Keith Emersons Yamaha GX-1: Der 400.000-Dollar-Synthesizer, der vom Trecker überfahren wurde
Der sagenumwobene Yamaha GX-1 gehört zu den seltensten und teuersten Synthesizern der Geschichte. Schade nur, dass Keith Emersons Exemplar vom Trecker überfahren wurde.
Yamaha GX-1 vs. Trecker: Der Mörder ist immer der Gärtner
Kaum ein Synthesizer ist so selten wie der Yamaha GX-1. Das dreimanualige Monstrum, das im Jahr 1975 das Licht der Welt erblickte, war von Yamaha eher als Zukunftsvision für Heimorgeln denn als Synthesizer konzipiert worden – daher auch die Form mit riesiger Konsole und Fußpedalen im Orgel-Stil. Nichtsdestotrotz steckt darin ein Analogsynthesizer mit vier separaten Klangsektionen und beeindruckenden Eckdaten, der später die Grundlage für die Entwicklung des „kleinen“ CS-80 bildete.
Wie viele Exemplare des GX-1 insgesamt hergestellt wurden, ist nicht genau überliefert, aber es dürften weniger als 100 gewesen sein. Außerhalb von Japan existieren noch viel weniger; die Rede ist von nur 13 Exemplaren. Auch die Liste der Glücklichen, die in den 1970ern den GX-1 ihr Eigen nennen durften, liest sich wie das „Who is who“ der damaligen Musikszene. Stevie Wonder hatte einen, John Paul Jones von Led Zeppelin und Benny Andersson von ABBA ebenfalls. Und natürlich Keith Emerson, der sich nicht scheute, das Monstrum auf Tour mitzunehmen, obwohl dafür acht Roadies benötigt wurden. Bis zu diesem einen schicksalhaften Tag im Jahr 1985 …

Keith war gerade bei den Vorbereitungen für ein neues Album und eine bevorstehende Tournee, als das Malheur passierte: Unter ungeklärten Umständen durchbrach sein Gärtner mit einem Traktor die Wand des Studios. Dabei kamen einige KORGs unter die Räder – ein Poly-800 und ein PolySix –, aber die muss man eher als Kollateralschaden verbuchen. Denn leider hatte es auch den GX-1 getroffen. Aus 13 Exemplaren außerhalb Japans waren 12 geworden.
Da der GX-1 für Yamaha eher eine Studie auf dem Weg zu praxistauglicheren Synthesizern wie dem CS-80 gewesen war, gab es auch keine Ersatzteile für den Synthesizer. Um einen zu reparieren, musste man einen anderen ausschlachten. Und hier kommt Led Zeppelin ins Spiel. Letztendlich hatte Keith Emerson unversehens zwei GX-1, von denen einer irgendwann, wie sollte es anders sein, bei Hans Zimmer landete. Aber wie diese unglaubliche Geschichte ausgeht, schaust du dir am besten in diesem Video an:
40 Jahre später muss man zum Glück kein Megastar mehr sein, um den Sound dieses sagenumwobenen Instruments genießen zu können. Denn als Cherry Audio sich daranmachte, den CS-80 zu emulieren, beschäftigten sich die Entwickler auch mit dessen Vorgänger, dem GX-1. Und was läge da näher, als diese beiden Ausnahmesynthesizer in einem Plugin zu kombinieren? Etwas günstiger kommst du dabei natürlich auch weg …
Cherry Audio GX-80 ist bei Thomann* erhältlich.
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