Behringer, Arturia & Xfer, Native Instruments, Ableton: Sound-Boutique
Neues über Sounds, Presets, Samples und Ableton Live
Heute gibt’s wieder richtig schöne Sachen in der Sound-Boutique zu entdecken. Den Anfang macht eine Patch-Sammlung für Behringer Edge. Die erinnert noch mal daran, wie unglaublich günstig dieser analoge Percussion-Synthesizer ist. Ein Preis-Leistungs-Verhältnis der ganz besonderen Art will uns Starsky Carr mit einer Kollektion von Wavetables bieten, die nicht nur mit Arturia Pigments und Xfer Serum funktionieren. Nicht nur für Fans von Scanner ist eine neue Kontakt-Library einen Blick wert. Und den kostenlosen Max for Live Effekt Oxide musst du dir unbedingt anschauen und downloaden!
Inhalt:
Behringer Edge: Generative Rhythmen von Mr. Card Synths

Man muss es einfach immer wieder betonen: Wer heute (elektronische) Musik machen will, kann sich über das Angebot der zur Verfügung stehenden Produktionsmittel nicht beschweren. Es gibt Klangerzeuger in jeder Größe und in jedem Preissegment, die Software ist über die Jahre im Durchschnitt preiswerter und gleichzeitig leistungsfähiger geworden und auch dank KI erscheinen so viele kostenlose Plugins wie noch nie zuvor.
Behringer hat speziell im Bereich der Hardware einen großen Beitrag zu dieser Entwicklung geleistet. Edge ist doch ein super Beispiel dafür: Der sehr stark an den Moog DFAM angelehnte semi-modulare Percussion-Synthesizer von Behringer kostet aktuell 145 Euro!
Für den Preis bietet Behringer Edge einen analogen Signalpfad mit zwei Oszillatoren, einem Rauschgenerator, einem zwischen Hoch- und Tiefpass umschaltbares Filter und einem VCA. Das alles vkombiniert Behringer hier mit einem dualen Step-Sequencer, einer Patch-Matrix und der Möglichkeit, das System mit weiteren Geräten auf bis zu 16 Stimmen auszubauen.
Dazu kommt, dass Behringer Edge auch wirklich gut und durchaus auch eigenständig klingt. Damit ist dieser Drum-Synthesizer auch noch für alle interessant, die schon einen „Drummer From Another Mother“ besitzen!
Generative Rhythms, die neue Patch-Sammlung von Mr. Card Synths, widmet sich dem Behringer Edge und enthält eine Reihe von „Presets“ mit lebendigen Patterns, generativen Sequenzen, komplexer Modulation und experimentellen Rhythmen.
Die Patches sollen die experimentelle Seite des Synthesizers ausloten und nutzen dabei sämtliche Möglichkeiten des Behringer Edge. Dazu zählen die Patch-Matrix, der Step-Sequencer und die Optionen für Modulationen.
Laut Mr. Card Synths eignen sich die Patches für IDM, Ambient, experimentelle elektronische Musik, Minimal Techno und Sounddesign. Und natürlich für alles, was sich so dazwischen bewegt.
Weil Behringer Edge keine Preset-Verwaltung bietet, bekommst du die 25 Patches ganz „oldschool“ in Form von Patch-Sheets, die in diesem Fall natürlich nicht mehr auf Papier vorliegen, sondern als PDF heruntergeladen werden. Ein paar zusätzliche Tipps helfen dir dabei, konstante Ergebnisse zu erzeugen. Zum Beispiel sollte der Synthesizer erst ein bisschen „aufgewärmt“ sein, um für ein stabiles Tuning zu sorgen.
Als kleinen Bonus gibt’s noch ein paar MIDI-Sequenzen und wieder mal ein paar Presets für das kostenlose Valhalla Supermassive Plugin.
- 15 Euro kosten die Patch-Sheets im PDF- und JPG-Format hier bei Mr. Card Synths. Behringer Edge ist hier bei Thomann erhältlich*.
Starsky’s Analog Collection: Wavetables für Arturia Pigments und Xfer Serum sowie weitere Wavetable-Synthesizer
Bei Starsky’s Analog Collection habe ich ein Déjà-vu, denn diese Sammlung kommt mir irgendwie bekannt vor. Aber das Video von Starsky Carr ist erst ein paar Wochen alt und zudem ziemlich interessant, deshalb muss das heute in die Sound-Boutique.
Worum geht’s dabei? Um Wavetables, die der Mann hier von verschiedenen edlen Synthesizern „im Wert von 15000 Pfund“ extrahiert hat und für die Plugins Arturia Pigments und Xfer Serum anbietet. 151 Wavetables bekommst du mit dieser Sammlung und wenn man eine ganz doofe Milchmädchenrechnung macht, hat ein einzelner Wavetable ungefähr einen Gegenwert von knapp 100 Pfund! Ja, ich weiß – es ist albern.
Sieben Instrumente hat sich Starsky Carr hierfür vorgenommen. Neben einem Novation Peak gibt’s Wavetables von Pittsburgh Voltage Lab 2, Analogue Solutions Maximus, Frap Tools Magnolia, Pittsburgh Taiga, Sequential Prophet VS und Korg DW8000 (mit allen 16 Schwingungsformen).
Laut Starsky beinhaltet jeder Wavetable bis zu 128 Schwingungsformen und besteht aus 2048 Samples pro Wave.
Auch wenn in der Beschreibung groß Arturia Pigments und Xfer Serum hervorgehoben werden, sollen die Wavetables aber auch mit allen Synthesizern funktionieren, die mit 2048-Sample-Frames arbeiten. So werden auch Vital, Bitwig Grid, Phase Plant, u-he Hive 2, VPS Avenger 2 und Ableton Wavetable genannt.
Wer immer auf der Suche nach ein paar Wavetables ist, kann mit dieser Sammlung vielleicht etwas anfangen.
- Knapp 18,20 Euro (plus Steuern) kostet Starsky’s Analog Collection hier bei Starsky Carr. Xfer Serum 2 gibt’s nur hier beim Hersteller, Arturia Pigments 6 bekommst du auch bei Thomann*.
Scanner:Library für Native Instruments Kontakt
Wer schon einmal das Studio von Robin Rimbaud – auch bekannt als Scanner – gesehen hat, kann sich schnell vorstellen, dass eine Sample-Sammlung dieses Künstlers sehr interessant sein könnte. Das hat sich wohl auch Soniccouture gedacht, denn die „Sample-Schmiede“ bringt jetzt eine Kontakt-Library heraus, die auf der persönlichen Sound-Bibliothek von Scanner basiert.
400 Aufnahmen von alten Tapes und verschiedenen anderen Quellen hat Scanner hierfür als Basis genommen. Bei der Scanner:Library geht es speziell darum, diese Sounds in neuen Layern miteinander zu kombinieren.
Das Interface setzt dabei auf Zugänglichkeit. Du sollst dich hier nicht in Untiefen von Möglichkeiten verlieren, sondern eher recht einfach neue Sounds und Texturen erstellen. Deshalb basiert hier alles auf drei Modulen, die mit Samples gefüttert werden und über einfache Hüllkurven, Filter, einen Delay-Effekt plus einen Reverb den Sound erzeugen.
Auch hier mal wieder eine schöne Rechnung: Mit diesen Optionen und dem Sample-Fundus ergeben sich laut Soniccouture über zehn Millionen Kombinationen! Ich habe das jetzt nicht nachgerechnet und glaube das einfach mal so. Seien wir ehrlich: Selbst eine Million Möglichkeiten sind doch schon genug, um sich ausgiebig damit zu beschäftigen.
Und streng genommen gibt es sogar unendlich viele Möglichkeiten, denn du kannst auch deine eigenen Samples und Loops importieren! Und das funktioniert ganz typisch für Kontakt einfach über Drag-and-drop.
Sehr cool ist auch die Randomizer-Funktion, um zufällig neue Kombinationen und Parameter-Einstellungen auszuprobieren. Als kleine Extras kannst du die einzelnen Layer auch etwas mehr sättigen und über den Wow-Parameter sogar ein bisschen „leiern“ lassen.
Manchmal muss es gar nicht viel mehr sein, um Spaß zu haben und neue Sounds zu entdecken.
- 149 Euro (statt 199 Euro) kostet das Kontakt-Instrument zum Start. Scanner: Library funktioniert bereits mit dem kostenlosen Kontakt Player. Weitere Infos findest du hier bei Soniccouture. Die Vollversion des Samplers kannst du bei Thomann* kaufen – auch als Teil der neuen Komplete Bundles*.
Kostenloser Effekt für Ableton Live mit Max for Live: Oxide
Und auch heute gibt es wieder mal eine Neuigkeit zu Ableton Live mit der Max for Live Erweiterung. Dabei handelt es sich um einen kostenlosen Effekt, der irgendwie ganz schick aussieht und einen spannenden Eindruck macht.
Oxide kombiniert einen Bandeffekt (mit Goodies wie Wow und Sättigung), einen Federhall, einen Freeze-Effekt und kleine Extras wie einen EQ und ein „Soundmikroskop“ in einem sehr experimentellen Effekt.
Ein besonderes Merkmal ist hier die Möglichkeit, eine Art Timer für die Degradierung des simulierten Tonbands zu aktivieren. Das klingt vielleicht alles etwas verwirrend und beim Ausprobieren habe ich auch noch nicht jeden Kniff auf Anhieb verstanden – aber trotzdem macht es Spaß, hiermit herumzuspielen. Und die Ergebnisse sind durchaus brauchbar.
Hier das Video:
Für mein Empfinden funktioniert Oxide am besten, wenn du Sounds, Samples, Loops oder einzelne Spuren direkt mit dem Effekt bearbeitest und das Ergebnis direkt wieder in einer neuen Spur aufnimmst.
Der eingebaute Timer ist ja irgendwie eine aufregende Sache, die Bedienung aber etwas kryptisch. Hier wäre doch eine Angabe in Takteinheiten wesentlich praktischer als eine Einstellung in Sekunden.
Aber egal, ich will nicht meckern, denn Oxide produziert wirklich sehr brauchbare Ergebnisse. Das gilt ganz besonders, wenn man den Effekt wie oben beschrieben benutzt. Beim Sounddesign lässt sich mit diesem Device einiges anstellen. Deshalb solltest du dir den Effekt auf keinen Fall entgehen lassen!

- Oxide ist kostenlos hier im Gumroad-Shop von Emi liano zu haben. Eine Anleitung und weitere Infos findest du auf dieser Website. Ableton Live 12 (oder neuer) mit Max for Live ist erforderlich. Die Erweiterung ist in der Ableton Live Suite enthalten und die bekommst du natürlich auch bei Thomann*.
Weitere Infos über Behringer, Arturia, Native Instruments und Ableton
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