von  Julian Schmauch  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 5 Min
Der Gitarrensound von Killing in the Name: Rage against the Machine mit Plugins, Budget-Setup oder Studio-Gear

PY18XR Artist and guitarist Tom Morello performs a live concert with Prophets of Rage, the rap rock supergroup. Norway, Oslo - July 2, 2018.  ·  Quelle: Anne-Marie Forker / Alamy

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Dem Gitarrensound von Killing in the Name jagen bis heute viele Gitarrensoundfanatiker hinterher. So funky und gleichzeitig so einzigartig und „in-your-face“ wie Tom Morello zu klingen, ist für viele ein Meilenstein. Schauen wir uns an, wie ihr dem Sound des legendären Crossover-Hits mit Plugins, Einsteiger-Setups oder teurem Studio-Gear näherkommt!

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Rage Against the Machine: Wie das Album entstand

Trotzig, brachial, politisch, groovy as hell: was Rage Against the Machine 1992 mit ihrem selbst betitelten Debütalbum auf die Welt losließen, war ein veritabler musikalischer Urknall. Da war der unbändige Groove von Drummer Brad Wilk und die Funkiness von Bassist Tim Commerford. Dazu Tom Morellos Riffgewitter, das sich irgendwo zwischen RHCP-Funk und Scratch-Eskapaden in einem völlig neuen Sound präsentierte.

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Und Frontman Zach de la Rochas eindringliche Lyrics, die das Ungerechte anprangerten, Korruption und Unterdrückung mit akustischen Ausrufezeichen ansprachen (-schrien) und die Wut und Frustration einer ganzen Generation ausdrückten, wie lange niemand. Aufgenommen in den Sound City Studios (wo ebenfalls Teile von Nirvanas Nevermind entstanden), basierte Killing in the Name auf einem Riff, das Morello während einer Unterrichtsstunde einfiel.

Tom erzählt in einem Making-of, dass ihm kurz vorher sein Freund Maynard James Keenan (Sänger von Tool, A Perfect Circle) das Konzept des Drop-D-Tunings gezeigt hatte. Und das erste Riff in Killing in the Name soll wohl auch das erste Riff sein, das Tom nach dem Umstimmen spielte. Das aber als Bassbegleitung während seines Gitarrenunterrichts. Es gefiel ihm so gut, dass er den Unterricht abbrechen und es auf einem Kassettenrekorder aufnehmen musste.

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Anfangs nutzten RATM den Song noch als Instrumentalversion, wie man hier bei ihrem allerersten Auftritt im Intro hören kann. Die beißenden, wütenden Lyrics von de la Rocha sind eine Reaktion auf den Freispruch der Polizisten Anfang 1991 im Fall der übertriebenen Gewaltanwendung an Rodney King. Das Urteil hatte wochenlange Unruhen in LA verursacht.

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Der Gitarrensound von Killing in the Name

Tom Morellos Gitarrensound „speziell“ zu nennen, ist eine Untertreibung. Gerade die wilde Mischung aus Drop-D-Riffs, fast schon an Scratching erinnernde Whammy-Eskapaden und harmonisch kaum zu entschlüsselnden Soli samt stolperndem Kill-Switch-Stakkato macht einen einzigartigen Soundcocktail. Beim Equipment nutzt Morello dagegen viel „Standardkram“, allerdings immer mit eigenen Einstellungen.

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Dazu sei aber allen, die anstreben, den endlos vielen Riffs vom Song und nicht nur dem Sound von Killing in the Name näherzukommen, gesagt, dass auch hier gilt: the sound is in the fingers. Morello könnte die schrottigste Gitarre durch den billigsten Amp spielen, man würde ihn wiedererkennen. Analysiert und studiert also zunächst vor allem seinen Stil, damit die Effektkette für den Sound von Killing in the Name auch Sinn ergibt.

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An sich ist Morello seit jeher Strat-Spieler, hier ist besonders seine „Arm the Homeless“-Strat mit zwei EMG-Humbuckern und Kill Switch hervorzuheben. Beim Amp bleibt es klassisch für den brachialen Crossover-Sound, ein 50-Watt-Topteil (Marshall JCM 800 2205 mit Peavey 4×12 Cabs mit Celestion G12K-85 Speakern) ist es seit jeher. Bei den Pedalen sind neben dem Digitech Whammy noch Phase 90, sowie Boss DD-2 wichtige Zutaten für seinen Sound.

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Der Gitarrensound von Killing in the Name mit Plugins

Die naheliegendste Lösung, um den Gitarrensound von Killing in the Name zu erreich ist Tom Morellos Signature-Plugin von NeuralDSP. Hier ist eine Emulation des JCM 800 mit dabei, Morellos komplettes Pedalboard, die passenden Cabs, und Presets für alle möglichen RATM-Sounds. Audiointerface, Kabel, Strat, Archetype: Tom Morello als Standalone laden – abrocken. Falls die Strat ohne Killswitch kommt, kann man unter Umständen einfach die Lautstärke auf der Spur automatisieren.

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Natürlich gibt es auch hier ein NAM-Capture, das man im kostenlosen NAM-Plugin laden kann. Problematisch wird es da nur bei den Pedalen, denn NAM steckt bisher außerhalb von Saturation und Distortion bei Pedal-Captures wie dem Whammy oder dem Delay noch in den Kinderschuhen. Da kann Amplitube 5 aushelfen*, das nicht nur mit JCM 800 Emulation kommt, sondern auch mit entsprechenden Emulationen.

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Der Gitarrensound von Killing in the Name mit Budget Gear

Musikalisch Tom Morellos Gitarrensound zu emulieren muss in der Hardware-Welt nicht teuer sein. Strat, JCM800-artige Zerre, davor ein Phaser und ein Whammy-ähnlicher Effekt, damit kommt man bei entsprechender Übung (!) dem Gitarrensound vo Killing in the Name ziemlich nahe. Beim JCM-Pedal lohnt ein Blick auf die entsprechende Version von Marshall selbst*.

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Als Phaser kann für erste Gehversuche das Vintage Phase von Harley Benton komplett ausreichen, als Whammy-Alternative gibt es den Mooer PitchStep. Sucht man eine All-in-One-Lösung in Form eines Multieffekts, sollte man beim Kauf darauf achten, dass dieser samt Expression-Pedal kommt, andernfalls fallen Whammy-ähnliche Effekte weg.

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Studio-Equipment für den RATM-Gitarrensound

Steigen wir vorne ein in der Signalkette mit Morellos Phaser-Effekt der Wahl, einem Phase 90 von MXR*, dazu ein echtes Whammy*. Dazu sind bei Morello ein, oft gleich zwei Delays auf dem Board, da das DD-2 kaum noch zu bekommen ist, kann man hier gut und gerne auf das DD-3T von Boss* zurückgreifen.

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Darf man der Internetfolklore glauben, spielt und spielte Tom einen Marshall JCM 800 2205, also nicht ganz den deutlich verbreiteteren 2203. Ob hier jetzt Marshall 2203 Modified JCM 800* oder Marshall JCM 800 Reissue 2203* soundtechnisch am nächsten dran sind, darüber darf diskutiert werden.

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Fazit

Unter unserer Leserschaft gibt es sicher einige, die ohne jede Recherche, nur durch Trial-and-Error zum Gitarrensound von Killing in the Name gefunden haben. Welches Gear habt ihr dafür benutzt? Was war am wichtigsten? Was hat gar nicht so eine große Rolle gespielt?

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