Novation, u-he, Native Instruments, Ableton: Sound-Boutique
Neues über Sounds, Presets, Samples und Ableton Live
Mit zwei Sound-Packs für den Novation Circuit Tracks beginnt heute die Sound-Boutique. Und dafür musst du keinen Firmware-Hack installieren! Von seiner besten Seite zeigt sich wieder mal der u-he Diva Synthesizer in einem neuen Soundset. Ein richtig schönes Percussion-Instrument stellt Slate + Ash mit Materials für Kontakt vor. Bei Undersong handelt es sich um einen Effekt für Max for Live (oder das iPad), der fast wie ein eigenes Instrument funktioniert und traumhafte Ambient-Sounds erzeugt.
Inhalt:
Dub Techno und Deep House Preset-Packs für Novation Circuit Tracks

Die Novation Circuit Tracks Groovebox ist auch ohne die Installation einer alternativen Firmware ein sehr cooles Gerät – ich kann mir aber gut vorstellen, dass ein neuer Firmware-Hack für mehr Aufmerksamkeit und einen zusätzlichen Boost bei Verkäufen sorgt.
So eine neue Firmware klingt sehr verlockend, birgt aber auch immer das Risiko, versehentlich für einen „Brick“ zu sorgen und damit die Hardware unbrauchbar zu machen. Wie groß das Risiko ist, kann ich schwer einschätzen. Denn auch bei einem „normalen“ Firmware-Update sind ja Probleme nie ganz ausgeschlossen. Novation übernimmt aber mit Sicherheit keine Verantwortung, wenn du deinen Circuit Tracks bei der Installation einer alternativen Firmware schrottest.
Hier und jetzt soll es aber nicht mehr weiter um das Thema Hacks gehen. Stattdessen stelle ich hier zwei neue Sound-Packs vor, die mit der ganz offiziellen Firmware auf Novation Circuit Tracks funktionieren.
Dub Techno ist das Thema bei dem gleichnamigen Sound-Pack von A Force Truly Evil und liefert dem Novation Circuit Tracks 120 Patches.
Zum Inhalt gehören 56 Dub-Chords, 16 Bässe, 24 Poly-Synths, 16 Pads, 6 Performance-Effekte und 18 Demo-Projekte. In dem Video klingt das alles wunderbar und macht direkt Lust auf das Sound-Pack.
Das Dub Techno Sound-Pack kostet 25 Euro und ist hier bei Sci-Fi Audio erhältlich.
Bei „Deep House“ von Skylark Sound Design passt der Name für mein Empfinden nicht so ganz. Die Sounds klingen cool – keine Frage – aber unter Deep House stelle ich mir allerdings etwas anderes vor.
Aber so hat jeder seine eigenen Vorstellungen und Teaser-Videos sind ja auch dafür gedacht, sich einen eigenen Eindruck zu machen. Elektronische Musik steht hier jedenfalls ganz klar im Vordergrund.
Das Sound-Pack enthält 128 neue Sounds für Novation Circuit Tracks, zusätzlich gibt’s 8 Demo-Patterns und 64 Drum-Samples.
16 Euro kostet das „Deep House“-Pack und hier bei Skylark Sound Design kannst du es kaufen.
- Novation Circuit Tracks ist hier bei Thomann* erhältlich.
PANORA: Neues Soundset für u-he Diva im Stil von Library Music der 1970er und 1980er
Nach all den Jahren, die es u-he Diva schon gibt, staune ich immer wieder über den genialen Sound, der sich hier herausholen lässt.
Es gibt natürlich auch ganz viele andere tolle Synthesizer und Diva ist kein Alleskönner. Aber auf jeden Fall handelt es sich um ein Plugin, das ich einfach uneingeschränkt empfehlen kann und in meiner DAW nicht missen möchte.
Was mir an Diva neben dem Sound so gut gefällt, ist das Konzept: Anstatt hier die Emulation von einem bestimmten Vintage-Synthesizer anzubieten, gibt es stattdessen einzelne Sektionen verschiedener Klassiker, die sich miteinander kombinieren lassen. Und das ohne erforderliches „Strippenziehen“. In dem Sinne ist Diva ein sehr einfacher Synthesizer.
So, das war dann mal wieder eine meiner regelmäßigen Lobpreisungen, kommen wir nun zu dem eigentlichen Thema: Ein neues Soundset von u-he für Diva:
„PANORA“ heißt diese Preset-Sammlung für Diva und thematisch geht es hier im weitesten Sinne um Science-Fiction. Im Stil von elektronischer Musik aus den 1970ern und 1980ern und der Library Music aus dieser Zeit, soll uns Panora auf eine Reise zu fremden Welten mitnehmen.
Vor diesem Hintergrund treffen hier warme und etwas rauere Klänge mit nicht immer perfektem Tuning auf präzisere und klarere Sounds. Beide ergänzen sich aber perfekt, um atmosphärische Klänge zu erzeugen, die dich in ein musikalisches Paralleluniversum versetzen. In Zeiten wie diesen ist ein bisschen Eskapismus ja durchaus willkommen!
Musikalisch bewegt sich PANORA irgendwo zwischen Soundtrack-Musik, elektronischem Konzeptalbum und einer etwas „exzentrischen“ funktionalen Musik.
Die Presets umfassen Pads, Chords, „Drifter-Sounds“, Abbildungen realer Instrumente, Drones und Pulse-Sounds, Percussion und mehr. 343 Patches sind in dieser Sammlung enthalten, bei den meisten Presets werden Modwheel, Pitchbend, Aftertouch, Velocity sowie zwei zuweisbare Controller unterstützt.
An dem Soundset hat übrigens eine Reihe von Leuten gearbeitet. Dazu gehören Howard Scarr, Plughugger, Myagi, Niall McCallum, Evil Nine, Hedflux und weitere. Die wichtigsten Infos findest du hier in diesem PDF.
- 39 Euro kostet die Sammlung und ist hier bei u-he erhältlich. Da bekommst du natürlich auch Diva, den Synthesizer kannst du aber auch hier bei Thomann kaufen*.
Slate + Ash Materials für Native Instruments Kontakt
Wer auf der Suche nach gut klingenden und ungewöhnlichen Percussion-Sounds ist, wird vielleicht bei dieser neuen Library von Slate + Ash fündig. Materials besteht aus genau 21640 Samples, die sich in 5410 einzelne Sounds und jeweils vier dafür verwendeten Mikrofonpositionen aufteilen.
Mit 1708 Phrasen, 45 Multisample-Instrumenten, 35 One-Shot-Instrumenten und 273 Sounddesign-Presets soll diese Library Perkussion in jeder Phase des Anschlags und des anschließenden Ausklangs abbilden.
Die Sounds wurden von dem Grammy-nominierten Perkussionisten Eli Keszler in dem berühmten New Yorker Power Station Studio aufgenommen. Eli Keszler ist für Installationen, Soundtracks und Kollaborationen mit Artists wie Oneohtrix Point Never, Laurel Halo oder Skrillex bekannt.
Für die Aufnahmen kam eine umfangreiche Auswahl an Instrumenten zum Einsatz: zwei separate Drumsets, ein Konzertflügel und eine große Konzerttrommel wurden neben thailändischen Gongs, Tam-Tams und 39-Zoll-Gongs eingefangen. Außerdem gibt’s Sounds von Crotales, Sizzle-Becken, Gamelan-Platten, Glocken, einem Hang, Metall-Percussions von Engelhart und einer seltenen, handgefertigten Garrapata. Quasi „on top“ kommen noch ein paar Shaker und Perleninstrumente dazu.
Die Instrumente wurden natürlich auf jede nur erdenkliche Art gespielt, angeschlagen, gestrichen und geschüttelt. Dabei kamen nicht nur Schlegel oder Sticks zum Einsatz, sondern auch Besen, kleine Kügelchen oder andere Materialien – der Name „Materials“ passt also gut!
Die Engine in Materials ist von der Musique Concrète beeinflusst und will dir die einzelnen Percussion-Sounds wie ein Schnipsel von einem Tonband präsentieren, das du noch weiter zerteilen und neu anordnen kannst.
Natürlich spielt auch das Layering von Sounds dabei eine Rolle. Bis zu fünf Loops lassen sich kombinieren. Farbige Punkte lassen sich auf der dargestellten Wellenform so verschieben, dass du quasi einzelne Partikel des Sounds genau herauspicken kannst.
Und natürlich lässt sich für jeden Loop die Tonhöhe, Hüllkurve, Filter, Abspielrichtung und mehr einstellen. Ein so entstehendes Set lässt sich mit einem Sequencer und Zufallsfunktionen in sich ständig verändernde Patterns verwandeln.
Das Interface bleibt immer sehr übersichtlich und lässt sich intuitiv bedienen – so sieht es jedenfalls in dem Video aus. Klanglich finde ich das alles sehr ansprechend. Gefällt mir!
- Materials funktioniert mit Kontakt 7.10.9 (oder neuer) und ebenso mit dem kostenlosen Kontakt Player. Leider ist die Library nicht kostenlos, für kurze Zeit bezahlst du 199 Euro (statt 289 Euro). Das Kontakt-Instrument ist auch Teil des Collage Bundles, das du aktuell für 529 Euro (statt 885 Euro) bekommst. Weitere Infos findest du hier bei Slate + Ash. Die Vollversion von Kontakt kannst du bei Thomann* kaufen – auch als Teil der neuen Komplete Bundles*.
ijo audio Undersong für Ableton Live mit Max for Live (oder für das iPad)
Der Entwickler ijo audio war hier in der Sound-Boutique schon das eine oder andere Mal mit Devices für Max for Live vertreten und auch sein neuestes Werk weckt Interesse.
Bei Undersong handelt es sich um einen Effekt, der aber eigentlich schon eher als ein eigenständiges Instrument durchgehen könnte. Eingehende Audiosignale funktionieren hier wie Trigger, die verschiedene Prozesse in dem Device auslösen und im Ergebnis lebendige Loops und traumhafte Ambient-Soundscapes entstehen lassen.
Undersong hört quasi mit, welche Audiosignale in den Effekt eingehen und erzeugt daraus Partikel, die mit den Einstellungen der verschiedenen Parameter ein Eigenleben entwickeln. Diese Partikel musst du dir wie eine gespielte Noten vorstellen, hinter denen ein Synthesizer hängt.
Und das Besondere ist, dass hier alles genau in einer ausgewählten Tonart erzeugt wird, die also genau zur gewünschten Stimmung passt. In der Praxis heißt das zum Beispiel, dass du auch mit etwas wie einem Drumloop musikalische Patterns erzeugen kannst.
Das Video gibt einen guten Überblick, was dieses Device machen kann:
Besonders interessant wird Undersong durch die vielen Einstellungen, die du hier an einem sehr schön gestalteten Interface vornehmen kannst.
So lässt sich der Klang der entstehenden Partikel über zwölf „Materialien“ bestimmen. Dder Sound wird dann laut dem Entwickler nach Prinzipien von modularer Synthese erzeugt. Über zehn Modi und die gleiche Anzahl von auswählbaren Patterns formt das Device den Sound zusätzlich.
Dazu kommen dann Parameter wie Voice, Timbre, Density, Order, Tail, Range, Tone, Space, Dust oder Drone – damit fängt der ganze Spaß eigentlich erst an. Aus einer minimalen Sequenz oder einem einfachen Loop entsteht über diese Parameter ganz schnell etwas sehr Lebendiges, dabei laden die Parameter dauernd dazu ein, an ihnen herumzuschrauben.
Der Entwickler beschreibt es so, als würdest du dich an einen Modular-Synthesizer setzen und dich selbst permanent von den Ergebnissen überraschen lassen. Ich hatte die Gelegenheit, dieses neue Device selbst auszuprobieren und kann dem nur zustimmen.

Am besten gefallen mir hier sogar die Ergebnisse, wenn der Mix-Regler komplett auf Anschlag gedreht ist und die entstehenden Klänge nichts mehr mit den eingehenden Signalen zu tun haben.
Undersong sollte eigentlich alle ansprechen, die gerne mit Sound experimentieren und sich dabei gerne überraschen lassen. Speziell für das Entstehen von wohlklingenden Ambient-Klängen und rhythmischen Texturen ist dieses neue Max for Live Device sehr ergiebig. Lohnt sich!
Übrigens gibt es diesen Effekt nicht nur für Ableton Live mit Max for Live, sondern auch für iPhone und iPad – für 5,99 Euro hier im App Store.
- Undersong ist für kurze Zeit noch für 14,25 US-Dollar (statt 19 US-Dollar) zu haben. Hier im Gumroad-Shop von ijo audio findest du das Device und weitere Infos. Ableton Live 12.2 (oder neuer) mit Max for Live ist erforderlich. Die Erweiterung ist in der Ableton Live Suite enthalten und die bekommst du natürlich auch bei Thomann*.
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