Pink Parrot Studio QuadTrack: Groovebox für PC, Mac und Amiga!?
Kein Tracker – ein Performance-Sequencer!
Die neue in Berlin ansässige Firma Pink Parrot Studio entwickelt Games und Musiksoftware – mit QuadTrack ist nun eine Art Groovebox erhältlich, die den Sound des guten alten Commodore Amiga einfängt. Aber nicht nur das, denn primär wurde die Software sogar für den alten 16-Bit-Homecomputerentwickelt und deshalb läuft sie neben macOS, Windows und Linux auch auf der Original-Hardware. Hinter dem Projekt steckt Dataline (aka Cenk Sayinli), den vielleicht noch viele als Gesicht von Elektron kennen.
Alle Infos zu Pink Parrot Studio QuadTrack:
Pink Parrot Studio QuadTrack: Groovebox für Amiga, PC und Mac
Alte und von vielen längst vergessene Hardware wird von einigen Fans auch heute noch für ihren besonderen Charme geschätzt – auch in Bezug auf die Soundqualitäten. Das gilt besonders für zwei Computerklassiker von Commodore: Der C64 ist mit seinem SID-Chip eine Art Legende, der Amiga hingegen legte den Grundstein für viele Sample-basierte Produktionen, die mit einem Tracker gemacht wurden.
Pink Parrot Studio QuadTrack ist mehr als eine Hommage an den Amiga und dessen rohen Soundcharakter. Denn dieser Standalone 4-Track Dynamic Performance Sequencer wurde genau genommen extra für den Oldschool-Computer entwickelt. Auf heutigen PCs und Macs wird die Software beim Starten in einem Amiga-Emulator (FS-UAE) eingebettet – du musst dich aber nicht mit zusätzlichen Downloads oder dem Setup einer Emulation beschäftigen!
QuadTrack liefert so quasi automatisch den ganz speziellen Sound des Amiga und macht sich dessen Limitierungen zunutze, um eine bunte (LoFi-) Spielwiese für Beats, Grooves und Rhythmen zu bieten – auch durchaus mit einem gewissen Glitch-Faktor.
Sequencer mit einigen sehr coolen Funktionen
640 Samples werden in zehn Sample-Sets verpackt und lassen sich mit dem 4-Spur-Sequencer abspielen. Der Sequencer in QuadTrack beherrscht individuelle Längen für die einzelnen Tracks und bietet Funktionen wie Divisions, Step-Probability (mit drei Stufen) oder das Ändern der Abspielrichtung.
Dazu kommen die vier Trigger-Typen Step Push, Step Jump, Flip Sample und Flip Direction – spätestens hier wird deutlich, dass der Entwickler eine ganze Weile für Elektron gearbeitet hat.

Richtig cool wird QuadTrack aber durch die zusätzlichen Funktionen, die mit originellen Namen daherkommen: Snaptron bietet acht Speicherplätze für die Sequenzen und Sample-Sets, die jederzeit dynamisch abgerufen und gewechselt werden können. Mit Glitchtron gib’s einen (Beat-) Repeater, der sich auf jeden der vier Tracks zuweisen lässt.
CycloTron funktioniert wie ein Looper für einzelne Tracks, TempoTron dient als BPM-Shuffler und ModelTron sorgt für permanenten Zufall. Mit MeloTron verfügt QuadTrack zudem über einen 8-Step-Sequencer für Pitch- und Sample-Modulationen, wohlgemerkt wieder mit eigenen Divisions, Step-Längen und Abspielrichtungen. Die Videos vermitteln ziemlich gut, was sich damit so alles anstellen lässt.
Standalone-Performance-Tool
QuadTrack eignet sich auch gut als Standalone-Performance-Tool, weil hier das gesamte Interface auf einem Screen untergebracht ist und außerdem fast jede Funktion über eine Taste abrufbar ist. Für die Bedienung mit der Maus werden linker und rechter Button für unterschiedliche Funktionen genutzt, auch das kommt einem schnellen Workflow entgegen.
Unterm Strich sieht das alles nach einer sehr coolen Standalone-Software aus, die bestimmt viel Spaß bringt. Begleitend zum Start hat Dataline auf Bandcamp eine Compilation mit Tracks veröffentlicht, die ausschließlich mit der Groovebox gemacht wurden.
Verfügbarkeit und Preis
25 Euro kostet die Software hier auf itch.io und ist mit macOS (10.13 oder neuer) und Windows (XP oder neuer) kompatibel. Auf Linux soll QuadTrack über UAE – den kostenlosen Universal Amiga Emulator – funktionieren. Und wer die Groovebox auf dem Amiga laufen lassen will, braucht einen Rechner mit 68040 CPU, 2 MB Chip RAM und 2 MB Fast RAM.

