von  Marcus Schmahl  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 15 Min | Unsere Wertung: 4,5 / 5,0
Genki Instruments Katla – Angecheckt: Wahnsinnig teuer oder wahnsinnig gut?

Genki Instruments Katla – Angecheckt: Wahnsinnig teuer oder wahnsinnig gut?  ·  Quelle: Genki Instruments

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Der erste Blick auf das Preisschild des Genki Instruments Katla lässt einen kurz innehalten. 4.990 Euro für einen Desktop-Synthesizer von einer Firma, die bisher vor allem für einen MIDI-Ring bekannt war? Das riecht nach Konzeptkunst-Preisstrategie. Aber dann kommt das Paket an, man packt aus, spielt die ersten Akkorde und Arpeggios und dreht an den Reglern, und plötzlich ergibt dieser Preis einen anderen Kontext. Katla ist Islands erster Synthesizer, handgefertigt in Reykjavik, mit echten Basalt-Seitenpanelen aus einer isländischen Steinmetzwerkstatt. Und er klingt so, als hätte jemand das Konzept „lebendiger Synthesizer“ neu definiert. Was das im Detail bedeutet, habe ich mir in meinem Studio genauer angeschaut.

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Genki Instruments Katla auf einen Blick

Katla ist das erste Synthesizer-Produkt von Genki Instruments, den Isländern hinter dem Wave MIDI-Ring. Es ist ihr erster Ausflug in die Analogsynthese und gleichzeitig ein Statement: kein weiterer Klon, kein weiterer Vintage-Hommage-Synthesizer, sondern ein eigenständiges Konzept rund um Voice Rotation und kontrollierte Instabilität. Hier die Eckdaten:

  • 5-stimmig polyphon, Digilog-Hybridarchitektur: digitale Oszillatoren, vollständig analoge Signalkette
  • Voice Rotation: 6 Allocation-Modi inkl. Forward, Reverse und Random Round Robin
  • Katla-Parameter: Wow, Flutter, Ducking, Amplitudenmodulation pro Stimme
  • Per-Voice: Oszillator, Sub-Oszillator, Filter, Amplifier, LFO, Hüllkurvengenerator
  • Loopende Hüllkurven bis in den Audiofrequenzbereich, MPE-fähig
  • 5 externe Audioeingänge, je einer pro Stimme
  • 4 unabhängige Distortion-Stufen, Stereo CMOS Drive, 80s-Digital-Plate-Reverb
  • MIDI DIN In/Out, 3x USB-C, Clock Sync, VST-Plugin (kommt bald)
  • Seitenpanele und Knöpfe aus echtem isländischem Lavastein, handgefertigt
  • Preis: 4.990 Euro inkl. MwSt. und Versand

Von Island in die Welt: die Geschichte des Katla

Genki Instruments aus Reykjavik ist in der Synthesizer-Community bisher vor allem durch den Wave bekannt, einem MIDI-Ring, der Handbewegungen in Steuersignale für Eurorack und DAW übersetzt. Ein Synthesizer war lange kein Thema. Ende 2024 tauchte dann plötzlich ein Bild auf: ein schwarzes Desktop-Gerät mit Basalt-Seitenpanelen und dem Namen Katla, benannt nach Islands größtem subglazialen Vulkan. Die erste Community-Reaktion war skeptisch. Marketing-Gag? Vaporware? Was ist das?

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Genki ließ die Zweifel nicht lange stehen. Auf dem Buchla & Friends Festival 2025 in Los Angeles erste Live-Demos, noch im Prototyp-Stadium, aber hörbar. Auf der Superbooth 2025 in Berlin dann die offizielle Vorstellung mit Preis: 4.990 Euro, Lieferung Q4 2025. Die Resonanz war enorm, und die Lieferzögerungen, die folgten, waren keine Marketing-Taktik, sondern Handwerk: Genki wartete auf Steinmetz-Teile.

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Übrigens: Meine Review-Unit konnte mir zunächst nicht zugeschickt werden, weil beim Steinmetz die Stanzform für die Seitenpanele gebrochen war. Die E-Mail des Teams dazu war kurz und entschuldigend: „Hey Marcus! We’re so sorry, still waiting on the side panels from the stonemason I’m afraid. He had issues with his cutout die breaking.“ Das erzählt mehr über das Instrument als jede Spec-Liste. Hier baut kein Hersteller ein Massenprodukt.

Am 31. März 2026 war es dann soweit: erste Charge ausgeliefert und sofort ausverkauft. Die zweite Charge von 100 Einheiten ist verfügbar, Stand Juni 2026 sind noch zirka 60 Stück davon zu haben.

Design und Haptik: Lava trifft Studiodesk

Der optische erste Eindruck des Katla ist stark. Das schwarze Gehäuse mit den dunkelgrauen bis schwarzen Basalt-Seitenpanelen und den Lavastein-Knöpfen hat eine Eigenständigkeit, die man in dieser Preisklasse erwarten darf, aber nicht immer bekommt. Kein Gerät sieht exakt wie ein anderes aus, weil Naturstein nie identisch ist. Das ist keine Marketing-Aussage, das ist schlicht Geologie.

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Der Formfaktor ist gut durchdacht. Katla passt auf jeden Studiotisch und geht dank der mitgelieferten schwarzen Rack-Ohren und passenden Schrauben auch ins 19-Zoll-Rack. Wer ein aufgeräumtes Setup bevorzugt, hat beide Optionen direkt im Lieferumfang. Das Interface selbst ist slider-dominiert, mit hochwertigen Fadern (inklusive Rasterpunkten bei Nulldurchgängen), die einen spürbaren, satten Widerstand haben. Kein billiges Plastikgefühl, kein Wackeln. CEO Ólafur Bjarki Bogason hat explizit auf die Widerstandskraft der Slider hingewiesen, und das ist keine leere Aussage.

Optisch erinnert Katla entfernt an Instrumente wie das Deckard’s Dream von Black Corporation, geht aber in seiner Ästhetik einen eigenständigen Weg. Weniger nostalgisch, mehr skulptural – und wirklich formschön.

Unboxing: wenn der erste Eindruck schon ein Statement ist

Die Lieferung kommt in einer schwarzen, hochwertigen Box, die man nicht direkt wegwirft. Das Auspacken ist tatsächlich eine kleine Zeremonie, und das ist bewusst so geplant. Für fast 5.000 Euro darf man das erwarten und Genki liefert es. Es ist schon fast Apple- oder Teenage-Engineering-like.

Im Karton: ein Netzteil mit einem außergewöhnlich langen Kabel, was im Studionalltag ein echter Vorteil ist und deutlich angenehmer als die kurzen Netzteil-Kabel, über die man bei so manch anderem Gerät stolpert. Dazu ein USB-C-Kabel, die schwarzen Rack-Ohren und die passenden Schrauben in einer Kunststoffbox. Alles schwarz, alles stimmig zum Gerät. Kein buntes Beiwerk, keine Überraschungen. Genau richtig.

Die Digilog-Engine: digitale Präzision, analoge Seele

Genki nennt ihre Architektur „Digilog“, und das ist mehr als ein Wortspiel. Die Oszillatoren sind digital, was präzise Stimmung und stabile Schwingungsformen garantiert. Ab dem Filter übernimmt die analoge Schaltung: Filter, Wavefolder, Distortion und Amplifier sind durchgehend analog. Das Ergebnis ist eine Signalkette, die die Stärken beider Welten nutzt: digitale Zuverlässigkeit im Tonhöhenbereich, analoge Wärme und Charakterentfaltung im Klangformungsbereich.

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Jede der fünf Stimmen hat ihren eigenen Oszillator mit Sub-Oszillator, ihr eigenes Filter, ihren eigenen Amplifier, LFO und Hüllkurvengenerator. Das ist vollständige fünfstimmige Polyphonie im echten Sinne: keine gemeinsamen Ressourcen, keine Kompromisse. Phase Distortion und Wavefolding erweitern die Klangpalette der Oszillatoren erheblich. Die vier unabhängigen Distortion-Stufen, darunter ein Stereo CMOS Drive, der von warm und gerundet bis frakturiert und aggressiv reicht, sorgen dafür, dass Katla nicht nur für Pads und Texturen funktioniert. Der Klang ist grandios. Das klingt pauschal, aber es trifft es.

Die globalen Level-Regler verdienen einen eigenen Satz: Dreht man sie über den Mittelpunkt, sättigt die analoge Schaltung das Signal sanft an und fügt harmonische Obertöne hinzu. Das ist keine Simulation, das passiert wirklich in der Hardware. Manchmal muss ich die Lautstärke auch wieder ein Stück zurückdrehen, da mir die Sättigung zu stark in den Sound eingreift.

Voice Rotation: der Kern des Konzepts

Voice Rotation ist das Herzstück des Katla und das, was ihn von jedem anderen Polysynth auf dem Markt unterscheidet. Klassische Polyphonie funktioniert so: Man drückt einen Akkord, die Stimmen werden den Noten zugewiesen, alle Stimmen klingen mit denselben Parametern. Katla macht das anders. Er rotiert die Noten durch die fünf Stimmen nach einem von sechs wählbaren Allocation-Modi: Forward Round Robin, Reverse Round Robin, Random Round Robin und drei Unison-Konfigurationen. Korg mono/poly und multi/poly beherrschen das auch, aber nicht annähernd so durchdacht und umgesetzt.

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Was das klanglich bedeutet: Jede Note bekommt ihre eigene Stimme mit ihren leicht unterschiedlichen Parametern. Spielt man denselben Akkord zweimal, klingt er leicht anders, weil die Noten auf andere Stimmen fallen. Das ist kein Zufall, der nervt, sondern kontrollierte Varianz, die den Klang lebendig macht. Chords atmen und Sequenzen entwickeln sich. Das Ergebnis ist ein Polysynth, der sich organisch anfühlt, ohne dass man Automation oder Randomisierung in der DAW einzeichnen müsste. Und das mag ich sehr.

Die Unison Grace Period ist ein Detail, das man erst nach einer Weile zu schätzen lernt: Bei aktiviertem Unison wird beim Loslassen eines Akkords die letzte Note leicht verzögert ausklingen gelassen, was natürliche, fließende Übergänge erzeugt, statt hartem, gleichzeitigem Abschalten aller Stimmen.

Die Katla-Parameter: kontrolliertes Chaos

Die Katla-Parameter sind die Sektion, bei der ich zunächst dachte: interessant, aber überschätzt. Wow, Flutter, Ducking, Amplitudenmodulation. Tape-Effekte. Klingt nach einem hübschen Add-on.

Und dann fängt man an, die Regler zu bewegen.

Was die Katla-Parameter erzeugen, ist keine Simulation von Bandmaschinen-Effekten. Es ist ein System, das pro Stimme leichte, unregelmäßige Tonhöhen- und Amplitudenbewegungen einführt, die sich nicht periodisch wiederholen, weil sie aus der Kombination von Voice Rotation und per-Stimme-Modulation entstehen. Das Ergebnis klingt sowas von lebendig – und das auf eine Art, die kein Chorus, kein Ensemble-Effekt und kein LFO replizieren kann. Wirklich unglaubliche Bewegungen. Man dreht am Flutter-Regler und plötzlich atmet der Akkord. Man erhöht das Wow und die Textur beginnt zu schimmern. Das ist mehr als Zufall, das ist ein Klangsystem. Katla lebt!

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In Kombination mit der Voice Rotation entsteht etwas, das schwer zu beschreiben ist: jede Note entwickelt sich leicht anders, und die Summe dieser Entwicklungen ergibt eine Textur, die sich kontinuierlich verändert, ohne dass man etwas tut. Für Ambient, Filmmusik und langsame Melodic-Genres ist das Gold.

Modulation und Hüllkurvengeneratoren: mehr als genug

Die Modulation des Katla ist vollständig und durchdacht. Jede Stimme hat ihren eigenen LFO, der mit Min/Max-Ausgaben für Stereoeffekte arbeitet. Das bedeutet, die LFOs der einzelnen Stimmen modulieren nicht nur Pitch und Filter, sondern auch die Stereoposition, was die Breite des Sounds kontinuierlich verändert, und mehr.

Die loopenden Hüllkurvengeneratoren sind eine der unterschätzten Stärken des Instruments. Eine Hüllkurve, die sich wiederholt, verhält sich wie ein LFO mit Hüllkurven-Form statt Sinusschwingung. Das ermöglicht rhythmische Modulationen, die sich von klassischen LFO-Formen klar unterscheiden, besonders wenn man sie auf musikalische Zeitwerte quantisiert. Der Übergang zwischen Hüllkurve und LFO ist fließend und die Grenzen werden bewusst aufgelöst.

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Keyboard Tracking passt Hüllkurven-Timing, LFO-Geschwindigkeit und Filterfrequenz an die gespielte Note an. Das bedeutet: Hohe Noten haben kürzere Hüllkurven und hellere Filter als tiefe Noten, was musikalisch natürlicher klingt als eine statische Einstellung.

Das Preset-System ist sehr praktisch gelöst. Drei Reihen (Row) von Preset-Buttons, jede Reihe für eine andere Sektion (Oszillatoren, Modulation, LFOs). Das erlaubt schnelle Teilspeicherungen: Oszillator-Preset wechseln ohne die Modulations-Einstellungen zu überschreiben. Das ist im Live-Einsatz und beim Sounddesign ein echter Vorteil gegenüber klassischen Vollpresets. Man kann aber auch ein komplettes Preset mit einem Button-Druck speichern und im Speicher ablegen (Full).

Fünf externe Eingänge: der Katla als Effektprozessor

Fünf externe Audioeingänge, je einer pro Stimme. Klingt nach einer Randnotiz in der Spec-Liste, ist aber ein vollständiges zweites Einsatzfeld. Externes Audio läuft durch die vollständige analoge Signalkette des Katla: Filter, Wavefolder, Distortion, Amplifier. Das bedeutet: ein anderer Synthesizer, eine Drum Machine, ein Field Recording, alles kann durch die Katla-Engine und bekommt deren analogen Charakter, deren Filter und deren Distortion-Stages.

Noch interessanter: Man kann zwischen den Eingängen sequenzieren, also die Voice Rotation nicht auf Midi-Noten, sondern auf externe Audiosignale anwenden. Das macht Katla zu einem ernstzunehmenden Performance-Effektprozessor, der weit über die klassische Synthesizer-Rolle hinausgeht. Für Sounddesigner und Live-Performer ist das ein erheblicher Mehrwert und ein wirklich spannendes Konzept.

Konnektivität und Setup

MIDI DIN In und Out (5-Pin) für die klassische Hardware-Integration. Drei USB-C-Anschlüsse mit klar getrennten Funktionen: einer für Strom, einer für den Computer (USB-MIDI, Firmware Updates), einer als USB-Host für direkten Anschluss von MIDI-Geräten (MIDI-Controller, externer Sequencer) ohne Computer. Der USB-Host-Port ist ein Plus, der in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist.

Ein VST-Plugin steht für Konfiguration und erweiterte Steuerung vom Computer bald zur Verfügung. Clock Sync läuft über MIDI oder USB MIDI, Hüllkurven- und LFO-Timing lässt sich auf Notenwerte quantisieren. MPE ist vollständig implementiert: per-Note Druck, Pitch, Timbre und Aftertouch.

Die schwarzen passenden Rack-Ohren sind im Lieferumfang enthalten, die passenden Schrauben ebenfalls. Wer Katla ins Rack integrieren will, braucht nichts extra zu bestellen.

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Für wen ist der Katla? Genres und Anwendungsfelder

Ambient und Filmmusik

Voice Rotation und Katla-Parameter zusammen erzeugen Texturen, die sich ohne jede DAW-Automation kontinuierlich entwickeln. Ein gehaltener Akkord verändert sich über Minuten, jede Note bewegt sich leicht anders, die Stereobreite wandert, das Filter atmet. Für Ambient, Filmmusik und alle Genres, in denen Textur wichtiger ist als rhythmische Präzision, ist das kaum zu übertreffen. Aber Rhythmus und Grooves erzeugen kann der Synthesizer natürlich auch.

Melodic Techno und Progressive House

Schwebende Akkordstrukturen, die sich in jedem Durchlauf leicht anders anfühlen, ohne dass man Automation einzeichnet. Der Katla macht das zur Grundvoraussetzung. In Kombination mit Clock Sync und quantisierten LFO-Zeiten fügen sich die lebendigen Bewegungen des Instruments präzise in den Groove ein, ohne mechanisch zu klingen. Und das macht wirklich extrem viel Spaß.

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Sounddesign

MPE, Wavefolding, vier Distortion-Stufen und fünf externe Eingänge ergeben ein Sounddesign-System, das weit über klassische Synthesizer-Parameter hinausgeht. Wer ungewöhnliche Klangquellen sucht oder externe Signale mit dem analogen Charakter des Katla veredeln will, hat hier ein vollständiges System.

Ein Tipp aus meinem Studio

Das Tutorial zuerst anschauen ist ein Muss. Katla ist nach einer halben Stunde Tutorial wirklich schnell und intuitiv bedienbar, aber das Voice-Rotation-Konzept und die Katla-Parameter erschließen sich besser mit ein bisschen Einführung als ohne. Vor allem wenn man kein isländisch kann. Danach geht es schnell: Preset anlegen, Voice Rotation einstellen, Katla-Parameter aufdrehen und staunen. Der Synth belohnt Neugier. Denn dann könnt ihr jammen, loslassen und einfach nur spektakuläre Sounds genießen.

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Fazit: Was ist eigentlich G.A.S.?

Ich war skeptisch. Der Preis lässt einen zusammenzucken, der Hersteller war mir vor allem als MIDI-Ring-Firma bekannt, den ich damals schon innovativ und wirklich interessant fand, und die Ankündigung hatte etwas von einem Projekt, das nie fertig wird. Dann kam die E-Mail mit der Entschuldigung wegen des Steinmetzes. Und dann kam Katla.

Aber: Wer auf der Suche nach einem Synthesizer ist, der wirklich lebendig klingt, phänomenal verarbeitet ist und in eine Richtung geht, in die kein anderes aktuelles Instrument geht, der sollte sich die zweite (oder sicher die kommende dritte) Charge genau ansehen.

Die Qualität der Hardware ist phänomenal. Der Sound ist grandios, gerade für Ambient, Melodic Genres, Techno, Sounddesign und Filmmusik. Das Modulationskonzept wirkt zunächst vertraut, erzeugt beim Einstellen aber wirklich unglaubliche, lebendige Bewegungen, die mehr als Zufall sind. Nach dem Tutorial ist der Synth schnell und einfach zu bedienen. Das Preset-System funktioniert hervorragend im Alltag. Der Formfaktor passt auf jeden Studiotisch und ins Rack.

Was ist G.A.S. nochmals? Katla passt definitiv in mein Studio.

Preis und Verfügbarkeit

Der Genki Instruments Katla kostet 4.990 Euro inkl. MwSt. und Versand. Erhältlich direkt bei Genki Instruments. Aber ihr solltet schnell sein, denn die zweite Charge von 100 Einheiten ist jetzt verfügbar, aber schon fast wieder ausverkauft.

Pro und Kontra

Pro

  • Klangkonzept vollständig eigenständig, Voice Rotation ist kein Gimmick
  • Katla-Parameter erzeugen Bewegungen, die kein Plugin repliziert
  • Hardware-Qualität phänomenal: Slider, Gehäuse, Lavastein-Details
  • Vollständige fünfstimmige Polyphonie, jede Stimme unabhängig
  • Fünf externe Eingänge: zweites Leben als Effektprozessor
  • Schnell erlernbar nach dem Tutorial, Preset-System sehr praktisch
  • Rack-Ohren im Lieferumfang, flexibler Formfaktor
  • USB-Host-Port an Bord

Kontra

  • 4.990 Euro: kein Impulskauf, das muss man wollen
  • Begrenzte Stückzahlen, zweite Charge läuft
  • Für klassischen Moog-Lead-Synthesizer-Einsatz nicht die erste Wahl

FAQ: Häufige Fragen zum Genki Instruments Katla

Was ist Voice Rotation beim Genki Instruments Katla? 

Voice Rotation ist das zentrale Klangerzeugungskonzept des Katla: Noten werden nach einem von sechs Allocation-Modi durch die fünf unabhängigen Stimmen rotiert. Da jede Stimme leicht unterschiedliche Parameter haben kann, klingt jeder Akkord und jede Sequenz leicht anders als beim vorherigen Durchlauf. Das erzeugt organische Lebendigkeit ohne externe Modulation oder Automation.

Was sind die Katla-Parameter? 

Wow, Flutter, Ducking und Amplitudenmodulation. Sie fügen jeder Stimme unregelmäßige, Tape-artige Tonhöhen- und Amplitudenbewegungen hinzu, die sich nicht periodisch wiederholen. In Kombination mit Voice Rotation entstehen Texturen, die sich kontinuierlich verändern, ohne dass man etwas tun muss.

Ist der Katla ein Analog- oder Digitalsynthesizer? 

Beides. Genki nennt die Architektur „Digilog“: Die Oszillatoren sind digital, die gesamte Signalkette danach (Filter, Wavefolder, Distortion, Amplifier) ist analog. Das gibt dem Instrument präzise Stimmung kombiniert mit analogem Klangcharakter.

Wofür sind die fünf externen Eingänge? 

Jeder der fünf Eingänge ist einer Stimme zugeordnet. Externes Audio, also andere Synthesizer, Drum Machines oder beliebige Klangquellen, läuft durch die vollständige analoge Signalkette des Katla. Man kann damit den Katla als Stereo-Effektprozessor einsetzen oder zwischen externen Signalen sequenzieren.

Ist der Katla MPE-fähig? 

Ja, vollständig. Per-Note Reaktion auf Druck, Pitch, Timbre und Aftertouch.

Wie schnell lernt man den Katla zu bedienen? 

Nach dem Tutorial ist der Katla schnell und intuitiv. Das Voice-Rotation-Konzept erschließt sich mit einer guten Einführung deutlich schneller als ohne. Eine halbe Stunde Tutorial reicht.

Passt der Katla ins Rack? 

Ja, die schwarzen Rack-Ohren und passenden Schrauben sind im Lieferumfang. Kein Zubehör nötig.

Für welche Genres ist der Katla besonders gut geeignet? 

Ambient, Filmmusik, Melodic Techno, Progressive House und Sounddesign profitieren am stärksten vom Voice-Rotation-Konzept und den Katla-Parametern. Für klassischen Lead-Synthesizer-Einsatz oder aggressive Bässe ist er weniger die erste Wahl. Aber probieren solltet ihr den Synthesizer auf jeden Fall einmal.

Wo kauft man den Katla und wie lange wartet man? 

Direkt über genki.is, 4.990 Euro inkl. MwSt. und Versand. Die zweite Charge von 100 Einheiten ist verfügbar, Stand Juni 2026 noch über 60 Stück. Da handgefertigt, sollte man Lieferzeiten einplanen.

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