Warum der Minimoog der wichtigste Synthesizer aller Zeiten ist
Synthesizer-Videos der Woche
Zum Wochenende habe ich gleich zwei sehenswerte Videos für alle Moog-Fans unter euch: Alex Ball widmet dem legendären Minimoog endlich eine seiner großartigen Mini-Dokus. Und im Video von Synthpro geht es um einen extrem seltenen Zeitgenossen: den Minitmoog.
Warum der Minimoog so besonders ist
Der Minimoog ist ohne Zweifel der berühmteste Synthesizer aller Zeiten. Noch vor anderen Legenden wie dem Sequential Circuits Prophet-5 oder dem ARP Odyssey war er es, der entscheidend dazu beitrug, den Synthesizer als „richtiges“ Instrument zu etablieren. Ursprünglich gebaut von 1970 bis 1981, gab der Minimoog Musikern eine neue Stimme, die perfekt zum experimentellen Geist jener Zeit passte. Noch heute beginnt das Herz wohl jedes Synthesizer-Fans höher zu schlagen, wenn er vor einem Vintage-Minimoog sitzt.

Aber warum ist das so? Was macht den Minimoog so besonders und lässt ihn auch unter seinen Zeitgenossen so herausstechen? Ist es sein unverkennbarer Klang? Ist es die Struktur seiner Klangerzeugung, die einerseits einfach genug ist, um im Handumdrehen den passenden Sound zurechtzuschrauben, und andererseits immer wieder Überraschungen bereithält – auch dann, wenn man glaubt, den Minimoog in- und auswendig zu kennen?
In seiner neuesten Mini-Doku begibt sich Alex Ball auf Spurensuche. Und wie immer bei Alex sind es nicht nur das Hintergrundwissen und die Anekdoten, sondern vor allem die Sounds und Demo-Tracks, die sein Video aus der Masse der Synthtuber herausstechen lassen – genau wie der Minimoog!
Die Neuauflage des berühmtesten Synthesizers aller Zeiten bekommst du bei Thomann*, ebenso wie das lesenswerte Minimoog Book von Bjooks.
Moog Minitmoog: Selten und oft übersehen

Wer nicht ausgesprochen gut Bescheid weiß in der Geschichte von Moog, könnte es für einen Druckfehler halten: Das zweite Moog-Video der Woche ist dem extrem seltenen Minitmoog gewidmet. Von dem nur ein Jahr lang produzierten monophonen Synthesizer aus der Norlin-Ära wurden nur wenige Exemplare gefertigt, weshalb er heute eine echte Rarität ist.
Wie sein kleiner Bruder Satellite ist der Minitmoog ein Preset-Synthesizer, der von der Bauform her dafür gedacht ist, oben auf eine Heimorgel gestellt zu werden. Presets (deren Namen oft nur entfernt an die dazugehörigen Sounds erinnerten) waren Mitte der 1970er ein echtes Novum – und spielten eine wichtige Rolle dabei, das neuartige Instrument populär zu machen. Denn viele Musiker fremdelten noch mit den komplizierten Parametern „richtiger“ Synthesizer und wünschten sich Sounds mit vertrauten Namen, die sie im Studio oder auf der Bühne einfach auf Knopfdruck abrufen konnten.
Die Presets waren also die Hauptsache. Dennoch bietet der Moog Minitmoog einige Möglichkeiten zum „Schrauben“. Mittels der Schieberegler kann man zum Beispiel das Filter und einen LFO einstellen. Auch das Mischungsverhältnis der beiden Oszillatoren ist regelbar, ebenso wie das Tuning von Oszillator B. Sogar Sync beherrscht der Minitmoog. Und er bietet eine Ausdrucksmöglichkeit, die damals neuartig war: Aftertouch hatte er sogar dem Mini voraus. Mit etwas Geschick lassen sich dem „hässlichen Entlein“ also Klänge entlocken, die weit über „Oboe“ oder „Clarinet“ hinausgehen.
Jareth alias Synthpro hat kürzlich einen Minitmoog restauriert und das zum Anlass genommen, ein informatives Video über den seltenen Minimoog-Zeitgenossen zu drehen. Wer mehr über die technischen Hintergründe einer solchen Restaurierung wissen möchte, kommt hier voll auf seine Kosten:
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