Synthesestarke Klangmaschinen
Welche starken Synthesizer gibt es? Welcher passt?
Synthesizer kommen aktuell fast im Sekundentakt ‚raus. Firmware Hacks, neue KI-Vibe-coded Software und Emulation. Aber es gibt auch Originale und aktuelle Maschinen, die wirklich stark sind und als zentrale Maschine für Sounddesigner genau das Richtige ist. Der Preis ist meist nicht ganz unten aber erreichbar. Mal analog, mal hybrid oder auch komplett digital. Dies ist ein aktueller Scan durch die Klangmonsterwelt.
Synthesestarke Synthesizer
Aktuelle Synthesizer mit starker Klangengine
Was sind das für Synthesizer, was ist synthesestark? In jedem Falle sind Synthesizer mit nur einem Oszillator eher nicht passend, keine „303“, kein „Juno“ und kein Volca, obwohl die eigentlich teilweise sogar einiges können. Wir suchen angenehme dafür ausgelegte Instrumente, die vielseitig sind und auch heute noch mehr können als viele andere und allein für Jahre von wirklich neuen Klangkreationen sorgen, wenn man sich mit ihnen einschließen würde.
Als die analogen Synthesizer durch den Yamaha DX-7 deutlich durchgeschüttelt wurden, war der Oberheim Xpander / Matrix 12 einer der interessantesten synthesestarken Angebote. Später folgten deutlich kraftvollere Nachfolger, die eher digital waren. Aus 6 Operatoren des DX-7 werden 8, es gibt Samples und natürlich auch neue Synthese-Ansätze oder Kombinationen oder andere Zugänge oder auch unerwartete aber alte Ansätze? Gibt es eigentlich supergünstige Synthesemonster?
Lofi vs. HiFi – Der Sparfuchs
Sonicware ELZ_1 Play? Ja, so ein Synth kann vieles, ist aber ein wenig auf LoFi optimiert und guckt viel in die Achtziger. Das macht Spaß, aber so etwas suchen nicht alle, oder? Der kleine Synthesizer ist auch als Core Version cool. Dennoch suchen wir gnadenlos HiFi-Synths, gern mit hochaktuellen Ideen, weil es immer leichter ist einen Klang „alt und bratzelig“ zu machen als einen LoFi Sound zum Ohrenschmeichler zu machen. Er ist eher „außer Konkurrenz“, daher legen wir dann mal los…
Wir sind nur die Kandidaten…
ASM Leviasynth – Das FM-Monster
Der Synthesizer ist eigentlich ein sehr aufgebohrter FM-Synthesizer mit 8 Operatoren und einigen zusätzlichen Betriebsmodi. Er hat ein gutes Interface, um Details einzustellen und ist stark beim Stereo–Routing jeder der Operatoren. Es gibt zwar einen speziellen „OP-Stereo“ Modus, aber so weit reichend sind auch heute nicht viele. Unter der FM-Engine liegt eine komplette VA-Abteilung und jeder der Operatoren hat digitale feste digitale Wellenformen, die ausreichend klassische bis hochaktuelle Sounds mit MPE und Polypressure ermöglichen.
ASM haben schon beim kleineren Bruder Hydrasynth sehr konsequent Polypressure eingebaut, sogar die Desktops haben druckempfindliche Pads. Der Leviasynth hat ein analoges Filter zum anbraten und ein digitales für Details. Das ist kein Synthesizer für Einsteiger, man muss ihm und einem selbst etwas Zeit lassen – dann kann er das sein, was andere nicht haben und für die Klänge der Zukunft gibt es auch einen Algorithmen–Morphing und damit der Preis sich rechtfertigt obendrauf eine Duo-Timbrale Klangerzeugung mit eigenen MIDI-Kanälen.
Damit kann man schon einiges Reißen – die Challenge dabei ist hoch, da viele Sounds im Netz auch für meine Ohren eher etwas zu mittig klingen – dennoch hat das mehr mit dem eigenen Sounddesign zu tun – also für alle die offen dafür sind – ist das einer der modernsten Maschinen, die man kaufen kann. Puristisch, kein Sampling aber sehr gut für Details geeignet.
- Den Leviasynth gibt es bei Thomann*
- Mehr über ASM

Waldorf Iridium Mk 2 – Der Vielfältigste
Es ist schwer, in einer Liste den Iridium 2 nicht zu nennen, er hat kürzlich ein Update erfahren und lässt sich sogar nachrüsten. Das ist ein kleines Stück Hardware und nennt sich SOM-Upgrade, denn es geht dabei um mehr RAM. Damit hat er 6 Synthesemethoden und die Kombination ist sehr stark. Granular, Sampling und damit „realistische“ Klänge, aber auch Wavetables, VA und Morphing unterschiedlichster Syntheseformen (Seed) bietet er genau so wie 6 Operatoren FM, die frei aufgebaut werden kann.
Sie ist sicherlich die etwas „frickeligere“ Variante, aber deutlich mehr als „ein DX-7 in Aspik“. An Modelling erinnert die Partikel-Engine. Iridium hat heute 4 MIDI Slots und ist damit eine der stärksten Argumente für ihn als Live-Maschine und Haupt-Design-Zentrum für Sounds, denn er kombiniert die unterschiedlichsten Synthesemethoden und ist damit die wahre Workstation für Sounddesigner. Es gibt kaum ein Genre, was er nicht bedienen könnte und spricht MPE, MIDI 2.0 und lässt sich auf faktisch jede Idee ein.
Bei dem Thema synthesestark zu sein, dürfte der Iridium synonym dafür stehen.
- Den Iridium Mk2 gibt es bei Thomann*
- Mehr über Waldorf

Korg Opsix – Der Kreativste FM-Synth
Der Opsix ist günstiger als ein Leviasynth, spielt aber in einer ähnlichen Liga. Seine Stärke ist die Vielfalt der Operator-Verbindungen (die von allen genannten die sinnvollsten und weitreichensten sind) zwischen den 6 Operatoren. Er ist voll-digital und auch als Software zu haben, so kann man auch versuchen, sich die synthesestarke Engine anzusehen bevor man die Hardware kauft. Das gilt auch für die anderen, wie etwa den multi/poly, der allerdings eher ein sehr gut klingender VA mit guter Engine ist, zwei Syncs und zwei Filtern, Waveshaping und natürlich Wavetables.
Das ist der Opsix nicht, er ist ein FM Synthesizer mit Matrix und klingt eher gutmütig. Es ist etwas leichter ihm sofort Klänge zu entlocken die gut klingen. Für Sounddesign ist er kaum „schlechter“ als ein Leviasynth, bietet aber keine zwei Klänge oder Splits an, wie der Leviasynth. Ein Synth – ein Klang – ein Mann ein Ball.
Mein Tipp ist aber unbedingt, nicht das Keyboard kaufen (was ich habe), sondern den Desktop, denn die Tastatur hat keinen Aftertouch und ist damit nicht die ausdrucksstärkste für einen so mächtigen Synthesizer. Das spart Geld und man bekommt einen tollen Synth. Nachteil ist vielleicht bei so vielen Stimmen, dass man ihm keinen Multimode spendiert hat, denn das würde ihn als Live-Instrument besser prädestinieren. Das Korg das kann beweist der oben erwähnte multi/poly, der vier Layers mit eigenem MIDI-Kanal bereit stellt.
Der Dauerbrenner wurde schon mehrmals „geboosted“ und hat sehr viele Stimmen, mehr als man braucht. Deshalb sollte man selbst eine nicht perfekt zu bedienende Multimode-Version baut. So mancher Musiker könnte ihn dann auch besser mitnehmen. Die Software lässt sich natürlich in vielen Instanzen öffnen. Trotzdem habe ich eine enorme Menge von sehr brauchbaren Sounds erstellt – die nicht mit jedem Synthesizer machbar wären, es macht Spaß. Hast du schonmal einen Sound mit Ringmodulation, AM, FM und Filter-FM gebaut, die zwei MS-20 artige Filter als Resonator-Engine nutzen und Effekte als Operator verwenden kann? Das kann er. Das kann kein anderer.
- Den Opsix gibt es aktuell bei Thomann*
- Mehr über Korg

Oddment ODD-1 – Der Granular-Spezialst
Oddment ist eine kleine Firma und hat kürzlich eine Software-Variante des gelben Granular-Synthesizers ODD-1 vorgestellt, die sogar bei Kauf der Hardware „angerechnet“ wird. Somit ist Korg nicht der einzige, der den Einstieg erleichtern möchte. Ja, der ODD-1 ist ein Spezialist für Samples und Granular und hat vier Abspiel-Engines zu bieten. Seine Details sind sehr spannend und besonders.
Neben dem ohne Frage ebenfalls synthesestarken Tasty Chips GR-2 als ernstzunehmender Konkurrent, ist der ODD-1 aber in ganz anderen Bereichen stark. Er fährt mit vier Playheads durch den Sound und hat entsprechend eine LFO/Hüllkurven-Modulation für die Parameter bereit und ist einfacher zugänglich als viele andere Konkurrenten. Es ist erstaunlich wie unterschiedlich Granular-Synthese ist und klingen kann. Ihn gibt es auch als Software, die beim Kauf „angerechnet“ wird.
Da die Parameter wie „Grain Size, Spacing, Shape und Stereoposition“ recht oft auch an anderen Stellen zu lesen sind, ist es sinnvoll in diesem Video das Konzept zu erfahren. Die „Time Patch“ Abteilungen sind neu und bieten eine Art besondere bewusste Steuerung des Faktors Zeit unabhängig von der Tonhöhe. Das erinnert an die Kampfszenen von Matrix, wo alles stehen bleibt, langsamer wird oder sogar rückwärts arbeiten kann.
- Oddment gibt es aktuell bei Schneidersladen
- Mehr über Oddment

Moog Muse – Der Analoge
Dies ist der livetauglichste und zugänglichste Moog-Polysynth, der zudem aktuell unter 3k€ zu haben ist. Er ist stereo mit seinen Filtern und Delays und liefert sehr sehr konsequent ultraschnelle „FM“-Modulationen, da er einen dritten Modulationsoszillator besitzt und neben diesen auch die beiden Hauptoszillatoren als FM-Quelle akzeptiert. Dazu sind die LFOs mit 1kHz extremst schnell und man kann sogar ein Frequenzfenster selbst definieren und damit die Auflösung zwischen diesen massiv verfeinern.
Mit seinem Sequencer und den Modulationsquellen und den global-Modulator-Quellen ist er sehr direkt und intuitiv für Sounddesign, was unbedingt analog sein muss (das sind alle LFOs und Hüllkurven faktisch noch einmal für beide multi-timbral-Seiten- was sich für Effektmodulation damit gut anbietet oder für Modulation, die beide Split/Layer Sounds betreffen soll).
Moderner und zeitgemäßer geht es kaum. Er ist synthesestark, wenn nicht sogar synthesestärkste kaufbare Moog zur Zeit aber auch gegen die anderen Polysynths in Sachen Modulation ganz vorn anzusiedeln. Er ist nicht auf dem letzten Platz, weil er unten steht, er ist aktuell mein zentrales Instrument für Live. Das sage ich weder schnell noch schreibe ich das schnell in einen Bericht hinein. Das Bedien-Interface ist absolut zugänglich und es gibt nichts, was man vermisst.
Er hat nur einen ernstlichen Nachteil – er braucht recht lange zum aufwärmen um stimmstabil zu sein. Das ist der einzige Nachteil. Sehr gut wäre, wenn Moog auch eine Desktop-Variante anböte. Wer analog braucht als Sounddesigner – hier ist der Synthesizer der auch ein Modularsystem durchaus „überflüssig“ machen kann, so man nicht extrem verschiedene Baugruppen braucht. Um die Aussage etwas fassbarer zu umschreiben: Die Komplexität der Klänge, die hier möglich sind ist hoch.
- Den Muse gibt es bei Thomann* zu kaufen
- Mehr über Moog

*Hinweis: Dieser Artikel über die schrägsten Synthesizer enthält Werbelinks, die uns helfen, diese Website zu finanzieren. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!
