Native Instruments Super*Saw: A. G. Cooks Supersaw-Signature-Sound wird jetzt zum Synthesizer
Der erste neue Software-Synthesizer von NI seit langer Zeit, entwickelt mit dem Charli-xcx-Produzenten selbst
Native Instruments hat mit Super*Saw (wird „Super Star Saw“ ausgesprochen) einen Synthesizer veröffentlicht, der gemeinsam mit A. G. Cook entstanden ist, dem PC-Music-Gründer, BRIT-Producer-of-the-Year und Kopf hinter dem Sound von Charli xcx, Beyoncé, Caroline Polachek und Oklou. Super*Saw kostet 99 Euro und bringt Cooks aufwendig geschichtetes Supersaw-Signature-Sound-Design als spielbares Instrument direkt in eure DAW.
Native Instruments Super*Saw: Alles zum neuen Synthesizer in Zusammenarbeit mit A. G. Cook
Der Supersaw-Sound: Von mühsamem Multi-Instance-Layering zum eigenen Instrument
Ein Supersaw besteht aus mehreren, leicht gegeneinander verstimmten Sägezahn-Schwingungsformen und liefert genau diese breite, dichte, harmonisch satte Textur, die durch Cooks Arbeit mit Charli xcx, Beyoncé, Caroline Polachek und Oklou zu einem der prägendsten Sounds in der aktuellen Popmusik geworden ist. Bislang bedeutete das aber: mühsames Schichten mehrerer Plugin-Instanzen, ein Prozess, den Cook über Jahre in seiner eigenen Produktionsarbeit verfeinert hat.
Genau dieser Workflow wurde jetzt zum Ausgangspunkt für Super*Saw. Das Instrument entstand aus einer zweijährigen Zusammenarbeit zwischen Cook und dem Design-Team von Native Instruments, das direkt mit seinen Patches und Produktionssessions gearbeitet hat, um einen der begehrtesten Sounds im modernen Pop tatsächlich spielbar zu machen. Zwei Jahre für einen Synthesizer, das ist eine ziemlich lange Entwicklungszeit für ein Plugin dieser Art. Und das sollte sich eigentlich auch lohnen.

Zwei 16-Saw-Oszillatorbänke und der X/Y-Morpher
Im Kern von Super*Saw stehen zwei unabhängige Oszillatorbänke mit jeweils 16 Sägezahnwellen. Über einen 4-Corner-X/Y-Morpher lassen sich vier unterschiedliche Patch-Zustände festlegen, zwischen denen sich stufenlos interpolieren lässt. Was sonst aufwendige Automation erfordern würde, wird damit zu einer einzigen Performance-Geste, ein interessanter Ansatz für Live-Einsatz und Sounddesign gleichermaßen.
Musikalische Tools wie Chord, Scale und Quantize halten die vorgegebene Harmonie, kontrollierte Abweichungen vom Raster erlauben trotzdem eine bewusste Dissonanz. Per-Voice-Glide und Offset-Regler kümmern sich um die fließenden Übergänge und die Stereobewegung, die für Cooks Sounddesign-Ansatz von zentraler Bedeutung sind.

Presets, Effekte und Integration mit Komplete Kontrol
Super*Saw kommt mit einer breiten Preset-Bibliothek, die von coolen Harmonien über metallische Dissonanz bis zu Rave-Leads und unmöglich klingenden Glides reicht. Eingebaute Chorus-, Delay- und Reverb-Effekte stehen neben Tiefpass-, Bandpass- und Hochpassfiltern mit 2-Pol- und 4-Pol-Flankensteilheit zur Verfügung. Mono/Poly-Umschaltung deckt Leads, Bässe, Stacks und Akkorde ab, ohne dass ihr zwischen mehreren Plugins wechseln müsst. Das Instrument lässt sich außerdem mit Komplete-Kontrol-Keyboards und Maschine integrieren. Logo und das Design des Morphers stammen von Simon Whybray, Cooks langjährigem visuellem Mitarbeiter.
Warum dieser Release gerade jetzt wichtig ist
Für Native Instruments ist Super*Saw mehr als nur ein weiteres Plugin. Viele User hatten in den letzten Jahren bemängelt, dass sich softwareseitig bei NI kaum noch etwas Neues tut, abgesehen von Weiterentwicklungen rund um Kontakt und Maschine. Ein komplett neuer Software-Synthesizer war entsprechend überfällig.
Der Release kommt außerdem kurz nach einer weiteren großen Nachricht rund um Native Instruments: der Übernahme durch inMusic, den Mutterkonzern von Akai Professional, Moog Music und Denon DJ, die den langen Insolvenzprozess des Berliner Unternehmens beendet hat. Dass jetzt ein neues, aufwendig produziertes Instrument mit einem der gefragtesten Produzenten der Popmusik erscheint, ist ein ziemlich klares Signal dafür, wohin sich Native Instruments unter dem neuen Dach entwickeln will. Und das begrüßen wir doch alle.
Fazit
Ein waschechter neuer Software-Synthesizer von Native Instruments, entwickelt mit jemandem, der den Sound tatsächlich geprägt hat, statt nur seinen Namen zu verleihen, das ist genau die Art von Release, die viele NI-Nutzer sich seit Jahren gewünscht haben. Der X/Y-Morpher und die musikalischen Constraint-Tools machen aus einem an sich simplen Konzept ein Instrument mit echtem Performance-Potenzial. Für alle, die den Supersaw-Sound lieben, dürfte das eine der spannenderen Neuerscheinungen dieses Jahres sein.
Preis und Verfügbarkeit
Native Instruments Super*Saw kostet 99 Euro und ist ab sofort hier bei Thomann* erhältlich.
Weitere Informationen
- Native Instruments Super*Saw Produktseite
- inMusic übernimmt Native Instruments: Der Hintergrund
- Weitere News zu Native Instruments
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