Tape Fiasco, TeAr, Craze – 3 Freeware Plugins
Kostenlose Plugins der Woche
Tape Fiasco ist der im heutigen Freeware Sonntag das erste kostenlose Tool, mit dem ihr eure Tracks kreativ auseinandernehmen und neu zusammensetzen könnt. Neben diesem Zeitverbieger sorgen ebenso TeAr mit seinen verschachtelten MIDI-Arpeggio-Mustern und Craze mit seinem bewegten, angezerrten Phasing für frische Bewegung im Arrangement. Genau solche Plugins passen perfekt zum Freeware Sonntag, weil sie nicht nur korrigieren, sondern hörbar ins Klangbild eingreifen. Ihr erhaltet damit Plugins, die Sounds zerlegen, Rhythmen verdrehen und statische Spuren wieder lebendig machen.
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Kostenlose Plugins zum Freeware Sonntag
Jonas Eriksson Tape Fiasco: Ein zeitbasierter Multieffekt wie kein anderer
Wer gerne mit Zeit, Tempo und dem Zerlegen von Audiomaterial arbeitet, erhält mit Tape Fiasco ein Freeware-Plugin, das genau dort ansetzt. Das Plugin von Jonas Eriksson kombiniert nämlich mehrere Ansätze zur Zeitmanipulation und richtet sich klar an Soundtüftler, Produzenten und alle, die Spuren gern auseinandernehmen und neu zusammensetzen. Dabei geht es bei Tape Fiasco weniger um saubere Korrekturen als um das bewusste Verbiegen von Material im Arrangement.
Der Stretch-Bereich von Tape Fiasco greift direkt ins Audiomaterial ein, indem er den Klang in kleine Grains zerlegt und neu zusammensetzt. Ihr könnt Abspielgeschwindigkeit und Tonhöhe getrennt verändern, wodurch sich Sounds extrem ziehen oder stauchen lassen. Zusätzlich lassen sich die Streuung im Stereobild, die Richtung der Körner und die Zufallsanteile beeinflussen. So entstehen Flächen, Texturen oder komplett verfremdete Fragmente, die sich gut für Übergänge und atmosphärische Layer eignen.
Der „Stutter“-Bereich von Tape Fiasco setzt stärker auf Rhythmus und Wiederholung und schneidet das Signal in kurze Abschnitte. Diese Wiederholungen könnt ihr zeitlich, tonal und dynamisch verschieben, wodurch lebendige, leicht chaotische Strukturen entstehen. Gerade bei Drums, Vocals oder perkussiven Synths bringt das Bewegung ins Pattern. Damit könnt ihr kleine Aussetzer, rollende Effekte oder unruhige Texturen erzeugen, die den Tracks mehr Spannung verleihen.
Hinzu kommt eine Varispeed-Sektion, die sich wie eine virtuelle Bandmaschine verhält und Tempoänderungen hörbar macht. Ihr könnt Signale „verlangsamen“ oder „anschieben“ und so typische Stop-Effekte oder interessante Übergänge erzeugen. Zusätzlich bringen leichte Schwankungen und Sättigung mehr Charakter ins Material. Tape Fiasco funktioniert somit nicht als klassischer Effekt, sondern eher als kreatives Tool für Momente, in denen Sounds bewusst aus der Spur geraten sollen.
Jonas Eriksson Tape Fiasco gibt es für macOS und Windows in den Formaten VST3 und AU. Achtung: Die Mac-Version läuft im Moment nur auf Apple Silicon, aber Intel-Unterstützung ist in Arbeit.
FX-Mechanics TeAr: Ein kostenloser polyrhythmischer MIDI-Arpeggiator
Mit TeAr von FX Mechanics finden alle, die rhythmisch gern aus der Reihe tanzen, einen ungewöhnlichen Zugang zu Arpeggios. Anstelle eines einzelnen Laufs arbeiten hier mehrere Ebenen gleichzeitig, wodurch sich verschachtelte Bewegungen ergeben. Das bedeutet für euch Patterns, die sich gegeneinander verschieben und ständig neue Akzente setzen. Spannend! Gerade bei Sequenzen, perkussiven Synths oder modularen Sounds entsteht so mehr Tiefe im Groove.
TeAr verfügt über vier voneinander getrennte Arpeggiator-Bereiche, die jeweils eigene rhythmische Aufteilungen und Notenfolgen nutzen. Dadurch laufen mehrere Strukturen parallel, die sich rhythmisch überlagern und immer wieder neu treffen. So erzeugt ihr leicht polyrhythmische Figuren, die weniger nach klassischem Arpeggio und mehr nach einem lebendigen Pattern wirken. Besonders bei minimalistischen Arrangements füllen solche Bewegungen viel Raum, ohne den Mix zu überladen.
Anstelle typischer Step-Felder nutzt TeAr eine textbasierte Eingabe, mit der ihr Muster direkt beschreibt. Das klingt zunächst ungewohnt, doch nach kurzer Zeit entwickelt ihr ein Gefühl für diese Arbeitsweise. Dadurch entstehen schneller unerwartete Kombinationen, da kleine Änderungen große rhythmische Verschiebungen auslösen können. Genau darin liegt der kreative Reiz: Ihr programmiert nicht nur, sondern entdeckt ständig neue Varianten.
Zusätzlich greift TeAr auf eine große Sammlung musikalischer Skalen zurück und erzeugt auf Knopfdruck neue Muster. Zufällige Abläufe oder euklidische Rhythmen bringen weitere Bewegung ins Spiel. So könnt ihr aus einfachen Akkorden komplexe Linien entwickeln, die sich im Track ständig weiterdrehen. Dadurch wirkt TeAr weniger wie ein Werkzeug für saubere Arpeggios und mehr wie ein Ideengeber für rhythmische Experimente.
FX-Mechanics TeAr ist für Windows und Linux in den Formaten VST und VST3 verfügbar. Schade: kein macOS.
DAWJunkie Craze: Ein crunchy Phaser-Effekt als Freeware
Mit Craze von DAWJunkie kommt Bewegung ins Signal, das gleichzeitig eine hörbare Prise Schmutz erhält. Anstelle eines sauberen Phasers entsteht hier schnell ein rauerer Klang, der sich im Mix durchsetzt. Ihr schickt Synthesizer, Gitarren oder sogar Drums durch und erhaltet eine Bewegung, die nicht nur schwebt, sondern auch knirscht. Dadurch eignet sich das Tool besonders für Parts, die mehr Charakter und weniger Hochglanz benötigen.
Die Modulation erfolgt über typische Parameter wie Form, Geschwindigkeit und Rückkopplung, wodurch sich der Phasing-Verlauf klar steuern lässt. Gleichzeitig lässt sich das bearbeitete Signal stufenlos zum Original mixen, sodass sowohl subtile Schwebungen als auch deutlich hörbare Sweeps möglich sind. Wenn ihr Crunch und Crush dazu dreht, verändert sich das Klangbild spürbar: Obertöne treten stärker hervor und Transienten wirken kantiger. Gerade bei statischen Flächen oder simplen Akkorden entsteht so mehr Leben im Arrangement.
Ein zusätzlicher Low-Cut-Filter hält tiefe Frequenzen unter Kontrolle, sodass der Effekt nicht den gesamten Mix überlagert. Hinzu kommt ein Shimmer-Anteil, der höhere Frequenzen leicht anhebt und dem Sound eine hellere Note verleiht. Diese Kombination aus Bewegung und Sättigung sorgt dafür, dass selbst einfache Sounds mehr Textur erhalten. Im Arrangement könnt ihr „Craze” gut bei Übergängen, Breaks oder als Layer unter Leads einsetzen.
Wer noch tiefer eingreifen möchte, greift für lediglich 1 US-Dollar zur erweiterten Version, die mehr Kontrolle über die Stereobewegung bietet. Unterschiedliche Geschwindigkeiten links und rechts erzeugen breitere Modulationen, die sich stärker im Panorama ausbreiten. Zusätzlich könnt ihr gezielter ins Frequenzbild eingreifen und komplexere Modulationsverläufe steuern. Damit bleibt Craze kein reiner Effekt für Schwebungen, sondern ein Plugin, das Bewegung und Dreck miteinander verbindet.
DAWJunkie Craze gibt es für macOS und Windows in den Formaten VST, AU und AAX.
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