Electro produzieren: 3 Hardware-Tools für ein Perfect Match
Gear für futuristische Electro-Sounds
Electro ist das Thema für das heutige Perfect Match, unserer Serie über drei Produkte, die einfach gut zusammenpassen. Dabei soll es aber nicht um pure 1980er-Nostalgie gehen, sondern ebenso um einen Sound, der auch heute noch fresh klingt.
Inhalt:
Electro-Sound in 2026
Wenn du heute zehn Leute fragst, was sie sich unter Electro vorstellen, bekommst du vermutlich zehn verschiedene Antworten. Für eine ganze Weile wurde dieser Begriff quasi als Synonym für fast jede Art von elektronischer Musik verwendet, zudem waren Genres wie Electro House sehr populär. Und nicht wenige benutzen das Wort, um Stile wie Techno zu beschreiben.
Bei uns geht es aber heute um einen Sound, der seinen Ursprung in den 1980er Jahren hatte und bis heute von diversen Artists gepflegt und weiterentwickelt wird. Musik, die ihre Wurzeln in Stilen wie Electro-Funk und frühen Hip-Hop-Platten wie von Afrika Bambaataa hat und über Künstler wie Juan Atkins (Cybotron) Drexciya, Aux 88, The Exalitics, Anthony Rother und vielen weiteren immer wieder ein Update bekommt.
Ja und auch einige Titel von Kraftwerk sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Genau darum dreht sich dieses Perfect Match, bei dem wieder drei Tools für die Produktion im Zentrum stehen.
Wir schauen uns an, welches Equipment sich dafür eignet, heute Electro-Beats zu machen, die den Sound der Klassiker umsetzen können, aber ebenso für einen musikalischen Blick in die Zukunft ausgerüstet sind.
Drum-Machine mit Sounds der Roland TR-808
Einer der wichtigen Grundfeiler von Electro ist der oft synkopierte Beat, bei dem der 4/4-Takt nicht so eine dominante Rolle spielt und der Offbeat stärker betont wird. Die Soundästhetik wird sehr stark von der Roland TR-808 geprägt – und weil der 808-Sound in der heutigen Zeit immer noch einen so hohen Stellenwert einnimmt, bist du auch im Jahr 2026 damit gut beraten.
Die gute Nachricht ist: Um fette 808-Beats zu erstellen, musst du nicht das nur noch gebrauchte und sehr kostspielige Original besitzen, denn es gibt sehr gute Nachbauten und dazu endlos viele (teils auch kostenlos erhältliche) Sample-Kits. Wenn du es sehr authentisch haben willst, kommt der sehr günstige Nachbau von Behringer in Frage: RD-8 MKII* liefert einen super Sound für einen konkurrenzlos günstigen Preis.
Wir möchten an dieser Stelle aber die Roland TR-8S empfehlen. Warum? Nun, ein Nachbau wie die RD-8 oder auch das Original ist für heutige Verhältnisse etwas beschränkt in Bezug auf die Sounds. Klar, die klingen fett und sofort nach Electro, aber mit einem „modernen“ Gerät bist du weitaus flexibler und hast trotzdem Zugriff auf die klassischen Drum-Sounds. Du kannst einfach etwas mehr damit anstellen und der Musik einen zeitgemäßen Touch verpassen.
TR-8S ist mit der ACB-Technologie (eine Art virtuell-analoge Synthese) und dem Support für Sample-Playback gut aufgestellt – Sounds lassen sich sogar unkompliziert layern. Der Sequencer ist auf heutigem Stand und Effekte gibt es ebenfalls. Und ähnlich wie eine Original TR-808 bietet TR-8S auch ein Hands-on-Feeling, das zum Jammen einlädt.
Roland TR-8S bekommst du bei Thomann*, etwas kleiner und abgespeckter ist der Roland TR-6S Rhythm Performer*. Und wenn du absolut keine Kompromisse eingehen willst, die modernste und neuste Drum-Machine von Roland haben willst und Geld nicht das Thema ist, bekommst du mit der TR-1000* so etwas wie die ultimative Maschine für Beats und komplette Produktionen.
Fette Synth-Bässe mit Behringer Pro-1
Electro lebt von synthetischen Sounds – ein schöner Analogsynthesizer ist also eine optimale Ergänzung für die Drum-Beats aus der TR-8S. In dieser Hinsicht gibt es heute ja eine monstermäßig große Auswahl an Gerätschaften und viel kannst du eigentlich nicht falsch machen.
Ein Analogsynthesizer, der primär für Bässe gedacht ist, benötigt keine Polyphonie – es sei denn, du willst damit auch ein paar Chords spielen (dafür haben wir aber gleich noch einen weiteren Vorschlag). In dem Sinne kommst du also bereits mit einem monophonen Synthesizer gut zurecht. Und da gibt es ja nun wirklich einige schöne Modelle von diversen Herstellern.
Unser Vorschlag: Behringer Pro-1 ist günstig, klingt richtig gut und lehnt sich an den „berühmten“ Sequential Pro-One an – ein Synthesizer, den schon Newcleus bei ihrem Klassiker „Jam On It“ benutzt haben. Aber auch Bassline und Lead des Songs „Tainted Love“ von Soft Cell, Sounds in „Charly“ von The Prodigy oder Teile des Soundtracks zu „Escape from New York“ (in Deutschland „Die Klapperschlange“) von John Carpenter werden diesem Synthesizer zugesprochen.
Mit zwei Oszillatoren auf CEM3340-Basis, Rauschgenerator, Tiefpassfilter, zwei Hüllkurven, einem LFO und zwei Modulations-Bussen sowie Arpeggiator und Sequencer bietet Behringer Pro-1 alles, was du für fette Electro-Basslines und -Leads brauchst. Über den Audioeingang lassen sich sogar externe Sounds bearbeiten und der Synthesizer passt zudem sogar in ein Eurorack-Case.
Viele verbinden Electro auch mit dem Sound des Minimoog – wenn es um drückende Bässe, durchsetzungsfähige Leads und starke Synth-Percussion-Sounds geht, ist dieser Synthesizer natürlich eine Legende. Von Behringer gibt es mit Model D* einen sehr günstigen Nachbau, wenn Geld keine Rolle spielt, könnte ja auch Moog Minimoog Model D 2022* etwas für dich sein. Behringer Pro-1 bekommst du hier bei Thomann*.
Arturia MiniFreak Vocoder: Synthesizer für Chords, FX und Roboterstimmen
Viele Electro-Tracks leben von Roboterstimmen, die mit dem Vocoder erzeugt werden. Auch im Jahr 2026 gibt es einige Hardware, die dir klassische und moderne Vocoder-Sounds bietet. In diesem Kaufberater findest du ein paar Empfehlungen. Zudem kommt natürlich auch Software in Frage, hier mehr dazu.
Weil wir in diesem Perfect Match einen Schwerpunkt auf Hardware legen, möchten wir Arturia MiniFreak Vocoder vorstellen. Hiermit bekommst du nämlich weitaus mehr als nur einen Vocoder. Im Prinzip ist bei dieser limitierten Edition des MiniFreak der Vocoder eigentlich nur eine kleine Zugabe. Der Schwerpunkt liegt hier stattdessen auf einer sehr flexiblen Sound-Engine, die im aktuellen Zustand satte 31 Oszillator-Modi bietet und theoretisch mit einem zukünftigen Update noch weiter ausgebaut werden kann. MiniFreak beherrscht eine 6-stimmige Polyphonie, eignet sich also auch gut für Chords, Pads und viele weitere Sounds.
Die Optionen für Modulationen sind riesig, drei Effekt-Slots und 13 Effekt-Typen stehen ebenfalls bereit und das Multimode-Filter ist analog! Begleitend zur Hardware bekommst du sogar noch das Plugin MiniFreak V, eine komplette Version des Synthesizers für deine DAW.
Die 16-Band-Vocoder-Engine gibt’s natürlich nicht nur in der Vocoder-Edition des Synthesizers, sondern ist über ein Firmware-Update für alle Modelle des MiniFreak verfügbar. Also noch mal kurz gesagt: Arturia MiniFreak Vocoder ist super für die Produktion von Electro ausgerüstet und weit darüber hinaus für jede nur erdenkliche andere Musik. Die weiße Edition bekommst du hier bei Thomann*, die normale Edition des Synthesizers findest du ebenfalls hier bei Thomann*, dafür gibt es auch das passende Mikrofon*, um den Vocoder zu nutzen.
Fazit: Warum dieses Trio ein Perfect Match für die Produktion von Electro ist
Welches Gear eignet sich für die Produktion von Electro im Jahr 2026? Drei Vorschläge haben wir für dich. Zunächst eine flexible Drum-Machine wie Roland TR-8S, um nicht nur Beats im Stil der TR-808 (der Drumcomputer für Electro schlechthin) zu machen, sondern gleichermaßen die Sounds von vielen anderen Klassikern zu nutzen. Und weil hiermit auch Samples gespielt werden können, lässt TR-8S eigentlich keine Wünsche offen.
Dazu stellen wir zwei Synthesizer als passende Begleitung vor. Behringer Pro-1 ist ein günstiger und ausgezeichnet klingender Analogsynthesizer, der sich hervorragend für Bässe und viele weitere Sounds eignet. Hiermit bekommen die Tracks ein warmes Bassfundament verpasst oder du erstellst hiermit für Electro typische Percussion-Sounds, die du als Sample zum Beispiel mit dem TR-8S nutzen kannst. Für Chords, Leads, Pads und viele weitere Klänge bietet sich ein flexibler Synthesizer wie Arturia MiniFreak an, der in der Vocoder-Edition auch gleich eine Quelle für Roboterstimmen liefert. Die reguläre Version des MiniFreak lässt sich über ein Firmware-Update und dem optional erhältlichen Mikrofon ebenfalls ganz schnell als Vocoder nutzen.
Diese drei Gerätschaften bilden aus unserer Sicht eine solide Basis für die Produktion von Electro-Tracks, die ganz oldschool oder auch total futuristisch klingen können. Ein Perfect Match!
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