Der Gitarrensound von „My Own Summer (Shove it)“: Kling‘ wie die Deftones mit Plugins, Budget-Setup oder Studio-Gear
Nu Metal für zu Hause!
Die Deftones sind in aller Munde, ihr neues Album „Private Music“ war ein Erfolg, im August 2026 kommen sie wieder für Open-Air-Konzerte und Festivals. Da fragt sich vielleicht der ein oder die andere: Wie geht der Gitarrensound von „My Own Summer (Shove it)“, dem brachialen Nu-Metal-Brett und bekanntesten Song der Band? Welche Plugins, welches Equipment, was ist nötig, um dem Sound von Stephen Carpenter näherzukommen? Lest eine weitere Folge unserer Serie „Gitarrensound von…“
Das Wichtigste in Kürze
- Marshall-JCM-800-Amps waren Stephen Carpenters wichtigste Soundzutat in den ersten Jahren der Deftones, leicht abgewandelt war sein Amp-Sound auf „My own Summer (Shove it)“
- Er liebte den Boss Hyper Fuzz (und nutzt ihn noch heute)
- Effekte kamen damals aus dem Rocktron Intellifex
- Es gibt neben entsprechender Hardware auch Presets und Captures für NAM, Boss Katana und Neural DSP
Alles zum Gitarrensound der Deftones:
Die Entstehung von „My own Summer (Shove it)“
Sucht man auf Youtube einfach nach „Shove it“, dieser Song hier ist der zweite Treffer. Was ein Riff. Und dieser minimalistische Auftakt-Drumfill von Abe Cunningham… Bei den fünf Malen, die ich die Deftones bisher seit 2002 live gesehen habe, ist der Song bei aller Weiterentwicklung einfach immer ein absolutes Highlight. Als ich den Song Ende der Neunziger das erste Mal hörte, war er meine Einstiegsdroge in die Deftones. Was eine Energie! Was eine Dynamik!
Mit ihrem zweiten Album „Around the Fur“ zeigten Chino Moreno, Stephen Carpenter, Chi Cheng (RIP) und Abe Cunningham, was sie von Nu Metal als Genre, als Label ihrer Musik hielten: nichts. Was hier an Songwriting, an Tiefe und emotionaler Achterbahn drinsteckte, ging weit über den Machismo-Metal der späten Neunziger hinaus. Und wie so oft (siehe Smoke on the Water) ist auch „My own Sommer (Shove it“ ein Song der sehr spät und sehr schnell entstand.
Chino und Stephen beschreiben in Interviews, dass Producer Terry Date Stephen quasi gezwungen habe, noch einen Song zu schreiben, da es für „Around the Fur“ noch nicht genug Skizzen gab. Also setzte sich Carpenter, schwer benebelt, in den Aufnahmeraum und begann, Note für Note, das Riff von „My own Summer“ zu entwickeln.
Sänger Chino erzählt weiter, dass es im Studio Litho in Seattle (gegründet von Stone Gossard vo Pearl Jam) einen Aufenthaltsraum mit Tischtennisplatte gab, wo man häufig abhing. Dort habe er gespielt und aus der Ferne Stephen das Riff immer wieder spielen und loopen hören. Irgendwann rannte er zu Stephen, weil er die drei fehlenden Noten im Kopf hörte. Schon kamen Chi am Bass und Abe an den Drums dazu und der Song war laut Chino in nur 45 Minuten geschrieben.
Der Gitarrensound von „My own Summer“: Das Gear von Stephen Carpenter

Oft genug kommen Riffs auch von Chino, gerade in den letzten Jahren, der Gitarrensound von „My own Summer“ ist aber eindeutig Stephen Carpenter zuzordnen. Und welches Equipment er zu den Aufnahmen von „Around the Fur“ nutzte, kann man einem Interview mit der Guitar World von 2017 entnehmen. Bei der Gitarre selbst setzte Carpenter auf sein just mit ESP entwickeltes Signature-Modell, deren Korpusform auf dem einer ESP Horizon basiert.
Anders als in späteren Modellen, in denen Fishman-Picksup verbaut waren, nutzte Carpenter zu dieser Zeit Seymour Duncan JB-Tonabnehmer. Beim Amp setzte er auf eine Kombination aus einem ADA MP-1 als Vorverstärker und eine Marshall 9200-Endstufe, nachdem er vorher bei „Adrenaline“ und live zwei JCM800er gespielt hatte.
Bei den Effekten und Pedalen setzte Stephen auf einige Bodentreter von Boss (Hyper Fuzz, OC-2) sowie einen damals sehr populären Rack-Effekt namens Rocktron Intellifex für Delays und Reverb. Wichtig, bevor es losgeht mit dem Gitarrensound von „My own Summer (Shove it)“: Eure Gitarre muss im Drop-Cis-Tuning sein, sprich Drop-D und dann alle sechs Saiten noch einen Halbton tiefer.
Der Gitarrensound von „My own Summer (Shove it)“ mit Plugins
Gitarre, Audiointerface, Kabel, DAW – das sollte vorhanden sein, damit ihr die Plugins für den Gitarrensound von „My own Summer (Shove it)“ auch nutzen könnt. Von der Herangehensweise gibt es hier mehrere Möglichkeiten: Entweder komplette virtuelle Rigs oder einzelne Komponenten als Signalkette. Geht man den zweiten Weg, so gibt es beispielsweise von Nembrini das MP1 Pro* als Emulation des ADA MP-1, dahinter könnte man, mit ordentlichem Gain Staging, dann einen Marshall aus der Marshall Suite von Softube* packen.
Dazu gibt es aber natürlich auch Komplettpakete. So findet man bei Ari’s Riffs für schmale 2 britische Pfund ein komplettes Rig für den Gitarrensound von „My own Sommer (Shove it“) für Amplitube 5*. Auch von „Recreation Tones“ gibt es ein entsprechendes Preset für Amplitube für 2,99 US-Dollar.
Und natürlich gibt es hier auch eine Freeware-Variante, nämlich ein NAM Capture, das dem Sound ziemlich nahekommt. Dazu benötigt ihr dann nur noch das Gateway VST zum Laden des Capture. Auch als A1-Version verfügbar!
Budget-Gear für den Gitarrensound von „My own Summer (Shove it)“
Direkt anknüpfend an den letzten Punkt der NAM-Captures gibt es natürlich eine mittlerweile recht stattliche Zahl an Budget-Multi-Effekten, die so ein Capture (mal direkt als A2 oder komprimiert oder umgewandelt bei A1) laden können. Da reicht eventuell schon das Valeton GP-5*! Einfach das NAM-Capture laden, in der Valeton App umwandeln, auf das GP-5 laden, fertig!
Und wenn wir schon in der Welt der Modeler sind, dann darf Boss Katana da natürlich nicht fehlen, denn in der Boss Tone Exchange gibt es auch ein Preset direkt für den Gitarrensound von „My own Summer (Shove it)“. Und dann klingt der Katana 50 Gen 3* auch schon nach Stephen Carpenter!
Und wer auf der Suche nach einer Alternative zum Hyper Fuzz ist, sollte sich die Hommage von Behringer* näher ansehen.
High-End-Gear für den Gitarrensound von „My own Summer (Shove it)“
Beim Nachbauen von Stephens Amp-Sound, denn hier liegt der Hauptanteil vom Gitarrensound von „My own Summer (Shove it)“, muss man selbst bei unbeschränktem Budget einige Umwege gehen, da es keine Neuauflage oder Nachahmung des ADA MP-1 Preamps gibt. Zum Beispiel weicht man einfach auf die Wiederauflage des Marshall JCM800* aus, da Carpenter diese Amps bis kurz vor „My own Summer (Shove it)“ spielte. Dazu das Boss FZ-1W Fuzz* als Hyper-Fuzz-Alternative.
Oder man geht auch hier den Weg über Modeler und entsprechende Presets. In der Cortex Cloud finden Quad-Cortex*-Besitzer und -Besitzerinnen einige Presets für den Deftones-Sound. Auch bei Kemper und Line 6 dürfte es entsprechende virtuelle Rigs aus der Community oder von Drittanbietern geben.
Fazit
Und jetzt seid ihr gefragt! Welche Plugins, welche Pedale, Modeler und Amps nutzt ihr, um dem Gitarrensound von „My own Summer (Shove it)“ näherzukommen? Was ist die geheime Zutat?
Schreibt es uns in den Kommentaren!
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