnten im Move-Kosmos perspektivisch sogar VST-Plugins laufen. Das würde die Hardware nochmals deutlich aufwerten und ihre Rolle im Studio neu definieren.
Ein echter Meilenstein liegt im Bereich Barrierefreiheit. Move Everything integriert optional einen Screen Reader direkt auf dem Gerät. Damit wird Ableton Move zur ersten vollständig standalone nutzbaren Groovebox mit echter Unterstützung für blinde und sehbehinderte Musiker. Das System liest Bedienelemente per Text-to-Speech vor und erlaubt Anpassungen bei Geschwindigkeit, Tonhöhe und Lautstärke. Es braucht weder Smartphone noch Computer im Hintergrund. Genau das unterscheidet diesen Ansatz von bisherigen Lösungen.
Für die Community bedeutet das weit mehr als ein technisches Detail. Barrierefreiheit erweitert nicht nur den Anwenderkreis, sondern verändert den Blick auf Hardware insgesamt. Musikproduktion darf keine Frage der Sehfähigkeit sein. Move Everything zeigt, wie eine offene Architektur neue Wege schaffen kann – und setzt damit ein Signal an Hersteller, solche Konzepte ernsthaft mitzudenken.
Von Sidechain bis Streaming: Move Everything zeigt, was wirklich in Ableton Move steckt
Auch klassische Performance-Features profitieren. Sidechain-Ducker, Skipback-Recording oder Web-Radio-Streaming inklusive Recording zeigen, wie flexibel das System inzwischen arbeitet. Move Everything beweist damit, dass diese Groovebox mehr sein kann als ein fest definiertes Produkt.
Ableton hat bisher nur einen Bruchteil der Möglichkeiten ausgeschöpft, die in dieser kleinen Kiste stecken. Umso spannender wird es, was die Community künftig noch aus Move oder sogar Push 3 herausholen wird.
Darüber hinaus dürfte Move Everything auch für die offiziellen Entwickler ein spannender Ideengeber für kommende Firmware-Updates sein. Viele der Funktionen zeigen deutlich, welches Potenzial in Ableton Move noch steckt.
Die Installation des Hacks wirkt zudem erstaunlich unkompliziert. Wenn ihr das Paket bereits ausprobiert habt, berichtet gerne in den Kommentaren, wie stabil es läuft und welche Features euch am meisten überzeugen.
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