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IK Multimedia Safe Spacer

IK Multimedia Safe Spacer  ·  Quelle: IK Multimedia

IK Multimedia Safe Spacer

IK Multimedia Safe Spacer  ·  Quelle: IK Multimedia

Stellt euch vor, das Jahr 2020 hätte anders angefangen. Ohne Ausbruch des Coronavirus wäre Safe Spacer von IK Multimedia doch glatt als Aprilscherz durchgegangen. Ein Armband, das sich meldet, sobald eine andere Person (die ebenfalls ein solches Armband trägt) näher als zwei Meter kommt. Hört sich doch eigentlich total bescheuert an, im Augenblick macht dieses Produkt aber irgendwie Sinn. Besonders in den Bereichen, in denen gearbeitet wird und Menschen zwangsläufig zusammenkommen. Nun ist ja Musik auch ein Bereich, in dem es um das „Come Together“ geht – könnte Safe Spacer auch hier eine Lösung sein?

IK Multimedia Safe Spacer

Safe Spacer ist ein Wearable, das entweder am Handgelenk getragen oder umgehängt wird. Alternativ ist auch die Befestigung an Kleidungsstücken vorgesehen. Das kleine Gerät funktioniert kabellos und läuft mit aufladbaren Batterien. Sobald ein anderes Device näher als zwei Meter herankommt, wird ein Signal erzeugt. Das macht sich akustisch, visuell oder per Vibration bemerkbar. Außerdem lässt sich das System mit einer zusätzlichen App verbinden.

In erster Linie ist Safe Spacer für Arbeitsplätze gedacht: Büros, Fabrikgelände oder ähnliche Orte. Nun heißt der Hersteller aber IK Multimedia und ist eher für Produkte im Audiobereich bekannt. Deshalb erwähnt das Unternehmen, dass natürlich auch die Musikbranche davon profitiert. Soweit die Theorie.

IK Multimedia Safe Spacer

IK Multimedia Safe Spacer

Eine Lösung für Studio, Bühne, Konzert oder Club?

Gehen wir das mal durch: Ein Freund von mir betreibt ein Musikstudio. Die Arbeit dort ist natürlich komplizierter geworden. Er bereitet alles vor, desinfiziert Mikrofone und andere Dinge, danach zieht er sich in den Regieraum zurück. Die Mitglieder von Bands müssen einzeln einspielen. Prinzipiell macht das hier also wenig Sinn. Musiker stehen meistens eh nicht so nah beieinander und wenn sich alle Beteiligten des Risikos bewusst sind, bewahren sie auch diesen Abstand.

Anderes Szenario: Auf der Bühne verhält es sich prinzipiell ähnlich. Entweder stehen alle so weit auseinander, dass kein Warnsystem notwendig ist oder die Distanz wäre so klein, dass es zu risikoreich ist. Abgesehen von der Tatsache, dass im Augenblick per se keine Veranstaltungen stattfinden (außer vielleicht im Autokino).

Wann Konzerte und Veranstaltungen wieder starten, steht noch in den Sternen – auch wenn offiziell immer von Mitte August geredet wird. Würde das hier nützlich sein? Möglicherweise. Alle Besucher müssten mit den Armbändern ausgerüstet sein und natürlich auch auf die Warnsignale reagieren. Und da habe ich so meine Zweifel. Im Prinzip gilt auch hier wieder: Wer das Risiko ernst nimmt, hält freiwillig Abstand – alle anderen richten sich ja sowieso nicht nach den Regeln.

Clubbetrieb kann ich mir im Augenblick gar nicht vorstellen. Körper an Körper – da würde es ja überall nur vibrieren, blinken und piepsen. Eigentlich eine lustige Vorstellung, nur leider nicht vor diesem Hintergrund.

In Schulen und beim Musikunterricht könnte das vielleicht nützlich sein. Und wenn es bei Letzterem nur dazu dient, den guten Willen zu demonstrieren. Denn wie gesagt, wer das Problem ernst nimmt, hält möglichst von allein Abstand.

IK Multimedia Safe Spacer App

IK Multimedia Safe Spacer App

Trotz der kritischen Worte halte ich dies für ein Produkt, das in einigen (anderen) Bereichen durchaus hilfreich sein kann. Im Vergleich zu Apps (was ist eigentlich aus der Corona-App geworden?), die mit Bluetooth arbeiten, soll dieses System zehnmal präziser sein. Außerdem lassen sich Gerät und Zubehör einfach reinigen.

Der Preis beläuft sich auf 99 Euro – im dritten Quartal 2020 soll Safe Spacer erhältlich sein.

Was haltet ihr von der Idee?

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