Der Gitarrensound von Can’t Stop: Klinge wie John Frusciante mit Plugins, Budget-Setup oder Studio-Gear
So kommst du zum Sound vom größten Hit der Red Hot Chili Peppers!
Wie entsteht der Gitarrensound von Can’t Stop? Welches Equipment hat John Frusciante, Gitarrist der Red Hot Chili Peppers, bei den Aufnahmen zum größten Hit der Band genutzt? Und wie kommst du zu diesem Sound mit Plugins, Einsteigerequipment oder teurem Studio-Gear? Nach Billy Talent, Soundgarden und System of a Down hier die neuste Folge!
Alles über Can’t Stop
Wie Can’t Stop enstand
Da steht man da und hat mit Californication ein Album geschaffen, das die eigene Karriere in Sphären katapultiert hat, die vor 1999 in weiter Ferne schienen. Song und Album waren überall, die blonde Frise von Anthony Kiedis war gefühlt stündlich auf MTV zu sehen. Und fast genau drei Jahre legen Red Hot Chili Peppers mit By The Way einen Nachfolger vor, der so viel melancholischer, sanfter und zum größten Teil gar nicht so Funk war, wie der übergroße Vorgänger.
Außer Can’t Stop. Wenn dieses gigantische Riff nach dem ersten Crescendo einsetzt, man vom Bungee-Turm gesprungen und losgeflogen ist, kommt jedes Stadion ins Springen. Zwar kann man das Riff aufgrund seiner massiven Funk-igkeit nicht ansatzweise so gut mitsingen wie Seven Nation Army, das kurz danach erschien. Dennoch würde ich es als eines der wichtigsten und einprägsamsten der letzten 30 Jahre bezeichnen. Frusciante sei Dank.
Und Rick Rubin. Denn der Hausproduzent von RHCP soll während der Produktion von By the Way ein vehementer Fürsprecher für Can’t Stop gewesen sein, dem eine Band gegenüberstand, die voll auf softe Songs und sanfte Grooves gepolt war. Und das hört man auch, denn hinter dem üblichen Gebell von Kiedis, dem Riff und dem Groove-Gewitter von Flea und Chad Smith sind im Refrain engelsgleiche Falsetto-Harmonien von John Frusciante zu hören. Hach.
Der Gitarrensound von Can’t Stop: Das Equipment von John Frusciante
Was die Gitarre selbst betrifft, gehen die Meinungen in der Fangemeinde bei By The Way auseinander. Einige weisen auf den sehr Tele-esqueren Sound hin, andere auf Interviews, in denen John seine 1962er Stratocaster als Hauptinstrument während der Aufnahmen zum Album erwähnt. Aber wie so oft, geht es auch beim Gitarrensound von Can’t Stop, vor allem, was das Lick betrifft, viel mehr um Technik und Dynamik, also um die beste, teuerste Gitarre. Also übt, bis die Finger bluten!
In besagtem Interview mit Total Guitar aus dem Jahr 2002 erwähnt Frusciante auch, dass er während der Aufnahmen zum Album einen Fender Deluxe Reverb aus den Sechzigern nutzte. Man kann aber auch davon ausgehen, dass seine bewährte Kombination aus Marshall Major 200W und Marshall Silver Jubilee hier zum Einsatz kam.
Was die Pedale betrifft, wird im Zerrbereich hier maximal eine Tubescreamer-Variante zum Andicken zum Einsatz kommen sein. Dann wäre da aber noch das Solo. Hier kann man, wenn man sich auch Johns Pedalboard zu der Zeit ansieht, bei der Zerre von einem Big Muff ausgehen. Ob der Reverb im Solo-Sound vom Fender-Amp, von echten Studio-Raumaufnahmen oder von einem Pedal kommt, ist nicht bekannt.
Der Gitarrensound von Can’t Stop mit Plugins
Soll es „Marshall-ig“ klingen in der Plugin-Welt, ist Softube’s Amp Room (gibt es bei Softube selbst jetzt gerade kräftig reduziert) die erste Adresse, zumindest, was die offiziell lizenzierte Version betrifft. Den Silver Jubilee 2555 gibt es auch einzeln als Plugin, wer auf einen ganzen Amp Room verzichten kann.
Natürlich gibt es auch in diesem Fall eine ganze Reihe von kostenlosen Profiles for das Open-Source-Format NAM. Was den Big-Muff-Sound für das Solo betrifft, findet man Emulationen des Pedals in Amplitube 5, Guitar Rig 7 oder auch Positive Grid BIAS X. Auch bei UA Paradise Guitar Studio sind Amps von Fender und Marshall dabei, um dem Gitarrensound von Can’t Stop näher zu kommen.
Einsteiger-Gear für den Gitarrensound von Can’t Stop
Wenn es darum geht, John Frusciantes Clean-Sound von Can’t Stop möglichst günstig mit Hardware zu erreichen, gibt es eine Reihe von Pedalen, die in Kombination mit einer klassischen Single-Coil-Strat eine gute Basis sind. Zum Beispiel nutzt er wohl schon länger den Preamp eines Boss CE-1 zum Andicken, hier gibt es den Boss BP-1W*, der genau diesen mitbringt oder einen MXR Micro Amp.
Auch ein Bluesbreaker* ist mit seiner Mittenbetonung für den Marshall-Anteil im Sound nicht verkehrt. Wenn es doch ein Amp sein soll, dann kann ein Fender Champion 100* eine hervorragende Basis sein für den Clean-Sound. Und was den Big Muff betrifft, der ist günstig* genug, um auch in der Einsteigerkategorie eine Option zu sein.
Studio-Equipment für den Sound von Can’t Stop
Wenn Geld keine oder keine große Rolle spielt, sollte man vor allem in Amps investieren (neben einer sündhaft teuren 62-er-Strat), hier liegt der Hauptanteil von Johns Clean-Sound. Eine modernisierte Version eines Silver Jubilee gibt es noch heute von Marshall selbst*. Beim Marshall Major wird es komplizierter, hier gibt es kaum aktueller Nachbauten oder moderne Versionen von Marshall selbst.
Wenn es den Fender-Amp-Sound geht, dann ist das aktuell luxuriöstese auf dem Markt, was es als Serienmodell zu kaufen gibt, der Fender 64 Custom Deluxe Reverb*.
Fazit
Viele Wege führen nach Tone! Oder so ähnlich. Ein roter Faden meiner Serie bisher ist der Fakt, dass der größte Anteil des jeweiligen Gitarrensounds bei den meisten Gitarristen aus den Fingern und ihren Amps kommt.
Was sind eure Herangehensweisen für den Gitarrensound von Can’t Stop? Welche Plugins, Pedale und Amps habt ihr genutzt, um möglichst wie John Frusciante zu klingen? Schreibt es uns in den Kommentaren!
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