Gitarren-Boutique: Marshall Dookie Green Day Signature Amp?
In der heutigen Gitarren-Boutique widmen wir uns zwei Nachzüglern von der NAMM – dem Fender Blues Junior Color Trio und dem Aguilar Octamizer DLX –, werfen einen Blick in die Gerüchteküche (kommt bald ein Marshall „Dookie“ Green Day Signature Amp?) und stellen uns einer unbequemen Erkenntnis: Die großartigen Produkte von Analog Man könnten womöglich nicht mehr allzu lange erhältlich sein. Viel Spaß beim Lesen.
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Fender Blues Junior Color Trio
Fender hat zur NAMM eine weitere farbenfrohe Variante seines All-Time-Klassikers vorgestellt. Der Fender Blues Junior Color Trio erscheint als limitierte Hot Rod Series und bietet 15 Watt Leistung, bestückt mit 3× 12AX7 Vorstufenröhren und 2× EL84 Endstufenröhren.
Der einkanalige Combo gibt seinen Sound über einen hochwertigen 12-Zoll-Lautsprecher vom Typ Jensen C-12N wieder und bleibt damit dem klassischen Blues-Junior-Konzept treu.
Zur Klangformung stehen Reverb, Master, Middle, Bass, Treble und Volume sowie ein spezieller FAT-Schalter für zusätzliche Klangfülle zur Verfügung. Der Blues Junior ist seit jeher ein Favorit unter Fender-Fans – mit dieser limitierten Farbvariante lässt sich nun ein besonders exklusives Modell sichern, solange der Vorrat reicht.
- Preis: 899 Euro
Aguilar Octamizer DLX
Aguilar hat ebenfalls zur NAMM den Aguilar Octamizer DLX vorgestellt. Der originale Octamizer war vollständig analog aufgebaut und überzeugte mit einem hervorragenden Klang. Die neue DLX-Version ist hingegen digital – was allerdings keineswegs ein Nachteil sein muss. Auch der BOSS OC-5 ist digital umgesetzt und bietet eines der besten Tracking-Ergebnisse, die mir bislang untergekommen sind.
Im unten verlinkten Video wird sogar angegeben, dass das Tracking des neuen Aguilar-Octavers bis hinunter zur tiefen E-Saite zuverlässig funktionieren soll. Es ist mir rätselhaft, wieso man das benötigen soll, aber ich habe häufig gelesen, dass einige Bassisten das als wichtig empfinden.
Im Vergleich zu seinen Vorgängern wartet der Octamizer DLX mit mehreren praktischen Zusatzfunktionen auf. Über gleich drei Fußtaster lassen sich das Direktsignal stummschalten, eine Oktave nach oben sowie eine Oktave nach unten aktivieren und verschiedene Modi anwählen. Zudem stehen jeweils separate Filter für das Cleansignal sowie für Octave Up und Octave Down zur Verfügung.
Das klingt in meinen Ohren alles ausgesprochen spannend. Beim aufgerufenen Preis habe ich allerdings erst einmal geschluckt. Ich bin gespannt, wie die Tieftöner-Community dieses Modell annehmen wird.
- Preis: 349 Euro
- Website des Herstellers
Marshall Dookie: Green Day Signature Amp beim Super Bowl?
Während die Allgemeinheit noch über den Auftritt von Bad Bunny beim Super Bowl LX diskutiert, hatte die Gitarrenszene ganz andere Gesprächsthemen: Denn der Auftritt von Green Day war nicht nur ein starkes Statement für Punkrock, sondern bot zugleich einen echten Hingucker für Gear-Nerds.
Während die Band Klassiker wie „Holiday“ und „Good Riddance (Time of Your Life)“ spielte, richteten sich viele Blicke auf die Backline von Billie Joe Armstrong. Schnell entdeckten Fans einen mysteriösen, hellblauen Marshall-Verstärker, der offenbar eine bislang unbekannte Ergänzung seines Setups darstellte.
Marshall-Post auf Instagram
Zusätzlich heizte Marshall die Gerüchteküche an, indem auf den Social-Media-Kanälen mehrere Bilder veröffentlicht wurden. Spätestens ein Instagram-Teaser mit dem Titel „Green Day showing the world how to keep it loud!“ ließ vermuten, dass eine offizielle Ankündigung nicht mehr lange auf sich warten lässt.
Besonders aufmerksame Fans entdeckten ein Label auf dem Verstärker, das verdächtig nach Dookieaussieht – eine klare Anspielung auf das Album von 1994, das Armstrongs charakteristischen Sound entscheidend geprägt hat. Historisch stammte dieser ikonische Klang von „Pete“, einem stark modifizierten 100-Watt-Marshall-Plexi.
Da Marshall in jüngerer Zeit verstärkt auf „hot-rodded“ Werksmodelle setzt, verdichten sich die Hinweise darauf, dass ein Billie Joe Armstrong Signature-Verstärker nun tatsächlich in greifbare Nähe rückt.
Wir halten euch selbstverständlich auf dem Laufenden, sobald es dazu offizielle Neuigkeiten gibt.


SUNN Beta Mini
Gute Nachrichten für alle SUNN Amplification-Fans: Der Beta Mini ist offiziell in die Beta-Phase gestartet. Als Flaggschiff der neuen Modern Line vereint dieses nur 1,8 kg leichte Kraftpaket die legendären MOSFET-Schaltungen der 1970er-Jahre, die unter anderem von Tool und den Melvinsbevorzugt wurden – und das in einem Format, das tatsächlich in einen Rucksack passt.
Trotz seiner kompakten Abmessungen liefert der Beta Mini 200 Watt puren MOSFET-Sound und verfügt über zwei vollständig unabhängige Kanäle. Jeder Kanal ist mit einem eigenen Voicing-Schalterausgestattet, über den sich zwischen Lead- und Bass-Modus umschalten lässt. Dadurch werden die Frequenzen des Tone-Stacks jeweils grundlegend neu konfiguriert.
So lassen sich wahlweise zwei Gitarren-Setups, spezielle Bass-Rigs oder sogar eine Kombination aus beidem parallel betreiben. Der aufgerufene Preis fällt dabei überraschend fair aus. Die ersten Chargen für März und April sind bereits ausverkauft, die Produktionen für Mai und Juni können jedoch noch vorbestellt werden.
- Preis: 599 US-Dollar
- Website des Herstellers
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Wie lange kann Analog Man noch überleben?
Beunruhigende Nachrichten von Mike Piera. Der Gründer von Analog Man hat kürzlich angedeutet, dass er bald aufhören könnte. In einem offenen Interview erklärte er, dass steigende Zölle (Trump-Zölle) und unsichere Lieferketten ihn dazu bringen, über den Ruhestand nachzudenken. Seit 1993 ist Analog Man eine feste Größe. Besonders das Overdrive-Pedal King of Tone gilt als eines der begehrtesten Effektpedale überhaupt, mit einer jahrelangen Warteliste.
Geschäft kaum tragbar
Piera sagt, dass die aktuelle Wirtschaftslage das Geschäft kaum noch tragbar macht: Teile sind durch neue Handelspolitik rund 50% teurer geworden. Für kleine Firmen sei das kaum zu stemmen. Dazu sind die von ihm verwendeten originalen Vintage-Bauteile immer schwerer zu bekommen. „Es lohnt sich einfach nicht mehr“, sagt er.
Während der King of Tone gut dokumentiert ist, sieht es für andere Klassiker wie das Sun Face Fuzz unsicher aus. Viele dieser Pedale hängen stark von Pieras persönlichem Know-how ab: Er prüft alte Transistoren selbst und hört sie einzeln ab, um Fälschungen auszusortieren. Wenn er aufhört, könnten einige bekannte Analog-Man-Pedale einfach verschwinden. Für Gitarristen und Studiomusiker wäre das eine schlechte Nachricht, denn Piera genießt einen exzellenten Ruf.
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