von  Dirk  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 4 Min
Behringer KICK: Ein MPC-Klon auf Open-Source-Basis

Behringer KICK: Ein MPC-Klon auf Open-Source-Basis  ·  Quelle: Behringer

ANZEIGE

Behringer KICK: Unter diesem Namen sorgt gerade eine Groovebox für Aufmerksamkeit, die beim ersten Blick sehr an die AKAI MPC One erinnert. Die Ankündigung geschieht diesmal über Github, denn Behringer will für den Sampler auf eine Open-Source-Firmware setzen. Dafür macht der Hersteller den Code offiziell zugänglich. Ist das mehr als nur ein Marketing-Coup?

ANZEIGE

Behringer geht in Richtung Open Source

In diesem Jahr ist Vibe-Coding einer der großen Trends. Mit KI-Technik und LLMs wird es immer einfacher, auch ohne große Erfahrung eigene Software zu entwickeln. Das zeigt sich im Bereich der Musikproduktion nicht nur bei Plugins, sondern ebenso bei Hardware, die durch neue alternative Firmwares und Firmware-Hacks mit teils ungeahnten Funktionen erweitert wird.

Bei Behringer KICK macht das Team um Uli Behringer direkt klar, dass solche Entwicklungen ausdrücklich gewünscht sind. Und das klingt prinzipiell erst mal vielversprechend. Der Hersteller sieht die Richtung, in die es in der Zukunft geht und macht sich dafür offen. Vermutlich auch in Hinblick auf die zunehmende Konkurrenz aus China, auf die eben auch Behringer reagieren muss.

Günstige Hardware mit offener Software-Architektur: Genau so etwas scheinen sich die User im Augenblick zu wünschen. Oder zumindest ein Teil der Community.

Behringer setzt für KICK auf Open-Source-Software
Behringer setzt für KICK auf Open-Source-Software · Quelle: Behringer

Es gibt aber auch ein paar Aspekte, die dabei nicht vergessen werden sollten: Woher kommen die Ideen, wie werden diese umgesetzt und auf welchem Qualitätsniveau bewegt sich das alles? Was passiert, wenn Behringer KICK zu einem Behringer BRICK wird? Das Meme macht bereits die Runde und zeigt, dass es auch Skeptiker gibt. Wie sieht es mit dem Support bei Fehlern aus, die durch instabile Software-Updates entstehen?

Gut möglich, dass sich Behringer bereits umfassend Gedanken dazu gemacht hat. Die neuen Möglichkeiten sind wahrscheinlich einfach zu verlockend, um diesen Weg nicht zu gehen.

Das zeigt sich auch jetzt bei AKAI, dessen MPC One ja zweifelos als starkes Vorbild für den aktuellen Prototypen von Behringer KICK zu sehen ist. Heute erst wurde Sample Key vorgestellt, eine Version von MPC Sample mit integrierter Tastatur, die ebenfalls Open Source umarmt.

ANZEIGE

Übrigens gehörte ja die MPC überhaupt zu den ersten Gerätschaften, die mit einer alternativen Firmware für Begeisterung sorgte. Wer sich die Website von JJOS anschaut, sieht wie früh es schon solche Entwicklungen gab.

Wohlgemerkt ging es dabei eher um Workflow-Optimierungen und nicht so sehr um neue Oszillatoren, Effekte und diverse andere Extensions. Und zudem kam garantiert keine KI-Technik bem Coding zum Einsatz. Wobei diese ja auch bei selbst entwickelter Software für KICK und all der anderen Hardware heute nicht zwingend verwendet werden muss.

Behringer KICK – die Hardware

Natürlich ist auch klar, dass hinter Behringer KICK nicht einfach nur eine Hardware ohne jegliche Software steckt. Es wird sich um einen „kompletten“ Sampler handeln, mit eingebautem Sequencer, internen Effekten (von über 300 ist die Rede) und allem, was eben heute so zu einer Groovebox dazugehört.

Behringer beschreibt das Gerät als „Professional Standalone Music Production Center“ mit einem 7-Zoll-Touchscreen, Sampler, Touchstrip und der „Music Tribe JAM DAW“. Beim Stichwort DAW frage ich mich gerade, was eigentlich aus der längst angekündigten DAW geworden ist?

Behringer KICK
Behringer KICK · Quelle: Behringer

Behringer KICK soll sechzehn RGB-Pads, acht Bänke und vier zuweisbare Regler anbieten, ein kleines „Jogwheel“ gibt es ebenfalls.

Beim Blick auf die Rückseite des Prototypen sehen wir MIDI In/Out, USB und (natürlich!) auch vier Anschlüsse für CV/Gate. Eingänge und Ausgänge sind in Stereo ausgelegt. Und einen RJ45-Link-Anschluss hat Behringer ebenfalls untergebracht.

Was gibt es noch? Einen Slot für SD-Cards an der Vorderseite und dazu einen Kopfhöreranschluss.

Ganz cool klingt die eingebaute „KI-Kamera“, die eine Gestenkontrolle ermöglichen soll. Das wäre doch zum Beispiel in Kombinationen mit Skalen-Quantisierungen und ähnlichem Schabernack ein riesiger Spaß!

Der Sampler selbst soll natürlich Optionen für Editing bieten, einen Step-Sequencer integrieren und einen Looper ebenso.

Die Rückseite von Behringer KICK
Die Rückseite von Behringer KICK · Quelle: Behringer

Wie gesagt, handelt es sich um einen Prototypen. Aber dieser ist eben hier auf Github dokumentiert. In dem Sinne können wir davon ausgehen, dass die fertige Hardware vermutlich genau so aussehen wird. Diese läuft wohl auf einem Linux-basierten System.

Wann Behringer KICK erscheinen soll, ist noch nicht bekannt. Und ob der Name so bleibt (ich glaube es nicht) und wie es mit dem Preis aussieht, wird in vielleicht schon in ein paar Tagen, Wochen oder Monaten gelüftet werden. Wir bleiben dran!

Weitere Infos

*Hinweis: Dieser Artikel enthält Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!

ANZEIGE

Schreibe einen Kommentar

Damit die Diskussion fair und transparent bleibt, schalten wir nur Kommentare frei, die mit einem echten Namen und einer gültigen E Mail Adresse verfasst wurden.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert